Bildhauerkurse mit Schweizer Marmor im Tessin

Stein Magazin
Pizzo Castello / Punta della Rossa. Die hellen Marmor-Bänderungen ziehen sich bis ins Tal hinunter

Die Schweizer Schule bietet unter anderem Kurse zu Resculpting und Bewegung in der Skulptur an. Der einheimische grob kristalline Peccia-Marmor “Cristallina” aus dem einzigen aktiven Marmorbruch der Schweiz steht im Zentrum der Stein-Angebote.

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Die Kulisse um die Scuola di Scultura im Tessiner Peccia: Der Werkplatz liegt am Fusse des Marmorberges, Pizzo Castello / Punta della Rossa. Die hellen Marmor-Bänderungen ziehen sich bis ins Tal hinunter, wo der Cristallina-Steinbruch liegt. Foto: Scuola di Scultura
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Geschnittene Wand im Valle di Peccia, wo der einzige aktive Marmorbruch der Schweiz betrieben wird. Der hier abgebaute „Cristallina-Marmor“ ist ein grobkristalliner echter Marmor. Foto: Scuola di Scultura
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Impression vom Augustkurs „Steinbildhauen für Einsteiger und Fortgeschrittene“ unter der Leitung von Steinbildhauer, Dipl.-Kunstpädagoge, Kulturmanager und Leiter der Scuola di Scultura di Peccia Alex Naef. Foto: Scuola di Scultura
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Eine Studentin der Nürnberger Friedrich-Alexander-Universität, Nürnberg beim Steinbildhauen-Kurs im Juni in Schweizerischen Peccia. Foto: Scuola di Scultura

Dazu kommen verschiedene Modellier-, und Zeichenkurse. Zum Beispiel:

Die Bildhauerschule Scuola di Scultura im Tessin vertritt das Konzept der offenen Schule. Sie richtet sich an Anfänger, Fortgeschrittene und Profis. Für die Steinbranche gibt es 2020 unter anderem zwei Fortgeschrittenen-Kurse:

Steinbildhauen für Fortgeschrittene, Thema: Resculpting
19. bis 31.07.2020 bei Roland Hotz
Er schreibt zum Kurs: „Resculpting“ heisst für mich, einer Skulptur aus unserer Kulturgeschichte, die mich ganz persönlich berührt hat, nachzuspüren. Und, in einer eigenen Arbeit in Stein darauf eine Antwort geben.”
Zum Kurs

Steinbildhauen für Fortgeschrittene mit dem Thema: Drehung
16. bis 28. 08. 2020 bei Hans-Peter Profunser
Er schreibt zum Kurs: “Nach verschiedensten Lösungsansätzen wird experimentell gesucht werden. Die individuelle Formensprache der Teilnehmer soll hier entwickelt und herausgearbeitet werden. Anregungen aus der Natur werden wir als Hilfestellung heranziehen.”
Zum Kurs

Der Aspekt der Bewegung in der Skulptur – vom fiktiven Vorwärtsschreiten antiker Statuen bis zur kinetischen Kunst
17. bis 19.07.2020 bei Dr. Stefan Paradowski
Zum Seminar

Kopfmodellieren
06. bis 11.09.2020 bei Annegret Kon
Sie schreibt zum Kurs: “Portraitstudien, Köpfe, wir kennen sie als Abbilder von berühmten Persönlichkeiten und stehen ehrfürchtig davor. Um sich dieser Kunstform anzunähern braucht es viel Übung und es gilt verschiedene Aspekte zu beachten und zu erlernen. Im Mittelpunkt steht die naturnahe und abbildhafte Portraitstudie
Zum Kurs

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Nachruf Helga Elisabeth Trassl

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Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl

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Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl, öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Naturwerkstein, kurz nach ihrem 80. Geburtstag.

Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl, öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Naturwerkstein, kurz nach ihrem 80. Geburtstag. Foto: Unsplash

Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl. Die 1940 in Wien geborene und zeitlebens überzeugte Österreicherin fühlte sich dennoch in Würzburg heimisch. Frau Trassl war öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Naturwerkstein im Innenausbau. Ihre Vereidigung erfolgte 1996 von der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt. Sie war die erste weibliche Sachverständige bei der Kammer auf dem Natursteinsektor.

