Die Bauhütte der Pfalz vergibt Preise an zwei Steinmetzinnen

Bei einer Feier im kleinen Kreis wurden die Absolventen und Absolventinnen der diesjährigen Gesellenprüfung an der Meisterschule für Handwerker (MHK) in Kaiserslautern für ihre Arbeiten gewürdigt. Auch zwei Steinmetzinnen erhielten Preise.

Die Steinmetzinnen Tamara Niedtner und Melanie Greif mit Klaus Daub von der Bauhütte Pfalz (v.l.n.r.) Foto: Bezirksverband Pfalz
Die Steinmetzinnen Tamara Niedtner und Melanie Greif mit Klaus Daub von der Bauhütte Pfalz (v.l.n.r.) Foto: Bezirksverband Pfalz

Ende Mai gingen sechs Schülerinnen und drei Schüler des dritten Lehrjahres der Steinmetzabteilung ans Werk: Nach runden 50 Stunden Arbeit hatten alle Prüflinge ihre Stücke fertig. Alle Auszubildende haben Theorie und Praxis bestanden und somit ihre Gesellenprüfung abgelegt.

Nach dem Ende der Arbeitsprobe trafen sich Mitglieder der Bauhütte der Pfalz –  ein freiwilliger Zusammenschluss verschiedener Tätiger am Bau – in der Steinmetzwerkstatt, um die Prüfungsarbeiten zu begutachten. Sie wählten je ein Steinmetzstück und eine Bildhauerarbeit aus, um zwei Schülerinnen mit einem Preis von jeweils 500 Euro für ihre Leistungen zu ehren.

Aufgrund der Corona-Pandemie fand die feierliche Abschlussfeier der Meisterschule für Handwerker(MHK) nicht im Pfalztheater, sondern am 11. Juni im kleinen Kreis der Steinmetzabteilung der Schule statt. Zwei Steinmetzinnen überzeugten die Jury: Tamara Niedtner, 1998 in Leipzig geboren, gestaltete ein 49 Zentimeter hohes Herz als Bildhauerstück aus Oberschlettenbacher Sandstein. Melanie Greif, 1987 in Neustadt an der Weinstraße geboren wurde, fertigte einen 60 cm hohen Baluster aus Obersulzbacher Sandstein an. Die Entwürfe stammten von den Schülerinnen, die diese in rund 52 Stunden manuell herstellten.

Schulleiter Steffen Hemmer lobte das hohe Niveau der Arbeiten. Hüttenmeister Klaus Daub äußerte, dass der Preis eine „Anerkennung der Leistung sowie der Ausbildungsstätte“ sei und die Preisträgerinnen durch die „Passgenauigkeit und präzise Oberflächengestaltung“ ihrer Werkstücke überzeugt hätten.

Die MHK bildet seit 1874 Handwerker in verschiedenen Gewerken aus. Die Ausbildung zum Gesellen und zur Gesellin findet drei Jahre lang vollschulisch statt. Das bedeutet, dass der theoretische Unterricht und die praktische Ausbildung in einem Haus von den Lehrern und Lehrerinnen gemeinsam organisiert und durchgeführt wird. Die Ausbildung zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Handarbeit am Stein und einen hohen Frauenanteil aus. Die Steinmetzabteilung bildet auch Meister aus.

Die Bauhütte der Pfalz ist ein freiwilliger Zusammenschluss von fast 200 Architekten und Architektinnen, Ingenieuren und Ingenieurinnen, Handwerkern und Handwerkerinnen sowie Künstlern und Künstlerinnen. Sie sieht sich in der Nachfolge der mittelalterlichen Bauhütten, möchte Traditionen und Brauchtum pflegen und zwischen Gewerken vermitteln. Außerdem veranstaltet sie Informationsabende, vergibt Förderpreise und widmet sich dem Denkmalschutz.