Lebende Steinmetzwerkstatt auf dem Hessentag

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„So bunt ist das Leben“ auf dem 56. Hessentag in Herborn. Unter diesem Motto traten neben Johnny Depp und seiner Band „Hollywood Vampires“, auch namhafte deutsche Stars sowie das Steinmetz-Handwerk auf. Vom 20. bis 23. Mai 2016 konnten sich Schulklassen und Besucher über den Beruf des Steinmetzen und Steinbildhauers informieren und selbst ihr Können am Stein ausprobieren.

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Auf dem Hessentag erfreute sich der Steinmetzstand besonders bei den Schulklassen großer Beliebtheit. (Foto: Steinmetzinnung Hessen-Mitte)
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Sich selbst am Stein auszuprobieren, stieß auf großes Interesse. (Foto: Steinmetzinnung Hessen-Mitte)
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Die Steinmetze vor Ort (v. l. n. r.): Matthias Bück, Johannes Petry, Maximilian Menger, Jonas Knauer und Markus Löll (Foto: Steinmetzinnung Hessen-Mitte)
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Die Schüler schauten den Steinmetzen über die Schulter, wie sie das Geopark-Logo auf einen Stein übertrugen… (Foto: Steinmetzinnung Hessen-Mitte)
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… um es anschließend in Stein zu meißeln. (Foto: Steinmetzinnung Hessen-Mitte)
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Preise mit Vision

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Der Österreichische Lehrlingspreis

Im Rahmen der 33. Bildungswoche der österreichischen Steinmetze wurden auf der Messe Monumento in Salzburg die Natursteinpreise 2018 vergeben. Gewonnen haben vor allem Arbeiten, die zeigen, wo und wie sich der Steinmetz der Zukunft platziert.

Die Preise sollen eine Vision zeigen. Eine Vision vom Steinmetz, der das traditionelle Handwerk weiterträgt, die Zukunft des Friedhofs mitgestaltet oder das Kulturerbe von morgen erhält: der Österreichische Lehrlingspreis, der Österreichische Grabmalpreis sowie der Steinmetzmeister in der Denkmalpflege 2018. Sie alle wurden – im Rahmen der 33. Bildungswoche der österreichischen Steinmetze – am ersten Tag der Messe Monumento in Salzburg durch das Steinzentrum Hallein zusammen mit der Bundesinnung vergeben.

Insgesamt gab es 60 Einreichungen. „Gewürdigt wurden – neben vielen Anerkennungen und zweiten Preisen – vor allem Steinmetze, die über den Tellerrand des schnellen Geldmachens hinausdenken“, so der Künstler und Steinmetz Dr. Arnold Reinthaler in seiner Laudatio. Materialschlachten seien „Schnee von gestern“ – kleine Strukturen im Stein sollten wieder an Bedeutung gewinnen. Und weiter: „Das Konzept zählt. Einreichungen, in denen auf den Fotos die Umgebung wegretuschiert worden ist, hatten keine Chance.“ Denn das Umfeld, vor allem im Grabmalbereich, spiele eine wichtige Rolle.

Den Lehrlingspreis gewann Melanie Kien. Sie gestaltete ein Waschbecken aus einem recycelten Grabstein. Weil das Material keine Ammoniten aufwies, gab sie dem Becken einen persönlichen Kopffüßer in Negativ-Form.

Der Österreichische Grabmalpreis

Mit dem 1. Grabmalpreis wurde die Firma Stein Baumgartner GmbH aus Oberösterreich geehrt. „Das Werk zeigt, wie mit dem Trend Friedwald umgegangen werden kann“, so Reinthaler. Ein Granit windet sich um einen Baum. Davor laden zwei Baumstämme zum Sitzen ein. Auf der Frontseite der Granit-Schlange ist ein Mühle-Spiel eingraviert. „Hier verweilt man gerne“, so die Jury.

