Steinmetz Aaron Weisser nimmt an den EuroSkills teil



Bei der Europameisterschaft der Berufe in Budapest vom 26. bis 30. September nimmt der 24-Jährige für die Steinmetze teil. Aaron Knust, Gründer des Nationalteams, trainiert ihn.

Aaron Weisser, der 2016 die Beste Gesellenprüfung im Steinmetzhandwerk ablegte und sich danach über verschiedene Etappen für die Teilnahme bei den EuroSkills qualifizierte, will in Budapest keine halben Sachen machen: Gold, das ist sein Ziel.

Der Wettbewerb dauert insgesamt zweieinhalb Tage. Er gliedert sich in drei Aufgabenkomplexe:
1. Schablonen herstellen aus Blech
2. Arbeitsprobe Schrift und Ornament
3. Werkstückproduktion (klassische Profil-Werkstücke, Kapitelle oder ähnliches)

Ein halbes Jahr vor den EuroSkills legen die Trainer ein Testobjekt fest, das die möglichste Gestaltung des Wettbewerbsstückes zeigt. Die tatsächliche Wettbewerbsaufgabe ist um mindestens 30 Prozent verändert.


Aaron Weisser wird trainiert von Aaron Knust

Dem Hamburger Steinmetzmeister ist es zu verdanken, dass die Steinmetze überhaupt noch an internationalen Meisterschaften teilnehmen können. Als das 2017 auf der Kippe stand, meldete er sich als Nationaltrainer und gründete ein Nationalteam.

Aaron Weisser wollte 2017 eigentlich an den WorldSkills teilnehmen, war aber ein Jahr zu alt. Also nimmt er sich die EuroSkills vor – für die in Sachen Teilnahme die gleiche Regel gilt: Jeder hat nur ein einziges Mal die Chance, dabei zu sein. Mit Trainer Aaron Knust hat Weisser zuletzt jeden Monat eine Trainingseinheit von mehreren Tagen absolviert. Nicht immer einfach im beruflichen Alltag. Denn Weisser arbeitet im Familienbetrieb im baden-württembergischen Schramberg, Knust führt in Hamburg ein Drei-Mann-Unternehmen. Oft stand deshalb auch Training in der Freizeit auf dem Plan – hauptsächlich anhand des Testobjektes und alternativen Varianten. Wichtig für Weisser war besonders, den festen, ungarischen Kalkstein als Material kennenzulernen, der bei den EuroSkills aufgebänkt wird.

Weitere Herausforderung, so Knust: Da der Verband keinerlei Interesse an den Wettbewerben habe, gebe es auch keine finanzielle Unterstützung. Alle Unkosten finanzieren Trainer und Teilnehmer aus eigener Tasche. „Unser besonderer Dank gilt deshalb der Firma Weha, die uns durch besonders günstige Werkzeug-Preise unterstützt.“

An den EuroSkills 2018 nehmen neben Deutschland Kroatien, die Schweiz, Ungarn, Slowenien, Österreich, Frankreich, Finnland, Russland und als Gast Indien teil. Der Wettbewerb ist ein „regionaler Ableger“ des seit 1950 stattfindenden Wettbewerbs WorldSkills. Die EU-Kommission erhofft sich von den EuroSkills eine stärkere Aufwertung der technischen und berufsbezogenen Ausbildung.

Und Weisser? Der will nach dem Wettbewerb die Meisterschule beenden, die er zugunsten der EuroSkills nach hinten verschoben hat, vielleicht den Europäischen Meister oder Betriebswirt im Handwerk anhängen und den väterlichen Betrieb übernehmen. Und dann natürlich: Mithelfen, die nächste Generation Steinmetze gut auf die Welt- und Europameisterschaften der Berufe vorzubereiten.