Im April weihte das Rotterdamer Büro OMA die Nationalbibliothek Katar in Doha ein. Das Projekt verbindet vier Institutionen des Landes und ist Teil eines neu entstehenden Campus. Im Innenraum der Bibliothek wurden Marmor und Travertin verbaut.
Außenansicht der neuen Nationalbibliothek in Doha. Foto: Iwan BaanEingangsbereich. Foto: Iwan BaanBesucher beim Lesen im großen Foyer. Foto: Hans WerlemannHistorische Texte und Manuskripte über die arabisch-islamische Zivilisation in Travertin. Foto: Delfino Sisto Legnani, Marco CappellettiDie Sammlung ist um sechs Meter abgesenkt. Foto: Delfino Sisto Legnani, Marco CappellettiDie Regale aus Marmor sollen sich visuell mit dem Raum verbinden. Foto: Iwan BaanIn den Regalen ist auch die Technik wie Licht und Lüftung integriert. Foto: Delfino Sisto Legnani, Marco CappellettiDie Bibliothek fasst den Buchbestand von vier Sammlungen des Landes zusammen. Foto: Delfino Sisto Legnani, Marco Cappelletti
Regale aus Marmor
Die Qatar National Library (QNL) fasst den Buchbestand von vier Sammlungen des Landes zusammen: die Universitäts- und Stadt-Bibliothek von Doha, die National-Bibliothek des Landes sowie eine historische Kollektion von Texten und Manuskripten über die arabisch-islamische Zivilisation.
Die Nationalbibliothek ist Teil einer neuen „Education City“, welche am Rand von Katars Hauptstadt Doha liegt – dabei handelt es sich um eines der wichtigsten Bildungs- und Investitionsprojekte des Landes. Auf dem Satelliten-Campus internationaler Unis und Institute entwarfen OMA außerdem die Qatar Foundation Headquarters und ein Forschungsinstitut.
Allein im Bereich der Stadt-Bibliothek werden mehr als eine Millionen Bücher aufbewahrt – auf einer Fläche von 42.000 Quadratmetern. Die Bibliothek ist als großes Foyer konzipiert, in dem es Rückzugsräume zum Lesen gibt. Ein wichtiges Element sind die Regale: Wie Wände und Böden bestehen sie aus weißem Marmor, um eine gestalterische Einheit zu bilden. Das Material stammt von der niederländischen Firma Solid Nature. In den Regalen sind auch Beleuchtung, Lüftung und ein Buchrückführungssystem integriert.
Die historische Skript-Sammlung befindet sich in einem um sechs Meter abgesenkten Bereich, welcher separat von Außen erschlossen werden kann. Visuell hebt sich der autonome Raum durch einen Beige-farbenen Travertin ab, womit die gesamten Wände verkleidet wurden. Vom Foyer lässt sich so nach unten schauen, wie auf eine archäologische Ausgrabungsstätte.
Gefaltete Schachtel
Auf der oberen Foyer-Ebene werden die verschiedenen Bereiche der Bibliothek durch eine trägerfreie Brücke verbunden. So entstehen Knotenpunkte, die die Architekten als Kommunikationsort der verschiedenen Institutionen verstehen. Hier befinden sich abgeschlossene Räume für Konferenzen, Ausstellungen sowie zum Lesen und Studieren. Faltbare Wände sollen die Räume flexibel nutzbar machen – das System stammt vom Büro Inside Outside, welches auch für Landschaftsplanung verantwortlich war.
Von außen wirkt das Gebäude wie eine Schachtel, die um 45 Grad gekippt wurde. Im Innenraum nehmen Besucher die Schrägen als Stufen und somit als Erschließung zum Buchbestand in den weißen Marmorregalen wahr.
„Unerwartet rollte 1991 aus einem kleinen Inserat im Tagesanzeiger das große Wort STEIN auf mich zu. Das war der Beginn einer Freundschaft mit dem Tessin, mit den Menschen in Peccia, mit dem Cristallina-Marmor und dem Spitzeisen“, schildert die Bildhauerin Ursula Rutishauser ihre Anfänge mit der Bildhauerei. Das Werk „Zylon“ – unsere Skulptur des Monats Mai – ist Teil ihrer Ausstellung im Infocentro der Scuola di Scultura im Innenhof des Museo di Valmaggia, die noch bis 16. August 2017 besucht werden kann.
Die Bildhauerschule Scuola di Scultura von Peccia ist eine Bildhauerschule in der Schweiz, in der – egal ob Anfänger, Fortgeschrittene oder Profis – die Kreativität und das künstlerische Schaffen entfaltet werden kann. Neben Bildhauerkursen mit Marmor, Holz und Metall werden auch Modellier- und Zeichenkurse sowie kunstgeschichtliche Seminare von verschiedenen Künstlern angeboten.
