Das JURABLOC: Ein Kletterzentrum aus Naturstein

Stein Magazin

Umgeben von Jura-Steinbrüchen thront seit der Eröffnung am 22. Juli 2016 ein neues Kletterzentrum auf dem Blumenberg bei Eichstätt. Das sogenannte JURABLOC ist ein modernes, würfelförmiges Gebäude, das auf fünf Geschossen den neuen Kletterbereich des Deutschen Alpenvereins (DAV) beherbergt. Das Besondere: Die Fassade besteht zu Ehren der Steinbruchregion rund um Eichstätt überwiegend aus Naturstein.

Fassade mit Naturstein Haus in Eichstätt Kletterhalle
Die Gestaltung des Eichstätter Kletterzentrums ist außergewöhnlich: Helle Natursteine treffen auf dunklen Zement. Foto: VeroStone GmbH
Fassade Querschnitt Wärmedämmungverbundsystem Grafik
Der Querschnitt zeigt die einzelnen Schichten der Fassade. Foto: VeroStone GmbH
Kletterhalle Innenleben Gebäude Blumenberg
Auch im Inneren des Gebäudes wurde Naturstein verarbeitet. Foto: VeroStone GmbH
Gerd Seibold Architekt blaues Hemd und Krawatte Bauleiter in Eichstätt
Gerd Seibold, der Architekt und Bauleiter der Kletterhalle, ist zugleich stellvertretender Sektionsvorsitzender des DAV in Eichstätt. Foto: VeroStone GmbH
Jurabloc in Eichstätt Kletterzentrum Deutscher Alpenverband
An dieser Seite des Jurabloc trifft der Naturstein auf weißen Putz. Foto: VeroStone GmbH
Team von Männern Handwerker Bauleiter Geschäftsführer Eröffnung Einweihung von Gebäuden
Das Fassadenteam bei der Eröffnung der Kletterhalle im Juli 2016. Foto: VeroStone GmbH

Naturstein: Wenn Eleganz auf Moderne trifft

Baubeginn des 1,4 Millionen Euro schweren Projekts war im April 2015. In nur 15 Monaten wurde das von Seibold & Seibold Architekten entworfene Gebäude mithilfe von engagierten Ehrenamtlichen und Baufachleuten fertiggestellt. „Als Bauwerk inmitten der Jura-Region, umgeben von Steinbrüchen, war es uns wichtig, dass die ureigensten Baumaterialien des Altmühltals sichtbar zum Tragen kommen“, erzählt Architekt und stellvertretender Sektionsvorsitzender des DAV Gerd Seibold. Dieser Gedanke war ausschlaggebend für die außergewöhnliche Gestaltung der Nord- und Südfassade: helle und dunkle, große und kleine Natursteinflächen schaffen eine natürlich-wirkende Ästhetik, die durch die schwarz glänzenden Zementfaserplatten und Photovoltaik-Paneele auf der einen und weißen Putz auf der anderen Seite kontrastiert wird. Die 1 Meter langen Platten aus Jura- und Muschelkalk wurden dabei direkt auf das verbaute Wärmedamm-Verbundsystem angebracht. Dieser architektonische Kniff macht das Gebäude mit seiner einzigartigen Fassade fast nebenbei zu einem funktionalen Beispiel an Nachhaltigkeit.

Das Konzept von verarbeitetem Naturstein in Kombination mit anderen Materialien wie beispielsweise Putz wird auch im Inneren fortgeführt: Fußböden, Fensterbänke und Treppen sind aus einem hellen, cremefarbenen Naturstein gefertigt, dessen sandgestrahlte Oberfläche ideal mit der Außenfassade des Baus harmoniert. Unterstützt wurde das Bauprojekt vom ortsansässigen Natursteinanbieter VeroStone, eine Tochterfirma der Sto Group. Das Traditionsunternehmen vertreibt ein breites Spektrum verschiedenster Natursteinprodukte, welche in selbstbetriebenen Steinbrüchen in Süddeutschland gewonnen werden.

Mit rund 730 Quadratmetern Kletterfläche und einer Routenhöhe von knapp 16 Metern bietet die Eichstätter Indoor-Kletteranlage genügend Platz, dem Sport gebührend nachzugehen. Das Monolith-artige Gebäude umfasst eine Boulder-Höhle im Untergeschoss und einen Ausbildungs- und Trainingsbereich im zweiten Obergeschoss, der neben Fitnesstraining auch Gruppenevents und Kurse anbietet. Eine Erweiterung der Kapazitäten in Form eines Outdoor-Kletterbereichs mit weiteren 430 Quadratmetern soll in naher Zukunft realisiert werden. Weitere Informationen zum Kletterzentrum und der DAV Sektion Eichstätt finden Sie unter www.dav-eichstaett.de.

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Scuola di Scultura öffnet wieder

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etwa Bildhauen für Fortgeschrittene und Gipsmodelle. Foto: Scuola di Scultura

Am Fuße des Marmorbergs im Tessiner Peccia geht’s wieder los. In Sommer-Kursen wie figürliches Modellieren und Bildhauen für Fortgeschrittene sind Plätze frei.

Im Mai startete die Scuola di Scultura ein Crowdfunding. Denn wegen Corona konnte sie monatelang lang weder Kurse anbieten noch Gäste empfangen. Das angestrebte Fundingziel von 50.000 CHF wurde weit übertroffen. Insgesamt kamen 93.724 CHF zusammen. Seit Anfang Juni gibt die Schule nun wieder Kurse.

In verschiedenen Kursen sind Plätze frei:

Figürliches Modellieren und Gipsabguss

vom 28. Juni bis 3. Juni 2020
Unter der Leitung von  Thomas Hunziker modellieren die Teilnehmenden einen weiblichen Akt in Ton. Sie arbeiten an drei Tagen an dem Modell gearbeitet. Die Figur wird dann mit Gips abgeformt und kann in Gips oder Zement gegossen werden.



Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Resculpting
vom 19. bis 31. Juli
Alle Teilnehmenden bringen eine Fotografie, Zeichnung oder ein Video eines plastischen Werks mit. Unter Anleitung von Kursleiter Roland Hotz meißeln sie die persönliche, soweit wie möglich von Hand, als „Taille-Direct“ in ein Stück Peccia-Marmor.

Gips direkt
vom 2. bis 7. August 2020
In dieser Kurswoche leitet Hansulrich Beer  die Teilnehmenden an, direkt mit Gips Modelle zu gestalten, die später in Stein oder Holz umgesetzt werden können.

Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Drehung

vom 16. bis 28. August 2020
In diesen beiden Kurswochen steht das Thema “Drehung” im Fokus. Kursleiter Hans-Peter Profunser leitet die Teilnehmenden an, ihre individuelle Formensprache zu entwickeln und herauszuarbeiten.



Alle Kurse sowie die Anmeldungsformulare finden sich auf der Seite der Schule.

Holz und Stein Hand in Hand

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Jury hat gewählt

Wer im Münchner Großstadttrubel derzeit Entspannung sucht, ist im ruhigen Innenhof des Künstlerhauses am Lenbachplatz genau richtig: Dort sind unter dem Motto „Holz und Stein im Einklang“ noch bis zum 24. November 2017 zehn Stelenskulpturen und elf Steinobjekte ausgestellt.

Entstanden sind sie im Rahmen der Ausbildung an der Münchner Fachschule für Steintechnik und Meisterschule für Holzbildhauerwerk, die jedes Jahr einen Wettbewerb unter den Schülern ausruft. Neu in diesem Jahr: Holzbildhauer und Steinmetze sollten Hand in Hand arbeiten, und das im wörtlichen Sinne. Ein dreidimensionales Objekt als 230 Zentimeter hohe Stelenskulptur war das Ziel, welches aus mindestens zwei zusammengesetzten Teilen aus den Materialien Holz und Stein bestehen sollte. Beide Materialien sollen sich dabei gegenseitig sowohl formal als auch inhaltlich bedingen, was die Materialwahl, die Oberflächenbearbeitung und das Gesamtbild als schlüssige Einheit angeht.

Die Jury, die aus Mitgliedern der Schule, der Danner-Stiftung, des Diözesanmuseums Freising, der Glyptothek, des Künstlerhauses am Lenbachplatz, Bayerische Nationalmuseums und der Galerie Handwerk HWK für München und Oberbayern bestand, hat insgesamt drei Werke prämiert. Die Wettbewerbe des Kooperationsprojekts der Meisterschule des Holzbildhauerhandwerks und des zweiten Jahrgangs der Fachschule für Steintechnik gewannen zwei Gruppen: Quirin A. Herzinger und Florian Ludwig mit ihrem Werk „Metamorphose Kastanienblatt“ sowie Carolin Hinterseer und Clemens Glaß mit der Skulptur „Lebensfluss“.

„Die Symbiose aus Stein und Holz sieht man hier besonders gut. Der Stein ohne das Holz wäre zu wenig, genauso wie andersrum. Im Gegenteil: Die Weiche des Holzes ergänzt sich wunderbar mit der Härte des Steins“, meint der Gestaltungslehrer an der Fachschule Hartmut Hintner zum Werk „Lebensfluss“.

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Der Innenhof des Münchner Künstlerhauses zeigt derzeit Arbeiten von Schülern der Fachschule für Steintechnik und Meisterschule für das Holzbildhauerwerk. Foto: Friederike Voigt
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Die Arbeiten entstanden im Rahmen eines von der Danner-Stiftung geförderten Wettbewerbs. Foto: Friederike Voigt
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Einer der Gewinner: „G‘ Foitat“ von Maximilian Taube. Foto: Friederike Voigt
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Detail: Die horizontalen Linien wurden mit Hand angefertigt. Vorlage für das Objekt war eine Papiertüte. Foto: Friederike Voigt
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„Lebensfluss“ von Carolin Hinterseer und Clemens Glaß ist ebenfalls prämiert worden. Foto: Friederike Voigt
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Detail: Tulpenbauholz und Stein San Sebastian sollen die Natur und das Leben darstellen. Foto: Friederike Voigt

Aus Papier werde Stein

An der Fachschule für Steintechnik ging der Preis im ersten Jahrgangs an Maximilian Taube für seine Arbeit „G ‘ Foitat“. „Vorbild für diese Arbeit war eine gefaltete Papiertüte, die Maximilian dann in Naturstein übertragen hat. So wurde aus etwas Vergänglichem etwas Massives“, so Hintner.

Ein Ausstellungswerk ist bereits verkauft. Die Erlöse gehen zu einem kleinen Teil an die Schule, den Rest bekommt der Schüler. Dieser muss das Werk bei Verkauf allerdings noch einmal für die Schule anfertigen. „Schließlich wollen wir die Ausstellungswerke als Ensemble behalten“, begründet Hintner.

Der kommende Wettbewerb läuft bereits. Die Steinmetzen sowie Holzbildhauer der Schule sind angehalten, eine Krippe aus Naturstein zu gestalten. Auftraggeber ist diesmal das Diözesanmuseum Freising, das ein paar Krippen aufkaufen will. Ab 18. Dezember 2017 werden die Werke in der Karmeliterkirche in München für vier Wochen zu sehen sein.

Über den von der Danner-Stiftung geförderten Wettbewerb lesen Sie einen ausführlichen Bericht in STEIN 3/2017.