Bayreuther Verein rettet regionaltypische Sandsteinhäuser

In Franken erzählen Sandstein-Fensterschürzen an Bauernhäusern von der Barockzeit in der früheren Markgrafschaft Bayreuth-Kulmbach. Ein Verein kämpft für ihren Erhalt.

„An Gottes Segen ist alles gelegen“, sagt ein altes Sprichwort. Und in Süddeutschland, im Raum Bayreuth und Kulmbach, war den Bauern zwischen 1750 und 1860 so viel daran gelegen, dass sie religiöse Sprüche in Sandstein meißeln ließen. Die dort verbreiteten Fensterschürzen an Fachwerk- und Sandsteinhäuser sind allesamt Unikate und eine kunsthandwerkliche Besonderheit der Region. Sie befinden sich unterhalb der Fenster an den straßenseitigen Fassaden.

Bauern, die es zu etwas gebracht hatten, zeigten ihren Wohlstand

Zur Entstehung der Fensterschürzen gibt es bisher nur eine Theorie: In der Region versorgte die kunstsinnige Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth zu Lebzeiten viele Kunsthandwerker mit Arbeit. Als sie starb, hatten sie weniger Aufträge und somit auch Geld. Es ist denkbar, dass sie sich bei den Bauern einquartierten und mit Fensterschürzen bedankten.

Verein will Bewusstsein stärken

Das Bewusstsein für die Besonderheit der Fensterschürzen sei wenig ausgeprägt, sagt Brigitte Trausch. Sie hat deshalb den Verein Rettet die Fachwerk- und Sandsteinhäuser gegründet. Die Mitglieder wollen helfen, die besonderen Häuser zu erhalte. Außerdem unterstützen sie Eigentümer bei der Beantragung von Fördermitteln. Einige der Häuser stehen allerdings leer und verfallen zusehends.

Gemeinsam mit der Initiative Kulturerbe Bayern will Trausch ein Sandsteinhaus mit Fensterschürzen sanieren und unter dem Motto „Wohnen im Denkmal“ auf Zeit vermieten. Außerdem soll es Ort für Vereinsaktivitäten wie eine Steinmetzwerkstatt für Kinder sein.