Tag der offenen Baustelle im Berliner Schloss

Stein Magazin

Am 24. und 25. Juni 2017 waren circa 35.000 Gäste bei den Tagen der offenen Baustelle im Berliner Schloss, um sich vom Baufortschritt ein Bild zu machen. Im Rahmen der Veranstaltung wurden Ausstellungen, Performances, Live-Acts und Konzerte angeboten. Für das Event sind sogar einzelne Fassadenabschnitte von Gerüsten befreit wurden. 

Die Besucher konnten Einblicke über den Baufortschritt und Impressionen über die Vielseitigkeit des zukünftigen Programms des Humboldt Forums erhalten. Blickfang war die zum Teil fertiggestellte Nordfassade zum Lustgarten, der Schlüterhof und das Eosanderportal mit seinen großen Bögen und der lichtdurchfluteten Agora.
Der 30 Meter hohe Raum verbindet historische und zeitgenössische Fassadengestaltung. Barock trifft hier auf zeitgenössische Architektur. Hier wurden verschiedene Themen öffentlich diskutiert, wie „Die Dynamik des Widerspruchs, Form und Inhalt des Humboldt Forums“, „Architektur, Kunst und Spirituelles: Palast“, „Natur und Kultur: Adler“, sowie „Gesellschaft und Politik: Helm”.

 

berliner-schloss-Tag der offenen Tür, Agora 2017
Neben der fast fertiggestellten Agora… (Foto: Boris Frohberg)
berliner-schloss-Tag der offenen Tür, Schlüterhof 2017
… wurde den Besuchern auch ein Blick in den Schlüterhof gewährt. Hier die Antinous-Statue, die von Hofmann Naturstein gespendet worden ist. (Foto: Boris Frohberg)
Tag der offenen Tür 2017, Säulentrommeln im Natursteinlager
Im Natursteinlager finden sich große Säulentrommeln wider, die auf ihre Verwendung warten. (Foto: Boris Frohberg)
berliner-schloss-Tag der offenen Tür, Westfassade mit Kuppel 2017
Für das wohl größte Kulturprojekt Deutschlands soll der Kostenrahmen von 590 Millionen Euro eingehalten werden. (Foto: Boris Frohberg)

Natursteinarbeiten am Berliner Schloss

Der Betonrohbau wird mit 2.900 Schmuckelementen aus 9.000 Kubikmetern Sandstein verziert, darunter 90 Widderköpfe, 45 Adler und mit 3,5 Millionen Ziegeln verkleidet. Von den Natursteinarbeiten sind insgesamt bereits 65 – 70% abgeschlossen, so der Förderverein. Insgesamt seien über 90% der Aufträge für die Gesamtbaumaßnahme vergeben worden, bei den Natursteinarbeiten sind es 100%.
Die Bildhauer verwenden verschiedene, vorwiegend sächsische und schlesische Sandsteine. Analog dem historischen Vorbild sind eine Mischung und ein Spiel der Strukturen und Nuancen durchaus gewollt. Da die Natursteine für die Fassadenrekonstruktion von größter Wichtigkeit sind, wurden Kennwertgruppen und Farbwerte vorgegeben.
Für Sockel-, Balustraden- und Traufgesimsbereiche sind härtere Gesteine vorgesehen; für bildplastische Bereiche und Rücklagen weichere. Es kommen vorwiegend Rackwitzer-, Postaer- und Reinhartsdorfer Sandstein zum Einsatz. Dagegen soll hier aufgrund der Anfälligkeit weitgehend auf den sogenannten Cottaer-Sandstein verzichtet werden.
Die Originalfragmente der sechs überlebensgroßen Skulpturen des Schlüterportals sollen im Lapidarium des Ostflügels präsentiert werden. Am neu geschaffenen Portal im Osthof wurden alle acht Figuren rekonstruiert.

berliner-schloss-Tag der offenen Tür, Agora 2017
Neben der fast fertiggestellten Agora… (Foto: Boris Frohberg)
berliner-schloss-Tag der offenen Tür, Schlüterhof 2017
… wurde den Besuchern auch ein Blick in den Schlüterhof gewährt. Hier die Antinous-Statue, die von Hofmann Naturstein gespendet worden ist. (Foto: Boris Frohberg)
Tag der offenen Tür 2017, Säulentrommeln im Natursteinlager
Im Natursteinlager finden sich große Säulentrommeln wider, die auf ihre Verwendung warten. (Foto: Boris Frohberg)
berliner-schloss-Tag der offenen Tür, Westfassade mit Kuppel 2017
Für das wohl größte Kulturprojekt Deutschlands soll der Kostenrahmen von 590 Millionen Euro eingehalten werden. (Foto: Boris Frohberg)

