Allein verbrannt

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Schönes Referatsmotto auf der Bundestagung des BIV 2014: »Nur wer selbst brennt, kann andere entzünden«. Auch Werkstatt Orange vertritt diesen Ansatz vorbehaltlos, brennt entsprechend mal mehr, mal weniger für die brennenswerten Themen und entzündet gelegentlich auch andere. Gut, nicht unbedingt wegen Bädern. Oder ständig wiederkehrenden Plattenfassaden. Zum Glück gibt es aber so viele andere Dinge, für die es sich zu brennen respektive entzünden lohnt, in dieser unseren schönen Steinwelt.

Die Frage des Brennens wird jedoch mitunter vollkommen anders bewertet. So gehört es zum Beispiel zum Leitbild einer sozialpädagogischen Ausbildung, sich nicht über Gebühr emotional in Themen einzubringen und eine professionelle Distanz zu wahren. Also nix mit brennen und erst recht nicht entzünden, auch zum Selbstschutz. Mag bisweilen fad sein, hat aber auch Vorteile.

Es soll ja schon vorgekommen sein, dass man sich voller Enthusiasmus brandbeschleunigergeschwängert ins Projekt stürzt, gemeinsam lodernd rackert und am Schluss ausgebrannt zusammensackt, zusammen mit all den anderen Entzündeten. Dann ist es aber noch ganz gut gelaufen. Wesentlich schlechter läuft es, wenn man im hellen Flammen stehend feststellen muss, dass man weit und breit der einzige Brennende ist, umringt von mitleidig und verständnislos dreinschauenden Projektbeteiligten, die sich eher dem vorher erwähnten sozialpädagogischen Ansatz verpflichtet fühlen und sich einfach nicht entzünden lassen wollen. So wäre festzustellen, dass sich brennen nur zu lohnen scheint, wenn man, bevor man sich fürs Feuer entschieden hat, genau eruierte, dass man nicht der einzige Brennstofflieferant bleibt. Was dann aber wieder das Prinzip des Brennens in Frage stellt, ist doch so ein richtig schöner Brand idealerweise mit auf alles übergreifenden Flammen und unweigerlichem Kontrollverlust verbunden. Bleibt wohl nur das kontrollierte Brennen mit Entzündungpotenzial. Langweilig.

 

Seitenblicke aus STEIN im Juni 2014.

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Das „steinerne Meer“ zwischen Öland und Gotland

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Skandinavien ist bekannt für seine Hartgesteine. Darum führt die Stein-Reise des Geokompetenzzentrum Freiberg in diesem Jahr nach Süd-Schweden – und auch in der STEIN wird es im Sommer eine Strecke zum Thema Skandinavien geben.

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Bei der Exkursion werden unter anderem Steinbrüche besucht. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
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Abbau von Braennhult-Granit. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
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Arbeit im Steinbruch Sjöström. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.

Schwedisch Schwarz

Die sechstägige Exkursion hat sich als feste Größe im jährlichen Exkursionskalender für die Steinmetzbranche etabliert. Wie in jedem Jahr bekommen Fachinteressierte einen Überblick über Natursteinvorkommen, -abbau und -referenzen des Landes. Besucht werden Firmen, Steinbrüche, Orte und Objekte in Kristianstad, Vanga, Borgholm (Öland), Gotland und Malmö.

Hilke Domsch vom Geokompetenzzentrum Freiberg erklärt: „In Südschweden gibt es Granite wie Bjärlöv, Bohus oder Flivik, Gneise wie Halmstad oder Vanga und natürlich die als ‚schwedisch Schwarz‘ bekannten Basalte. Etwas unbekannter und dabei traditionell sehr verankert sind die Kalksteine von den Ostseeinseln Öland und Gotland und auch Marmor wie der grüne Brännlykan.“

Auf Öland wird die Firma Naturstenkompaniet besucht – sie gewinnt und verarbeitet den Ölandkalkstein. Unter den Orten sticht die Ostseeinsel Gotland hervor, so Hilke Domsch: „Der Gotland-Kalkstein ist ein wunderschöner heller und harter Kalkstein mit einer einzigartigen Textur. In Verbindung mit der Geschichte der Hanse wird dies ein Highlight der Reise.“

Reiseinformationen

Die Exkursion findet vom 30. April bis 6. Mai 2018 statt – auf Wunsch kann der Reisezeitraum verkürzt werden. Anmeldeschluss ist der 28. März 2018.

Hier finden Sie den interaktiven Informations- und Anmeldeflyer zum Ausfüllen und Versenden.

Europäische Steinestapler starten eine Ausstellung

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Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram

Im schottischen Dunbar stapelten Künstler im April Steine bei einem Festival zu kunstvollen Skulpturen. Im Mai geben sie ihr Können an Interessierte weiter.

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Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram
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James Craig Page (Mitte links), Veranstalter des Festivals, mit der Jury. Foto: Laurence Winram
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Ein Teil der Gewinner-Skulptur von Pedro Duran. Foto: Laurence Winram
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Die Steinestapler überlegen gemeinsam, wie sie ihre Kunstform bekannter machen können. Foto: Laurence Winram
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Teil der Ausstellung in Summer Hall. Foto: Laurence Winram

Steinestapler stellen gemeinsam mit Land-Art-Künstlern aus

Steine sind ein tolles Baumaterial – nicht nur für Treppen, Säulen und Co., sondern auch für gestapelte Kunstwerke am Strand. Das zeigen die Ergebnisse des 2. Europäischen Wettbewerbs der Steinestapler, der Ende April für zwei Tage in Dunbar in Schottland stattgefunden hat. 30 Künstler haben angespülte Kiesel und größere Steine aus der Natur mit ruhiger Hand kunstvoll auf Felsen und Sand gestapelt und sich in den Kategorien “Die meisten Steine ausbalanciert”, “Juniormeisterschaft”, “künstlerischer Gewinner” und “Stapeln gegen die Zeit” gemessen. Der Gesamtgewinner ist – wie bereits im letzten Jahr – Pedro Duran aus Spanien. Er bekommt einen finanziellen Zuschuss für seinen Flug nach Texas, wo 2019 der weltweite Wettbewerb in Llano stattfindet.

Die Kunst besteht beim Steinestapeln darin, die Schwerkraft für sich zu nutzen, denn sie ist das einzige, was die Skulpturen zusammenhält. Versierte Künstler bauen zum Beispiel komplette Torbögen ohne eine einzige Kelle Mörtel. Seriöse Stapler verändern die natürliche Umgebung oder gar historisch bedeutende Stätten dabei nicht – beides sind Kritikpunkte von Naturschützern. Sie stapeln besonders gern an Stränden, Flüssen und Seen, weil sie dort häufig besonders schöne Steine finden. 
Noch ist die Steinestapler-Szene eher klein und familiär – und sie könnte ein bisschen mehr öffentliche Aufmerksamkeit gebrauchen. Um die mediative Kunst in Europa noch bekannter machen, stellen deshalb bis 28. Mai bekannte Steine-Stapler, Land-Art-Künstler und Maler gemeinsam in der Summerhall Gallery in Edinburgh aus und geben an allen Mai-Wochenenden Workshops.