Der Steinmetzmeister in der Denkmalpflege

Zum „Steinmetzmeister in der Denkmalpflege“ wurden gleich vier Handwerker. „Gerade in diesem Preis ist die interdisziplinäre Arbeit so wichtig“, weiß Mag. Astrid Huber-Reichl, Leiterin des Informations- und Weiterbildungszentrums Baudenkmalpflege Kartause Mauerbach. Wolfgang Ecker gewann mit den Rekonstruktionsarbeiten in Schloss Hof (über diese Arbeit wird STEIN im Detail in der Österreich-Ausgabe im April berichten), die Schreiber & Partner Naturstein GmbH mit einer Fassade aus dem 19. Jahrhundert, das Miromentwerk Ing. Helmut Stuhlberger mit einem restaurierten Terrazzoboden und die Marmor Industrie Kiefer GmbH mit einer Wiedereinrichtung eines Marmorsaals. „Sie alle zeigen die Sensibilisierung für Baudenkmalpflege im Steinmetzbereich“, so Huber-Reichl.

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Den Lehrlingspreis gewann Melanie Kien. Foto: Melanie Kien/Steinzentrum Hallein
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Mit dem 1. Grabmalpreis wurde die Firma Stein Baumgartner GmbH aus Oberösterreich geehrt. Foto: Arnold Reinthaler
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Der Steinmetzmeister in der Denkmalpflege 2018: Wolfgang Ecker mit den Rekonstruktionsarbeiten in Schloss Hof. Foto: Richard Watzke/Steinzentrum Hallein
Fassade
Der Steinmetzmeister in der Denkmalpflege 2018: Schreiber & Partner Naturstein GmbH mit einer Fassade aus dem 19. Jahrhundert. Foto: Richard Watzke/Steinzentrum Hallein
Marmorsaal
Der Steinmetzmeister in der Denkmalpflege 2018: Marmor Industrie Kiefer GmbH mit einer Wiedereinrichtung eines Marmorsaals. Foto: Marmor Industrie Kiefer GmbH/Steinzentrum Hallein
Terrazzoboden
Der Steinmetzmeister in der Denkmalpflege 2018: Miromentwerk Ing. Helmut Stuhlberger mit einem restaurierten Terrazzoboden. Foto: Miromentwerk Ing. Helmut Stuhlberger/Steinzentrum Hallein

Zum Wettbewerb

Die Österreichischen Natursteinpreise werden aller zwei Jahre auf der Monumento vergeben. Welche Arbeiten gewinnen, entscheidet eine Jury aus Bildhauern, Dombaumeistern, Landesinnungsmeistern, Garten- und Landschaftsbauer, Vertreter der Bestattungskultur sowie Steinmetzen. Der Wettbewerb ist anonymisiert.

Auf der 33. Bildungswoche der österreichischen Steinmetze wurden nicht nur die Natursteinpreise vergeben, sondern auch der traditionelle Putzmatz. Mehr dazu lesen Sie hier. 

 

 

 

 

 

Tag der offenen Baustelle im Berliner Schloss

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Am 24. und 25. Juni 2017 waren circa 35.000 Gäste bei den Tagen der offenen Baustelle im Berliner Schloss, um sich vom Baufortschritt ein Bild zu machen. Im Rahmen der Veranstaltung wurden Ausstellungen, Performances, Live-Acts und Konzerte angeboten. Für das Event sind sogar einzelne Fassadenabschnitte von Gerüsten befreit wurden. 

Die Besucher konnten Einblicke über den Baufortschritt und Impressionen über die Vielseitigkeit des zukünftigen Programms des Humboldt Forums erhalten. Blickfang war die zum Teil fertiggestellte Nordfassade zum Lustgarten, der Schlüterhof und das Eosanderportal mit seinen großen Bögen und der lichtdurchfluteten Agora.
Der 30 Meter hohe Raum verbindet historische und zeitgenössische Fassadengestaltung. Barock trifft hier auf zeitgenössische Architektur. Hier wurden verschiedene Themen öffentlich diskutiert, wie „Die Dynamik des Widerspruchs, Form und Inhalt des Humboldt Forums“, „Architektur, Kunst und Spirituelles: Palast“, „Natur und Kultur: Adler“, sowie „Gesellschaft und Politik: Helm”.

