Der Reinigungsmittelhersteller bietet nun auch digitale Schulungsmöglichkeiten an

Impraegnieren ueben 1
Beim Seminar des italienischen Reinigungsmittelherstellers im letzten Jahr lernten die Teilnehmer beispielsweise Naturstein durch Imprägnierung sachgemäß zu schützen
Impraegnierung abnehmen
Das anschließende Abnehmen der Imprägnierungsüberschüsse auf dem Naturstein wurde anschließend demonstriert und konnte von den Seminarteilnehmern selbst geübt werden
Naturstein polieren 2
In den Seminaren können sowohl Anwender wie Händler die Reinigungsprodukte von Fila auf unterschiedlichen Oberflächen selbst ausprobieren, beispielsweise beim Polieren von Naturstein
Karbonisieren Alternative 2
Aber auch für die Behandlung von Kunststein gibt es Informationen im Seminar

Termine

Der italienische Reinigungsmittelhersteller Fila surface care solutions hat sein Seminarprogramm erweitert. Das Unternehmen hat sich auf Reiniger für Naturstein, Keramik, Feinsteinzeug und Cotto spezialisiert und bietet sowohl Fleckenentferner, Imprägnierungen mit verschiedenen Schutzfunktionen sowie Finishprodukte an. In der Fila Academy können sich Anwender, aber auch Architekten und Handel über das Portfolio informieren und diese in Vorort-Veranstaltungen selbst ausprobieren. Besonders der jährlich im November stattfindende Meisterkurs am Firmensitz in Italien ist ein beliebtes Event, das Information mit einem kulinarischen Rahmenprogramm verbindet. Die regionalen Profitage ergänzen dieses Angebot. Sie hatten 2018 im niedersächsischen Rinteln ihren Startschuss und werden dieses Jahr in weiteren Städten angeboten. Am 15. März ist der nächste Profitag im FAB Architectural Bureau Fiandre in Berlin angesetzt. Dort soll es um Unterhaltspflege und Werterhaltung gehen sowie um die Themen Nachhaltigkeit, Wohngesundheit und Umweltschutz bei keramischem Belag.

Am 10. April soll nun zusätzlich zu den Präsenzveranstaltungen ein 45-minütiges Live-Webinar online gehen, bei dem der Leiter der Anwendungstechnik Fila Deutschland, Christian Walter, die Grundlagen zu Schmutzarten, den passenden Pflegeprodukten und allen Reinigungssituationen erläutert.

15.3.2019 Profitag Berlin
26.3.2019 Profitag Frankfurt
10.4.2019 Live-Webinar mit Christian Walter
24.10.2019 Profitag Dortmund
13./14.11.2019 Meisterkurs in Padua, Italien
21.11.2019 Profitag München
28.11.2019 Profitag Stuttgart

Ausführliche Informationen zum Seminarprogramm und weiteren Veranstaltungen erhalten Sie unter kurse@filasolutions.comsowie auf der Homepage von Fila: www.filasolutions.com

 

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Das fliegende Auge

Stein Magazin
Sanierens und Erhaltens von Baubestand haben sich Drohnen schon vielfach bewährt. Foto: Geospector
Sanierens und Erhaltens von Baubestand haben sich Drohnen schon vielfach bewährt. Foto: Geospector

In unsere neuen STEIN-Serie „Chancen nutzen“ teilen wir unser Wissen über Vorgehensweisen, die Unternehmen nutzen können, um langfristig erfolgreich zu sein. In der ersten Folge dreht sich alles um den Blick von oben. Drohnen ermöglichen Inspektionen, Aufmaße und Dokumentationen von Steinbrüchen oder Fassaden.

Unbemannte Fluggeräte, englisch Unmanned Aircraft Systems oder Unmanned Area Vehicles (UAS, UAV), populär meist „Drohnen“ oder „Multicopterd“ genannt, werden inzwischen in zahlreichen Bereichen des Bauens, Sanierens und Erhaltens von Baubestand eingesetzt. Mit einer visuellen Digital- oder Wärmebildkamera oder einem 3-D-Laserscanner ausgestattet, können ferngesteuerte Drohnen Steinbrüche, Fassaden oder Dachflächen inspizieren oder geometrisch erfassen, Schäden lokalisieren und dokumentieren, Energieverluste aufdecken und vieles mehr.

Sollen Bau-, Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen erfolgreich sein, müssen sie sorgfältig vorbereitet und geplant werden. Aktuelle und verlässliche Bestandsdaten sind die wichtigste Grundlage einer umsichtigen Planung. Terrestrische Aufmaßverfahren wie die Tachymetrie, das Laserscanning oder die Fotogrammetrie erfassen nur jene Bereiche, die vom Boden oder von der umgebenden Bebauung aus zugänglich und sichtbar sind. Dachflächen und andere unzugängliche Bereiche der Gebäudefassade lassen sich geometrisch und fotografisch nicht oder nur unzureichend erfassen.

