Fresko-Kurs in Wunsiedel

Am Europäischen Fortbildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk in Wunsiedel haben Fresko-Kursteilnehmer drei Tage lang die Technik der Freskomalerei, die auch als Frischmalerei bezeichnet wird, kennengelernt. Sie ist eine besondere Form der Wandmalerei, die besonders in der Renaissance und im Barock gepflegt wurde.

Bei dieser Technik werden die in Wasser eingesumpften Pigmente auf den frischen Kalkputz aufgetragen und während der Trocknung des Kalkes langanhaltend in den Putz eingebunden. Auf diese Weise bleiben die Bilder viele Jahrtausende bestehen. Eines der bekanntesten Beispiele für diese Kunst stellt der Freskenzyklus von Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle dar. In Würzburg hingegen ist das größte Deckenfresko der Welt zu finden. Es befindet sich im Treppenhaus der Würzburger Residenz und wurde in den Jahren 1752 bis 1753 von Giovanni Battista Tiepolo gemalt.

Im Steinzentrum Wunsiedel referierte Rosanna Minelli, Kursleiterin und Restauratorin für Wandmalerei, über Technik, Geschichte der Freskomalerei sowie über Farben und Pigmente. Neben der Theorie lernten die Kursteilnehmer auch die Praxis, indem sie mehrere Projektarbeiten nach Vorlage ausführten.

Das Kursprogramm am Europäischen Fortbildungszentrum wird auf Grund einer neuen Werkhalle ausgeweitet, sodass dem Aspekt der Gestaltung mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden kann. „DesignCraft – Gestaltung im Handwerk“ sowie zeitgenössische Steinbearbeitung werden im Kompetenzzentrum mit CNC-Fräsen zur Verfügung gestellt. Aber auch für Laien werden passende Kurse zum Thema Natursteine und Gestaltung angeboten.

Der nächste Fresko-Kurs findet vom 11. bis 13. Oktober 2017 statt.