Grabmal + Sakralbau – Der Stein im November 2024

Stein Magazin
Ein außergewöhnliches Wohnbauprojekt ist im Eltviller Ortsteil Martinsthal entstanden: Die Kirche St. Martin wurde aufwendig saniert und zu Wohnungen umgenutzt. Der Charme des Gebäudes bleibt durch den Erhalt der charakteristischen Natursteinfassade bestehen. Insgesamt gibt es in dem Bestandsgebäude auf vier Geschossen sieben 2- und 4-Zimmerwohnungen. Neben den Wohnungen werden in der einstigen Kirche St. Martin weiterhin Räume der Kirchengemeinde ihren Platz finden, darunter ein Gemeindesaal mit Küche und eine Bibliothek mit einer Kontaktstelle. Foto: BGF + Architekten

Welche Rolle spielt der Friedhof bei den Generationen Z und Y? Diese Frage stellen wir unter anderem in STEIN 11/24. Soviel vorab: Er sollte neu gedacht werden. Im Wandel sind auch Kirchen, die angesichts steigernder Kirchenaustritte zu Wohngebäuden umgebaut wurden. Architektonisch reizvoll und in Orten wie Eltville und Trier ein echter Gewinn. Was in Umbruchprozessen hilft, sind gute Ideen. Dazu stellen wir einen Friedhof in Berlin vor, der Grabpatenschaften anbietet, damit alte Gräber überhaupt noch gepflegt und restauriert werden.

Die Generationen Y und Z sehen ihn als Ort neuer Zuversicht und gesellschaftlichen Wohlergehens. Die Rede ist vom Friedhof. Wie es um seine Rolle in der Zukunft bestellt ist, war Thema einer spannenden Podiumsdiskussion während der diesjährigen Stone+tec. Zukunftsforscher Matthias Horx fasst das Ergebnis zusammen: „Es ist Zeit, Friedhöfe insgesamt neu zu denken: als für Menschen dienliche Räume des Abschiednehmens und der Gemeinschaft.“ Eine Aufgabe für alle, die mit Tod, Trauer und deren Bewältigung zu tun haben.

 

Friedhof der neuen Generation

Dazu gehört auch, die Kosten im Blick zu haben. In Berlin beispielsweise steht der Alte-St.-Matthäus-Kirchhof unter Denkmalschutz. Hier werden jetzt Paten gesucht, die sich der alten Grabstätten annehmen, sie pflegen und restaurieren, um dann später dort selbst die letzte Ruhe zu finden. Das kann zum Teil recht teuer werden. Unsere Autorin Inge Pett war vor Ort, hat den Friedhof und seine teils berühmten „Bewohner“ besucht. Sie suchte für uns das Gespräch mit dem Verein, der die Idee für dieses außergewöhnliche Projekt hatte. Lesen Sie mehr dazu ab Seite 6.

Für das eigene Grab arbeiten

Auch die Kirchen gilt es in Deutschland aus anderen Perspektiven zu betrachten. Angesichts der unvermindert steigenden Zahl der Kirchenaustritte müssen sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche neue Wege mit ihren verwaisten Gotteshäusern gehen. Eine Möglichkeit besteht darin, sie in Wohnraum umzugestalten. Wie sich dies auch baulich gestaltet, erfahren Sie ab Seite 22.

Ständige Umwandlungsprozesse über lange Zeiträume hat auch die Natur in ihrem Repertoire. Wie dabei aus einem Spalt- ein Blockquarzit wird, erklärt unsere Natursteinexperte Detlev Hill ab Seite 52.

 

Neues Kirchengewand

Saubere Luft und sauberes Wasser sind in jedem Steinmetzbetrieb wünschenswert. Allerdings ist dies in der Werkstatt gar nicht so leicht zu garantieren. Luftreinhaltungssysteme und Wasseraufbereitungsanlagen schaffen Abhilfe. Worauf Sie beim Kauf achten sollten, erklärt unser Maschinenexperte Michael Spohr ab Seite 32.

Viel Spaß bei der Lektüre von STEIN wünscht Ihnen

Ihre Steinredaktion Redaktion@stein-magazin.de

 

Das Heft ist hier erhältlich!

