Skulptur des Monats: Unverrückbar

Stein Magazin

Die 1975 erbaute St.-Jakobs-Halle in Basel wird saniert und erweitert. In diesem Zuge wurde eine künstlerische Intervention ausgeschrieben – die Jury entschied sich für die Findling-Skulptur „Unverrückbar“ von Eric Hattan.

Auf der einzigen Stütze in der Foyerhalle lasten 2.800 Tonnen. Sie trägt das auskragende Vordach sowie ein Technikgeschoss. Eric Hattans künstlerischer Beitrag ist ein Findling aus dem Gotthardmassiv: Der 25 Tonnen schwere „Grundstein“ ist unübersehbar – und unverrückbar.

Bild-17-737x492
April 2018: Gespräch unter drei Augen
Bubbles-Kreoo-Marco-Piva
März 2018: Geschwungene Form: freistehender Waschtisch „Bubbles“. Foto: Kreoo
Kutleh-Stuhl
Februar 2018: Kutleh Chair. Foto: Amman Design Week 2017
Trimpin-Aufmacher
Januar 2018: Ohne Titel. Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart
Diana-Kasko
Diana Kasko verleiht ihrem Werk den Feinschliff. Foto: Diana Kasko
Diana-Kasko-Chocolate-Block
Dezember 2017: Pastry Art. Foto: Diana Kasko
German-Design-Award-Stone-Plant-Sculpture
November 2017: Stone Plant Sculpture. Foto: Franken-Schotter & Bruns Pflanzen-Export / Quelle: Rat für Formgebung

Grundstein der St.-Jakobs-Halle

Bei Neubauten wird als erstes Element der Grundstein gelegt. Hattans „Grundstein“ soll implizieren, dass die Kunst ein Bestandteil der Architektur ist – und kein nachträglich hinzugefügtes Schmuckelement.

Hattans Suche nach einem geeigneten Stein gestaltete sich schwierig: Findlinge von mindestens einem Kubikmeter Volumen sind geschützte Steine. Ein weiteres Problem ist die Lage an einem Ort, wo der Stein geologische nicht hingehört.

Der Findling der Skulptur „Unverrückbar“ wurde aus dem Gotthardmassiv in den heutigen Aargau transportiert. Erst viele tausend Jahre später, nachdem er einige Jahre in einer Kiesgrube lag, brachte ihn ein Tieflader nach Basel. Der Block im Foyer der St.-Jakobs-Halle war also ein Zufallsfund.

Findling und Betonstütze

Der Findling und die Betonstütze sollen sich zu einer skulpturalen Einheit verbinden. Sie wird lesbar als umgedrehte Säule: Der Stein bildet das Kapitell der Stütze. Ein „Köpfchen im Kopfstand“, wie Hattan erklärt.

Der Findling zeichnet sich durch seine organisch gerundete Form aus sowei durch eine raue und ungereinigte Oberfläche aus: Moos und Erde haften in den Gesteinsporen. Im Kontrast dazu besteht die rechteckige, konische Stütze hellem, glattem Beton.

Die Foyererweiterung an der Nordseite der Halle stammt von des Basler Architekten Jürg Berrel und Heinrich Degelo. Die Tragkonstruktion stammt von Schnetzer Puskas Ingenieure: Durch Stütze und Stein führt ein Stahlträger; er lagert auf einer Gelenkpfanne , welche kleine Bewegungen des Baus und Untergrunds aufnimmt.

Eric Hattan (geb. 1955 in Wettingen) lebt und arbeitet in Basel und Paris. 2016 erhielt er den Basler Kunstpreis. 

Hier sehen Sie die Skulpturen der letzten Monate:

Bild-17-737x492
April 2018: Gespräch unter drei Augen
Bubbles-Kreoo-Marco-Piva
März 2018: Geschwungene Form: freistehender Waschtisch „Bubbles“. Foto: Kreoo
Kutleh-Stuhl
Februar 2018: Kutleh Chair. Foto: Amman Design Week 2017
Trimpin-Aufmacher
Januar 2018: Ohne Titel. Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart
Diana-Kasko
Diana Kasko verleiht ihrem Werk den Feinschliff. Foto: Diana Kasko
Diana-Kasko-Chocolate-Block
Dezember 2017: Pastry Art. Foto: Diana Kasko
German-Design-Award-Stone-Plant-Sculpture
November 2017: Stone Plant Sculpture. Foto: Franken-Schotter & Bruns Pflanzen-Export / Quelle: Rat für Formgebung
Könnte dich auch interessieren

Know-how teilen: Finalit-Franchise expandiert, neuer Partner in NRW

Stein Magazin

Das erfolgreiche „Finalit StoneCare“-Franchise-System wird weiter ausgebaut. Insgesamt gibt es diese Struktur seit drei Jahren bei dem weltweit tätigen Unternehmen für die professionelle Reinigung von Natur- und Kunststeinen. Neuer Partner für das Ruhrgebiet West und Düsseldorf ist die Anstone GmbH aus Marl.