Kontraste im Alt- und Neubau

Die Besucher konnten sich überzeugen, dass nicht nur das Eosanderportal in der Westseite (Portal Nr. 3) und das Triumphbogen-Portal im großen Foyer fertig ist. Auch die Lustgarten-Seite war bereits zu sehen. Das Gerüst ist hier auf einer Breite von 30 Metern extra für die Tage der offenen Portale abgebaut worden, damit die Besucher einen unverstellten Blick haben. Die hellgelb gefasste Putzfassade mit den etwas dunkleren natursteinsichtigen Sandsteinverkleidungen der Fensterlaibungen und -architrave bietet nun einen ersten Eindruck. Es entsteht ein heller, fröhlicher, barocker Neubau, der natürlich so nie ausgesehen hat, da alle Sandsteinbauteile ursprünglich gefasst waren.

Circa 50 geborgene Fragmente sind nach der Restaurierung in den Neubau integriert worden. Da diese Stücke durch die Beschädigung, Lagerung und Bewitterung stark beschädigt waren und sie deshalb im Kontrast zu den neu angefertigten Teilen stehen, ist der Eindruck etwas befremdlich. Ob der Bau als beispielhaft für den Umgang mit Verlusten gelten wird, ist umstritten.  Jedenfalls gibt der Baukörper dem historischen Zentrum der Hauptstadt seinen Bezugspunkt zurück.


Hintergrundinformationen zur Geschichte des Schlosses sowie zum Neubau

Der ursprüngliche Schlossbau begann 1443 unter Kurfürst Eisenzahn. Das Hohenzollernschloss wurde später durch die Baumeister Schlüter und Eosander grundlegend umgebaut und modernisiert, sowie durch die Baumeister Böhme, Gonthard, Langhans, Erdmannsdorff und Schinkel partiell verändert. Dieses Gebilde aus Renaissance, Barock, Klassizismus und Historismus blieb bis zur Zerstörung im Frühjahr 1945 und der Sprengung 1950 eines der bedeutendsten Wahrzeichen Berlins.

Das neue, ab 2013 gebaute Schloss, soll weit mehr als nur ein Museum im verkleideten Betonneubau sein. Es entsteht ein themenübergreifender Dialog der Weltkulturen. Hier finden die Ethnologischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Sammlungen der Humboldt-Universität, sowie ein Museum des Ortes ein neues Zuhause. Somit wird mit der Perspektive auf eine gegenseitige Beeinflussung der Bogen von den klassischen Kunstschätzen auf der weltbedeutenden Museumsinsel zu den völkerkundlich-ethnologischen Sammlungen gespannt und an die Museumsnutzung, die nach der Abdankung der Hohenzollern 1918 teilweise in das Gebäude eingezogen war, angeknüpft.

Kostenaufteilung für das Kulturprojekt

Der italienische Architekt Franco Stella legte 2008 den Siegerentwurf für das Humboldt Forum im Berliner Schloss vor. 2013 fand der erste Spatenstich statt. Für das 35 Meter hohe Gebäude (mit Kuppel sind es 70 Meter) mit einer Länge von 184 Metern und einer Breite von 117 Metern hat der Bund die Kostenobergrenze bei 590 Millionen Euro gezogen. Das Spendenziel von insgesamt 105 Millionen Euro soll durch den unermüdlichen Einsatz des Fördervereins erreicht werden.

Von dieser Summe entfällt mit 80 Millionen Euro der Löwenanteil für die Rekonstruktion der historischen Fassade. Für die Rekonstruktion weiterer Bauteile wie der Kuppel und der Innenportale I, II und III sind die restlichen 25 Millionen Euro veranschlagt. Derzeit sind etwa 63 Millionen Euro an Barspenden zusammengekommen. Zuzüglich Sachspenden und Spendenversprechen, deren Wert der Chef des Fördervereins Berliner Schloss, Wilhelm von Boddien, auf rund elf Millionen Euro beziffert, fehlen noch 31 Millionen Euro.
Einer Eröffnung Ende 2019 steht angeblich nichts im Wege, denn das Großprojekt ist im Zeitplan, was eine Besonderheit in Berlin darstellen dürfte. Erstaunlich ist, das solch komplizierte Bauprojekte wie die Frauenkirche in Dresden und das Schloss in Berlin im geplanten Zeit- und Kostenrahmen verwirklicht werden können.

