Neue Studie: Natursteinböden im Vergleich am umweltschonendsten

Stein Magazin

Die DNV-Studie vergleicht die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen verschiedener Fußbodenbeläge. Foto: Pixabay



Der Deutsche Naturwerkstein-Verband (DNV) veröffentlicht erste Ergebnisse seiner Studie über Bodenbeläge. Naturstein ist umweltfreundlicher als Teppich, Laminat und Co.

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Die DNV-Studie vergleicht die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen verschiedener Fußbodenbeläge. Foto: Pixabay
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Im Vergleich: Das Treibhauspotenzial (GWP) unterschiedlicher Bodenbeläge über den gesamten Lebenszyklus in kg CO2-Äquivalent. Quelle: DNV
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Gegenüberstellung: Das Treibhauspotenzial (GWP) in kg CO2-Äquivalent von Platten aus Naturwerkstein und Betonwerkstein über den gesamten Lebenszyklus. Quelle: DNV

Erste Ergebnisse der DNV-Studie liegen vor

Pro Jahr werden allein in Deutschland über 350 Millionen Quadratmeter Fußboden verlegt – auf Naturstein entfallen dabei nur rund 12 Millionen Quadratmeter. Gleichzeitig gehört die Baubranche neben der Mode- und Lebensmittelindustrie zu den größten CO2-Produzenten. Entsprechend wichtig sind die Bemühungen, Bauprodukte in ihrer Herstellung, Nutzung und späteren Entsorgung nachhaltig zu gestalten. 

Der Deutsche Naturwerkstein-Verband e.V. hat deshalb beim Institut für Werkstoffe im Bauwesen der Universität Stuttgart eine Ökobilanz-Studie beauftragt. Sie vergleicht die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen verschiedener Fußbodenbeläge über die Produktions- bis zur Nutzungsphase.

Die Untersuchung bewertet Natursteinfliesen, keramische Fliesen, Laminat, Parkett, Teppich und PVC auf einer üblichen Fußboden-Unterkonstruktion für hochbelastete gewerbliche Bereiche bezüglich ihrer ökologischen Auswirkungen sowie ihrer Wirtschaftlichkeit über einen Zeitraum von 50 Jahren. Berücksichtigt werden dabei die Herstellungs- und die Nutzungsphase sowie die Wirkungskategorien Treibhauspotential, Versauerungspotential, Eutrophierungspotential, Ozonschichtzerstörungspotential, Ozonbildungspotential und der Primärenergiebedarf. Datengrundlage für den Vergleich der unterschiedlichen Materialien sind zertifizierte Umweltproduktdeklarationen.

Bei der Wirkungskategorie Treibhauspotential (GWP = Global Warming Potential) fallen durch die Herstellung und Nutzung von Steinbodenbelägen deutlich niedrigere CO2-Äquivalente an als bei anderen Belagsmaterialien, ergibt die Auswertung.
 Naturwerksteinfliesen samt dazugehörigem Klebemörtel haben mit 10,9 Kilogramm CO2-Äquivalent die geringsten Emissionen – das Treibhauspotential von Teppich ist im Vergleich mit einem Wert von rund 223 Kilogramm CO2-Äquivalent mehr als zwanzigmal so hoch.

Teppich, PVC und Laminat haben besonders hohes Treibhauspotential

Der Vergleich aller Bodenbeläge zeigt, dass Hartbeläge aus Naturstein und Keramik umweltfreundlicher sind als Teppich, PVC, Laminat und Parkett – auch, was ihren Primärenergiebedarf betrifft.

In einem weiteren Teil vergleicht die Studie die üblichen Bodenbeläge aus Naturwerkstein und Betonwerkstein für höchstbelastete Bereiche wie Einkaufszentren, Bahnhöfe und Flughäfen.
Ergebnis: Die Naturwerksteinplatten haben in allen Wirkungskategorien niedrigere Äquivalenzwerte. Das Treibhauspotential einer Naturwerksteinplatte ist um etwa 27 Prozent geringer als das einer Betonwerksteinplatte. Eine Analyse der Lebenszykluskosten, die wesentlich von der Höhe der Reinigungskosten abhängig sind, ist ebenfalls in der Ökobilanz-Studie enthalten.

Die ausführliche Ökobilanz-Studie für Bodenbeläge ist in Kürze beim DNV erhältlich. Geschäftsführer Reiner Krug stellt die ersten Ergebnisse zudem auf der Stone+tec vor.

Vortrag: Präsentation der neuen Nachhaltigkeitsstudie Bodenbeläge
15. Juni 2018, 14.00 bis 14.30 Uhr
Fachforum, Halle 9, Stand 9-514

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Gestaltungswettbewerb Grabzeichen

Stein Magazin

Der Landesinnungsverband Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk Baden-Württemberg führt seit 1965 jährlich den Gestaltungswettbewerb „Grabzeichen“ durch. Seit knapp 20 Jahren wird der Wettbewerb auch bundesweit ausgeschrieben. Die nächste Einreichungsrunde endet im Februar 2017.

Steinmetze aus ganz Deutschland können sich mit ihren Arbeiten bewerben. Die Jury legt dabei besonderen Wert auf die gestalterische Qualität der Grabzeichen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die eingereichten Arbeiten bereits auf einem Friedhof stehen müssen. Am Ende des Wettbewerbs darf sich der Gewinner über ein Preisgeld bis in Höhe von 1.000 Euro freuen. Ziel des Wettbewerbs ist es, innovative Arbeiten zu fördern und die zeitgenössische Bestattungskultur zu stärken.