Andreas Nouskas Finalit_web
Neuer Franchise-Partner von Finalit für die Regionen Ruhrgebiet West und Düsseldorf: Andreas Nouskas, Geschäftsführer von Anstone aus Marl. Foto: Finalit
Bildschirmfoto 2020-03-05 um 18.06.37
Auf https://www.finalit-franchise.com finden Interessierte umfassende Informationen zur Struktur der Partnerschaft und eine Online-Bewerbung ist möglich. Screenshot: STEIN/Finalit

Neuer Partner Anstone für Ruhrgebiet West und Düsseldorf

Zum Sortiment von Finalit gehören Produkte für die Reinigung, Pflege, Schutz und Imprägnierung, die im Baufachhandel erhältlich sind – alles Eigenentwicklungen. Außerdem wird die fachgerechte Ausführung von Dienstleistungen in privaten und öffentlichen Bereich angeboten. Vor drei Jahren startete „Finalit-StoneCare“ mit einem eigenen Franchise-System für die Ausführung der Reinigung und Pflege mit Finalit-Produkten. Die Ausführung der Arbeiten als eigenständige Dienstleistung sieht Finalit als großes Geschäftsfeld mit viel Potenzial. „Dafür schulen, beraten und unterstützen wir unsere Partner von Anfang an und bieten, neben bewährten Produkten, Gebietsschutz, regelmäßigen Erfahrungsaustausch im Partner-Netzwerk und unterstützen mit Marketingaktivitäten“, erläutern die beiden Geschäftsführer der Finalit StoneCare GmbH, Evangelos Iordanidis und Michael Epple, das Konzept. Für die bundesweite Ausführung der Dienstleistung gibt es bisher in Deutschland zehn Franchisegebiete mit selbstständigen Partnern.

Seit Oktober 2019 ist die Anstone GmbH mit Geschäftsführer Andreas Nouskas aus Marl neuer Franchise-Partner für das Gebiet Ruhrgebiet West und die Region Düsseldorf. Bevor er sich der Kaufmann für die Partnerschaft entschieden hat, hat er bereits zwei Jahre mit Finalit zusammengearbeitet. „Ich bin ein Fan von Natursteinen. Für die Reinigung und die Pflege von Kunst- und Natursteinen und anderen Belagsmaterialien sind Finalit Produkte ein echter Problemlöser. Zudem haben mich die fundierte Ausbildung, die fachliche Unterstützung der Steinpflegeprofis rund um die Uhr sowie die Bekanntheit der Marke Finalit und das Netzwerk aus Industriepartnern, Architekten und öffentlichen Auftraggebern überzeugt“, so der Jungunternehmer. Bereits verschiedene Aufträge hat er mit seinen Mitarbeitern ausgeführt, wie die Reinigung von Marmorböden mit Rossa Portogalo und keramischen Mosaikfliesen im Schauspielhaus Düsseldorf, eine Treppenbehandlung in einem Hotel in Oberhausen sowie die Entfernung von Rückständen von Epoxidharz in einem Fitness-Center.

Franchisenehmer werden geschult und regelmäßig fortgebildet

Für ihre Aufgaben erhalten die neuen Partner ein Unternehmenscoaching, werden intensiv fachlich geschult und erhalten laufende Unterstützung bei den Projekten sowie regelmäßige Schulungs- und Weiterbildungsangebote. Dazu kommt eine Profi-Ausstattung: ein Produktkoffer, Anwendungshandbuch, ein Musterfächer sowie die Finalit-App. Eingehende Kundenanfragen werden an den jeweiligen Partner in der Region weitergeleitet. Im Gegenzug für das Leistungspaket zahlt der Lizenznehmer eine Einstiegsgebühr und monatliche Umsatzbeteiligung.

