Der nächste Schritt in die Zukunft



Kulturraum Kölner Friedhöfe 2025: Die Ergebnisse des Onlineverfahrens liegen vor – den Bürgern sind die Themen „Begegnung“ und „Umwelt“ am wichtigsten.



In der aktuellen Ausgabe 11/2019 berichtet STEIN ausführlich über den Bürgerbeteiligungsprozess in Köln, den der Arbeitskreis Friedhöfe initiiert hat. Nun liegen die Ergebnisse der Onlinebeteiligung sowie der Rückmeldungen im Rahmen der Friedhofswoche vor. Das Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung hat sie zusammengefasst und kürzlich vorgestellt. 

Insgesamt haben sich etwa 170 Bürger an dem Prozess beteiligt und 332 Einzelvorschläge eingereicht.

Die meisten Beiträge und Kommentare entfallen auf die Kategorien „Aufenthalt und Begegnung“ sowie „Natur und Umwelt“. Das Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung hat laut eigenen Angaben Vorbehalte, die dabei aufgetreten sind, im persönlichen Gespräch, telefonisch und per E-Mail geklärt. Es bereitet aktuell alle Ergebnisse für den weiteren Beratungsprozess des Amtes für Landschaftspflege und Grünflüchen und des Arbeitskreis Friedhöfe auf.

Friedhöfe sollen ruhige Orte bleiben

Beim Beteiligungsprozess zeigte sich, dass viele Bürger sich bei neuen Nutzungsformen um die Friedhofsruhe sorgen. Die Organisatoren des Projektes haben dazu eine Online-Petition mit 800 Unterstützenden erhalten. Sie befürchten außerdem die „Eventisierung der Friedhöfe“.

Die Ängste sind allerdings unbegründet, denn aus dem Beteiligungsverfahren geht klar hervor, dass die Friedhöfe in erster Linie orte der Ruhe bleiben sollen. Sportliche Aktivitäten wird es auch in Zukunft nicht geben, das Hundeverbot bleibt bestehen.

Trauercafés und Naturlehrpfade

Kulturelle Veranstaltungen in den Trauerhallen und ein Friedhofscafé sind dagegen Vorschläge, die der Arbeitskreis in seine Überlegungen aufnimmt. Kriterium soll dabei sein, friedhofsaffine Veranstaltungen ohne kommerziellen Hintergrund auszuwählen. Auch die Hinweise, Angebote zur Trauerbewältigung zu schaffen und noch mehr ökologische Projekte auf den Friedhöfen zu realisieren, nimmt der Arbeitskreis in sein Konzept auf. Die Bürger haben dafür zum Beispiel Naturlehrpfade für Kinder und die Förderung von Schulkooperationen vorgeschlagen.

Ein Punkt, der sich erst durch das Beteiligungsverfahren gezeigt hat, ist das Bedürfnis der Bürger nach mehr „Sicherheit und Ordnung“. Der Arbeitskreis erwägt deshalb, ehrenamtliche Friedhofspaten einzusetzen. Das vollständige Konzept zur zukünftigen Ausrichtung der Kölner Friedhöfe bekommt der Ausschuss für Umwelt und Grün Ende November 2019 zur Beschlussfassung vorgelegt.