Erfahren Sie mehr über den Gestaltungswettbewerb und reichen Sie Ihre Arbeiten noch bis zum 28. Februar 2017 ein.

Grabpflege muss man sich leisten können. Das Problem betrifft nicht nur viele zeitgenössische Normalsterbliche, auch für die anstehende Ertüchtigung des Florentiner Grabmals von Michelangelo fehlen derzeit die Mittel. Daher lief ursprünglich bis zum 30. Oktober 2017 eine Spendenaktion der zuständigen gemeinnützigen Organisation Opera di Santa Croce. Weil der notwendige Betrag leider noch nicht zusammengekommen ist, wurde die Kampagne aktuell verlängert, die Arbeiten am Grabmonument und dem dazugehörigen Altar sollen baldmöglichst beginnen.

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Er hat schon bessere Zeiten gesehen: Die Grablege Michelangelos und seiner Familie muss dringend gesäubert und restauriert werden. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Doppelter Andachtsort: Links der Familienaltar der Buonarroti, rechts das Grabmal. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Vor dem Sarkophag aus Breccia di Seravezza (auch Breccia Medicea genannt) trauern die personifizierten Künste Bildhauerei, Architektur und Malerei um Michelangelo. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Die Nahaufnahme zeigt: Die Skulpturen aus Bianco di Carrara müssen dringend gesäubert werden. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Erst 2016 entdeckt: Am linken Bildrand etwa auf halber Höhe hat Vasari den verstorbenen Michelangelo als Pharisäer Nikodemus im Altargemälde versteckt. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Seit der Überschwemmung von Florenz 1966 weist das Gemälde des Familienaltars der Buonarroti gravierende Schäden auf, dazu kommen die Ablagerungen der Jahrhunderte. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Vormals Weiß trifft Purpur – Carrara-Marmor und Breccia di Seravezza am Grab Michelangelos und der Seinen. Noch bis 30. Oktober kann für die Restaurierung gespendet werden. (Foto: Opera di Santa Croce)

Es steht nicht gut um das Familiengrab der Buonarroti. Zusammen mit 66 Verwandten ruht Michelangelo in der Basilika Santa Croce zu Florenz, das Andenken an den berühmtesten Sohn des Geschlechts steht im Fokus des Grablege-Ensembles bestehend aus steinernem Monument und angrenzendem Altar. Für die dringenden erhaltenden Maßnahmen werden insgesamt 100.000 Euro benötigt, 15.000 stehen bis dato noch aus.

„Die Skulpturen aus Carrara-Marmor wurden zum letzten Mal vor 22 Jahren gesäubert und haben seither wieder viele Ablagerungen angesetzt“, erklärt Paola Vojnovic, zuständig für die Spendenaktion #InTheNameOfMichelangelo bei Opera di Santa Croce. „Aufgrund der porösen Struktur des Steins können diese eindringen und ihn zerbröseln lassen.“ Eine Säuberung des Ensembles, das im Zentrum eine Büste des Meisters aus Bianco di Carrara auf einem Sarkophag aus purpurner Breccia di Seravezza zeigt, vor dem weiße Carrara-Marmor-Allegorien seiner drei Künste Bildhauerei, Architektur und Malerei trauern, ist unbedingt sinnvoll.

Direkt links neben dem Grabmal, 1570 von Michelangelos Freund Giorgio Vasari entworfen, findet sich der Familienaltar der Buonarroti mit einem Altargemälde, geschaffen vom selben Künstler. Hier reichen die Schäden weiter – und das seit vielen Jahren. Das Bild (Öl auf Pappelholz, 1572) wurde durch die große Überschwemmung in Florenz 1966 stark beschädigt. Weil der gesamte Reparaturbedarf in der Stadt immens war, wurde das Gemälde damals nur notdürftig gesichert. Zudem ist es durch Staub und Schmutzablagerungen der Jahrhunderte stark eingedunkelt. So entdeckte man erst kürzlich eine Darstellung Michelangelos in der Figurenkomposition, der zu seiner eigenen letzten Ruhestätte hinüberblickt. Säuberungs- und Sicherungsarbeiten sind dringend durchzuführen.

Für das Projekt werden noch 15.000 Euro benötigt, spenden kann man online über den Donate-Button auf http://santacroceopera.it/michelangelo/. Auch Kleinbeträge helfen, wie Paola Vojnovic unterstreicht: „Wir freuen uns über jeden, der vielleicht auch nur 25 oder 50 Euro beisteuert.“ Alle Spender werden übrigens ebenfalls in Santa Croce verewigt: In einem Buch der Spender im Archiv dieser Basilica minor. Für größere Zuwendungen von Privatpersonen oder Firmen (5.000, 10.000 oder gar 15.000 Euro) sind noch speziellere Ehrungen vorgesehen, wie z. B. eine Plakette am Eingang des Gotteshauses.

 

Zu Carrara-Marmor, aus dem Michelangelo zu Lebzeiten herausragende Kunstwerke schuf und welchen auch Vasari für das Grabmal des Meisters heranzog, lesen Sie übrigens mehr in STEIN 11/17 in Teil 3 unserer Serie „Italiens Klassiker“.