Edel und zeitlos – Der Stein im Oktober 2025

Stein Magazin
Seit über 55 Jahren fertigt die Möbelmanufaktur Draenert exklusive Designermöbel. In Immenstaad am Bodensee entstehen Ess- oder Couchtische sowie Stühle in traditioneller Handwerkskunst, viele Tischplatten bestehen aus Naturstein. Seit mehr als 25 Jahren führt Dr. Patric Draenert, promovierter Betriebswirt, das Familienunternehmen. Draenert ist auf individuelle, hochwertige Anfertigungen für den Privat- sowie Objektbereich spezialisiert. Die Kollektionen umfassen Ess- und Couchtische, Stühle sowie Einzelmöbel. Pro Jahr produziert Draenert ca. 1.200 Steintische. Jeder wird von Hand bearbeitet, gefräst und gebürstet. „Naturstein bietet durch seine Farbvielfalt unzählige Möglichkeiten“, schwärmt der Firmenchef. „Es gibt immer wieder neue, sensationelle Sorten.“ Auch werden kontinuierlich neue Steine entdeckt – zum Beispiel aus Steinbrüchen in Brasilien, der Türkei, Saudi-Arabien, Dubai und dem Oman. „Die Steinvorkommen sind unerschöpflich.“ Titelbild: Draenert

STEIN 10/25 stellt herausragende Beispiele von gelungener Innenarchitektur mit Naturstein vor. So zeigen wir eine Villa in Portugal, in der Steine aus aller Welt an den unterschiedlichsten Plätzen verbaut wurden. Möbel aus Stein spielen darin selbstverständlich eine herausragende Rolle. So finden sich in unserer neuesten Ausgabe auch neue Tische der Immenstaader Manufaktur Draenert und ganz außergewöhnliche Möbel aus Naturstein des italienischen Luxuslabels Neutra. Letztere gekonnt in Szene gesetzt im Palazzo Visconti in Mailand.

Mit Naturstein aus aller Welt entstehen außergewöhnliche Wohnwelten. Das ist nicht nur funktional, sondern drückt auch ein dem Luxus gewidmetes Lebens- und Stilgefühl aus. Dies wurde einmal mehr wieder auf der diesjährigen Möbelmesse in Mailand eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Ein im Wortsinn schönes Beispiel dafür sind die neuen Tische der Immenstaader Möbelmanufaktur Draenert und die neue Kollektion des italienischen Luxuslabels Neutra.

Möbelmesse in Mailand

Ab Seite 6 entführt Sie unsere Autorin Dr. Alexandra Nyseth nach Portugal. Dort ist unter der Ägide der Stuttgarter Architekten Ippolito Fleitz Group ein außergewöhnliches Wohnhaus entstanden. Eines der zentralen Gestaltungselemente der Planer war Naturstein. Die KMD Natursteine GmbH aus Gotha verantwortete in enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro die Planung, Fertigung und Montage sämtlicher Naturwerksteinarbeiten. Ein besonderes Highlight ist der große Esstisch im Erdgeschoss. Gefertigt aus dem auffällig gemaserten Quarzit „Patagonia“ aus Brasilien misst die polierte Platte stattliche 320 × 130 Zentimeter. Ein echter Hingucker.

„Patagonia“ aus Brasilien

Ab Seite 14 geht es dann weiter mit einem Ausblick auf edle Tische, die das Immenstaader Unternehmen Draenert im Laufe der letzten 50 Jahre gefertigt hat. Dazu spricht der Sohn des Firmengründers, Patric Draenert, mit der Redaktion ab Seite 14 über seine Leidenschaft für Naturstein. Das ist aber nicht der einzige Erfolgsfaktor des Familienunternehmens.
Und wie sehen die eingangs erwähnten, neu entworfenen Möbel von Neutra im Detail aus? Großartig! Vor allem wenn sie so gekonnt im Palazzo Visconti in Mailand in Szene gerückt werden. Erfahren Sie die ganze Story ab Seite 28.