 

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Öffentlichkeit und Nachwuchsförderung durch die Titel Miss und Mister Handwerk

Die 26-jährige Dana Bernert ist Steinmetzin im Saarland und nimmt als einzige Kandidatin für das Steinmetz-Handwerk am Wettbewerb “Germany’s Power People” teil. Eine Jury kürt im März 2020 Miss und Mister Handwerk.

Der Wettbewerb, der Miss und Miss Handwerk kürt, läuft so ab: Handwerkerinnen und Handwerker bewerben sich im ersten Schritt für ein Fotocasting. Auf der Wettbewerbs-Plattform können Nutzer alle Bewerber sehen, nach Kategorien filtern und selbst mitvoten. Die Stimmen aus dem Voting und eine Jury entscheiden, wer an dem Shooting teilnimmt.

Hier kann für Dana Bernert gevotet werden: www.germanyspowerpeople.de/kandidaten

In den Kalender, der aus den Fotos entsteht, schaffen es zwölf Handwerkerinnen und Handwerker. Aus diesen “Kalenderstars” nominiert die Jury sechs weibliche und sechs männliche Kandidaten, die sich schließlich auf der Internationalen Handwerksmesse um den Titel Miss und Mister Handwerk bewerben.

Der Wettbewerb flankiert die Imagekampagne des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Er soll die Handwerksberufe einer breiten Öffentlichkeit vorstellen und dient der Nachwuchsförderung. Miss und Mister Handwerk vertreten ihre Zunft und die gesamte Branche anschließend ein Jahr lang in der Öffentlichkeit, zum Beispiel auf Messen und Veranstaltungen.

Kandidatin Dana Bernert sagt der “Saarbrücker Zeitung”, sie nehme teil, um andere zu inspirieren – vor allem Frauen. Sie sollen “das machen, woran sie glauben”. Die Steinmetzin selbst hat nach Abi und Bundesfreiwilligendienst in der Steinmetzwerkstatt Blug gelernt und arbeitet dort inzwischen als Gesellin. Sie will ihren Meister anhängen und später vielleicht selbst eine Firma aufbauen. Wer will, kann bis 30. August auf der Wettbewerbsseite für Bernert voten.

Aktuelle Branchennews und Fach-Know-how für steinverarbeitende Betriebe gibt es auch in der aktuellen Ausgabe des STEIN-Magazins: www.stein-magazin.de/zeitschriften

Erfolgreiches Eventmanagement

Stein Magazin

446 Aussteller und 15.161 Besucher waren 2015 auf der internationalen Fachmesse für Naturstein und Natursteinbearbeitung Stone+tec in Nürnberg. So ein Großevent will gut organisiert sein. Veranstaltungsleiterin Beate Fischer von der NürnbergMesse weiß, worauf es bei der Planung ankommt und gibt uns einen kleinen Einblick in das Thema „Eventmanagement“.

 

STEIN: Was sind Ihre Aufgaben als Veranstaltungsleiterin der Stone+tec?

Beate Fischer: Als Veranstaltungsleiterin ist man für die gesamte Planung des Events verantwortlich. Das fängt schon mit der Hallenbelegung an. Die Hallen müssen nicht nur während der Laufzeit frei sein, sondern auch zur Vor- und Nachbereitung. Umrüstzeiten müssen eingeplant werden. Im nächsten Schritt muss geklärt werden, was die Messe abbilden soll. Daraufhin wird das Produktverzeichnis erstellt, Themen für mögliche Sonderschauen definiert. Bereits diese ersten Schritte erfolgen in enger Abstimmung mit den unterschiedlichen Interessensvertretern. Da gehören natürlich die Austeller dazu, aber auch Verbände, die Fachpresse und die Besuchergruppen. Daraus wird dann ein Veranstaltungskonzept entwickelt. Im nächsten Schritt folgt die Erstellung eines Zeitplans mit den nächsten Meilensteinen. Ab diesem Zeitpunkt steigt der Vertrieb aktiv ein. Natürlich kann man erst organisieren, wenn man die Aussteller auf seiner Seite hat. Das Vertriebskonzept ist ausschlaggebend für alle weiteren Schritte. Dann geht es in die Hallenplanung. Wenn es unterschiedliche Branchenschwerpunkte gibt, stellen sich die Fragen: Macht man eine Mixplanung? Teilt man die Hallen nach Branchen auf? Wie viel Volumen ist von welcher Branche zu erwarten? Entsprechend muss man die Hallen dann inhaltlich konzipieren. Und schließlich geht es natürlich auch in Ausstellergespräche für die konkreten Platzierungen.

