Kunst trifft Können – Der Stein im August 2025

Stein Magazin
Ein Thema gibt Jo Kley in seinen einwöchigen Work- shops betont nicht vor. „Ich halte den Kurs ganz frei“, so der Künstler aus Kiel. „Die jungen Leute kriegen weder Plan noch Schablone zur Hand, sie sollen das machen, worauf sie Lust haben, was ihr Bauchgefühl ihnen vermittelt.“ Die Bundessieger der Wettbewerbe „Die gute Form im Handwerk“ und „Deutsche Meisterschaft im Handwerk – German Craft Skills“, organisiert vom Zentralverband des Deutschen Handwerks, hatten den Gutschein zur Kursteilnahme als Auszeichnung für ihre herausragende Arbeit erhalten. Doch anstelle eines Gebrauchsproduktes, und sei es ästhetisch noch so ansprechend, stand im Workshop die Kreation einer rein künstlerischen Skulptur im Fokus. Zentralverband des Deutschen Handwerks, hatten den Gutschein zur Kursteilnahme als Auszeichnung für ihre herausragende Arbeit erhalten. Doch anstelle eines Gebrauchsproduktes, und sei es ästhetisch noch so ansprechend, stand im Workshop die Kreation einer rein künstlerischen Skulptur im Fokus. Titelbild: Horst Baderschneider

Nachwuchsprobleme sind im Handwerk allgegenwärtig. Wie ist es dabei um den Beruf Steinmetz bestellt? In STEIN 8/25 werfen wir einen ausgiebigen Blick auf die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Steinmetze. Dazu stellen wir das Berufsbild genau vor und zeigen auf, wie es derzeit an deutschen Steinmetzschulen aussieht. Außerdem gibt es Porträts von Steinmetzen, die sich weitergebildet haben. Sie stellen ihre Projekte vor und zeigen, wie eine Berufskarriere mit Stein aussehen kann.

Die Nachwuchssituation im Handwerk ist verheerend. Das gilt auch für das Steinmetzgewerk. Gab es laut BIV im Jahr 1998 noch etwa 2.400 Auszubildende, waren es rund 20 Jahre später nur noch 736. In der STEIN-Redaktion verfolgen wir diese Entwicklung seit Jahren mit Sorge und fragen nach den Ursachen und Lösungen. Mit dieser Ausgabe zeigen wir, wie interessant und fundiert die Ausbildung zum Steinmetz ist und welche beruflichen Möglichkeiten damit langfristig verbunden sind. Eine gute Nachricht ist: Der Bundesverband geht in die Offensive und versucht, mit verschiedenen Maßnahmen gegen den Schwund an Lehrlingen anzugehen. Eine davon ist die Kampagne „Stein macht stolz“. Mehr darüber und die Ausbildung zum Steinmetz sowie über die verschiedenen Schulen lesen Sie ab Seite 6.

In die Offensive

Welche Fort- und Weiterbildungen es für den Steinmetz gibt, hat unsere Autorin Dr. Alexandra Nyseth für Sie ab Seite 15 zusammengestellt.

Steinmetz- und Steinbildhauermeister Steffen Grigoleit erzählt ab Seite 20 von seiner Fortbildung zum „Restaurator im Handwerk – Master Professional“. Besonders spannend dabei ist die Auswahl an Projekten, die er seitdem durchgeführt hat.

Weiterbilden im Beruf

Über die Bedeutung von Aus- und Weiterbildung für Steinmetze und Steinbildhauer spricht Thomas Laubscher, Leiter des Europäischen Fortbildungszentrums (EFBZ) in Wunsiedel, im Interview mit STEIN. Erfahren Sie ab Seite 28, welche Kurse das EFBZ anbietet und welcher Mehrwert für Steinprofis damit verbunden ist.

Mehrwert für Steinprofis

Selbst ist der Mann und die Frau: Weiterbildung kann auch durch „Learning by doing“ ergänzt werden. Wie man auch ohne Informatik-Studium die Software im eigenen Unternehmen integriert, erfahren Sie im Beitrag von unserem Maschinenspezialisten Michael Spohr zur Vernetzung von Maschinen ab Seite 44. Lassen Sie sich überraschen, wie sich Steinmetzbetriebe heute relativ einfach digital modernisieren und bisher unerreichte Effizienzen heben können.

Viel Spaß bei der Lektüre von STEIN wünscht Ihnen

Ihre Steinredaktion Redaktion@stein-magazin.de

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In unserer letzten Ausgabe 07/25 zeigen wir außergewöhnliche Außenhüllen aus Naturstein. Lesen Sie hier mehr dazu.

