Xertifix prüft Steinbrüche und Grabmal-Produzenten
Das Bundesland setzt Paragraf 4a im Bestattungsgesetz ab 2020 in Kraft. Er gilt für Grabmale aus China, Indien, den Philippinen und Vietnam.
Das Bundesland hat den Verein Xertifix als Zertifikatstelle anerkannt. Damit findet ab 2020 nach mehreren Jahren „Vorbereitungszeit“ der § 4a BestG NRW in der Praxis Anwendung. Er schließt Kinderarbeit bei der Produktion von Grabmalen aus. Bisher fehlte ein entsprechend anerkanntes Zertifizierungsverfahren (STEIN berichtete), an das Bestatter und Steinmetze sich halten und auf das sie sich berufen können.
Für Händler, Käufer und Friedhofsträger war deshalb nicht ohne weiteres erkennbar, ob Grabmale mit „hinreichender Wahrscheinlichkeit ohne schlimmste Formen von Kinderarbeit“ produziert wurden. – Und welche Zertifikate wasserdicht sind. Damit war der Paragraph gut gemeint, aber schwer umsetzbar. Zumal für Verstöße Strafen bis zu 3.000 Euro vorgesehen sind.
Xertifix ist eine NGO, die sich für faire Arbeitsbedingungen und Umweltschutz im asiatischen Natursteinsektor einsetzt. Der Verein prüft Steinbrüche und Produktionsfirmen in Indien, China und Vietnam rund zweimal im Jahr unangekündigt. Er arbeitet mit dem Standard des IAO-Kernarbeitsabkommens, unterstützt benachteiligte Arbeiterfamilien und Kinderarbeiter. Auch andere Organisationen können sich für eine Anerkennung als Zertifizierer bewerben. Sie müssen dafür u.a. „einschlägige Erfahrungen“ beim Zertifizieren und ihre Strategie für die Kontrollen vor Ort nachweisen und dürfen nicht selbst mit Steinen handeln.
Das Bochumer Architekturbüro soan architekten hat die sandsteinfarbene „Alte Kirche“ in Bochum-Wattenscheid saniert und durch einen Anbau erweitert. Während in dem historischen Gebäude der Boden mit Platten aus regionalem Ruhrsandstein neu verlegt wurde, schmückt dunkler armenischer Basalt die Grundstücksmauer sowie die Fassade und den Boden des Neubaus.
Wie auf einer kleinen Insel, leicht erhöht und von einer langen Grundstücksmauer umgeben, steht die schlichte denkmalgeschützte Alte Evangelische Kirche im Bochumer Stadtteil Wattenscheid. Seit letztem Jahr ergänzt ein moderner anthrazitfarbener Anbau, entworfen vom Bochumer Architekturbüro soan architekten, das historische Gebäude. Das kleine, kontrastreiche Ensemble dient den Gläubigen als Gemeindezentrum.
Die „Alte Kirche“ mit ihrer sandsteinfarbenen Natursteinfassade ist umgeben von einem neuen Anbau und einer Mauer aus armenischem Basalt. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)Ein schöner Kontrast: Die helle hammergerechte Ruhrsandsteinfassade und die antrazithfarbene lineare Fassade des Neubaus. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)Auch im Inneren des Anbaus findet sich der armenische Basalt in Form von Bodenplatten wieder. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)Ein rechteckiger Durchbruch im ehemals zugemauerten Rundbogen dient als neuer Zugang zur alten Kapelle. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)Neuer Ruhrsandstein schmückt den Boden der „Alten Kirche“. (Foto: soan architekten boländer hülsmann gbr, Roman Weis)
Der eingeschossige Anbau mit seiner dunklen Fassade aus massiven Basaltsteinen steht in schönem Kontrast zu der kleinen „Alten Kirche“ mit ihrer hellen Außenhülle aus hammergerechten Ruhrsandsteinen. L-förmig konzipiert, scheint der Neubau sich wie ein Arm um das historische Bauwerk zu legen. Der schlichte, lichtdurchflutete Saal der „Alten Kirche“ hat im Zuge der Baumaßnahmen neue Bodenplatten aus regionalem Ruhrsandstein bekommen. Einige noch recht gut erhaltene Steinelemente wurden aussortiert und mit großer Sorgfalt wie ein Puzzle um den Altarbereich wieder neu verlegt. Die restliche Bodenfläche wurde mit neuen Platten ausgestattet. Den hierfür verwendeten Ruhrsandstein haben die Steinbruchbetriebe Grandi aus Herdecke geliefert, während alle Natursteinarbeiten des Projekts von Hanser + Pfafferott aus Kaarst vorgenommen wurden.