Die bei ihren ersten Gutachten noch vorhandene Skepsis in der von Männern dominierten Fachwelt war bald verflogen. Frau Trassl überzeugte durch ihre Fachkenntnis und durch ihr Verhandlungsgeschick auch in schwierig gelagerten Fällen. Im ehelichen Steinmetz- und Steinbildhauerbetrieb in Ardagger / Österreich sammelte sie Erfahrung im Versetzen von Naturwerkstein, gewann Überblick über viele Natursteinsorten mit ihren jeweiligen Eigenheiten und Besonderheiten. Als gelernte Drogisten hatte sie überdies auch fundierte Kenntnisse in Chemie – was damals für Sachverständige in der Natursteinbranche eher selten der Fall war. Nachdem mit der Weiterentwicklung der Verlegematerialien und –Methoden Chemie eine immer größere Rolle spielte, kamen ihr diese Kenntnisse bei ihren Gutachten zugute. Ab 1985 war sie  bis zu dessen Tod mit ihrem zweiten Ehemann Heinz Trassl in dessen Gutachterbüro tätig.

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Jeder Anwender hat eigene Kriterien und Ansprüche an ein Werkzeug. Vor allem keramische Werkstoffe sind für viele Steinverarbeiter eine große Herausforderung. Herkömmliche Diamantwerkzeuge für Naturstein sind für die spröden Materialien ungeeignet. Inzwischen bieten Werkzeughersteller “Diamant”-Lösungen, die die empfindlichen Platten sicher bearbeiten.

Mit Dekton von Cosentino ist ein besonders anspruchsvoller Werkstoff hinzugekommen. Er ist hart und unnachgiebig gegenüber Verarbeitungsfehlern, so das einhellige Urteil der Anwender. Der anfänglichen Ratlosigkeit ist die Erkenntnis gewichen: Das gesinterte Material lässt sich nicht nur profilieren, sondern auch sicher schneiden, wenn man die Vorgaben der Werkzeughersteller akribisch beachtet.

Welcher Hersteller hierbei die Nase vorne hat, wird in der Steinmetzbranche eifrig diskutiert. Das optimale Schneidergebnis hängt neben der geeigneten Abstimmung von Bindung und Körnung auch von der Disziplin der Anwender ab. Regelmäßig anschärfen ist Pflicht, viel Kühlwasser und eine hohe Drehzahl ebenso. Doch nicht nur die Werkstoffeigenschaften fordern die Werkzeughersteller; oft sind es auch die Anwender selbst, die die Möglichkeiten von Maschine und Werkzeug voll ausreizen. Kurvenschnitte zum Beispiel; Gebogene Schnitte mit dem Sägeblatt auszuführen stresst Blattkerne und Segmente. Trennscheiben für Firmen, die Blätter nicht jedesmal extra umspannen wollen, besitzen daher gelaserte Segmente und einen verstärkten Kern.

Bei König hat man auf den Ruf nach mehr Tempo mit den sogenannten UHS-Werkzeugen reagiert. Das Akronym steht für Ultra High Speed. Wie sich das in der Praxis auswirkt, erklärt König-Produktmanager Stefan Nichter: Waren bei drei Zentimeter starkem Granit früher 200 bis 300 Millimeter Vorschub in der Minute mit dem Fingerfräser üblich, erreichen die UHS-Fräser 400-500 Millimeter. Besonders deutlich werden laut Nichter die Fortschritte in der Werkzeugherstellung bei den Parametern für Kunststein. Erreichte ein Fingerfräser im zwei Zentimeter starken Engineered Stone früher 300 bis 350, leisten die UHS-Werkzeuge bis zu 600 Millimetern in der Minute. Wie fordernd dagegen Keramik ist, zeigen die derzeit empfohlenen Werte von 150 bis 250 Millimetern in der Minute.

Lesen Sie mehr zum Thema “Empfindliche Werkstoffe sägen”mit vielen Beispielen aus der Praxis in STEIN im März 2015.