Des Kaisers grüner Baldachin

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einer Temperatur von rund 90 °C sowie einer weiter aufgefächerten Flachstrahldüse von 40 °C. Foto: Kärcher
einer Temperatur von rund 90 °C sowie einer weiter aufgefächerten Flachstrahldüse von 40 °C. Foto: Kärcher

Industriekletterer arbeiten in schwindelerregender Höhe und entfernen mittels Heißwasser und Hochdruck biogenen Bewuchs: Im Rahmen seines Kultursponsorings reinigt Kärcher das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica.

Selten war ein Herbstputz so sehenswert wie dieser – sowohl für die Putzenden, als auch für die Zuschauer: Bei den Reinigungsarbeiten am Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica hat Kärcher im September und Oktober 2019 mit sechs Industriekletterern kooperiert, die sich vor der beeindruckenden Kulisse des Wesertals von dem fast 90 Meter hohen Denkmal abseilten. Durch die schon herbstlichen Temperaturen und den Einsatz von Heißwasser-Hochdruckreinigern entstanden weithin sichtbare Dampfschwaden. Bei gutem Wetter konnte man die Arbeiten schon vom Tal aus erkennen. Auch der Reinigungseffekt ist sehr eindrucksvoll – denn die entfernten Algen, Flechten und Moose hatten teilweise bis zu 100 Jahre Zeit, sich auf dem Denkmal anzusiedeln. Der lange Zeitraum erklärt, warum Kaiser Wilhelm neben dem Algenbewuchs, auf dem sich nach und nach Moose und Flechten festsetzten, sogar schon Gesellschaft von einem kleinen Bäumchen bekam. Dieser höhere Bewuchs ist kein ausschließlich visuelles Problem – der Baum, der sich auf der obersten Monumentspitze angesiedelt hatte, trieb auch Wurzeln in Stein und Fugen, was zu Steinsprengungen führen kann und den Naturstein nicht mehr atmen lässt. 

Bevor es im Herbst 2019 auf das Dach des Kaisers geht, analysiert Kärcher gemeinsam mit dem Denkmalamt und dem Eigentümer, der Westfälisch-Lippischen Vermögensverwaltungsgesellschaft, die wirksamste und schonendste Reinigungsmethode. Vorab angelegte Musterflächen helfen bei der Entscheidung. Das Denkmalamt setzt den Erhalt der originalen Bausubstanz als oberste Priorität. Denn der einst verwendete Porta-Sandstein ist seit den 1940er-Jahren schon allein als Werkstein zur Rarität geworden: Die entsprechenden Steinbrüche sind erschöpft oder stillgelegt, bei der Restaurierung der Ringmauer des Denkmals 2017 kommt deshalb der hellere Obernkirchener Sandstein zum Einsatz. Das Reinigungsverfahren soll also so wenig abrasiv wie möglich sein. Prinzipiell wäre auch die komplett manuelle Reinigung mit Wurzelbürsten denkbar, wegen des hohen Aufwands ist dies aber nicht wirtschaftlich. Die Entscheidung fällt also auf die Heißwasser-Hochdruckreinigung, mit der auf den Einsatz von Chemie verzichtet werden kann. 

Sockel und Baldachin des Denkmals reinigt das Team um Thorsten Möwes, der als Experte von Kärcher für die Durchführung vor Ort zuständig war, mit Heißwasser-Hochdruckreinigern mit reduziertem Oberflächendruck von 1 bis 1,5 bar und einer Temperatur von rund 90 °C sowie einer weiter aufgefächerten Flachstrahldüse von 40 °C.  Die Methode nimmt den biologischen Bewuchs gleichmäßig ab und verzögert durch die Hitzedenaturierung auch das Wachstum von neuem Moos. Am Sockel entfernt Kärcher Kalkablagerungen auf der Steinoberfläche mit der Niederdruck-Partikelstrahltechnik und einem feinen Aluminiumsilikat als Strahlmittel. Die Ablagerungen sind durch Regenwasser entstanden, das durch den Sandstein sickerte und dabei Mineralien genommen hat, die sich bei der Verdunstung an den Austrittsstellen ablagerten. 

