Gartenschauen als Chance

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VIC Brücken und Ingenieurbau

Der Garten gilt als Wellnessoase, Ruhepol, zweites Wohnzimmer, aber auch als Ort des ökologischen Eigenanbaus, als Kinderspielplatz, als Statussymbol – als Ausdruck von Kreativität sowie Selbstverwirklichung. Egal wie die Menschen ihre private Grünfläche nutzen und welche individuelle Bedeutung sie ihr zumessen, der Garten hat einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. So hat laut ARD jeder zweite Privathaushalt einen eigenen Garten und zwei Drittel aller Deutschen ab 14 Jahren arbeiten (zumindest hin und wieder) im Garten. In der Shell Jugendstudie 2015 halten immerhin 63 Prozent der Jugendlichen eine Familie für ihr Lebensglück erforderlich – und speziell Familien ist der Erholungswert von Gärten besonders wichtig. So unterschrieben beispielsweise in den letzten fünf Jahren ganze 45 Prozent der neuen Pachtverträge für Schrebergärten junge Familien mit Kindern (Quelle: ARD).

Der Gartentrend ist auch fruchtbar für die Wirtschaft. Im Garten- und Landschaftsbau verzeichnen Betriebe einen fast kontinuierlich steigenden Gesamtumsatz, der 2014 mit 6,84 Milliarden Euro einen neuen Höhepunkt erreichte. Regionale, bundesweite oder internationale Gartenschauen sind Besuchermagnete, die die veranstaltende Region städtebaulich, touristisch und ökonomisch aufwerten. Allein zur Bundesgartenschau (BUGA) 2015 fanden sich etwa 1,05 Millionen Besucher in der Havelregion ein. Und wie reagiert das Steinmetzhandwerk auf diesen Trend? Laut der letzten Konjunkturumfrage des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen für den Bundesverband der Deutschen Steinmetze (BIV) befindet sich die Gartengestaltung 2015 mit 2,6 Prozent des Gesamtumsatzes (der 197 befragten Betriebe) an vierter Stelle hinter Grabmal, Bau und Restaurierung. Zwar nimmt der Gartenbereich mittlerweile im steinmetzhandwerklichen Arbeitsfeld mehr Raum ein (2006: 1,5 Prozent), aber erlangt doch noch keine breite Aufmerksamkeit (Grabmal 2015: 64,9 Prozent). Wie sieht es mit der Beteiligung an Gartenschauen aus?

Steinmetze gestalten auf Gartenschauen heute vor allem zeitgemäße Friedhofskonzepte. Auf der BUGA 2015 waren 70 Mustergräber – Urnen-, Einzel- und Doppelgräber –  ausgestellt. Die Gräber inspirierten, wie ein individueller Gedenkort aussehen kann. „Auf Bundesgartenschauen können Steinmetze schon vor einem akuten Trauerfall für das Thema Grab sensibilisieren“, sagt Sybille Trawinski, Geschäftsführerin des BIV. Das eigene Produkt präsentieren, Werbung machen, handwerkliches Geschick zeigen seien fruchtbare Möglichkeiten, die die Teilnahme an einer Gartenschau mit sich bringt.

So können Steinmetze den Gartentrend nutzen, um für das Thema Friedhof zu sensibilisieren. Denn der Friedhof soll heute auch Naherholungsort im Grünen sein, nicht nur Ort des Gedenkens. Spinnt man nun aber die Gedanken weiter, stellt sich doch die Frage, warum über den Garten auf den Friedhof aufmerksam gemacht wird, aber nicht explizit auf den Garten selbst? Gerade Naturstein im Garten sollte doch auch Thema sein. Ab dem 22. April 2016 werden auf der Landesgartenschau Bayreuth „Lebenssteine“ zu sehen sein. Skulpturen, die Lebensfreude widerspiegeln und den Gestaltern einen kreativen Raum geben sollen. Ein gutes Beispiel für die Einbindung von Steinmetzen außerhalb des Bereiches “Grabmalgestaltung”.

Erfahren Sie mehr zu den Chancen für Steinmetzen bei der Teilnahme an einer Gartenschau in STEIN im März 2016.

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Das „steinerne Meer“ zwischen Öland und Gotland

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Skandinavien ist bekannt für seine Hartgesteine. Darum führt die Stein-Reise des Geokompetenzzentrum Freiberg in diesem Jahr nach Süd-Schweden – und auch in der STEIN wird es im Sommer eine Strecke zum Thema Skandinavien geben.

