Eine neue Broschüre zu Schiefer an Dächern und Fassaden

Stein Magazin

In einer Publikation des Netzwerks „Steine in der Stadt“ werden die regionalen Besonderheiten des traditionellen Baustoffs Schiefer und ihre Hintergründe beschrieben.   

Cover-Schiefer
Die neue Broschüre „Dach- und Wandschiefer – ein traditioneller Baustoff in Mitteleuropa.“ von H. Wolfgang Wagner. Foto/Cover: H. Wolfgang Wagner/Steine in der Stadt
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Mit Schiefer gedeckte Kirche im thüringischen Wurzbach. Foto: Covânt/Wikimedia Commons

 

Schiefer zählt zu den ältesten Baustoffen zur Dachdeckung. Die Broschüre „Dach- und Wandschiefer – ein traditioneller Baustoff in Mitteleuropa“ gibt einen Überblick über die Vielfalt an Gestaltungsformen und ist Teil einer Veröffentlichungsreihe des Netzwerks „Steine in der Stadt“. Diese widmet sich der Verwendung von Natursteinen als Baustoffe und den dazugehörenden Formen der Architektur. Der Autor H. Wolfgang Wagner vom GUT-Beratungsbüro, Mayen analysiert unter anderem die regionalen Besonderheiten der Schieferdeckungen und bringt sie mit den regionalgeologischen Gegebenheiten zusammen. Die Palette reicht dabei von französisch beeinflussten Rechteckdeckungen im Westen, über englische Rechteckdeckungen im Norden bis hin zu den schuppenförmigen Deckarten, zum Beispiel in Deutschland und Tschechien. Die traditionellen Schiefer-Dachlandschaften in Mitteleuropa werden anhand einer Karte dargestellt.

Schieferdächer und -fassaden trifft man häufig im Mittelgebirgsraum, aber auch in Städten außerhalb der klassischen Schiefergebiete an, wenn es galt, architektonisch besonders aufwendige Dachformen zu decken, hohe Turmspitzen sturmsicher zu machen oder bei geeigneten Handelsverbindungen (zum Beispiel Hansestädte). In einem Ausblick überlegt der Autor, wie man die traditionellen Schiefer-Dachlandschaften erhalten kann.

Das Heft (1/2018) ist online frei abrufbar oder kann in gedruckter Form für 5,50 € bestellt werden: hier.

Dass Schiefer aber mehr kann, als nur Fassaden und Dächer zu schmücken, zeigt das Uhrenarmband „Stone“ des österreichischen Uhrenarmbandhersteller Hirsch aus hauchdünn gespaltenem Schiefer.

 

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Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl, öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Naturwerkstein, kurz nach ihrem 80. Geburtstag. Foto: Unsplash

Im Dezember 2020 verstarb Helga Elisabeth Trassl. Die 1940 in Wien geborene und zeitlebens überzeugte Österreicherin fühlte sich dennoch in Würzburg heimisch. Frau Trassl war öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Naturwerkstein im Innenausbau. Ihre Vereidigung erfolgte 1996 von der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt. Sie war die erste weibliche Sachverständige bei der Kammer auf dem Natursteinsektor.

Die bei ihren ersten Gutachten noch vorhandene Skepsis in der von Männern dominierten Fachwelt war bald verflogen. Frau Trassl überzeugte durch ihre Fachkenntnis und durch ihr Verhandlungsgeschick auch in schwierig gelagerten Fällen. Im ehelichen Steinmetz- und Steinbildhauerbetrieb in Ardagger / Österreich sammelte sie Erfahrung im Versetzen von Naturwerkstein, gewann Überblick über viele Natursteinsorten mit ihren jeweiligen Eigenheiten und Besonderheiten. Als gelernte Drogisten hatte sie überdies auch fundierte Kenntnisse in Chemie – was damals für Sachverständige in der Natursteinbranche eher selten der Fall war. Nachdem mit der Weiterentwicklung der Verlegematerialien und –Methoden Chemie eine immer größere Rolle spielte, kamen ihr diese Kenntnisse bei ihren Gutachten zugute. Ab 1985 war sie  bis zu dessen Tod mit ihrem zweiten Ehemann Heinz Trassl in dessen Gutachterbüro tätig.

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Lesen Sie mehr zum Thema “Empfindliche Werkstoffe sägen”mit vielen Beispielen aus der Praxis in STEIN im März 2015.