„Die Infrastruktur der Scuola di Scultura in Peccia bietet alles, was das Bildhauerherz begehrt. Alles passt wunderbar zusammen: der Steinbruch, das Marmorwerk und die Bildhauerschule. Eine richtige Symbiose, ein Ort der Energie, der Kraft und Besinnung“, stellt Rutishauser fest. 2014 feierte die Scuola bereits ihr 30-jähriges Jubiläum. Seit ihrer Gründung 1984 hat sie sich zum Treffpunkt und zum Mittelpunkt in Sachen Bildhauerei entwickelt.
Die Skulptur Zylon
Die gebürtige Schweizerin Ursula Rutishauser ist seit 1991 freischaffende Bildhauerin an der Scuola di Scultura di Peccia im Maggiatal. Nach zahlreichen Gruppenausstellungen im Tessin, Weesen und Männedorf sowie Auftragsarbeiten und einer Einzelausstellung in Peccia zum 20. Jahresjubiläum der Bildhauerschule folgt nun eine weitere Ausstellung mit allen Werken aus Cristallina-Marmor, die die Künstlerin während ihrer 26 Jahre in der Scuola di Scultura geschaffen hat.
Für Rutishauser war die Scuola di Scultura der wichtigste Ferienort. „Fast ohne Ausnahme reiste ich jedes Jahr mindestens zweimal ins Maggiatal, um mich der Steinbearbeitung zu widmen“, erklärt sie. „Geprägt von meinem Beruf als Dekorationsgestalterin arbeitete ich anfänglich sehr ziel- und produktorientiert. Mit einem Konzept und einer fixen Vorstellung im Kopf entstanden meine Formen und Skulpturen.“
Aus dieser Zeit stammt auch ihre Skulptur „Zylon“. Abgeleitet von dem Wort Zyklon, das für Ursula Rutishauser jedoch zu hart klingt, sodass sie sich dazu entschieden hat, den Buchstaben K wegzulassen. „Es ging mir bei der Namensgebung vor allem um die kraftvolle Dynamik, das Abheben himmelwärts und den Ausdruck von Energie”, erklärt die Künstlerin. Der Zylon ist ein 170 Zentimeter hohes Werk aus Marmor mit Eisenkonstruktion, das auch Teil der Kunstausstellung ist. Die Arbeit erforderte viel Disziplin und Genauigkeit. „In Folge waren es drei Werke, bei denen ich die Standfläche des Steins auflöste und in Verbindung mit einem Träger aus Eisen Leichtigkeit, Beweglichkeit und Dynamik suchte. Mich faszinierte das Zusammenspiel der beiden schweren Materialien“, sagt Rutishauser.
Faszination Marmor und klare Formen
Die Künstlerin ist seit Langem von der Marmorwelt beeindruckt: Bei Sonnenlicht glitzern die Kristalle, bei Nässe kommen Farbe und Struktur des Materials besonders zur Geltung. Die Bildhauerin hat sich von Beginn an reduzierten Formen orientiert. „Ich liebe das Einfache, Schlichte, Klare und fühle mich mit Grundformen wie Rechteck, Quadrat und Kreis im Einklang“, erklärt sie. Ihre Arbeiten werden zudem von der Formenvielfalt der Natur beeinflusst. Im Laufe der Zeit hat sich jedoch ihr Umgang mit dem Stein verändert: In ihren Arbeiten legt Rutishauser zunehmend Wert darauf, dem schweren Material mehr Leichtigkeit zu geben.
Erfahren Sie mehr über die Bildhauerin Ursula Rutishauser und ihre Werke.