In unserer letzten Ausgabe 10/24 beschäftigen wir uns mit der Marmomac Messe. Lesen Sie hier mehr dazu.

Luft und Wasser rein halten

Welche Rolle spielt der Friedhof bei den Generationen Z und Y? Diese Frage stellen wir unter anderem in STEIN 11/24. Soviel vorab: Er sollte neu gedacht werden. Im Wandel sind auch Kirchen, die angesichts steigernder Kirchenaustritte zu Wohngebäuden umgebaut wurden. Architektonisch reizvoll und in Orten wie Eltville und Trier ein echter Gewinn. Was in Umbruchprozessen hilft, sind gute Ideen. Dazu stellen wir einen Friedhof in Berlin vor, der Grabpatenschaften anbietet, damit alte Gräber überhaupt noch gepflegt und restauriert werden. […]

 

 

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Nachruf Helga Elisabeth Trassl

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Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl

Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl

Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl, öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Naturwerkstein, kurz nach ihrem 80. Geburtstag.

Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl, öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Naturwerkstein, kurz nach ihrem 80. Geburtstag. Foto: Unsplash

Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl. Die 1940 in Wien geborene und zeitlebens überzeugte Österreicherin fühlte sich dennoch in Würzburg heimisch. Frau Trassl war öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Naturwerkstein im Innenausbau. Ihre Vereidigung erfolgte 1996 von der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt. Sie war die erste weibliche Sachverständige bei der Kammer auf dem Natursteinsektor.

Die bei ihren ersten Gutachten noch vorhandene Skepsis in der von Männern dominierten Fachwelt war bald verflogen. Frau Trassl überzeugte durch ihre Fachkenntnis und durch ihr Verhandlungsgeschick auch in schwierig gelagerten Fällen. Im ehelichen Steinmetz- und Steinbildhauerbetrieb in Ardagger / Österreich sammelte sie Erfahrung im Versetzen von Naturwerkstein, gewann Überblick über viele Natursteinsorten mit ihren jeweiligen Eigenheiten und Besonderheiten. Als gelernte Drogisten hatte sie überdies auch fundierte Kenntnisse in Chemie – was damals für Sachverständige in der Natursteinbranche eher selten der Fall war. Nachdem mit der Weiterentwicklung der Verlegematerialien und –Methoden Chemie eine immer größere Rolle spielte, kamen ihr diese Kenntnisse bei ihren Gutachten zugute. Ab 1985 war sie  bis zu dessen Tod mit ihrem zweiten Ehemann Heinz Trassl in dessen Gutachterbüro tätig.

Frau Trassl starb kurz nach ihrem 80. Geburtstag in Würzburg nach langem und mit viel Energie und großer Geduld ausgetragenem Kampf gegen ihre Krankheit.

Das bietet die Carrara Marmotec 2016

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Die 33. Ausgabe der internationalen Messe für Marmor, Technologie und Design Carrara Marmotec findet in diesem Jahr vom 18. bis 21. Mai statt. Die Besucher können sich auf einige Neuerungen und einen vollen Veranstaltungskalender freuen. Wir haben mit Luca Figari, Geschäftsführer der CarraraFiere, gesprochen.

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Die internationale Messe für Marmor, Technologie und Design Carrara Marmotec findet alle zwei Jahre in Carrara statt. (Foto: CarraraFiere)
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In einem eigenen Bereich auf der Messe sollen in diesem Jahr Beispiele für die regionale Kreativität präsentiert werden. (Foto: CarraraFiere)
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Carrara-Marmor ist einer der bekanntesten Marmore weltweit und wird in etwa 150 Brüchen im Raum Carrara abgebaut. (Foto: CarraraFiere)
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Die Marmorsteinbrüche um Carrara befinden sich in den Apuanischen Alpen, hauptsächlich in vier Tälern um Carrara. (Foto: CarraraFiere)

STEIN: Was können wir von der Carrara Marmotec 2016 erwarten?