Leidenschaft für Naturstein

Dass man für exakt ausgeführte Natursteinarbeiten wie in diesen Beispielen auch einen entsprechenden Maschinenpark benötigt, versteht sich fast von selbst. Unser Autor Michael Spohr zeigt Ihnen dazu die neuesten Wasserstrahlmaschinen, mit denen Schnitte bis zu einer Genauigkeit von 0,1 Millimetern möglich sind.

Viel Spaß bei der Lektüre von STEIN wünscht Ihnen
Ihre Steinredaktion Redaktion@stein-magazin.de

Das Heft im Shop gibt’s hier.

In unserer letzten Ausgabe 09/25 berichten wir ausführlich über die Marmomac. Lesen Sie hier mehr dazu.

Saubere Schnitte

STEIN 10/25 stellt herausragende Beispiele von gelungener Innenarchitektur mit Naturstein vor. So zeigen wir eine Villa in Portugal, in der Steine aus aller Welt an den unterschiedlichsten Plätzen verbaut wurden. Möbel aus Stein spielen darin selbstverständlich eine herausragende Rolle. So finden sich in unserer neuesten Ausgabe auch neue Tische der Immenstaader Manufaktur Draenert und ganz außergewöhnliche Möbel aus Naturstein des italienischen Luxuslabels Neutra. Letztere gekonnt in Szene gesetzt im Palazzo Visconti in Mailand.

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Wie aus dem Boden gewachsen

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In der beschaulichen Altstadt von Recklinghausen fällt seit letztem Jahr ein Gebäude besonders ins Auge: das Museum Jerke. Vom Sockel bis zum Dachfirst ist der Neubau komplett mit blau-grauem Kösseine-Granit umhüllt.

Museum-Jerke-Außen
Die komplette Museumshülle, Außenwände und Dach, ist mit Platten aus Kösseine-Granit verkleidet worden. (Foto: Dr. Werner Jerke)
Museum Jerke polnische moderne Kunst blau-graue-Verkleidung
Im Dachgeschoss zieht sich die blau-graue Außenverkleidung sogar bis ins Innere fort. (Foto: Dr. Werner Jerke)
Museum Jerke-Treppe-Kösseine-Granit
Spielerisches Element beim Treppenaufgang zum Museum: Auch hier ist der Kösseine-Granit verwendet worden. (Foto: Tanja Slasten)
Museum Jerke-Granithandlauf
Der blau-graue Granithandlauf vor leuchtend blauer Beleuchtung. (Foto: Tanja Slasten)
Museum Jerke-Werner-Jerke
Der Bauherr und private Kunstsammler Dr. Werner Jerke in seinem Museum für polnische moderne Kunst. (Foto: Tanja Slasten)
Museum-Jerke-Granitverkleidung
Die blau-graue Granitverkleidung beginnt unterhalb der Bodenoberfläche und scheint somit optisch aus dem Boden zu wachsen. (Foto: Tanja Slasten)
Museum-Jerke-buntes-Giebelfenster
Das bunte Giebelfenster des inzwischen verstorbenen Künstlers Wojciech Fangor. (Foto: Dr. Werner Jerke)
Museum-Jerke-Spiegelung-Kirche-St.-Peter
Schöne Spiegelung: Die römisch-katholische Kirche St. Peter. (Foto: Dr. Werner Jerke)

Komplette Aussenhülle aus Naturstein

Das kleine schlichte, aber dennoch auffällige Haus ist das dritte Museum am Platz. Es reiht sich ein zwischen der schönen alten Probsteikirche mit ihrer Schatzkammer und dem Ikonenmuseum, das sich 1956 in der Ruhrgebietsstadt ansiedelte. Am 29. April letzten Jahres wurde das neue Museum für polnische moderne Kunst feierlich eröffnet. Die Idee zu dem außergewöhnlichen Bauprojekt hatte der Bauherr und private Kunstsammler Dr. Werner Jerke selbst.

