Drei Tage Glitzern und Strahlen

Stein Magazin

Bei der „Mineralien Hamburg“ präsentierten rund 400 Aussteller aus dem In- und Ausland prachtvollen Schmuck, faszinierende Mineralien und Millionen Jahre alte Fossilien. 20.000 Besucher nutzten vom 4. bis 6. Dezember 2019 die Gelegenheit zum Stöbern, Staunen und Shoppen.

Mineralien Hamburg 2019
Bei der „Mineralien Hamburg“ herrschte ein großer Andrang. Foto Hamburg Messe und Congress / Romanus Fuhrmann
Mineralien Hamburg 2019
Die 440 kg schwere Amethystdruse “The Flower of Uruguay” mit Andreas Guhr, Inhaber der RedGallery und Besitzer der „Flower of Uruguay“. Foto: Hamburg Messe und Congress / Romanus Fuhrmann
Mineralien Hamburg 2019
Schöne Lichtspiele bei den Exponaten. Hamburg Messe und Congress / Romanus Fuhrmann
Mineralien Hamburg 2019
Glitzernde Drusen zogen die Blicke auf sich. Foto: Hamburg Messe und Congress / Romanus Fuhrmann
Mineralien Hamburg 2019
Die Auswahl an Steinen aller Art war enorm. Foto: Hamburg Messe und Congress / Romanus Fuhrmann
Mineralien Hamburg 2019
Steinformationen wie Kunstwerke. Hamburg Messe und Congress / Romanus FuhrmannMesse und Congress / Romanus Fuhrmann
Mineralien Hamburg 2019
Ganz besondere Exponate konnten die Besucher in Vitrinen bestaunen. Foto: Hamburg Messe und Congress / Romanus Fuhrmann
Mineralien Hamburg 2019
Im Angebot waren auch Millionen alte Fossilien. Foto: Hamburg Messe und Congress / Romanus Fuhrmann
MINERALIEN 2019
In Gesprächen erläuterten die Aussteller dem fachinteressierten Publikum Fragen. Foto: Hamburg Messe und Congress / Nicolas Maack

Publikumsmagneten

Drei Tage lang glitzerte und strahlte es auf dem Hamburger Messegelände. Kauffreudige Besucher und zufriedene Aussteller prägten das Bild der „Mineralien Hamburg“ – der größten Mineralienmesse Nordeuropas. Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH, zieht ein positives Fazit: „Mit ihrem gelungenen Mix aus attraktiven Angeboten der Aussteller und spektakulären Sonderschauen hat die Mineralien Hamburg die Besucher auch in diesem Jahr wieder begeistert. Für unsere Aussteller freut es mich besonders, dass sie viele gute Geschäfte machen konnten.

Publikumsmagnet war die „Flower of Uruguay“, eine 400 Kilogramm schwere Amthystdruse mit Calcitkristallen in der Mitte. In einer spektakulären audiovisuellen Inszenierung öffneten und schlossen sich die Hälften. Auf großes Interesse stieß auch die Sonderschau „Schätze der Ostsee“, in der Sammler ihre schönsten Bernsteine und andere Fundstücke aus der Ostsee zeigten. Gut kam auch die Mitmach-Aktionen für Kinder und Jugendliche in der Discovery Hall an. Unter dem Motto „Hits for Kids“ konnten Nachwuchsforscher Opale schleifen, Geoden knacken und sich an einer Ausgrabungsstätte als Hobby-Archäologen versuchen.