www.finalit-stonecare.de

www.finalit-franchise.com

Ein Steinmetz auf Wanderschaft

Stein Magazin

Die Walz gibt es schon seit etwa dem 12. Jahrhundert. Mindestens drei Jahre und einen Tag verlassen Handwerkergesellen ihre Heimat, um auf der traditionellen Wanderschaft neue Arbeits- und Lebenserfahrungen zu sammeln. Heute sind noch rund 900 von ihnen unterwegs. Warum ist die sogenannte „Tippelei“ im 21. Jahrhundert noch attraktiv?

alexander-trunk-walz
In traditioneller Steinmetz-Kluft lehnt Alexander Trunk neben dem Ortsschild seiner Heimatstadt, die er etwa vier Jahre lang verließ, um auf die Walz zu gehen. (Foto: Alexander Trunk)
alexander-trunk-wandergesellen-walz
Trunk begann seine Reise mit zwei Wandergesellen, suchte aber bald seine eigenen Wege. Auf der Walz sammelte Trunk viele Arbeitserfahrungen. (Foto: Alexander Trunk)
mauerabdeckung-gestalten
In Erfurt gestaltete er Mauerabdeckungen mit Siegel für den Vorgarten eines Privathauses. (Foto: Alexander Trunk)
ueberdimenionale-puzzleteile-walz
In der Eifel arbeitete er an überdimensionalen steinernen Puzzleteilen für eine Schule. (Foto: Alexander Trunk)
alexander-trunk-york-restaurierung
Im englischen York half Alexander Trunk über drei Monate lang bei der Restaurierung der St Mary’s Church. (Foto: Alexander Trunk)

Es ist bitterkalt. Bei minus 17 Grad Celsius verbringt Alexander Trunk die Nacht im Freien. Fast eineinhalb Jahre ist der Steinmetzgeselle zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Walz. Warum nimmt er solche Strapazen auf sich? Die Antwort darauf ist vielschichtig und nicht nur auf jugendlichen Freiheitsdrang und Abenteuerlust zu reduzieren.

Wie beginnt man nun eine solche Reise? Allgemeine schachtunabhängige Voraussetzungen für die Walz sind der Gesellenbrief, die Schuldenfreiheit, Vorstrafenfreiheit und der Beginn der Wanderschaft im Alter von unter 30 Jahren. Sowohl unverheiratet als auch kinderlos müssen die Gesellen sein. Die Schächte (Vereinigungen von Handwerkern, die auf Wanderschaft sind oder waren) können eine erste Anlaufstelle sein. Als Mitglied eines Schachts kann man auf die gesammelten Erfahrungen vieler Wandergesellen zurückgreifen, erhält wichtige Kontakte und kann in den für die Wandergesellen offenstehenden Herbergen unterkommen.

Abschied von Familie und Freunden

Konkret beginnt die Walz mit dem Abschied von Familie und Freunden. Neben der Abschiedszeremonie gibt es auch eine Heimkehrzeremonie, Trink- und Vorspracheregeln und sogar eine eigene „Sprache“. Mit der Pflege dieser tausende Jahre alten Traditionen werden Geschichte und Werte des jeweiligen Handwerks in die Gegenwart getragen und aktiv ausgelebt.

Die jungen Gesellen zeigen, dass sie stolz sind, auf das was sie tun. Im Vordergrund steht das Verfeinern der beruflichen Fähigkeiten. Wenn man bei unterschiedlichen Betrieben mit unterschiedlichen Schwerpunkten Arbeit findet, dann lernt man immer neue Arbeitstechniken und Herangehensweisen. Und wer kann schon sagen, er habe an der Siegessäule und der Staatsbibliothek in Berlin mitgearbeitet? Alexander Trunk ist stolz auf seine dort bearbeiteten Steine, die er jetzt seinen Freunden zeigen kann.

„Die Walz ist kein Campingurlaub, sondern fordert viel von einem ab“, so Trunk. Dabei denkt er nicht nur an die zu Fuß erwanderten Wegstrecken, er sieht in der Walz auch ganz allgemein eine Schule des Lebens. Auch die Reise in andere Länder verspricht eine neue Sicht auf die Welt, das Kennenlernen anderer Kulturen und Sprachen. Die für jeden einzigartigen Erlebnisse der Wanderschaft können eine gute schulische Ausbildung zwar nicht ersetzen, bereichern und vertiefen das Gelernte aber stark und erweitern den eigenen Horizont.

Erfahren Sie mehr über Alexander Trunk und seine Wanderschaft in STEIN im Oktober 2016.