 

berliner-schloss-Tag der offenen Tür, Agora 2017
Neben der fast fertiggestellten Agora… (Foto: Boris Frohberg)
berliner-schloss-Tag der offenen Tür, Schlüterhof 2017
… wurde den Besuchern auch ein Blick in den Schlüterhof gewährt. Hier die Antinous-Statue, die von Hofmann Naturstein gespendet worden ist. (Foto: Boris Frohberg)
Tag der offenen Tür 2017, Säulentrommeln im Natursteinlager
Im Natursteinlager finden sich große Säulentrommeln wider, die auf ihre Verwendung warten. (Foto: Boris Frohberg)
berliner-schloss-Tag der offenen Tür, Westfassade mit Kuppel 2017
Für das wohl größte Kulturprojekt Deutschlands soll der Kostenrahmen von 590 Millionen Euro eingehalten werden. (Foto: Boris Frohberg)

Natursteinarbeiten am Berliner Schloss

Der Betonrohbau wird mit 2.900 Schmuckelementen aus 9.000 Kubikmetern Sandstein verziert, darunter 90 Widderköpfe, 45 Adler und mit 3,5 Millionen Ziegeln verkleidet. Von den Natursteinarbeiten sind insgesamt bereits 65 – 70% abgeschlossen, so der Förderverein. Insgesamt seien über 90% der Aufträge für die Gesamtbaumaßnahme vergeben worden, bei den Natursteinarbeiten sind es 100%.
Die Bildhauer verwenden verschiedene, vorwiegend sächsische und schlesische Sandsteine. Analog dem historischen Vorbild sind eine Mischung und ein Spiel der Strukturen und Nuancen durchaus gewollt. Da die Natursteine für die Fassadenrekonstruktion von größter Wichtigkeit sind, wurden Kennwertgruppen und Farbwerte vorgegeben.
Für Sockel-, Balustraden- und Traufgesimsbereiche sind härtere Gesteine vorgesehen; für bildplastische Bereiche und Rücklagen weichere. Es kommen vorwiegend Rackwitzer-, Postaer- und Reinhartsdorfer Sandstein zum Einsatz. Dagegen soll hier aufgrund der Anfälligkeit weitgehend auf den sogenannten Cottaer-Sandstein verzichtet werden.
Die Originalfragmente der sechs überlebensgroßen Skulpturen des Schlüterportals sollen im Lapidarium des Ostflügels präsentiert werden. Am neu geschaffenen Portal im Osthof wurden alle acht Figuren rekonstruiert.

berliner-schloss-Tag der offenen Tür, Agora 2017
Neben der fast fertiggestellten Agora… (Foto: Boris Frohberg)
berliner-schloss-Tag der offenen Tür, Schlüterhof 2017
… wurde den Besuchern auch ein Blick in den Schlüterhof gewährt. Hier die Antinous-Statue, die von Hofmann Naturstein gespendet worden ist. (Foto: Boris Frohberg)
Tag der offenen Tür 2017, Säulentrommeln im Natursteinlager
Im Natursteinlager finden sich große Säulentrommeln wider, die auf ihre Verwendung warten. (Foto: Boris Frohberg)
berliner-schloss-Tag der offenen Tür, Westfassade mit Kuppel 2017
Für das wohl größte Kulturprojekt Deutschlands soll der Kostenrahmen von 590 Millionen Euro eingehalten werden. (Foto: Boris Frohberg)

Kontraste im Alt- und Neubau

Die Besucher konnten sich überzeugen, dass nicht nur das Eosanderportal in der Westseite (Portal Nr. 3) und das Triumphbogen-Portal im großen Foyer fertig ist. Auch die Lustgarten-Seite war bereits zu sehen. Das Gerüst ist hier auf einer Breite von 30 Metern extra für die Tage der offenen Portale abgebaut worden, damit die Besucher einen unverstellten Blick haben. Die hellgelb gefasste Putzfassade mit den etwas dunkleren natursteinsichtigen Sandsteinverkleidungen der Fensterlaibungen und -architrave bietet nun einen ersten Eindruck. Es entsteht ein heller, fröhlicher, barocker Neubau, der natürlich so nie ausgesehen hat, da alle Sandsteinbauteile ursprünglich gefasst waren.

