Wie aus 120 Tonnen Laaser Marmorsand Kunst wird



Stein Magazin

Die Laaser Marmorwerke nutzen Marmor-Reste für Pflaster-, Mauersteine und Split sowie dafür, ehemalige Stollen aufzufüllen. – Und für Kunstprojekte.

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Das Produktionsgelände von Lasa Marmo mit Sand und Split aus der Vogelperspektive. Foto: Klemens Werner/Lasa Marmo
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Die Installation „Fault Line“ von Rayyane Tabet. 
Foto: Fondazione Antonio Dalle Nogare
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Ein elementarer Teil davon sind 120 Tonnen Marmor-Sand aus Laas. Foto: Fondazione Antonio Dalle Nogare
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Die Marmor-Seilbahn am Weißwasser-Bruch transportiert Blöcke umweltschonend ins Werk. Foto: Klemens Werner/Lasa Marmo
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Der Laaser Künstler Jörg Hofer, hier in seinem Studio, nutzt für seine Gemälde Marmorstaub, den er mit Farbpigmenten mischt. Foto: Georg Tappeiner



Marmorwerke in Laas liefern den Rohstoff für Kunst

“Fault Line” heißt das Kunstwerk von Rayyane Tabet, mit dem er zur Zeit die Ausstellungsräume der Stiftung Dalle Nogare in Südtirol einweiht. Es ist noch bis 1. Juni 2019 zu sehen. Bauunternehmer und Sammler Antonio Dalle Nogare hat die Stiftung im September 2018 gegründet. Er will mit ihr zeitgenössische Kunst in der Region fördern.

Tabet, der aus dem Libanon stammt, recherchierte also ein Jahr lang in Südtirol für sein Kunstwerk. Er sprach unter anderem mit den Betreibern der Marmorbrüche von Laas, dem Amt für Geologie und verschiedenen Besitzern von Porphyr-Steinbrüchen. Das Ergebnis seiner Arbeit, eine große Installation, besteht aus Marmor, Stahl und einem Gemälde. Sie stellt einerseits die Südtiroler Landschaft dar, andererseits drei wichtige Momente der Lokalgeschichte.

Der Marmorsand für die Installation stammt von “nebenan”, aus Laas. Als Recyclingprodukt spielt er bei den Laaser Marmorwerken eigentlich eine untergeordnete Rolle. Außer, ein Künstler braucht wie in diesem Fall gleich mal 120 Tonnen.

Sabine Patscheider, Product Managerin bei Lasa Marmo, erinnert sich: “Wir lieferten fünf LKW-Ladungen Marmorsand zunächst an ein Hoch- und Tiefbau-Unternehmen in der Nähe von Schlanders. Dort wurde der Sand ausgelegt und getrocknet und anschließend weiter transportiert zum Ausstellungsort in Bozen.”

Das rund 55.000 Quadratmeter große Werksgelände der Lasa Marmo GmbH befindet sich am südlichen Rand des Dorfes. Dort mündet der letzte Teil der 1930 errichteten und bis heute funktionierenden Laaser Marmorbahn. Sie ist ein technisches Denkmal, das nach wie vor für den umweltschonenden Transport ins Tal genutzt wird.

Recyclingprodukte: Pflastersteine, Weißbeton – und Gemälde-Staub

Zum ressourcenschonenden Ansatz der Marmorwerke zählt auch die weitestgehende Verwertung der jährlich rund 3.000 Tonnen Marmor-Reste aus der Produktion. Sie werden zu Pflastersteinen, Füllmaterial für Gabionen, Splitt und eben Sand weiterverarbeitet. Bei Architekten sei derzeit auch Weißbeton auf Basis von Marmor-Edelsplit gefragt, sagt Patscheider. Ein Beispiel dafür ist der Weiße Würfel der Hilti Art Foundation, die Erweiterung eines Ausstellungsgebäudes in Liechtenstein.

Rissige, nicht verwertbare Blöcke aus dem Bruch sowie der Marmor-Schlamm, der in der Produktion entsteht, verwendet Lasa Marmo, um jene Stollen im Marmorbruch aufzufüllen, in denen das Unternehmen nicht mehr abbaut. “Auch das ist Teil unseres nachhaltigen Abbaus unter Tage direkt im Nationalpark Stilfserjoch”, unterstreicht Patscheider. 
Dass aus Marmor-Derivaten Kunst entsteht, ist in der Region nicht neu: Der Laaser Künstler Jörg Hofer malt beispielsweise mit Marmorstaub.

Er kauft dafür seit Jahrzehnten Sandreste aus dem Werk, siebt sie mal fein, mal grob und mischt Farbpigmente bei. Wenn ein Gemälde vollendet ist, besteht es aus bis zu 20 Schichten gefärbtem Marmorsand (Video). Ganz nach dem Motto: Das wird noch Kunst, das kann nicht weg.