Die Aussteller lobten den Besucherandrang und die angenehme, zum Teil familiäre Atmosphäre. Viele haben schon Stammkunden, die immer wieder kommen. Ingo Knoppe von Unikat Art freute sich auch über den hohen Anteil an fachlich interessierten Besuchern an seinem Stand: „Viele Menschen kamen mit konkreten Fragen gezielt auf uns zu. Für uns ist die ‚Mineralien‘ seit mehr als 20 Jahren eine der Top-Messen. Auch in diesem Jahr war die Stimmung durchweg positiv und wir haben gute Geschäfte gemacht.“

Infos:

www.mineralien-hamburg.de

www.facebook.com/mineralien.hamburg

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Schweizer Sandstein

Stein Magazin

Die Schweiz ist ein Land der Vielfalt. Die Einwohner sprechen vier Amtssprachen – Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Multikulti ist kein Fremdwort: 24 Prozent der Schweizer sind ausländische Mitbürger. Und doch gilt die Schweiz als bodenständige Nation mit Traditionsbewusstsein. Man möchte seine Eigenheiten bewahren. Und so zeigt sich auch Schweizer Sandstein gern als alter Werkstein in neuem Gewand.

Foto© Bärlocher Steinbruch Steinbildhauerei

Im Steinbruch der Firma Bärlocher zum Beispiel, oberhalb der Rorschacher Bucht am Bodensee gelegen, bauen zwölf Mitarbeiter jährlich etwa 10.000 Kubikmeter Rorschacher Sandstein ab und spalten oder sägen ihn vor Ort auf die gewünschten Maße.
Erst kürzlich kam dieser Schweizer Sandstein im Wohnpark Giessen in Meilen zum Einsatz. Zwischen den Sichtbeton-Fertigelementen der Wohnhäuser befindet sich bruchraues Mauerwerk aus Rorschacher Sandstein. Die Sichtflächen und Stoßfugen sind gespalten, die Lagerflächen gespalten oder geflammt. Die Umsetzung des Vorsatzmauerwerkes im Schottischen Verband dauerte auf der Baustelle rund zehn Monate. Die Stoß- und Lagerfugen sind zwischen zwei Millimetern und maximal fünf Millimetern groß. Nach außen sind die Fugen offen, was den Eindruck eine Trockenmauer vermittelt, nach innen sind sie – aus Gründen der Stabilität – mit einem Spezialkleber für Naturwerksteinbeläge vollflächig verklebt.

Foto© Müller Naturstein AG

Am oberen Zürichsee, zwischen Schmerikon und Eschenbach, baut der Natursteinbetrieb Müller in dritter Generation Bollinger Sandstein ab. Der Name des Molassesandsteins leitet sich von der Ortschaft Bollingen ab, in deren Nähe die relativ großen Lagerstätten liegen. Diese Lagerstätten stehen heute nahezu senkrecht und werden daher im Schachtbetrieb, durch in die Tiefe getriebene Brüche, abgebaut. Die wirtschaftliche Abbautiefe liegt bei etwa 50 Metern. Dieser Aufwand lohnt sich nur, weil die Sandsteinschichten sehr mächtig und kaum gestört sind.
Der Abbau ist allerdings nicht das einzige Arbeitsgebiet der Müllers: 1992 investierten die Gebrüder Müller in eine Werkhalle, in der die Rohblöcke mittels Gattersägen, Diamantfräsmaschinen, an der Drehbank oder in der hauseigenen Steinbildhauerei weiterverarbeitet werden.


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Fotos© Emilio Stecher

Etwas weiter südwestlich am Höhenzug Rooterberg gewinnt seit über 65 Jahren die Firma von Emilio Stecher Rooterberger Molassesandstein im eigenen Steinbruch Wiesweid. Rooterberger Sandstein, ehemals eine beliebte Steinsorte, wird heute nur noch dort gewonnen. Nach seiner Blütezeit im 19. Jahrhundert konnte die Region um die Ortschaft Root mit der fortschreitenden Industrialisierung der Branche nicht mithalten.
Der Abbau unterliegt strengen Auflagen und wird mit Sprengstoff durchgeführt. Die großen Lagerflächen des graublauen Steins lassen sich hervorragend spalten und verleihen ihm ein charakteristisches Aussehen. Dieser Schweizer Sandstein hat seine Nische gefunden und dient, dann auch in geschliffener Ausführung, besonders oft als dezenter und neutraler Bodenbelag.