Digitale Überraschung

Die Nachwuchssituation im Handwerk ist verheerend. Das gilt auch für das Steinmetzgewerk. Gab es laut BIV im Jahr 1998 noch etwa 2.400 Auszubildende, waren es rund 20 Jahre später nur noch 736. In der STEIN-Redaktion verfolgen wir diese Entwicklung seit Jahren mit Sorge und fragen nach den Ursachen und Lösungen. Mit dieser Ausgabe zeigen wir, wie interessant und fundiert die Ausbildung zum Steinmetz ist und welche beruflichen Möglichkeiten damit langfristig verbunden sind. Eine gute Nachricht ist: Der Bundesverband geht in die Offensive und versucht, mit verschiedenen Maßnahmen gegen den Schwund an Lehrlingen anzugehen. Eine davon ist die Kampagne „Stein macht stolz“. Mehr darüber und die Ausbildung zum Steinmetz sowie über die verschiedenen Schulen lesen Sie ab Seite 6.

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Grünes Licht für Centro Internazionale di Scultura

Stein Magazin
Lavizzara

Aus jahrelanger Planung wird endlich Realität: Im schweizerischen Peccia, Lavizzara, beginnt noch in diesem Jahr die Umsetzung des Centro Internazionale di Scultura. 

Die Gemeinde Lavizzara hat das Bauvorhaben für ein internationales Bildhauer-Zentrum in Peccia abgesegnet. Das bestätigte die Fondazione Internazionale per la Scultura (FIS). Bereits 1990 waren erste Vorstudien und Pläne für das Großprojekt angestoßen worden. Eine Umsetzung scheiterte jedoch mangels finanzieller Mittel. Mit Unterstützung des Kantons Tessin, der Gemeinde Lavizzara und privaten Spendern sowie einer Anpassung der Projektentwürfe an die Geldmittel der FIS wird das Bildhauer-Zentrum noch in diesem Jahr entstehen. Die FIS beauftragte dafür das Architekturbüro Michele und Francesco Bardelli und rechnet schon im Frühjahr 2019 mit der Eröffnung des Centro Internazionale di Scultura.

Peccia-Suedansicht
Illustrierte Außenansicht des Centro Internazionale di Scultura in Peccia, Lavizzara, von den Architekten Michele und Francesco Bardelli. Foto: Bardelli, Locarno/TI
CIS-Werkplatz
Illustration des offenen Werkplatzes. Foto: Bardelli, Locarno/TI
Ausstellungsgebaeude-CIS-Peccia
Außenansicht des Ausstellungsgebäudes, das als Teil des Centro Internazionale di Scultura geplant ist. Foto: Bardelli, Locarno/TI
Innenansicht-Ausstellungsgebäude-CIS
Innenansicht des Ausstellungsgebäudes. Im Hintergrund Donatorenwand im Eingangsbereich des Centro Internazionale di Scultura. Foto: Bardelli, Locarno/TI
Atelier-CIS
Innenansicht des Künstlerateliers. Foto: Bardelli, Locarno/TI

Tessiner Natur und urbane Hochkultur

Das Zentrum umfasst ein Ausstellungsgebäude am Ortseingang von Peccia. Hier sollen sich auch die Verwaltungsbüros und drei Werkstätten zur Bearbeitung von Stein, Holz und Metall befinden sowie die technischen Installationen. Fünf Künstlerateliers sind vorgesehen, die an einen gemeinsamen Werkplatz anschließen. Die Kunstschaffenden wohnen im Dorf Peccia in individuellen Unterkünften der „Casa degli Artisti“, was auf einer zusätzlichen Initiative beruht und durch die Investition eines privaten Spenders ermöglicht werden kann. Die Ateliers werden in Form von Stipendien jedes Jahr international ausgeschrieben.

Interaktion auf internationalem Niveau

Mit dem Internationalen Bildhauerzentrum inmitten des Tessiner Bergpanoramas soll ein Ort entstehen, wo sich Skulptur-Künstler aus aller Welt und ein interessiertes Publikum begegnen. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit heimischen Materialien wie dem Peccia-Marmor, womit das Zentrum an die Arbeit der Scuola di Scultura in Peccia anknüpft. Allein die Scuola zieht jährlich 3.000 Menschen an. Aus kultureller wie touristischer Sicht rechnen Gemeinde und Kanton daher mit weiteren positiven Auswirkungen des Bildhauer-Zentrums auf Leben und Betrieb vor Ort.