Drohnen können über die luftbildgestützte Fotogrammetrie oder 3-D-Laserscanner Bauwerke und andere Objekte lückenlos geometrisch vermessen und werden deshalb manchmal auch parallel eingesetzt: Aus perspektivisch entzerrten Luftbildern lassen sich zentimetergenaue und maßstabsgerechte Dachaufsichten oder Fassadenansichten erstellen. Werden die Luftbilder fotogrammetrisch ausgewertet, lassen sich daraus 2-D-Pläne oder dreidimensionale Modelle der Gebäudehülle erstellen. Diese können als Grundlage für Planungen, Kostenberechnungen, Ausschreibungen oder Visualisierungen verwendet werden.

Mit speziellen 3-D-Laserscannern ausgestattete Drohnen, können das Umfeld rasterförmig in Sekundenschnelle abtasten und dabei Millionen von 3-D-Messpunkten, sogenannte „Punktwolken“ erzeugen. Dabei speichern sie die Geometriedaten aller umgebenden Objekte als räumliche Koordinatenwerte ab. Eine integrierte Digitalkamera erzeugt zusätzlich 360-Grad-Fotopanoramen und erfasst Gebäudehüllen nahezu lückenlos. Messdrohnen sind auch in der Lage, von Halden, Kies- und Schottergruben, Deponien oder Steinbrüchen zunächst Orthogonalfotos oder 3-D-Laserscans und daraus 2-D-Lagepläne, 3-D-Geländemodelle, Massen und Volumen zu generieren, ohne dabei den laufenden Betrieb zu stören oder Personen zu gefährden.

Lesen Sie mehr in der STEIN 8/2020.

Im Gespräch statt im Gerede

Stein Magazin

Gestorben wird immer. Aber nicht mehr genug, schreibt Henning Sußebach am 3. November in der Wochenzeitung »Die Zeit«. Er kommt dann zu dem Schluss, dass viele Bürger ihre Asche lieber verstreuen, als ein Grab zu kaufen. Sußebach formuliert ein Problem, mit dem sich auch das Steinmetzhandwerk auseinandersetzen muss: Sogar Friedhöfe können sterben. Zum Leben brauchen sie Tote. Die werden aber auf den herkömmlichen Friedhöfen immer weniger. Sie haben Konkurrenz bekommen. Die Menschen in einer »Multioptionsgesellschaft« möchten sich nicht mehr dem schematischen Schachbrettmuster der Friedhöfe fügen. Friedhöfe sind heute nur eine Option unter ganz verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten.

Die Folgen sind klar: kein Friedhof, kein Grab, kein Stein. Das Steinmetzhandwerk ist gefordert. Grabzeichen können mit dazu beitragen, Friedhöfe am Leben zu halten. Allerdings: Diese Zeichen müssen einen Sinn, eine Botschaft, einen Wert für die Hinterbliebenen haben. »Blut indischer Kinder haftet an deutschen Grabsteinen« oder »Grabsteine aus Kinderarbeit stehen auf deutschen Friedhöfen«. Meldungen wie diese bringen die Zeichen am Grab ins Gerede. »Kinderarbeit bei Grabsteinen wieder erlaubt« stand am 16. Oktober in der Tageszeitung »Nürnberger Nachrichten«: In einem Urteil hatte das Bundesverwaltungsgericht die Nürnberger Friedhofsordnung gekippt. Die Stadt wollte sicherstellen, dass auf den städtischen Friedhöfen keine Grabsteine aufgestellt werden dürfen, die von Kinderhänden geformt wurden. Ein Steinmetz klagte. Er gewann! Nur was? Wer soll überprüfen, unter welchen Bedingungen die Steine entstehen, fragten die Richter. Eine Zertifizierung mit verbindlichen Maßstäben muss her. Juristisch ist es nicht zu beanstanden.

Allerdings: Viele der Zertifikate zu sozialen oder ökologischen Standards sind in Bereichen kaum den Kleber wert, mit dem sie auf ein Produkt gepappt werden. Es liegt jetzt an jedem Handwerker selbst, welche Grabzeichen er anbietet und mit welchen Steinen er arbeitet. Das Produkt Grabstein ist wieder einmal im Gerede, statt im Gespräch zu sein. Das ist ärgerlich.

Willy Hafner’s Betreff aus STEIN im Dezember 2013.

Bild: Aeternitas e.V.