18. Januar 2012 / Sabine Werbel
Begrabt mich unter der Raute! Oder: HSV bleibt auf Grabfeldern sitzen
"Schöner sterben mit dem HSV", so titelte die WELT im Juli 2007. Doch das HSV-Grabfeld am Stadion bleibt leer. Erst zwei Mustergräber, zwei anonym bestattete Urnen und drei Beisetzungen findet man auf dem Event-Friedhof. Und das in drei Jahren. Die Bestattungen im HSV-Stil liegen preislich zwischen 800 und 3000 Euro. Darin enthalten sind dann Sargträger im passenden Trikot oder die Stadion-Hymne. Der Verein selbst verdient nichts daran. Lediglich Bestatter und Steinmetze müssen eine Lizenzgebühr entrichten. Doch woran liegt die maue Resonanz? Viele der Hinterbliebenen besitzen bereits ein Familiengrab. Oder verdrängen lieber den Tod. Und dann gibt es noch den Trend zur Anonymität.
Eingefleischte Fans können sich sogar in einem Sarg samt Raute betten lassen, der kostet allerdings 2350 Euro, inklusive Rautenlizenzgebühr. Verkauft wurde von dem Traum in blau-weiß allerdings noch kein einziges Exemplar; die Urnen immerhin schon 15 Mal. Aber vielleicht ändert sich das ja, wenn der Hamburger Sport-Verein mal Deutscher Meister wird...
Fotonachweis: Nils/pixelio.de

