Negro Marquina

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der auf die enthaltenen organischen Kohlenstoffverbindungen zurückzuführen ist
der auf die

Petrologie, auch Steinkunde, ist die Lehre von der Entstehung, den Eigenschaften und der Nutzung der Gesteine. In unserer Online-Serie stellen wir Steinsorten und ihr Vorkommen vor: Diesmal Negro Marquina.

Der tiefschwarzer Grundfarbton des Negro Marquina, der auf die enthaltenen organischen Kohlenstoffverbindungen zurückzuführen ist, kommt am besten bei polierten Oberflächen zur Geltung. Foto: Abraxas Stone Experts/Giesen

Um es vorwegzusagen: Nero Marquina ist kein Marmor, sondern ein Kalkstein. Dennoch wird dieser Stein immer wieder in Prospektunterlagen als Marmor bezeichnet. Und das nicht nur bei Lieferanten, die aus Übersee stammen, sondern, auch bei Lieferanten deren nationale Normungsinstitute der CEN-Geschäftsordnung unterliegen.

In EN 12440 „Naturstein – Kriterien für die Bezeichnung“ lautet die Forderung für die Bezeichnung der jeweiligen petrografischen Familie gemäß Ziffer 3.2.: „Wissenschaftliche Bezeichnung des Gesteins, die aus der petrographischen Untersuchung nach EN 12407 und EN 12670 erhalten wird.“ Um ein Gestein als Marmor bezeichnen zu können, ist es notwendig, dass bei diesem Gestein eine metamorphe Umwandlung stattgefunden hat. Diese ist beim Negro Marquina nicht erfolgt.

Der Stein hat sich im Brackwasserbereich gebildet. Hier entstand durch den geringen Sauerstoffgehalt und abgestorbene Pflanzen und Tiere, die nicht sofort verwesten, Faulschlamm. Seine Herkunft kann man bei der Bearbeitung auch heute noch feststellen, denn derartige Gesteine werden nicht umsonst als Stinkkalke bezeichnet. Aber keine Angst: Im fertig eingebauten Zustand gehen von diesem Stein keinerlei Geruchsbelästigungen aus.

Lesen Sie mehr in der STEIN 2/2021.

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Im Gespräch statt im Gerede

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Bild: Aeternitas e.V.