Bis zu sechs professionelle Heißwasser-Hochdruckreiniger sind bei der Säuberung gleichzeitig im Einsatz. Hochdruckschläuche befördern das unter Druck gebrachte Wasser zum Einsatzort, wo vier bis sechs Kletterer an der Hochdruckpistole den Bewuchs ablösen und wegspülen. Die Reinigungsarbeiten am Sockel und im Innenraum der Kuppel des Kaiser-Wilhelm-Denkmals werden von einer Hubarbeitsbühne und einem Gerüst aus durchgeführt.

Lesen Sie mehr in der STEIN 3/2020.

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Ausgezeichnete Kücheninsel

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US-Expansionskurs von Strasser Steine trägt Früchte: St-One gewinnt den Preis für die beste Küche auf der Designmesse ICFF.

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Die Naturstein-Kücheninsel St-One ist für Strasser Türöffner für neue Märkte, zum Beispiel die USA. Foto: Strasser Steine
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Die Kücheninseln sind für High-End-kunden konzipiert und individualisierbar. Foto: Strasser Steine

Strasser Steine, laut eigener Aussage Marktführer für Küchenarbeitsplatten in Mitteleuropa, hat schon seit 2018 den US-Markt im Blick. Als erste Maßnahme präsentiert das österreichische Unternehmen seit letztem Jahr in Schauräumen in Florida und in New York seine Produkte. Strasser will vor allem High-End-Haushalte, Architekten und Designer ansprechen. Dass auf der renommierten Design-Messe ICFF nun die extravagante Naturstein-Kücheninsel St-One ausgezeichnet wurde, passt in den Plan von Geschäftsführer Johannes Artmayr. Rund 25 Kücheninseln will er in den nächsten drei Jahren in den USA verkaufen.

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Weitere Informationen unter www.strasser-steine.at

Weitere Informationen zum ausgezeichneten Küchenblock St-one von Strasser gibt es in der STEIN-Ausgabe 06/2019: www.stein-magazin.de/stein-06-2019

Erfolgreiches Eventmanagement

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446 Aussteller und 15.161 Besucher waren 2015 auf der internationalen Fachmesse für Naturstein und Natursteinbearbeitung Stone+tec in Nürnberg. So ein Großevent will gut organisiert sein. Veranstaltungsleiterin Beate Fischer von der NürnbergMesse weiß, worauf es bei der Planung ankommt und gibt uns einen kleinen Einblick in das Thema „Eventmanagement“.

 

STEIN: Was sind Ihre Aufgaben als Veranstaltungsleiterin der Stone+tec?

Beate Fischer: Als Veranstaltungsleiterin ist man für die gesamte Planung des Events verantwortlich. Das fängt schon mit der Hallenbelegung an. Die Hallen müssen nicht nur während der Laufzeit frei sein, sondern auch zur Vor- und Nachbereitung. Umrüstzeiten müssen eingeplant werden. Im nächsten Schritt muss geklärt werden, was die Messe abbilden soll. Daraufhin wird das Produktverzeichnis erstellt, Themen für mögliche Sonderschauen definiert. Bereits diese ersten Schritte erfolgen in enger Abstimmung mit den unterschiedlichen Interessensvertretern. Da gehören natürlich die Austeller dazu, aber auch Verbände, die Fachpresse und die Besuchergruppen. Daraus wird dann ein Veranstaltungskonzept entwickelt. Im nächsten Schritt folgt die Erstellung eines Zeitplans mit den nächsten Meilensteinen. Ab diesem Zeitpunkt steigt der Vertrieb aktiv ein. Natürlich kann man erst organisieren, wenn man die Aussteller auf seiner Seite hat. Das Vertriebskonzept ist ausschlaggebend für alle weiteren Schritte. Dann geht es in die Hallenplanung. Wenn es unterschiedliche Branchenschwerpunkte gibt, stellen sich die Fragen: Macht man eine Mixplanung? Teilt man die Hallen nach Branchen auf? Wie viel Volumen ist von welcher Branche zu erwarten? Entsprechend muss man die Hallen dann inhaltlich konzipieren. Und schließlich geht es natürlich auch in Ausstellergespräche für die konkreten Platzierungen.

Wie viele Leute arbeiten an einem Großevent wie der Stone+tec mit?