Wie die großen anthrazitfarbenen Namenstafeln auf dem „Platz des europäischen Versprechens“ in Bochum kommt auch der Basalt für das neue Gemeindezentrum aus Armenien. Aber nicht nur die Verkleidung der Fassade ist aus armenischem Basalt, sondern auch die verwendeten Bodenplatten – sowohl im Inneren des Anbaus als auch im Außenbereich. Die ursprüngliche Grundstücksmauer aus dem 19. Jahrhundert war statisch instabil geworden und musste abgetragen werden. Das bestehende Bild der idyllischen Kirche, die wie auf einem kleinen Podest thront, sollte beibehalten werden.
Die vereinzelten Ausblühungen, die man momentan vor allem an der Grundstücksmauer sieht und die den idyllischen Anblick etwas trüben, werden durch wasserlösliche Salze aus dem Mörtel verursacht. Sie werden aber durch den Regen im Laufe der Zeit abgewaschen, ansonsten können sie auch einfach abgebürstet werden. Ein kleiner Wermutstropfen sind die in drei verschiedenen Farbtönen verlegten Betonwerksteine links neben dem Eingang. Insgesamt ergibt sich aber, trotz einiger Kleinigkeiten, ein stimmiges, schönes Ensembles, das durch die kontrastreiche, aber dennoch zurückhaltende Gestaltung lebt.
Erfahren Sie mehr über die Sanierung der “Alten Kirche” in Bochum in STEIN im November 2016.
Die Steinmetzinnung Hessen-Mitte richtet zum 16. Mal ein Symposium aus und lädt Auszubildende, Gesellen sowie angestellte Meister ein.
Beim Steinmetz-Symposium auf Burg Schwarzenfels 2017, Foto: Steinmetzinnung Hessen-Mitte
Die Innung will mit ihrem alljährlichen Steinmetz-Symposium das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Zunft stärken und das Steinmetz-Handwerk einer breiten Öffentlichkeit näherbringen. Vom 6. bis 8. September 2019 findet es auf dem Marktplatz in Braunfels statt. Am 8. September 2019 ereignet sich gleichzeitig bundesweit der nächste Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Die Stadt Braunfels kombiniert die Angebote und bietet im Rahmen einer zweistündigen “Großen Stadtführung” besondere Einblicke.
Beim Steinmetz-Symposium arbeiten die Teilnehmer an Wappensteinen für Partnerstädte der Stadt Braunfels. Oder sie entscheiden sich für Schrifttafeln und Wappen für Spender und Gönner, etwa einem Sockelstein für das Schloss und Familienmuseum des Grafen Obersdorf. Man arbeitet von Hand. Die Teilnehmer bringen entsprechendes Werkzeug zur Sandsteinbearbeitung sowie Sicherheitsschuhe und Schutzbrille mit. Fehlende Werkzeuge werden ausgetauscht.
Die Innung trägt die Übernachtungskosten, Verpflegung sowie die Werkstücke für Teilnehmer aus Mitgliedsbetrieben. Teilnehmer aus anderen Innungen zahlen einen Pauschalbetrag von 50 Euro. Teilnehmer von Nicht-Innungsbetrieben zahlen eine Pauschale von 90 Euro. Die Anmeldung ist noch bis zum 31. Juli 2019 möglich.
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