Wie war der 8. Sopro Profitag?

Stein Magazin
Sachbuchautor und Persönlichkeitstrainer)

Die Baustelle von morgen: Mehr Sanierung statt Neubau

Zeit sparen beim Verlegen, Instandsetzung ohne Rückbau und verscheuchter innerer Schweinehund – Einblicke in die Vorträgen der Referenten auf der Fachtagung.

Zum 8. Sopro Profitag sind Ende November mehr als 900 Teilnehmer nach Wiesbaden gereist. STEIN gibt einen Einblick in die Fachvorträge der Gastreferenten.

Susanne Ciampa, Inhaberin des Fliesenfachbetriebs Ciampa, hat sich mit ihrem Unternehmen verstärkt dem Bauen im Bestand zugewandt. Es unterscheidet sich erheblich vom Neubau, betont sie. Mut zum Risiko und klare Ansagen sowie die exakte Bedarfsermittlung im Vorfeld und eine entsprechende Bemusterung seien unabdingbar. Der Sanierungsmarkt sei „gigantisch groß und preislich/kalkulatorisch attraktiv“.

Die schnelle Baustelle

Sebastian Kammerer, Bereichsleiter Anwendungstechnik bei der Sopro Bauchemie, ging auf Schnelligkeit der Produkte und Systeme ein. Das größte Beschleunigungspotential liege in der Verkürzung der Trocknungszeiten. Besondere Vorteile hätten „ternäre“, also aus drei Stoffen bestehende Systeme. Denn diese Bindemittelgemische binden das Wasser überwiegend kristallin und chemisch ein und sorgen so für eine schnelle Erhärtung und Trocknung. Dies sorgt für frühe Belastbarkeit und frühe Belegreife. Im Sortiment hat Sopro sowohl entsprechende Schnellzementestriche und Spachtelmassen, als auch Abdichtungen, Fliesenkleber und Fliesenmörtel.

Flächenheizungssysteme und Instandsetzung ohne Rückbau

Roland Stransky von der Kermi GmbH sprach unter dem Titel „Geringe Fußbodenaufbauten – trotzdem beheizt“ über dünnschichtige Flächenheizungssysteme und deren Einsatz im Altbau. Sie würden vor allem zur Reduzierung des Energieverbrauches beispielsweise in Rahmen einer Badsanierung auf einem alten Fliesenbelag oder auf dem Problemuntergrund Holzdielenboden eingesetzt.

Einen Instandsetzungsservice für die Bereiche Keramik, Kunststein und Naturstein stellte Heinrich Huber mit der Artus Oberflächeninstandsetzung vor. Das Unternehmen hilft damit seit 2005 Endkunden – ganz ohne Rückbau. Es verfügt neben einem bundesweiten Kundendienst mit 50 Mitarbeitern auch über eine eigene Produktentwicklung. Im Fokus stehen Abplatzungen an Flächen und Kanten, Schlieren und Verunreinigungen und fühlbare Kratzer in der Oberfläche.

Softskill Selbstmotivation



Dr. Marco Freiherr von Münchhausen, renommierter Selbstmanagement-Referent, hielt einen Vortrag zur „Effektiven Selbstmotivation“.

Seine Tipps lauten unter anderem:
Suchen Sie Herausforderungen.
Vermeiden Sie Unter- und Überforderung.
Planen Sie Pausen und Freizeit.
Vergessen Sie Belohnungen nicht.

Neben den Vorträgen gingen Sopro-Experten in den Praxiszirkeln auf die Themen Bauen im Bestand, Fugentechnik und Abdichten ein.

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Das Bochumer Architekturbüro soan architekten hat die sandsteinfarbene „Alte Kirche“ in Bochum-Wattenscheid saniert und durch einen Anbau erweitert. Während in dem historischen Gebäude der Boden mit Platten aus regionalem Ruhrsandstein neu verlegt wurde, schmückt dunkler armenischer Basalt die Grundstücksmauer sowie die Fassade und den Boden des Neubaus.

Wie auf einer kleinen Insel, leicht erhöht und von einer langen Grundstücksmauer umgeben, steht die schlichte denkmalgeschützte Alte Evangelische Kirche im Bochumer Stadtteil Wattenscheid. Seit letztem Jahr ergänzt ein moderner anthrazitfarbener Anbau, entworfen vom Bochumer Architekturbüro soan architekten, das historische Gebäude. Das kleine, kontrastreiche Ensemble dient den Gläubigen als Gemeindezentrum.