Foto© Carlo Bernasconi AG

Der Vierte im Bunde ist die Carlo Bernasconi AG aus der Berner Region. Der Betrieb gewinnt den Berner Sandstein in den Steinbrüchen Ostermundigen und Krauchthal. In Ostermundigen gewinnt man diesen Schweizer Sandstein schon seit dem 15. Jahrhundert, praktisch alle historischen Bauten der Berner Altstadt bestehen aus ihm. Doch während im 19. Jahrhundert Ostermundigen den größten Steinbruch der Schweiz beherbergte, ist die Familie Bernasconi heute die letzte, die dort ihren Stein gewinnt. Er kommt vor allem für die Denkmalpflege zum Einsatz. Eine wichtige Marktnische, denn passendes Ersatzmaterial für historische Bauten liefern meist nur die schon damals genutzten Lagerstätten.

Mehr über die Schweizer Sandstein erfahren Sie in STEIN im Juli 2014.

Schon lange war der Friedhof nicht mehr so populär wie im Moment. Die Kommunen haben begriffen, dass es Zeit ist, zu handeln, wenn sich Friedhöfe auch in Zukunft noch wirtschaftlich tragen sollen. Chancen für Konzepte, die den Friedhof als Raum wieder attraktiv machen und den Bedürfnissen der Hinterbliebenen gerecht werden.

Konzept Memoriamgarten:

Der erste Memoriam-Garten bereicherte 2009 die Bundesgartenschau in Schwerin. Die Idee dazu hatten Friedhofsgärtner. Das Konzept erhielt unmittelbar nach der BUGA den Deutschen Innovationspreis Gartenbau. Seitdem wird es auf jeder Gartenschau mit immer neuen Gestaltungsvarianten gezeigt. In vielen Bundesländern entstanden derartige Gärten der Erinnerung. In Hessen wird dieses Konzept von der Treuhandstelle für Dauergrabpflege gefördert, acht Gärten gibt es dort bislang.

Allein 2013 wurden vier Memo­riam-Gärten umgesetzt. Die Städte Lich und Offenbach weihten entsprechende Anlagen im Sommer 2013 ein. Anfang November 2013 wurde ein Memoriam-Garten in Dillenburg eröffnet, die jüngste Anlage befindet sich in Hofheim-Marxheim. Die sogenannten Memoriam-Gärten sind Gemein­schaftskonzepte der jeweiligen Kommune, der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen GmbH und Steinmetzen sowie Gärtnern vor Ort.

Ziel ist es, eine harmonisch gestaltete Anlage mit bezahlbaren Grabstätten zu schaffen, die Hinterbliebene von der Grabpflege entbindet. Mit einem Grab und seiner Nutzungsdauer erwerben diese gleichzeitig einen Grabstein, der von dem kooperierenden Steinmetz bearbeitet und versetzt wird, sowie eine dauerhafte Grabpflege mit jeweils nach Saison wechselnder Bepflanzung. In Offenbach stehen drei unterschiedliche Urnengrabstätten zur Wahl, in Hofheim-Marxheim, Dillenburg und Lich gibt es darüber hinaus auch Erdgrabstätten.

Konzept »Andenken«:

Mit der Zeit nach der Ruhefrist beschäftigt sich das Konzept »Andenken« des Bildhauers Timothy Vincent. »Andenken« möchte einen dauerhaften Erinnerungsort bewahren und geht dabei einen ungewöhnlichen Weg. Kernstück des Projekts ist eine Natursteinstele (220 x 45 x 45 Zentimeter), auf der die Namen derjenigen eingehauen sind, deren Gräber nach dem Ablauf der Ruhezeit eingeebnet werden und deren Erinnerungsorte dadurch unauffindbar sind. Auf den vier Seiten des Steins, der je nach Standort aus regionalem Gestein bestehen soll, haben die Namen von insgesamt 140 Verstorbenen Platz. Die Stele, die Steinmetzarbeiten und das Versetzen werden durch Sponsoren finanziert.

Lesen Sie mehr zu neuen Konzepten für den Friedhof in STEIN im Februar 2014.