Das lässt sich nicht genau beziffern. Es arbeiten ja nicht nur wir, das Projektteam der NürnbergMesse, daran. Wir haben innerhalb der NürnbergMesse auch eine Kommunikationsabteilung mit Pressevertretung. Wir haben eine Werbeabteilung, die die Gestaltung, das Layout und Drucksachen macht. Das digitale Marketing kümmert sich um alles, was den Webseitenauftritt umfasst. Wir haben ein Besuchermarketing, die sich speziell um die Besuchergruppen und die Mailings kümmern. Wir haben Techniker im Haus: Veranstaltungstechnik und Logistik. Dazu kommen noch viele Servicepartner, mit denen wir Hand in Hand arbeiten: Messebauer, die Energieversorger, Gastronomie, Parkplatzbewachung und so weiter.

Wie viel Vorlaufzeit muss man für eine Messe wie die Stone+tec für Planung und Organisation einkalkulieren?

Je nachdem welchen Rhythmus eine Veranstaltung hat, beginnt man mit der Planung zwei bis sechs Jahre im Voraus. Die Schritte sind je nach Projektphase unterschiedlich intensiv. Gerade befasse ich mich natürlich mehr mit der Stone+tec 2018 als mit der 2020, aber für 2020 hat schon die Hallendisposition und –abstimmung hier am Gelände stattgefunden.

Bei der Stone+tec wollen wir wieder gemeinsam einen StudentDay auf die Beine stellen – sozusagen eine Veranstaltung während der Veranstaltung. Welche Erfahrungen haben Sie mit Events gemacht, die Sie gemeinsam mit einem externen Partner geplant haben?

Sehr positive Erfahrungen, insbesondere was die Stone+tec angeht. Als Messeveranstalter ist es für uns wichtig, die richtigen Partner zu haben, mit denen man Höhepunkte während des Events setzen kann. Und dazu gehört natürlich auch ein StudentDay, der gut vorbereitet sein will und entsprechend vermarktet werden muss. Wir arbeiten mit vielen Multiplikatoren zusammen, um ein Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen. Wir als Veranstalter können thematisch gar nicht so tief drin sein. Deshalb sind Partner wie Fachzeitschriften oder Verbände extrem wichtig.

Wie wird ein Event zu einem echten Erfolg?

Ausschlaggebend ist, dass man die Veranstaltung zur richtigen Zeit am richtigen Ort hat und mit den richtigen Partnern zusammenarbeitet. Ein Erfolg ist das Event für uns dann, wenn alle Seiten – Aussteller und Besucher – zufrieden sind und es für die nächsten Jahre ein fixer Termin wird.

Glauben Sie, dass auch kleine Handwerksbetriebe Kundenveranstaltungen oder Hausmessen als Marketing-Instrument nutzen sollten?

Events bieten natürlich die Möglichkeit, viele Kunden an einem Ort zu treffen mit überschaubarem Aufwand. Sie treffen Kunden, die sie sonst vielleicht nie angesprochen hätten. Auch kleine Handwerksbetriebe sollten diese Plattform, die ihnen da geboten wird, nutzen. Was das Handwerk noch mehr nutzen sollte, sind Branchenevents – sei es nun eine Messe oder eine andere Veranstaltung. Branchenevents bringen die Branche wirklich zusammen und haben großes Potential.

Gibt es Hilfsmittel, die bei der Planung eines Events unverzichtbar sind?

Ohne kleine Helferchen geht es in der heutigen Zeit natürlich gar nicht mehr. Wir arbeiten mit Programmen, die für Organisatoren ausgelegt sind. Wir planen beispielsweise mit einem CAD-Programm, das verbunden ist mit unserer Ausstellerdatenbank. Auf Ausstellerseite sind aber natürlich andere Tools notwendig, um so ein Event gut zu planen.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Punkte, an die man bei der Planung eines Events denken sollte?

Zunächst sollte man wissen, was man mit der Veranstaltung erreichen will. Daran macht sich fest, welche Maßnahmen man umsetzt. Ob man eine Abendveranstaltung daraus macht, oder ob es eine Messebeteiligung ist oder die Teilnahme an einem anderen Event. Man muss frühzeitig mit der Planung anfangen und sich Meilensteine setzen. Eine langfristige Planung ist zu empfehlen, um wirklich ans Ziel zu kommen.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema Eventmanagement und wie Sie neue Kunden durch Veranstaltungen gewinnen können.