Zwischen Alltag und Abendteuer: Arbeiten in Australien

Stein Magazin
Österreich und der Schweiz können Down Under arbeiten.

Arbeitskräftemangel in Australien

Australien ist ein Sehnsuchtsland für viele Europäer. Outback, Dschungel, Sandstrände sowie internationale Einwohner machen den Reiz des Landes aus.

Der bekannteste Weg für einen längeren Aufenthalt ist das Work-and-Travel-Visum, womit Deutsche bis zu einem Jahr reisen und ein Taschengeld verdienen können. Aber es gibt auch andere Wege nach Australien.

Eine Marktanalyse ergab, dass in Australien ein Arbeitskräftemangel im Bau- und Handwerksektor besteht. Mit dem Schweizer Austausch-Programm Kookaburra Australia werden Handwerker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Down Under vermittelt – für sechs Monate bis zu vier Jahren.

Kookaburra-Handwerker-in-Australien
Alltag in Australien: Handwerker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz können Down Under arbeiten.
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Das Austauschprogramm Kookaburra hat z.B. schon Schreiner nach Australien vermittelt…
Austausch-Australien-Handwerker
…aber auch als Steinmetz kann man sich bewerben.

Visa für Deutschland, Österreich und Schweiz

Lukas aus der Schweiz arbeitet seit Ende Oktober letzten Jahres als Maurer in Sydney und berichtet: „In meiner Firma arbeite ich direkt mit meinem Chef zusammen. Der Arbeitsalltag unterscheidet sich ein wenig von Zuhause, ich lerne neue Techniken kennen und kann auch mein Wissen einbringen. Wir bauen Blockmauerwerke, Verputzen und erstellen Gartenlandschaften und Natursteinmauerwerke. Am Abend besuche ich den Englischkurs mitten in der Stadt.“

Auch die beiden Schreiner Tom & Mariano nehmen am Programm teil und sind von der Mentalität der Australier begeistert: „Schon in den ersten paar Minuten haben wir diese Offenheit der Australier bemerkt. Und man trifft interessante Leute aus aller Welt.“

Das Programm wird für Steinmetze, Maurer, Zimmermänner, Schreiner, Mechaniker, Maler und sämtliche handwerkliche Berufsgruppen angeboten. Da jedes Land ein eigenes Visa-Abkommen mit Australien hat, gibt es Unterschiede im Bewerbungsprozess und beim Aufenthalt.

Deutsche Handwerker bewerben sich für ein Working Holiday Visum. Das erlaubt ihnen, 40 Stunden pro Woche zu arbeiten – auch die Bezahlung erfolgt auf Stundenbasis. Die Voraussetzung für das Visum ist ein maximal einjähriger Aufenthalt und der Arbeitgeber muss nach sechs Monaten gewechselt werden.

Schweizer und Österreicher nutzen das Studentenvisum. Neben einem Englischsprachkurs haben sie die Erlaubnis, 20 Stunden pro Woche zu arbeiten. Während den Schulferien haben sie die Möglichkeit, 100 Prozent zu arbeiten – oder Australien als Tourist zu erleben.

Fakten im Überblick

– Das Programm wird für Steinmetze, Maurer, Zimmermänner, Schreiner, Mechaniker, Maler und sämtliche handwerkliche Berufe angeboten
– Vermittelt werden Metropolen Brisbane, Sydney, Melbourne oder Perth
– Je nach Herkunftsland liegt die Aufenthaltsdauer zwischen 6 Monaten und 4 Jahren
– Bezahlte Jobs: In der Bau- und Handwerkerbranche starten die üblichen Löhne bei 20 – 25 Australischen Dollar pro Stunde. Mit einem Studentenvisum (Schweiz, Österreich) kann man ein Pensum von 20 Stunden die Woche arbeiten, mit dem Working Holiday Visum (Deutschland) handelt es sich um bis zu 40 Stunden pro Woche.
– die Vorbereitungszeit liegt bei zwei Monaten

Erfahrungen auf allen Ebenen sammeln

Egal aus welchem Land man nach Down Under kommt – es bleibt auch Zeit, das Land zu erkunden. Tom & Mariano berichten: „Momentan sind Schulferien und wir reisen mit einem Camper die Ostküste rauf und runter.“

Mit den Herausforderungen vor Ort sind die Handwerker nicht auf sich alleine gestellt. Brigitte Müller, Geschäftsführerin von Kookaburra Australia berichtet: „Wir haben die Kandidaten vor zwei Wochen persönlich besucht und einen Ausflug in den Blue-Mountains-Nationalpark in Sydney unternommen. Eine gute und umfassende Betreuung ist für uns das A und O, weswegen wir auch nach dem Start der Arbeit immer in Verbindung mit unseren Kandidaten bleiben.“

Zur Info: Neu bietet Kookaburra Australia auch Sprachaufenthalte an. Diese sind in den Städten Noosa, Byron Bay, Brisbane, Gold Coast, Sunshine Coast, Sydney, Perth und Darwin verfügbar und können mit einem individuellen Sportprogramm verknüpft werden.