Circa 50 geborgene Fragmente sind nach der Restaurierung in den Neubau integriert worden. Da diese Stücke durch die Beschädigung, Lagerung und Bewitterung stark beschädigt waren und sie deshalb im Kontrast zu den neu angefertigten Teilen stehen, ist der Eindruck etwas befremdlich. Ob der Bau als beispielhaft für den Umgang mit Verlusten gelten wird, ist umstritten.  Jedenfalls gibt der Baukörper dem historischen Zentrum der Hauptstadt seinen Bezugspunkt zurück.


Hintergrundinformationen zur Geschichte des Schlosses sowie zum Neubau

Der ursprüngliche Schlossbau begann 1443 unter Kurfürst Eisenzahn. Das Hohenzollernschloss wurde später durch die Baumeister Schlüter und Eosander grundlegend umgebaut und modernisiert, sowie durch die Baumeister Böhme, Gonthard, Langhans, Erdmannsdorff und Schinkel partiell verändert. Dieses Gebilde aus Renaissance, Barock, Klassizismus und Historismus blieb bis zur Zerstörung im Frühjahr 1945 und der Sprengung 1950 eines der bedeutendsten Wahrzeichen Berlins.

Das neue, ab 2013 gebaute Schloss, soll weit mehr als nur ein Museum im verkleideten Betonneubau sein. Es entsteht ein themenübergreifender Dialog der Weltkulturen. Hier finden die Ethnologischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Sammlungen der Humboldt-Universität, sowie ein Museum des Ortes ein neues Zuhause. Somit wird mit der Perspektive auf eine gegenseitige Beeinflussung der Bogen von den klassischen Kunstschätzen auf der weltbedeutenden Museumsinsel zu den völkerkundlich-ethnologischen Sammlungen gespannt und an die Museumsnutzung, die nach der Abdankung der Hohenzollern 1918 teilweise in das Gebäude eingezogen war, angeknüpft.

Kostenaufteilung für das Kulturprojekt

Der italienische Architekt Franco Stella legte 2008 den Siegerentwurf für das Humboldt Forum im Berliner Schloss vor. 2013 fand der erste Spatenstich statt. Für das 35 Meter hohe Gebäude (mit Kuppel sind es 70 Meter) mit einer Länge von 184 Metern und einer Breite von 117 Metern hat der Bund die Kostenobergrenze bei 590 Millionen Euro gezogen. Das Spendenziel von insgesamt 105 Millionen Euro soll durch den unermüdlichen Einsatz des Fördervereins erreicht werden.

Von dieser Summe entfällt mit 80 Millionen Euro der Löwenanteil für die Rekonstruktion der historischen Fassade. Für die Rekonstruktion weiterer Bauteile wie der Kuppel und der Innenportale I, II und III sind die restlichen 25 Millionen Euro veranschlagt. Derzeit sind etwa 63 Millionen Euro an Barspenden zusammengekommen. Zuzüglich Sachspenden und Spendenversprechen, deren Wert der Chef des Fördervereins Berliner Schloss, Wilhelm von Boddien, auf rund elf Millionen Euro beziffert, fehlen noch 31 Millionen Euro.
Einer Eröffnung Ende 2019 steht angeblich nichts im Wege, denn das Großprojekt ist im Zeitplan, was eine Besonderheit in Berlin darstellen dürfte. Erstaunlich ist, das solch komplizierte Bauprojekte wie die Frauenkirche in Dresden und das Schloss in Berlin im geplanten Zeit- und Kostenrahmen verwirklicht werden können.