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Die „Alte Kirche“ mit ihrer sandsteinfarbenen Natursteinfassade ist umgeben von einem neuen Anbau und einer Mauer aus armenischem Basalt. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
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Ein schöner Kontrast: Die helle hammergerechte Ruhrsandsteinfassade und die antrazithfarbene lineare Fassade des Neubaus. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
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Auch im Inneren des Anbaus findet sich der armenische Basalt in Form von Bodenplatten wieder. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
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Ein rechteckiger Durchbruch im ehemals zugemauerten Rundbogen dient als neuer Zugang zur alten Kapelle. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
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Neuer Ruhrsandstein schmückt den Boden der „Alten Kirche“. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)

Der eingeschossige Anbau mit seiner dunklen Fassade aus massiven Basaltsteinen steht in schönem Kontrast zu der kleinen „Alten Kirche“ mit ihrer hellen Außenhülle aus hammergerechten Ruhrsandsteinen. L-förmig konzipiert, scheint der Neubau sich wie ein Arm um das historische Bauwerk zu legen. Der schlichte, lichtdurchflutete Saal der „Alten Kirche“ hat im Zuge der Baumaßnahmen neue Bodenplatten aus regionalem Ruhrsandstein bekommen. Einige noch recht gut erhaltene Steinelemente wurden aussortiert und mit großer Sorgfalt wie ein Puzzle um den Altarbereich wieder neu verlegt. Die restliche Bodenfläche wurde mit neuen Platten ausgestattet. Den hierfür verwendeten Ruhrsandstein haben die Steinbruchbetriebe Grandi aus Herdecke geliefert, während alle Natursteinarbeiten des Projekts von Hanser + Pfafferott aus Kaarst vorgenommen wurden.

Wie die großen anthrazitfarbenen Namenstafeln auf dem „Platz des europäischen Versprechens“ in Bochum kommt auch der Basalt für das neue Gemeindezentrum aus Armenien. Aber nicht nur die Verkleidung der Fassade ist aus armenischem Basalt, sondern auch die verwendeten Bodenplatten – sowohl im Inneren des Anbaus als auch im Außenbereich. Die ursprüngliche Grundstücksmauer aus dem 19. Jahrhundert war statisch instabil geworden und musste abgetragen werden. Das bestehende Bild der idyllischen Kirche, die wie auf einem kleinen Podest thront, sollte beibehalten werden.

Die vereinzelten Ausblühungen, die man momentan vor allem an der Grundstücksmauer sieht und die den idyllischen Anblick etwas trüben, werden durch wasserlösliche Salze aus dem Mörtel verursacht. Sie werden aber durch den Regen im Laufe der Zeit abgewaschen, ansonsten können sie auch einfach abgebürstet werden. Ein kleiner Wermutstropfen sind die in drei verschiedenen Farbtönen verlegten Betonwerksteine links neben dem Eingang. Insgesamt ergibt sich aber, trotz einiger Kleinigkeiten, ein stimmiges, schönes Ensembles, das durch die kontrastreiche, aber dennoch zurückhaltende Gestaltung lebt.

Erfahren Sie mehr über die Sanierung der “Alten Kirche” in Bochum in STEIN im November 2016.

Steinmetz-Symposium in Braunfels im September 2019

Stein Magazin
Foto: Steinmetzinnung Hessen-Mitte



Die Steinmetzinnung Hessen-Mitte richtet zum 16. Mal ein Symposium aus und lädt Auszubildende, Gesellen sowie angestellte Meister ein.


Steinmetz-Symposium
Beim Steinmetz-Symposium auf Burg Schwarzenfels 2017, Foto: Steinmetzinnung Hessen-Mitte

Die Innung will mit ihrem alljährlichen Steinmetz-Symposium das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Zunft stärken und das Steinmetz-Handwerk einer breiten Öffentlichkeit näherbringen. Vom 6. bis 8. September 2019 findet es auf dem Marktplatz in Braunfels statt. Am 8. September 2019 ereignet sich gleichzeitig bundesweit der nächste Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Die Stadt Braunfels kombiniert die Angebote und bietet im Rahmen einer zweistündigen “Großen Stadtführung” besondere Einblicke.

Beim Steinmetz-Symposium arbeiten die Teilnehmer an Wappensteinen für Partnerstädte der Stadt Braunfels. Oder sie entscheiden sich für Schrifttafeln und Wappen für Spender und Gönner, etwa einem Sockelstein für das Schloss und Familienmuseum des Grafen Obersdorf. Man arbeitet von Hand. Die Teilnehmer bringen entsprechendes Werkzeug zur Sandsteinbearbeitung sowie Sicherheitsschuhe und Schutzbrille mit. Fehlende Werkzeuge werden ausgetauscht.

Die Innung trägt die Übernachtungskosten, Verpflegung sowie die Werkstücke für Teilnehmer aus Mitgliedsbetrieben. Teilnehmer aus anderen Innungen zahlen einen Pauschalbetrag von 50 Euro. Teilnehmer von Nicht-Innungsbetrieben zahlen eine Pauschale von 90 Euro. Die Anmeldung ist noch bis zum 31. Juli 2019 möglich.