Das Grab der Bildhauer

Stein Magazin
entdeckte Gabriel Heimann Bildhauerschmuck
entdeckte Gabriel Heimann Bildhauerschmuck

Steinmetz- und Bildhauermeister Gabriel Heimann adoptiert ein historisches Familien-Grabmal in seiner Heimatstadt Pirna und entdeckt spannende Spuren, die zum einstigen Besitzer führen: einem in der Regionalgeschichte um die Jahrhundertwende herum wichtigen Bildhauermeister. Bei der Sanierung integriert er eine Hommage an die gemeinsame Zunft.

Das Grabmal in seinem ursprünglichen Zustand. Als der Wildwuchs auf dem Grab gebändigt war, entdeckte Gabriel Heimann Bildhauerschmuck, der auf die Zunft hinweist. Foto: Anne Fischer
Das Grabmal in seinem ursprünglichen Zustand. Als der Wildwuchs auf dem Grab gebändigt war, entdeckte Gabriel Heimann Bildhauerschmuck, der auf die Zunft hinweist. Foto: Anne Fischer

Wie bundesweit viele Friedhofsverwaltungen versucht auch die des Friedhofs in Pirna, historische bedeutende Grabstätten durch Patenschaften zu erhalten. Der parkartig angelegte Friedhof der Evangelisch-Lutheranischen Kirchengemeinde Pirna wurde 1870 eröffnet und beherbergt einige solcher Gräber.

Gabriel Heimann, Steinmetz und Bildhauermeister mit eigenem Unternehmen, suchte sich Anfang 2020 eines davon aus: ein Familiengrab, nahezu komplett überwuchert und nicht besonders gut zu erkennen, weil der darauf gepflanzte Buchsbaum es verdeckte. „Aber ich habe gesehen, dass die Substanz gut ist, denn Wehlener Sandstein ist widerstandsfähig. Außerdem habe ich einen Handwerkerkranz erkannt und fand das Grabmal deshalb passend.“

Denn auch Heimanns Vater ist Handwerker, er arbeitete als Tischler. Als der Wildwuchs auf dem Grab gebändigt war, entdeckte Heimann Elemente, die nur eines bedeuten konnten: „Knüpfel und Bildhauereisen…“ Es stellte sich heraus, dass er die Patenschaft für das Familiengrab von Heinrich Schneider übernommen hatte – einem Bildhauermeister, der um die Jahrhundertwende in Pirna und der Region Dresden wirkte.

Heimann interessierte sich nun besonders für die Geschichte des Grabs und des „Vorbesitzers“. Und tatsächlich brachte der Gang ins Archiv einiges zutage: Neben einer Abschrift des Friedhofsbuchs, das interessante Aufschlüsse über die Lebenszeiten der Familie gab, fand sich im Archiv unter anderem Schneiders Sterbeurkunde, ein technischer Bauplan seiner Bildhauerwerkhalle und sein Briefkopf.

Darin führte er ein Bild des Kriegerdenkmals Pirna, eines seiner großen Projekte, für dessen Ausführung er 1896 von der Stadt 4.199 Mark „zum vollständigen Ausgleich seiner Rechnung“ bekam. Schneider fertigte 1908 außerdem im Auftrag des Pirnaer Verschönerungsvereins den Erlpeterbrunnen nach alten Aufzeichnungen neu. Eben diesen Brunnen sanierte rund 100 Jahre später… – niemand anderes als Gabriel Heimann.

Lesen Sie weiter in der aktuellen STEIN 12/20.

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Perry World House

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… Foto: Franken Schotter

Das Perry World House dient als Multifunktionsbau der Universität von Pennsylvania. 1100 Architects mit Sitz in New York und Frankfurt sanierten und erweiterten das Gebäude – nun erhält der Bau eine Auszeichnung vom Natural Stone Institute.

Universitaet-Pennsylvania
Neubau und Bestand bilden ein Ensemble. Foto: Franken Schotter
Perry-World
Die Fassade besteht aus großen Kalkstein-Platten, … Foto: Franken Schotter
Franken-Schotter
… welche der Geometrie des Baus folgen. Foto: Franken Schotter
1100-Architects
Metall bildet einen Kontrast zur ebenmäßigen Fassade. Foto: Franken Schotter
World-Forum-Perry-World-House
Weltforum des Perry World House. Foto: Franken Schotter
Perry-World-House
In den öffentlichen Räumen besteht der Boden aus Kalkstein. Foto: Franken Schotter

Sanierung und Erweiterung

Das Haus stammt von 1851 und befindet sich mitten auf dem Campus. Insofern bildet es nicht nur ein räumliches Zentrum – sondern dient auch als Mehrzweckbau für alle zwölf Fakultäten der Universität.

