15. März 2012 /
Cloud-Computing-Lösungen für das Handwerk
Die Wirtschaft hat es schon längst für sich entdeckt, wohingegen kleine und mittlere Handwerksbetriebe noch eher selten davon Gebrauch machen: Cloud-Computing. Beim Projekt CLOUDwerker, das im Technologieprogramm „Trusted Cloud“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technik (BMWi) entstanden ist, entwickeln drei Arbeitsgruppen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) eine sichere und offene Service-Plattform zur Unterstützung von Geschäftsprozessen in Handwerksbetrieben.
Übergeordnetes, für den Bedarf angepasstes Netzwerk
Cloud Computing bedeutet, dass ein Teil der IT-Infrastruktur sich nicht mehr auf dem lokalen Rechner befindet, sondern der Nutzer diesen – für seinen Bedarf angepasst – als Service über ein Netzwerk erhält. Die Bandbreite der Dienste geht von virtualisierter Hardware wie Speicherplatz über Plattformen und Entwicklungsumgebungen bis hin zu Software-Paketen und Anwendungsprogrammen. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Kommunikation mit Geschäftspartnern und Kunden.
Das Projekt CLOUDwerker arbeitet an der Konzeption und Umsetzung einer Plattform, die es erlaubt, unterschiedliche Software-Lösungen und handwerksspezifische Anwendungen zu individuellen Dienste-Paketen zusammenzustellen. Das Ziel ist es, auch kleinen Handwerks-Betrieben die Nutzung von Vorzügen elektronischer Kommunikation und Kollaboration zwischen den Betrieben sowie gegenüber Kunden möglich zu machen: Service-basierte Angebote halten dabei den Aufwand für Anschaffung und Wartung gering und auftretende Probleme behebt ein IT-Dienstleister.
Gemeinsame sowie sichere und einfache Nutzung
Außerdem soll ein Cloud-Dienst zur gemeinsamen Dokumentenerstellung, etwa bei Angebots- oder Rechnungsstellung, erarbeitet werden, der Daten und Funktionen aus verschiedenen anderen Diensten der Plattform integriert und koordiniert um die gemeinsame Auftragsabwicklung kleinerer Unternehmen zu vereinfachen und ihre Positionen im Wettbewerb zu stärken.
Ein wesentlicher Punkt des Projekts ist auch die Gewährleistung einer sicheren und einfachen Nutzung der Cloud-Services. Damit verbunden werden Methoden zur sicheren und vertraulichen Verarbeitung sensibler Daten wie Kunden- und Rechnungsinformationen erarbeitet. Ebenso soll die Umwandlung bestehender einzelner Software-Architekturen in Multi-tenant-Systeme („Systeme für viele Nutzer“) erreicht werden, die erlauben, Anwendungen zentral in der Cloud anzubieten und verschiedenen Nutzern individualisiert zur Verfügung zu stellen.
Beteiligt am Projekt sind neben dem BMWi und dem Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt auch die CAS Software AG, die 1&1 Internet AG, die Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, das KIT, das Forum Soziale Technikgestaltung sowie der Baden-Württembergische Handwerkstag.
Mehr Informationen finden Sie unter www.kit.edu
Foto: Karlsruher Institut für Technologie