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Tuffstein langfristig erhalten

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Der italienische Flächenspezialist Fila investiert über zehn Prozent seines Jahresumsatzes in die Forschungs- und Entwicklungslabore, um regelmäßig Studien zu Themen wie Reinigung, Schutz und Pflege durchführen zu können. Nun hat das Unternehmen untersucht, wie Tuffstein-Oberflächen mit einer entsprechenden Schutzbehandlung und Unterhaltspflege langfristig erhalten werden können.

Muster-Tuff
Ein Tuffstein, der ein Jahr lang im Auβenbereich gelassen wurde. Links behandelt mit wasserabweisendem Schutz, rechts unbehandelt und mit Grünbewuchs. (Foto: Fila Industria Chimica Spa)
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Die Aufnahme mit einem Rasterelektronenmikroskop zeigt eine einzellige Alge des Tuffsteins. (Foto: Fila Industria Chimica Spa)
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Die REM-Aufnahme zeigt ein Detail der Schimmel, die die unbehandelte Oberfläche angegriffen haben. (Foto: Fila Industria Chimica Spa)
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Verschiedene wasserabweisende Schutzbehandlungen reduzieren die Wasseraufnahme langfristig. (Foto: Fila Industria Chimica Spa)
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Der Kontakt mit Wasser eine Stunde nach der Awendung. Das Finishprodukt von Fila verhindert die Wasseraufnahme anhand einer korrekten Filmbildung und der Wirkung als „Porenfüller”. (Foto: Fila Industria Chimica Spa)
Fila-F&E-Abteilung
Der Flächenspezialist Film investiert jährlich über 10 Prozent seines Umsatzes in die Forschung und Entwicklung. (Foto: Fila Industria Chimica Spa)

Verwitterungserscheinungen von Tuffstein

Unter Tuff oder Tuffstein versteht man weiche Natursteinsorten aus Süditalien, wie weiche Kalksteine, extrem stark saugende Travertine, aber auch brüchige Sandsteine. Dennoch ist Tuffstein, petrografisch gesehen, ein Gestein vulkanischen Ursprungs. Tuff entsteht durch die Aufschichtung von Auswurfsprodukten bei einer vulkanischen Eruption an der Erdoberfläche. Die überlagernden Tuffschichten verfestigen sich mit der Zeit zu einem festen Gestein. Tuff ist ein besonders beliebter Naturstein im Außenbereich und wird zur Fassadenverkleidung, als Mauerelement oder im Garten- und Landschaftsbau verwendet. Aber auch im Innenbereich, als Wandgestaltungselement im historischen oder modernen Ambiente, wird das Material eingesetzt.

Auf Grund seiner Porösität ist das Weichgestein besonders für Witterungseinflüsse anfällig. Aber auch andere Einflussfaktoren, wie Temperatur, Feuchtigkeit, Wind und Regen, tragen zur Verwitterung des Natursteins bei. Wasser stellt dabei die Hauptursache dar. Unterschiedliche physikalische, mechanische und biologische Mechanismen werden durch Wassereinwirkung hervorgerufen. Die sichtbarsten Verwitterungsphänomene bei Tuff und Weichgestein sind zum einen der Verfall, der durch Staubbildung und durch die Ablösung kleiner Materialfragmente deutlich wird. Zum anderen wird das Material durch den mikrobiellen Befall, also durch den Angriff von Mikroorganismen, wie Schimmel, Algen und Flechten, besiedelt und beschädigt.

Verwitterungsschäden im Außenbereich vorbeugen

Fila ist in seiner Studie der Verwitterungshauptursache, der Wassereinwirkung, nachgegangen und hat herausgefunden, dass mit Hilfe von wasserabweisenden Schutzmitteln, wie dem HYDROREP und HYDROREP ECO von Fila, mit Bewuchsschutzwirkung der Tuffstein widerstandsfähiger wird – die Wasseraufnahme und die Besiedelung mit Mikroorganismen werden reduziert. Durch den Einsatz von wasserabweisenden festigenden Produkten, wie dem Schutzmittel SALVATERRAZZA, wird der Naturstein zusätzlich gekräftigt und die Struktur des Materials wiederhergestellt.

Staubbildung im Innenbereich verhindern

Damit die Optik von Innenwänden trotz Staubbildung und der Freisetzung kleiner Materialfragmente bewahrt wird, hat Fila das matte Finish-Produkt für Naturstein und Cotto, FILAMATT entwickelt. Für ein wohngesundes Raumklima ist es wichtig, ein wasserbasiertes Produkt einzusetzen, das die Kompaktheit des Materials wiederherstellt und einen leichten Film auf der Oberfläche hinterlässt, der vor Staub schützt und die Pflege erleichtert.
Die Ergebnisse der Studie lassen sich jedoch auch auf andere Materialien mit hoher Wasseraufnahmefähigkeit übertragen, darunter Kalksteine, Marmor, Granite, Klinker, Ziegel oder Putze. Diese unterliegen im Laufe der Zeit den gleichen Verfallserscheinungen.