Im Erdgeschoss befindet sich eine Lounge für die Studenten, darüber liegt ein Konferenzraum für bis zu 50 Personen. Letzterer ist außerdem die Verbindung zum Anbau – dem sogenannten „Weltforum“. Dabei handelt es sich um ein Atrium, welches als multifunktionaler Veranstaltungssaal für Seminare, Lesungen und Veranstaltungen genutzt werden kann.

Um das Weltforum möglichst flexibel nutzen zu können, entwarfen es 1100 Architects stützenfrei. Der Raum zieht sich über zwei Geschosse und bietet Platz für 150 Personen.

Kalkstein-Fassade

Bei der Sanierung behielten die Architekten die Kubatur des Bestands bei und erweiterten ihn mit einem zweiten Volumen, welches direkt an den Altbau andockt. Beide Gebäudeteile weisen innen und außen helle Oberflächen auf, um eine eine einheitliche Architektur-Sprache zu schaffen. Dabei besteht die Fassade des Neubaus aus großformatigen Kalkstein-Platten von der Firma Franken-Schotter. Sie stammen aus dem Steinbruch Kaldorf. Architektonisch folgen die Fassadenelemente der Geometrie des Baus.

Das Dach wird als „fünfte“ Fassade behandelt – auch hier kommt der Kalkstein zum Einsatz. Die hervorstehenden Metallrahmen der Fenster setzen Akzente in der homogenen Oberfläche. Im Innenraum wird in den öffentlichen Bereichen das Material der Fassade wiederverwendet.

Am 25. Februar wird das Perry World House mit dem „Tucker Design Award“ des Natural Stone Institute ausgezeichnet.

Design Italiano

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Foto: Studio Marco Piva

Die große STEIN-Sonderserie: Italienisches Design und seine Impulsgeber

Pünktlich zu den großen italienischen Messen für Naturstein und Keramik, Marmomac und Cersaie, stellt STEIN exzellentes italienisches Design in den Fokus einer Sonderserie. Drei unterschiedliche italienische Designer sprechen darüber, wieso Naturstein für Sie ein besonderes Gestaltungsmaterial ist und was italienisches Design ihrer Meinung nach heute bedeutet.

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Ausgabe 1: Denis Santachiara (09/2019)

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Denis Santachiara ist Künstler und Designer – seine Karriere begann als Designer für Automobile
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Sitze aus durchschneidendem, hinerleuchteten Onyx im Rahmen seiner Ausstellung „New Stone Age Design“

Ausgabe 2: JACOPO MARIA GIAGNONI (10/2019)

Von allen natürlichen Materialien ist Naturstein meiner Meinung nach das Interessanteste, beschreibt Designer Denis Santachiara seine Faszination für Naturstein – und moderne CAD-Technik. Das Zusammenspiel von Kunst und Technik ist für den Gewinner des Marmomac Icon Award 2016 eine wichtige Verbindung: Damit Design „Made in Italy“ zukunftsfähig wird, muss es sich neuen Techniken und Produktionsprozessen öffnen.

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Einen bevorzugten Naturstein hat Designer Jacopo Giagnoni nicht, es ist jedes Mal der, mit dem er gerade arbeitet
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„Jeder Naturstein hat eine einzigartige Identität und durch Design kann er seinen Charakter ausdrücken“, findet Giagnoni

Ausgabe 3: MARCO PIVA(11/2019)

Stein bedeutet eine Welt voller Farben, verschiedener Oberflächen und Texturen, mit dem Wort „Stein“ allein ist jedoch nichts gesagt – Design muss nach Meinung von Jacopo Maria Giagnoni funktional sein, sonst verkommt Design zu Dekoration. Zeitlos und ikonisch ist für den gelernten Städteplaner und Architekten italienisches Design, es besitzt eine Faszination für das Detail und die Essenz eines Artefakts.

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Marco Piva ist vieles: Architekt, Innenarchitekt und Designer – eine Eigenschaft, die er als typisch italienisch empfindet
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2017 schuf er die architektonische Skulptur „City of Light“ aus Aluminium, Marmor und Licht

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Ich bin fast besessen vom Thema Materialien, gesteht Marco Piva, wenn es um seine Arbeit als Designer und Architekt geht. Einen besonderen Zugang hat er zu Marmor, „wie unseren lokalen Bianco Carrara oder Travertin, mit einzigartigen und charakteristischen Kombination von Farben und Maserungen.“ Seine Gestaltungen finden international Beachtung und wurden bereits auf der Biennale und der Marmomac ausgestellt.

Die Vorteile auf einen Blick: 

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