Auf der Suche nach einem geeigneten Ausstellungsort für seine umfangreiche Kunstsammlung entschied sich der Recklinghausener für ein Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Kirchplatz. Das alte Haus, das an dieser zentralen Stelle stand, war schon lange unbewohnt und fiel, um dem neuen Museum Platz zu machte, der Abrissbirne zum Opfer. Der kleine Museumsneubau sollte sich, so die Absichten des privaten Kunstliebhabers, sowohl in das idyllische Straßenbild der Altstadt einfügen, sich gleichzeitig aber auch von seiner Umgebung gekonnt abheben. Bei der Gestaltung der Fassade wurde der Bauherr von dem Objekt „Sebald Kontore“ in Nürnberg inspiriert. Dessen Außenwände und auch das Dach sind komplett mit rotem Wiking Granit verkleidet. Für sein eigenes Gebäude suchte Dr. Jerke nach einem Naturstein, der farblich ins Ruhrgebiet passte. Seine Wahl fiel aufgrund des blau-grauen Farbspektrums auf den Kösseine-Granit. Der Name des Granits stammt von dem Berg Kösseine im Fichtelgebirge, wo das Steinmaterial abgebaut wird.

Blau-grauer Monolith aus Granit

Die gesamte steinerne Hülle hat eine Fläche von rund 600 Quadratmetern und scheint im wahrsten Sinne des Wortes „aus dem Boden zu wachsen“. Denn die blau-graue Verkleidung aus Granit beginnt schon unterhalb der Geländeebene. Aufgrund der speziellen Parzellenform verlaufen weder die vier Gebäudeecken im rechten Winkel noch liegen die beiden Giebelwände parallel. Dadurch bedingt ist jede Natursteinplatte, was ihre Abmessungen betrifft, ein Unikat. Die Lieferung des frostbeständigen Kösseine-Granits, die aufwändige Herstellung der einzelnen Plattengrößen sowie die Montage vor Ort, übernahm die Firma Hofmann Naturstein aus Gamburg. Das Unternehmen war auch schon für die rote Außenhülle des Nürnberger Projektes verantwortlich. Doch während deren Oberfläche geflammt wurde, kam beim Museumsbau die sogenannte „Aquapower“-Technik zum Einsatz. Hierbei wird das Oberflächenmaterial mit einem Wasserdruck von 2.000 bar bearbeitet. Dadurch erscheint die blau-graue Oberfläche des Kösseine-Granits noch farbintensiver und erhält zudem eine rauere Haptik.

Mehr Informationen über das Museum Jerke unter www.museumjerke.com.


Hintergrundinformationen zum Kösseine-Granit

Dieser einzigartige blaue Granit wird einem Steinbruch am Südostabhang des Berges Kösseine im Fichtelgebirge gebrochen. Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde er unter dem Namen „Imperator“ als Fassadenmaterial in alle Welt verschickt. So finden sich aus dieser Zeit mehrere eindrucksvolle Bauwerke in Brasilien, den USA und Nordafrika. Ihr guter Erhaltungszustand zeugt von der hohen Qualität dieses Granits als Baumaterial.

Das Gestein ist relativ gleichmäßig gefärbt und besteht überwiegend aus bläulichem Alkalifeldspat, grünlich-weißem Plagioklas, grauem Quarz, schwarzem tafeligem Dunkelglimmer (Biotit) sowie silberfarbenem tafeligem Hellglimmer (Muskovit).

Die technischen Werte von KÖSSEINE sind hervorragend:
Wasseraufnahme: 0,42 % (Massebez.), 1,11% (Volumenbez.)
Rohdichte: 2,623 kg/dm³
Biegezugfestigkeit: LEV 15,2 MPa
Abriebfestigkeit: 5,7 m³/50cm²
Ausbruchlast am Ankerdornloch: 2735 N
Der Granit ist frostbeständig und politurfähig.

Showroom trotz Homepage?!