Figari: Die Carrara Marmotec 2016 wird sich in einem ganz neuen Format präsentieren – im Vergleich zur Vergangenheit und dem, was man von Messen in dieser Branche kennt. Das Ziel der Messe ist es, ein Nischen-Event zu werden, das Tradition und Innovation innerhalb der Branche kombiniert. Das Geschäftliche wird mit einem Veranstaltungsprogramm verbunden, wodurch die Ausstellung zu einem Ort des Lern- und Technologie-Transfers von Industrie-Playern wird.

Der Fokus wird in diesem Jahr auf Innovation und Bildung, Architektur und Design, Nachhaltigkeit und natürlich Geschäftsangelegenheiten liegen. Wenn es um Marmor geht, ist Carrara weltweit ein Synonym für Exzellenz – das muss die Messe darstellen. Das Motto des Events ist nicht umsonst „Meet the excellence” (dt. „Treffen Sie die Exzellenz”), denn hier kann man auf Exzellenz in Form von Produktion und Technologie, die diese ermöglicht, treffen.

Was ist Ihr persönliches Highlight der Messe?

Die Stärke der diesjährigen Ausgabe ist der Fokus auf Inhalt und Innovation einerseits und das B2B-Meeting-Programm andererseits, das jedem Austeller die Möglichkeit gibt, eine ganze Reihe an Meetings mit hochqualifizierten, ausländischen Experten (Unternehmer, Architekten und Importeure) wahrzunehmen. Wir haben eine Software zur Partnervermittlung angeschafft, die – nach vorsichtiger Profilerstellung von Käufern und Verkäufern – die Agenda der Meetings über einen Algorythmus organisiert. So werden die Chancen eines effektiven Austauschs zwischen passenden Geschäftspartnern erhöht.

Welche Unternehmen werden ihre Innovationen in der Start-up-Arena präsentieren?

Die Start-up-Arena stellt der Öffentlichkeit ein Duzent junger, innovativer Unternehmen vor, die Produkte oder Services mit Bezug auf die Steinindustrie vertreiben. Besondere Aufmerksamkeit kommt Produkten zu, die den Naturstein mit dem Thema Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft verbinden.

Die innovativsten Start-ups werden mit dem Preis „Sustainable Stone – Best Innovation 2016” ausgezeichnet. Das Thema Aufbereitung von Abfall, Splittern und Mehl ist in allen Industriebranchen sehr aktuell – entsprechend der EU-Richtlinien zur Kreislaufwirtschaft. Es werden Unternehmen wie Catalyst Ltd Sustainable Building da sein, die den Staub, der durch das Schneiden entsteht, nutzen, um Sekundärrohstoffe wie Ziegelsteine herzustellen. Es wird Öko-Design-Objekte geben, wie die von Recycled Stones oder Bedifferent Srl. In der Start-up-Arena werden außerdem Vorführungen und Vorträge zu den Themen Robotertechnik, Internet der Dinge und Ökodesign stattfinden.

Warum sind die Themen Nachhaltigkeit und Regionalität dieses Jahr so wichtig?

Der Grund dafür ist, dass die Messelandschaft dem Besucher heutzutage mehr bieten muss als das, was er an seinem Schreibtisch beim Surfen im Internet finden kann. Das einfache Ausstellen von Produkten reicht mittlerweile nicht mehr, um eine Messe attraktiv zu machen. Man muss aus dem Event eine temporäre Bündelung von Wissensaustausch machen, sich um den Inhalt kümmern und Lernen durch Erfahrung unterstützen. Um das zu erreichen, müssen die Organisatoren der Messe ein Projekt auf die Beine stellen, das die aktuellen Bedürfnisse der Industrie reflektiert und Aussteller dazu bringt, ihre Kommunikationsstrategie zu überdenken.

Was sind Ihre Ziele und Wünsche für die Carrara Marmotec 2016?

Das Ziel der CarraraMarmotec 2016 ist, sich selbst neu zu erfinden, indem sie eine hochspezialisierte Fachmesse wird. Eine Messe, die man nicht verpassen darf, um auf dem aktuellsten Stand hinsichtlich allem Neuen und Innovativen in der Natursteinindustrie zu bleiben. Ich hoffe, dass all unsere Bemühungen mit einer hohen Besucherzahl belohnt werden!