Erfahren Sie mehr über den Flächenspezialisten Fila.

Lichtspiele am Kloster aus Kalkstein

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Das Trierer Büro Architektur 9+ plante und realisierte ein Kloster aus Kalkstein am See Genezareth in Israel.

Fährt man über die Asphaltstraße zum biblischen Ort Kapharnaum, wird einem das neue Kloster kaum auffallen – es ist perfekt in die Landschaft am See Genezareth eingepasst. Der robuste Kalksteinbau liegt direkt am Fuß des Bergs der Seligpreisung, dort wo Jesus seine berühmte Predigt gehalten und unten am See das Wunder der Brotvermehrung gewirkt haben soll. Schon lange steht dort eine Kirche, die Gläubigen aus aller Welt zum Gebet dient. Zehntausende von Pilgern machen jedes Jahr hier Station auf ihrer Reise durch das Heilige Land.

Eine Herausforderung für die Mönche, die seit vielen Jahren diesen Ansturm bewältigen müssen. Das alte baufällige Kloster war keine angemessene Bleibe mehr für sie. So beschloss der Deutsche Verein vom Heiligen Land, ein neues Kloster zu errichten, und beauftragte die Trierer Architekten Alois Peitz, Hubertus Hillinger und Susanne Hoffman-Hillinger. „Das war wirklich nichts Alltägliches“, sagen die drei unisono. „Ein Kloster für die Menschen des 21. Jahrhunderts, gleichzeitig aber in benediktinischer Tradition – das macht man nur einmal im Leben.“

Zehn Jahre dauerte es alles in allem: vom Masterplan bis zur Einweihung. Ganz in Anlehnung an den klassischen St. Gallener Klosterplan der Benediktiner aus dem 9. Jahrhundert entstanden zwölf  Mönchszellen, ein Refektorium, ein Kapitelsaal, ein Oratorium, eine Bibliothek, eine Rekreation, Gästezimmer und eine Küche. Das Kloster ordnet sich architektonisch der Kirche unter, die Höhe orientiert sich an ihrem Giebel. Auch die Baustoffe sind die gleichen: Kalkstein aus Hebron, mit Kalksplitt angereicherter Beton, Holz und rote, stark reflektierende Tonziegel. „Es sind zwar die gleichen Materialien“, erklärt Susanne Hoffman-Hillinger, „aber modern bearbeitet – gesägt, geschliffen oder poliert. Damit ändert sich der Glanz und die Farbe von Kalkstein und Ziegeln.

Auf den Fußböden wurden unterschiedlich große Platten verlegt und an den zurückgesetzten Außenfenstern Steinstelen angebracht – orientalische, filigrane Elemente in dem Gebäude, das sonst eher massiv wirkt. Die Oberflächen der Außenwandbekleidung sind fein gespitzt. Und durch kleine Rücksprünge in der Fassade von nur einem Zentimeter Bänderung ergeben sich, bedingt durch die Lichtverhältnisse in Israel, starke, kontrastreiche Akzentuierungen. Im Inneren des Klosters schafft die Symbiose von Beton und Naturstein außergewöhnliche Effekte: Die Oberflächen der Betonkonsolen und Sichbetondecken sind gestockt. Dadurch  kommen die hellen Zuschlagstoffe des Kalksteins zum Vorschein.

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Der heimische „Jarraa fateh“-Kalkstein kommt aus Jamaain, Nablus City, Israel. Die Oberflächenbearbeitung variiert: Der Stein wurde gesägt, geschliffen oder poliert.

„Bauen im Heiligen Land heißt auch mit anderen Lichtverhältnissen“, sagt Hubertus Hillinger. „Es gibt weltweit kaum Orte, die heller sind als die Gegend rund um den See Genezareth.“ Daher muss das Kloster ausreichend Schatten spenden und die Maueröffnungen sind nach außen klein gehalten. Das Gebäude öffnet sich nach innen. Im Sommer bleibt es kühl, auch wenn die Hitze draußen 40 Grad erreicht; im Winter schützt es vor Kälte. In puncto Baudämmung und Isolation beschritten Peitz und Hillinger neue Wege. „Die mehrschaligen Wände sind 60 Zentimeter dick und die Kühlanlagen brauchen nur einen Bruchteil der dort sonst benötigten Energie“, erklärt Alois Peitz. Die Decken und Dächer statteten sie es mit einer Bauteiltemperierung als „Stille Kühlung“ aus und verwendeten Rohrregister, durch die kaltes Wasser läuft, das die Räume angenehm temperiert. „Die Energiekosten sind gering, weil die Dämmung so gut ist.“ Architekten aus Israel besuchten die Baustelle immer wieder, um Ideen für ihre eigenen Projekte aufzugreifen.

Lesen Sie mehr zum Kloster aus Kalkstein in Israel in STEIN im Mai 2015.