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Fit für die VOB/A: Seminar am 26. Juni 2018 in Lübeck

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Vor der Sommerpause bietet die Auftragsberatungsstelle Schleswig-Holstein der IHKs und HWKs noch ein Seminar an, das sich mit Ausschreibungen und Angeboten auf Grundlage der aktuellen Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB/A) beschäftigt.

Referent Oliver Schubert, Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR, Leiter Fachgruppevergabe und Vertragswesen, wird die aktuellen Regelungen anhand der Formblätter des Vergabehandbuchs für Baumaßnahmen des Bundes (VHB) zugrunde legen. Das Seminar richtet sich sowohl an Vergabestellen als auch an (Bau-)Unternehmen, die bereits im öffentlichen Markt aktiv sind, Fehler in Angeboten vermeiden und sich erfolgreicher an Ausschreibungen beteiligen wollen. Weitere Inhalte des Seminars betreffen die Rechtsgrundlagen des VOB-Vergabeverfahrens 2018, insbesondere das Landesrecht Schleswig-Holstein. Die Wahl der Vergabeart bzw. die Voraussetzungen für den Beginn des Verfahrens sind ebenso Thema wie der Ablauf des Verfahrens. Dazu gehören die Bekanntmachung und Vergabeunterlagen, Form und Inhalt der Angebote, Fristenplanung und -berechnungen, Prüfung und Wertung der Angebote sowie Informations- und Dokumentationspflichten.

Das Seminar findet am Dienstag, den 26. Juni 2018 von 10 bis 17 Uhr in der Handwerkskammer Lübeck statt.

Die Teilnahmegebühren betragen 150 Euro zzgl. MwSt. für teilnehmende Unternehmen aus Schleswig-Holstein und 190 Euro zzgl. MwSt. für teilnehmende Unternehmen außerhalb des Bundeslandes und der öffentlichen Hand sowie Vergabestellen. Seminarunterlagen und Verpflegung sind im Preis enthalten.

Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular sind auf der Website der Auftragsberatungsstelle Schleswig-Holstein zu finden: www.abst-sh.de.

Europäisches Stein-Festival 2015

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Das europäische Stein-Festival fand 2015 in Straßburg statt. Vom 26. bis 28. Juni machten etwa 120 Steinmetze und -bildhauer aus 15 Ländern den Vorplatz der berühmten Kathedrale zu ihrem Arbeitsplatz. Zum Thema “Die Botschaft der romanischen Baumeister und der rheinischen Mystik” hauten sie Skulpturen aus Sandstein, die später ersteigert werden konnten.

Straßburg bot die perfekte Kulisse für die Arbeit am Naturstein, aber auch für die Nachwuchsarbeit. Denn im belebten Touristenort Straßburg fanden auch viele junge Leute ihren Weg zu den traditionellen Handwerkern. Martina Hartwich-Wolf von der Kunstgießerei Strassacker, Partner des Festivals, glaubt: “Gerade bedingt durch die Aufgabenstellung und deren Realisation haben einige junge Menschen Interesse an diesem Beruf gefunden.” Von Totenköpfen über Reliefs und Konsolen bis hin zu Fabelwesen reichten die Umsetzungen des Themas aus einem jeweils 20 x 30 x 30 cm großen Sandstein.

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Die Gewinner mit ihren Arbeiten. Foto: Konrad Lenz
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Weitere Impressionen vom Stein-Festival in Straßburg. Foto: Konrad Lenz
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Foto: Kunstgießerei Straßacker
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Foto: Konrad Lenz
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Foto: Kunstgießerei Straßacker
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Kunstgießerei Straßacker präsentierte die Vielfalt der Möglichkeiten der Verbindung von Bronze und Naturstein. Foto: Kunstgießerei Straßacker
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Foto: Kunstgießerei Straßacker
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Foto: Konrad Lenz

Die besten Arbeiten unter den Skulpturen von Lehrlingen, Gesellen oder Meistern auf dem Stein-Festival in Straßburg wurden ausgezeichnet. Die Gewinner sind:

Milleniumspreis der Stadt Straßburg:
Ongky Wijana, Bali.

Meister:
1. Philippe Smith, Kanada
2. Danny Barber, Kanada
3. Nicolas Helmer, Frankreich

Steinmetzlehrlinge:
1.  Martin Kuster, Straßburger Münsterbauhütte / Frankreich
2. Dimitri Marquet, Frankreich
3. Lucas Finance, Frankreich

Steinbildhauerlehrlinge:
1. Gwendoline Barré, Frankreich
2. Tomas Petukauskas, Litauen
3. Richard Bossons, England