Stiftung Humboldt Forum dementiert Geldprobleme

Ein Spiegel-Bericht warnt vor fehlenden Geldern für die Fassaden-Rekonstruktion, der Sprecher der Stiftung Humboldt Forum widerspricht.



Die Fassaden-Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses soll mit privaten Spenden finanziert werden. Doch die Spendengelder würden bisher nicht ausreichen, schreibt das Nachrichtenmagazin Spiegel und beruft sich auf einen Bericht des Bundesbauministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags. 43,4 Millionen Euro seien bis Oktober 2017 eingegangen, so in dem Spiegel-Artikel zu lesen.

Wenn das Gerüst einmal weg ist und die Fassade sichtbar, erhofft sich die Stiftung Humboldt Forum einen Spendenzuwachs. Foto: SHF/Stephan Falk

Bernhard Wolter, Leiter der Bau-Kommunikation der Stiftung Humboldt Forum, möchte diese Aussage so nicht stehen lassen: „Erstens sind die Zahlen in den Berichten durch die nötigen Abstimmungen in den Ressorts häufig nicht ganz aktuell, so auch in diesem Fall: Der Spendenstand für die Fassaden liegt heute bei rund 51 Millionen Euro. Und zweitens läuft die Wette noch: Wir haben immer gesagt, wir wollen den Spendenbetrag bis zur Eröffnung sammeln. Und wir haben schon mehr als zwei Drittel, und das bei einem nicht unumstrittenem Bauvorhaben.“

Stiftung Humboldt Forum hält an Zeit- und Spendenplan fest

Formal gebe es demnach zwar eine Schere zwischen dem Bar-Spendenstand der Stiftung und dem aktuellen Finanzbedarf, denn „wir müssen die Firmen natürlich bezahlen, damit sie ihre Aufträge zu Ende führen.“ Daraus ergebe sich aber kein Geldproblem, sondern lediglich ein Zwischenfinanzierungsbedürfnis.

Ende 2019 soll das Projekt Berliner Schloss fertig gestellt sein. Foto: SHF/Stephan Falk

Von den zugesagten 105 Millionen Euro habe der Förderverein insgesamt bereits 72,5 Millionen Barspenden zusammen – die für verschiedene Bereiche genutzt werden: 80 der 105 Millionen Euro sind für die Fassaden-Rekonstruktion eingeplant, der Rest für Bauteile der Kuppel und der Innenportale.

Größeres Spendenaufkommen zum Ende der Bauzeit erwartet

Wolter bestätigt, dass der eingeplante Risikopuffer von 14 Millionen Euro aufgebraucht ist – im Bericht des Bauministeriums ist von „erheblichen Ablaufstörungen in Ausführungsplanung und Bau“ die Rede, wodurch die Kosten gestiegen seien. Wolter sagt, er sei froh um den Puffer, um die Finanzierung des Bauprojekts bange er nicht. Auch den geplanten Eröffnungstermin Ende 2019 sieht er nicht wanken, obwohl auch der Zeitpuffer verbraucht ist: „Wir haben mit den beteiligten Firmen verbindliche Termine vereinbart, und das Schloss steht schließlich, im zweiten Obergeschoss wird gemalert, es ist nicht so, dass ein riesiger Verzug besteht.“

Die Verantwortlichen können sich bei fehlenden Mitteln vorstellen, zunächst auf Figuren oder Details beim Fassadenschmuck zu verzichten. Wolter gibt sich allerdings sehr zuversichtlich, dass genügend Spenden zusammenkommen. In den vergangenen Jahren hat die Stiftung jährlich 10 bis 15 Millionen Euro gesammelt. Wolter glaubt, dass die Spendenbereitschaft gegen Ende der Bauzeit noch steigt, wenn die Öffentlichkeit die Fassaden ohne Gerüst sieht – und damit auch, wohin die Spenden-Gelder fließen.