Keramikfassade von Moeding in Wien


Der Hersteller hat für ein Gebäudeensemble des italienischen Architekten Renzo Piano ein neues Produktionsverfahren für abgerundete Ecken entwickelt.



In Wien hat der italienische Architekten Renzo Piano im neuen Stadtteil Quartier Belvedere ein Gebäude mit fünf Wohn- und Hoteltürmen geplant. Es umfasst 346 Parkapartments und 303 Hotelzimmer, die erst im vierten Stock beginnen. Denn das gesamte Gebäude ist auf neun Meter hohe Pylonen aufgestelzt, um weite Fernblicke zu ermöglichen und dem Großstadtlärm zu entgehen. Ursprünglich war für den Standort ein massives Einzelgebäude geplant. Die Säulenkonstruktion und die teils offene Bauweise erlauben nun flexible Grundrisse, Ausblick in mehrere Richtungen sowie Sicht- und Lärmschutz.

Keramikfassade mit abgerundeten Ecken

Die einheitliche Fassadengestaltung soll ein stimmiges, hausübergreifendes Gesamtbild erzeugen. Neben Aluminium und Glas haben die Architekten von RPBW dafür filigrane, waagerecht gebogene Keramikplatten von Moeding eingesetzt. Sie umrahmen in weichen Formen die Fenster und ermöglichen abgerundete Gebäude-Ecken. Das helle Grau der Platten spielt mit dem Licht und changiert je nach Lichteinfall von grau zu rötlich bis bläulich. Die Fensterfront wird so optisch aufgebrochen. Insgesamt stellte Moeding für die Fassadenflächen 60.000 Einzelteile in sechs Größen und 562 Keramikecken in 32 unterschiedlichen Graden her. Basierend auf dem Alphaton System ist die Fassade vorgehängt und hinterlüftet montiert. Strabag Metallica errichtete sie in einem Jahr Bauzeit.