Gefahrenstoffe in Quarz-Kompositmaterialien

Der Besitzer des französischen Steinmetzbetriebes Marbrerie des Yvellines, Philippe Ledrans, alarmierte die Industrie und Verbraucher im Internet über mögliche gesundheitsgefährdende Materialien in seinen Arbeitsplatten. Die beschuldigten Firmen weisen die Behauptungen jedoch zurück.

Nachdem Philippe Ledrans verschiedene Proben von Quarz-Kompositmaterialien in einem wissenschaftlichen Institut untersuchen ließ, überschritten einige die erlaubten Grenzwerte gefährlicher Inhaltsstoffe – unter anderem auch des giftigen Schwermetalls Cadmium.

Untersuchungen der Quarz-Kompositmaterialien

Das Institut de recherche et d’Expertise Scientifique untersuchte drei Sorten der Marke Silestone von der Firma Cosentino – Rosso Monza, Azul Enjoy und Magenta Energy – sowie zwei Sorten der Firma Stone Italiana – Viola Glamour und Orange 08. Bei den Untersuchungen stellte es verschiedene Risiken und Probleme fest, mit denen Steinmetze als auch Kunden konfrontiert werden. So könnte der Abrieb, der beim Zuschneiden der Arbeitsplatten entsteht, für Steinmetze gesundheitsgefährdend sein, aber auch dessen Entsorgung oder des Wassers, welches gefährliche Inhaltsstoffe enthalten kann, wird problematisch angesehen. Darüber hinaus könnten die fertigen Arbeitsplatten unter Hitzeeinfluss in der Küche der Verbraucher Schadstoffe freisetzen und auf Lebensmittel übergehen. Als Ursache für die hohen Werte zog das Institut auch die verwendeten Farben in Erwägung.
Cosentino und Stone Italiana wiesen die Beschuldigungen jedoch zurück und bekräftigten, dass ihre Platten über die Greenguard und Greenguard Gold Zertifikate verfügen, die von der National Science Foundation ausgestellt und somit ihren Anforderungen gerecht werden. Zudem wurde kritisiert, dass das IRES bei seinen Untersuchungen mit Pulver des Materials gearbeitet hat und die Ergebnisse verfälsche.

Das Gerichtsurteil

Ein Gericht verwehrte dem Besitzer des französischen Steinmetzbetriebes eine weitere Verbreitung seiner Vorwürfe im Internet und verurteilte ihn zur Veröffentlichung einer Einstweiligen Verfügung. In dieser musste er klare Stellung dazu nehmen, dass er die Behauptungen bewusst veröffentlicht hat, obwohl ein von ihm beauftragter zweiter Gutachter den Untersuchungen des Instituts misstraute. Darüber hinaus kritisierte das französische Institut Direction générale de la concurrence, de la consommation et de la répression des fraudes, dass die durchgeführten Analysen den realen Küchen-Bedingungen nicht entsprachen. Auch musste festgehalten werden , dass bei den untersuchten Platten nicht in Erwägung gezogen wurde, ob es sich vielleicht um Kopien aus Fernost handelt und gar nicht um die Originale.