Knappe Körner



„Wie am Meer“ gibt es Sand längst nicht mehr. Unep, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, fordert deshalb die Regulierung des Sandhandels.

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Der weltweite Sandbedarf, besonders der Bau-Branche, fordert ihren ökologischen Tribut. Die UN will den Handel mit Sand deshalb stärker überwachen. Grafik: Unep

Die Nachfrage nach Sand hat sich in den letzten 20 Jahren weltweit verdreifacht. Das liegt zum einen an der wachsenden Bevölkerung, zum anderen an Urbanisierung und dem damit einhergehenden Bauboom. Beton und Zement sind nicht mehr nur Baustoffe, sondern auch Problemherde: „Wir verbrauchen unseren Sand schneller, als wir ihn verantwortungsbewusst produzieren können“, sagt Joyce Msuya, Direktor des UN-Umweltprogramms Unep.

Laut eines aktuellen Unep-Berichts sind Sand- und Kiesressourcen inzwischen die zweitgrößten geförderten und gehandelten Ressourcen nach Wasser. Oder anders: Der globale Sandhandel umfasst jährlich 40 bis 50 Milliarden Tonnen. Bei so viel Bedarf lässt die Ausbeutung nicht lang auf sich warten: Besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern sorgt der Sandhandel für Umweltprobleme. Die extreme Sandförderung führt zur Verschmutzung von Flüssen, zu Überschwemmungen, zur Absenkung des Grundwasserstands und steigert das Risiko von Dürren. In Ländern wie Malaysia und Kambodscha zerstört illegaler Sandabbau Meeres-, Küsten- und Süßwasserökosystemen.

Die Vereinten Nationen fordern deshalb, dass die Sandgewinnung und -nutzung nicht mehr nur lokal geregelt wird. Ein globales Regelwerk zur nachhaltigen Gewinnung sei nötig. Die Unep schlägt dafür unter anderem die Messung, Überwachung und Planung des Sandverbrauchs sowie eine Rechenschaftspflicht für Abbauer vor. Außerdem appelliert sie an die Baubranche, verstärkt auf Alternativen zu Sand zu setzen.

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