Die Gesamtkosten des Bauprojekts werden auf sechs Millionen Franken geschätzt. Für die Betriebskosten der ersten drei Jahre sind von der FIS Rücklagen von einer Million Franken geplant.

Kunstbegegnung am Kanal

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5 Tonnen. Foto: Thomas Ochs

Unter dem Motto „verbinden / trennen“ entsteht ein Skulpturenweg am Main-Donau-Kanal. Für die Gestaltung des Regnitz-Radweg hat die Kuratorin und Bamberger Bildhauerin Rosa Brunner Künstler zum gemeinsamen Gestalten eingeladen.

Das Projekt entsteht im Auftrag des Flussparadies Franken. Im September 2017 kamen Bildhauer aus vier europäischen Ländern zusammen, um Ideen für den entstehenden Skulpturenweg zu entwickeln. Es soll durch Spenden verwirklicht werden.

Skulpturenweg-Flussparadies-Franken
„Wasserblume“ für den Markt Hirschaid von Petra Lange. Kalkstein bläulich 1 x 2 x 2 Meter, 5 Tonnen. Foto: Thomas Ochs, Petra Lange
Ausstellung_Landratsamt
„Altes Tor“ für den Markt Hirschaid von Petra Lange. Sandstein 3,5 x 3 x 1,5 Meter. Foto: Thomas Ochs, Petra Lange
Petra-Lange
Petra Lange bei der Arbeit am Modell. Foto: Thomas Ochs, Petra Lange
Skulptur-Entwurf-Radweg
„Between“ für den Markt Eggolsheim von Emanuela Camacci. Muschelkalk 1,8 x 0,3 x 2,5 Meter, 1,9 Tonnen. Foto: Thomas Ochs, Emanuela Camacci
Ragnitz-Radweg-Skulpturenweg
„Take Root“ für die Gemeinde Altendorf von Cissy van der Wel. Muschelkalk 1,5 x 1,4 x 2,5 Meter, 7 Tonnen. Foto: Thomas Ochs, Cissy van der Wel
Take-Root
Cissy van der Wel bei der Arbeit am Modell. Foto: Thomas Ochs, Cissy van der Wel

25 Jahre europäische Wasserstraße

Der Main-Donau-Kanal verbindet seit über 25 Jahren als europäische Wasserstraße das Schwarze Meer mit der Nordsee. Er wurde am 25. September 1992 nach 30-jähriger Bauzeit eröffnet. Gleichzeitig stellt er einen massiven Eingriff in die Landschaft dar, welche vom Kanal durchtrennt wird.

Daher sollten die Entwürfe das Thema „verbinden / trennen“ umsetzen: So wie der Main-Donau-Kanal Mensch und Natur verbindet, die entlang des Kanals leben – aber auch diejenigen voneinander trennt, die auf der jeweils anderen Seite des Kanals leben. Ziel ist es, die Kunstwerke an acht Standorten auf beiden Seiten vom Schiff aus betrachten zu können.

Skulpturen in Naturstein

Vier der Entwürfe sind aus Naturstein. Die „Wasserblume“ stammt von der Bildhauerin Petra Lange. Sie möchte die Blume als Sitzbank für den Markt Hirschaid in blauem Kalkstein verwirklichen. Die Idee hinter der Skulptur: Der sonst tief in der Erde verborgene Stein wird an die Oberfläche geholt. Ihr zweiter Entwurf lautet „Altes Tor“: eine Sandstein-Skulptur, die an ein altes Stadttor erinnern soll.

„Between“ für den Markt Eggolsheim von Emanuela Camacci ist eine symbolische Übersetzung des Themas Verbinden und Trennen. Zwei Monolithe aus Muschelkalk greifen ineinander – nach oben hin wird der Spalt zwischen beiden Elementen breiter. Mit den Wurzeln des Menschen beschäftigt sich „Take Root“. Der Entwurf für die Muschelkalk-Skulptur in Altendorf stammt von Cissy van der Wel.

Alle Entwürfe werden in der Ausstellung „Kunstgenuss am Regnitz-Radweg“ gezeigt. Um die Entwürfe zu verwirklichen, sucht das Flussparadies Franken Partner, die das Projekt mit einer Spende unterstützen. Die Ausstellung mit den kleineren Prototypen findet bis 30. Mai 2018 statt. Mehr Infos unter www.regnitzradweg.de und unter www.flussparadies-franken.de.