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Bei der Exkursion werden unter anderem Steinbrüche besucht. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
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Abbau von Braennhult-Granit. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
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Arbeit im Steinbruch Sjöström. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.

Schwedisch Schwarz

Die sechstägige Exkursion hat sich als feste Größe im jährlichen Exkursionskalender für die Steinmetzbranche etabliert. Wie in jedem Jahr bekommen Fachinteressierte einen Überblick über Natursteinvorkommen, -abbau und -referenzen des Landes. Besucht werden Firmen, Steinbrüche, Orte und Objekte in Kristianstad, Vanga, Borgholm (Öland), Gotland und Malmö.

Hilke Domsch vom Geokompetenzzentrum Freiberg erklärt: „In Südschweden gibt es Granite wie Bjärlöv, Bohus oder Flivik, Gneise wie Halmstad oder Vanga und natürlich die als ‚schwedisch Schwarz‘ bekannten Basalte. Etwas unbekannter und dabei traditionell sehr verankert sind die Kalksteine von den Ostseeinseln Öland und Gotland und auch Marmor wie der grüne Brännlykan.“

Auf Öland wird die Firma Naturstenkompaniet besucht – sie gewinnt und verarbeitet den Ölandkalkstein. Unter den Orten sticht die Ostseeinsel Gotland hervor, so Hilke Domsch: „Der Gotland-Kalkstein ist ein wunderschöner heller und harter Kalkstein mit einer einzigartigen Textur. In Verbindung mit der Geschichte der Hanse wird dies ein Highlight der Reise.“

Reiseinformationen

Die Exkursion findet vom 30. April bis 6. Mai 2018 statt – auf Wunsch kann der Reisezeitraum verkürzt werden. Anmeldeschluss ist der 28. März 2018.

Hier finden Sie den interaktiven Informations- und Anmeldeflyer zum Ausfüllen und Versenden.

Europäische Steinestapler starten eine Ausstellung

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Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram

Im schottischen Dunbar stapelten Künstler im April Steine bei einem Festival zu kunstvollen Skulpturen. Im Mai geben sie ihr Können an Interessierte weiter.

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Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram
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James Craig Page (Mitte links), Veranstalter des Festivals, mit der Jury. Foto: Laurence Winram
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Ein Teil der Gewinner-Skulptur von Pedro Duran. Foto: Laurence Winram
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Die Steinestapler überlegen gemeinsam, wie sie ihre Kunstform bekannter machen können. Foto: Laurence Winram
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Teil der Ausstellung in Summer Hall. Foto: Laurence Winram

Steinestapler stellen gemeinsam mit Land-Art-Künstlern aus

Steine sind ein tolles Baumaterial – nicht nur für Treppen, Säulen und Co., sondern auch für gestapelte Kunstwerke am Strand. Das zeigen die Ergebnisse des 2. Europäischen Wettbewerbs der Steinestapler, der Ende April für zwei Tage in Dunbar in Schottland stattgefunden hat. 30 Künstler haben angespülte Kiesel und größere Steine aus der Natur mit ruhiger Hand kunstvoll auf Felsen und Sand gestapelt und sich in den Kategorien “Die meisten Steine ausbalanciert”, “Juniormeisterschaft”, “künstlerischer Gewinner” und “Stapeln gegen die Zeit” gemessen. Der Gesamtgewinner ist – wie bereits im letzten Jahr – Pedro Duran aus Spanien. Er bekommt einen finanziellen Zuschuss für seinen Flug nach Texas, wo 2019 der weltweite Wettbewerb in Llano stattfindet.

Die Kunst besteht beim Steinestapeln darin, die Schwerkraft für sich zu nutzen, denn sie ist das einzige, was die Skulpturen zusammenhält. Versierte Künstler bauen zum Beispiel komplette Torbögen ohne eine einzige Kelle Mörtel. Seriöse Stapler verändern die natürliche Umgebung oder gar historisch bedeutende Stätten dabei nicht – beides sind Kritikpunkte von Naturschützern. Sie stapeln besonders gern an Stränden, Flüssen und Seen, weil sie dort häufig besonders schöne Steine finden. 
Noch ist die Steinestapler-Szene eher klein und familiär – und sie könnte ein bisschen mehr öffentliche Aufmerksamkeit gebrauchen. Um die mediative Kunst in Europa noch bekannter machen, stellen deshalb bis 28. Mai bekannte Steine-Stapler, Land-Art-Künstler und Maler gemeinsam in der Summerhall Gallery in Edinburgh aus und geben an allen Mai-Wochenenden Workshops.