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findet Anette Mühlberger

Der Handel steht vor einem Umbruch. Ging es bislang nur um »online zu Hause oder offline im Laden«, informieren sich Kunden heute überall per Smartphone oder Tablet und checken, ob das Angebot auch wirklich so günstig und passend ist, wie es erscheint. Immer weniger Kunden scheuen sich nicht, ihre Geräte hierfür sogar direkt im Gespräch zu ziehen. Was also ist zu tun? Und: Wie wirkt sich dieses Kundenverhalten auf den Steinmetzen aus, der Kunden in seiner Ausstellung ebenfalls offline überzeugen will?

 

Der Kunde ist immer einen Klick weiter

Wie begeistert man also Kunden in der realen Welt, die im Kopf immer schon einen Klick weiter sind? Und wie gestaltet man eine Ausstellung so, dass sie medien- und shoppingverwöhnte Menschen nicht gleich wieder flüchten lässt. Wo das Smartphone zum ständig verfügbaren Einkaufsbegleiter wird, müssen Ladenbetreiber und Handwerksbetriebe überlegen, was Kunden im Hier und Jetzt von einem Raum und Gelände erwarten und was sie bis zum entscheidenden Kauf- bzw. Beratungsgespräch dort halten kann.

Der Mensch bleibt ein Haptiker

Läden wird es auch in Zukunft geben, das jedenfalls prognostiziert das aktuelle STORE BOOK 2014 (siehe Buch-Tipp). »Der Mensch wird immer ein Haptiker bleiben, auch ein dem Geruchs- und Gehörsinn verhafteter Konsument und ein Herdentier«, schreibt dort Autor und STEIN-Interviewpartner Reinhard Peneder. Wo andere Menschen sind, dort will also auch der heutige und künftige Kunde immer noch hin. Smartphone hin oder her. Und er will Produkte und Konzepte erleben, riechen, schmecken und fühlen.
Von den Nöten des Einzelhandels können und sollten aber alle lernen, die eine neue Ausstellung planen. Von verwaisten Shopping-Centern auf der grünen Wiese, von Läden, die Kunden nur noch zum Schauen, aber nicht mehr zum Kaufen betreten – und im Café nebenan genau das online bestellen, was sie offline nicht überzeugen konnte.
Das beratungsintensive Natursteingeschäft ist per se natürlich »smartphoneresistenter« als normale Handelsgüter. Doch trifft schon heute die Gefahr des »Vor-Ort-Schauens und Per-Smartphone-Kaufens« all jene, deren Ausstellung und Angebot weitgehend auf allenfalls leicht applizierter Standard-, Import- und Handelsware basiert.

 

Abwechslung und Heimat bieten

Innovativ müssen Ladenkonzepte heute sein, überraschend und zum Markenauftritt eines Anbieters passen. Authentisch, wie Store-Spezialist Reinard Peneder es im Stein-Interview umschreibt. Dabei gehe es den Leuten immer weni
er nur ums Einkaufen. Sondern um Orte, die Abwechslung bieten, die sie inspirieren und die ihnen gleichzeitig das Gefühl geben, zu Hause zu sein.
Gerade Natursteinbetriebe können mit ihrer Ausstellung ein inspirierendes Zuhause für Kunden schaffen. Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Shopping verschmelzen, ist Richard Peneder überzeugt. Ein Skulpturenpark, der zum Rundgang und Ausruhen verführt, ein Kubus, der Showroom und Mitmachwerkstatt vereint, ein Erinnerungspark, der zeigt, was modernes Gedenken bedeuten kann. Ein Natursteinloft, das als Designlounge auch zum Treffpunkt für Kunstliebhaber avanciert. All das sind Konzepte, die Menschen dazu einladen, hinzugehen, innezuhalten, aufzumerken und sich damit auseinanderzusetzen.

Was einen guten Showroom ausmacht und wie Sie Ihren eigenen gestalten können, lesen Sie im neuen STEIN!

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