Skulptur des Monats: Unverrückbar

Die 1975 erbaute St.-Jakobs-Halle in Basel wird saniert und erweitert. In diesem Zuge wurde eine künstlerische Intervention ausgeschrieben – die Jury entschied sich für die Findling-Skulptur „Unverrückbar“ von Eric Hattan.

Auf der einzigen Stütze in der Foyerhalle lasten 2.800 Tonnen. Sie trägt das auskragende Vordach sowie ein Technikgeschoss. Eric Hattans künstlerischer Beitrag ist ein Findling aus dem Gotthardmassiv: Der 25 Tonnen schwere „Grundstein“ ist unübersehbar – und unverrückbar.

Grundstein der St.-Jakobs-Halle

Bei Neubauten wird als erstes Element der Grundstein gelegt. Hattans „Grundstein“ soll implizieren, dass die Kunst ein Bestandteil der Architektur ist – und kein nachträglich hinzugefügtes Schmuckelement.

Hattans Suche nach einem geeigneten Stein gestaltete sich schwierig: Findlinge von mindestens einem Kubikmeter Volumen sind geschützte Steine. Ein weiteres Problem ist die Lage an einem Ort, wo der Stein geologische nicht hingehört.

Der Findling der Skulptur „Unverrückbar“ wurde aus dem Gotthardmassiv in den heutigen Aargau transportiert. Erst viele tausend Jahre später, nachdem er einige Jahre in einer Kiesgrube lag, brachte ihn ein Tieflader nach Basel. Der Block im Foyer der St.-Jakobs-Halle war also ein Zufallsfund.

Findling und Betonstütze

Der Findling und die Betonstütze sollen sich zu einer skulpturalen Einheit verbinden. Sie wird lesbar als umgedrehte Säule: Der Stein bildet das Kapitell der Stütze. Ein „Köpfchen im Kopfstand“, wie Hattan erklärt.

Der Findling zeichnet sich durch seine organisch gerundete Form aus sowei durch eine raue und ungereinigte Oberfläche aus: Moos und Erde haften in den Gesteinsporen. Im Kontrast dazu besteht die rechteckige, konische Stütze hellem, glattem Beton.

Die Foyererweiterung an der Nordseite der Halle stammt von des Basler Architekten Jürg Berrel und Heinrich Degelo. Die Tragkonstruktion stammt von Schnetzer Puskas Ingenieure: Durch Stütze und Stein führt ein Stahlträger; er lagert auf einer Gelenkpfanne , welche kleine Bewegungen des Baus und Untergrunds aufnimmt.

Eric Hattan (geb. 1955 in Wettingen) lebt und arbeitet in Basel und Paris. 2016 erhielt er den Basler Kunstpreis. 

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