Hier sehen Sie die Skulpturen der letzten Monate:
April 2017: Die Triologie von Tim Bennett „Rose“, „Bouquet“ und „Marble“(Foto: Constanza Meléndez, 2016 / Galerie Jo van de Loo, München)März 2017: Die Skulptur fertigte Robert Schmidt-Matt aus rotem Schweinstäler Sandstein. (Foto: Thomas Brenner)Februar 2017: Die „Dancing Column“ aus Seeberger Sandstein von Tony Cragg. (Foto: Charles Duprat)Januar 2017: Das Oloid aus kretischem Marmor von Sabine Rassow. (Foto: Piet Freitag)Dezember 2016: „Der Mops“ von Steve Seguin aus Udelfanger Sandstein. (Foto: Bernd Decker)November 2016: „Homme“ aus weißem Marmor von Alberto Giacometti. (Foto: Foto: Kunstmuseum Basel / Martin P. Bühler)Oktober 2016: Der liegende Eisbär aus Carrara Marmor von Peter Hecht. (Foto: Peter Hecht)September 2016: Die Skulptur „Traumsaat“ aus grünlichem Diabas von Emanuel Wagner. (Foto: Steinmetz Hans Wagner KG)August 2016: Die Schwingungen der Skulptur „Steinskúfa“ von Karin Reichmuth versetzen sie in Bewegung. (Foto: Þröstur Eggertsson)Juli 2016: „Nautilus“ aus Marmor von Ulrike Glaubitz. (Foto: Künstlerin)Juni 2016: „Hände“ aus Carrara Marmor von Sabine Harborth . (Foto: Künstlerin)Mai 2016: „Die Träumende“ von Florian Widmann aus Untersberger. (Foto: Birgit Rilk)April 2016: „Der goldene Schlüssel“ von Ralf Ehmann in Hanau. (Foto: Künstler)März 2016: Die Skulptur „Letzter Herzschlag“ aus Portokalk von Julia Dietrich auf dem Friedhof in Lauterhofen. (Foto: Künstlerin)Februar 2016: „Wa(a)gnis Geometrie“, Figurenensemble aus Anröchter Grünkalkstein, von Ina Michalski. (Foto: Künstlerin)Januar 2016: „Sternenhimmel“, eine hängende Skulptur aus Carrara Marmor und Blattgold, von Riccardo Atta. (Foto: Künstler)
Der Winter naht und auf vielen Außenbaustellen kehrt langsam Ruhe ein. Um die Wartezeit auf das frische Grün im Frühling zu überbrücken, hat Besco Berliner Steincontor einige Best-ofs von Außenanlagen und Fußgängerzonen zusammengestellt.
Überlingen – Buchinger Wilhelmi. Foto: Besco Berliner SteincontorBrunnenanlage bei der Gartenschau Aschersleben 2010. Foto: Besco Berliner SteincontorStuttgart, Killesberg – Grüne Fuge – in Kooperation mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten und Pfrommer + Roeder. Foto: Besco Berliner SteincontorFußgängerzone in Wiesbaden – in Kooperation mit ST raum a. Landschaftsarchitektur. Foto: Besco Berliner Steincontor
Neue Broschüren online
Vor über 15 Jahren machten sich Ulrich Klösser, Frank Dickmann und Florian Geyer auf, um das reiche Natursteinangebot Asiens und später auch Europas für europäische Bauprojekte verfügbar zu machen. Entwickelt wurde das Markenprodukt Belgrano-Naturstein, das nach strengen Vorgaben fair und sozial verträglich gefertigt und regelmäßig kontrolliert wird. Inzwischen wurden zahlreiche Natursteinprojekte in Deutschland, Österreich, Luxemburg, Schottland und dem Mittleren Osten durchgeführt. Dazu gehören Fußgängerzonen, Stadt- und Marktplätze, Innenstädte, Bahnhöfe, Gartenschauen, Fassaden und Innenböden, wo Natursteine nachhaltig eingesetzt wurden. In einer interaktiven Broschüre hat Besco seine besten Natursteinprojekte im Bereich Gartenschauen, Parkanlagen und Promenaden zusammengestellt (zugänglich nach Registrierung): www.besco-gmbh.de/broschuere
Die Neugestaltung von Fußgängerzonen stellt Städte und Gemeinden oft vor große Herausforderungen, die es zu meistern gilt. „Aufgrund der hohen Kosten und erheblichen Einschränkungen für die Bürger und Gewerbetreibenden beim Bau, überwiegen ganz klar die Vorteile von Naturstein bei der Wahl des Bodenbelages“, heißt es in der Presseerklärung von Besco. Daher hat der Berliner Steincontor eine weitere Broschüre herausgegeben, in der realisierte Fußgängerzonen mit ihren unterschiedlichen Farben, Formen und Gesteinen dargestellt werden. Dabei sind Städte wie Binz, Bayreuth, Fuschl am See, Hamburg, Lübeck, Luxemburg, Rostock, Wiesbaden, Wuppertal und Würzburg, die Zusammenstellung kann auch ohne Anmeldung betrachtet werden:
In beiden Broschüren sind jeweils die allgemeinen Angaben zum Projekt, die Architekten, die Aufgabe und die Art des Natursteins angeführt.
Info: Belgrano-Natursteine stammen überwiegend aus Europa und Asien, wo sie nach strengen Vorgaben gefertigt werden. Besco ist Partner von “Win=Win Fair Stone” für die sozial und umweltverträgliche Produktion von Natursteinen aus Asien. Die zertifizierten Produktionsstätten werden regelmäßig von unabhängigen Auditoren (z. B. TÜV Rheinland) kontrolliert.
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