Wie viele Leute arbeiten an einem Großevent wie der Stone+tec mit?

Das lässt sich nicht genau beziffern. Es arbeiten ja nicht nur wir, das Projektteam der NürnbergMesse, daran. Wir haben innerhalb der NürnbergMesse auch eine Kommunikationsabteilung mit Pressevertretung. Wir haben eine Werbeabteilung, die die Gestaltung, das Layout und Drucksachen macht. Das digitale Marketing kümmert sich um alles, was den Webseitenauftritt umfasst. Wir haben ein Besuchermarketing, die sich speziell um die Besuchergruppen und die Mailings kümmern. Wir haben Techniker im Haus: Veranstaltungstechnik und Logistik. Dazu kommen noch viele Servicepartner, mit denen wir Hand in Hand arbeiten: Messebauer, die Energieversorger, Gastronomie, Parkplatzbewachung und so weiter.

Wie viel Vorlaufzeit muss man für eine Messe wie die Stone+tec für Planung und Organisation einkalkulieren?

Je nachdem welchen Rhythmus eine Veranstaltung hat, beginnt man mit der Planung zwei bis sechs Jahre im Voraus. Die Schritte sind je nach Projektphase unterschiedlich intensiv. Gerade befasse ich mich natürlich mehr mit der Stone+tec 2018 als mit der 2020, aber für 2020 hat schon die Hallendisposition und –abstimmung hier am Gelände stattgefunden.

Bei der Stone+tec wollen wir wieder gemeinsam einen StudentDay auf die Beine stellen – sozusagen eine Veranstaltung während der Veranstaltung. Welche Erfahrungen haben Sie mit Events gemacht, die Sie gemeinsam mit einem externen Partner geplant haben?

Sehr positive Erfahrungen, insbesondere was die Stone+tec angeht. Als Messeveranstalter ist es für uns wichtig, die richtigen Partner zu haben, mit denen man Höhepunkte während des Events setzen kann. Und dazu gehört natürlich auch ein StudentDay, der gut vorbereitet sein will und entsprechend vermarktet werden muss. Wir arbeiten mit vielen Multiplikatoren zusammen, um ein Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen. Wir als Veranstalter können thematisch gar nicht so tief drin sein. Deshalb sind Partner wie Fachzeitschriften oder Verbände extrem wichtig.

Wie wird ein Event zu einem echten Erfolg?

Ausschlaggebend ist, dass man die Veranstaltung zur richtigen Zeit am richtigen Ort hat und mit den richtigen Partnern zusammenarbeitet. Ein Erfolg ist das Event für uns dann, wenn alle Seiten – Aussteller und Besucher – zufrieden sind und es für die nächsten Jahre ein fixer Termin wird.

Glauben Sie, dass auch kleine Handwerksbetriebe Kundenveranstaltungen oder Hausmessen als Marketing-Instrument nutzen sollten?

Events bieten natürlich die Möglichkeit, viele Kunden an einem Ort zu treffen mit überschaubarem Aufwand. Sie treffen Kunden, die sie sonst vielleicht nie angesprochen hätten. Auch kleine Handwerksbetriebe sollten diese Plattform, die ihnen da geboten wird, nutzen. Was das Handwerk noch mehr nutzen sollte, sind Branchenevents – sei es nun eine Messe oder eine andere Veranstaltung. Branchenevents bringen die Branche wirklich zusammen und haben großes Potential.

Gibt es Hilfsmittel, die bei der Planung eines Events unverzichtbar sind?

Ohne kleine Helferchen geht es in der heutigen Zeit natürlich gar nicht mehr. Wir arbeiten mit Programmen, die für Organisatoren ausgelegt sind. Wir planen beispielsweise mit einem CAD-Programm, das verbunden ist mit unserer Ausstellerdatenbank. Auf Ausstellerseite sind aber natürlich andere Tools notwendig, um so ein Event gut zu planen.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Punkte, an die man bei der Planung eines Events denken sollte?

Zunächst sollte man wissen, was man mit der Veranstaltung erreichen will. Daran macht sich fest, welche Maßnahmen man umsetzt. Ob man eine Abendveranstaltung daraus macht, oder ob es eine Messebeteiligung ist oder die Teilnahme an einem anderen Event. Man muss frühzeitig mit der Planung anfangen und sich Meilensteine setzen. Eine langfristige Planung ist zu empfehlen, um wirklich ans Ziel zu kommen.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema Eventmanagement und wie Sie neue Kunden durch Veranstaltungen gewinnen können.