Stiftung Humboldt Forum dementiert Geldprobleme

Stein Magazin

Stiftung Humboldt Forum hält an Zeit- und Spendenplan fest

Ein Spiegel-Bericht warnt vor fehlenden Geldern für die Fassaden-Rekonstruktion, der Sprecher der Stiftung Humboldt Forum widerspricht.



Die Fassaden-Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses soll mit privaten Spenden finanziert werden. Doch die Spendengelder würden bisher nicht ausreichen, schreibt das Nachrichtenmagazin Spiegel und beruft sich auf einen Bericht des Bundesbauministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags. 43,4 Millionen Euro seien bis Oktober 2017 eingegangen, so in dem Spiegel-Artikel zu lesen.

Bernhard Wolter, Leiter der Bau-Kommunikation der Stiftung Humboldt Forum, möchte diese Aussage so nicht stehen lassen: „Erstens sind die Zahlen in den Berichten durch die nötigen Abstimmungen in den Ressorts häufig nicht ganz aktuell, so auch in diesem Fall: Der Spendenstand für die Fassaden liegt heute bei rund 51 Millionen Euro. Und zweitens läuft die Wette noch: Wir haben immer gesagt, wir wollen den Spendenbetrag bis zur Eröffnung sammeln. Und wir haben schon mehr als zwei Drittel, und das bei einem nicht unumstrittenem Bauvorhaben.”

Formal gebe es demnach zwar eine Schere zwischen dem Bar-Spendenstand der Stiftung und dem aktuellen Finanzbedarf, denn „wir müssen die Firmen natürlich bezahlen, damit sie ihre Aufträge zu Ende führen.” Daraus ergebe sich aber kein Geldproblem, sondern lediglich ein Zwischenfinanzierungsbedürfnis.

Von den zugesagten 105 Millionen Euro habe der Förderverein insgesamt bereits 72,5 Millionen Barspenden zusammen – die für verschiedene Bereiche genutzt werden: 80 der 105 Millionen Euro sind für die Fassaden-Rekonstruktion eingeplant, der Rest für Bauteile der Kuppel und der Innenportale.

Größeres Spendenaufkommen zum Ende der Bauzeit erwartet

Wolter bestätigt, dass der eingeplante Risikopuffer von 14 Millionen Euro aufgebraucht ist – im Bericht des Bauministeriums ist von „erheblichen Ablaufstörungen in Ausführungsplanung und Bau“ die Rede, wodurch die Kosten gestiegen seien. Wolter sagt, er sei froh um den Puffer, um die Finanzierung des Bauprojekts bange er nicht. Auch den geplanten Eröffnungstermin Ende 2019 sieht er nicht wanken, obwohl auch der Zeitpuffer verbraucht ist: “Wir haben mit den beteiligten Firmen verbindliche Termine vereinbart, und das Schloss steht schließlich, im zweiten Obergeschoss wird gemalert, es ist nicht so, dass ein riesiger Verzug besteht.”

Die Verantwortlichen können sich bei fehlenden Mitteln vorstellen, zunächst auf Figuren oder Details beim Fassadenschmuck zu verzichten. Wolter gibt sich allerdings sehr zuversichtlich, dass genügend Spenden zusammenkommen. In den vergangenen Jahren hat die Stiftung jährlich 10 bis 15 Millionen Euro gesammelt. Wolter glaubt, dass die Spendenbereitschaft gegen Ende der Bauzeit noch steigt, wenn die Öffentlichkeit die Fassaden ohne Gerüst sieht – und damit auch, wohin die Spenden-Gelder fließen.

 

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Skulptur des Monats: UND

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Die Granitinstallation „UND“

Auf dem Weg zur Landesausstellung „Alles was Recht ist“ im historischen Schloss Pöggstall in Niederösterreich kommen Gäste an der Granitinstallation „UND“ von Gabriele Berger vorbei – unsere Skulptur des Monats Juni. Die Ausstellung kann noch bis 12. November 2017 besucht werden.

Die Ausstellung konzentriert sich auf die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigungen. Sie gibt Einblicke in Themen wie Entwicklungslinien in der Gesetzgebung, stellt Fragen nach Vergeltung und Strafe sowie beleuchtet neue Formen wie Diversion und Mediation. Im Vordergrund steht das Recht, das Miteinander von Menschen – früher und heute – sowie die gesellschaftlichen Spielregeln.

„Ich gehe gerne und die Gedanken beginnen zu fließen über die Zusammenhänge in unserem Dasein, ich erkenne, dass alles mit allem zusammenhängt, der Teil und das Ganze, definiert durch das Wort UND, drei Buchstaben, in positiver und negativer Form, die auch durch die Art ihrer Aufstellung diesen Gedanken formulieren.“ Mit diesen Worten erklärt die Bildhauerin Gabriele Berger ihre Granitinstallation „UND“. Das Kunstwerk symbolisiert das Zusammenleben – ein Zusammenspiel und eine Wechselwirkung von Architektur und Stein, Stein und Landschaft, Landschaft und Kultur, Kultur und Menschen.

Die Installation besteht aus drei Granitobjekten, die zwei bis drei Meter hoch sind. Die einzelnen Buchstaben sind nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen. Erst bei genauerem Hinsehen wird das Wort als Ganzes wahrgenommen. Die drei Buchstaben unterscheiden sich in ihrer Ausfertigung: Während das N als ein klar ausgeschnittener Buchstabe zu erkennen ist, wurde ein anderer Stein in U-Form mit verlängertem Arm ausgehöhlt. Das D wird in einer Rundung vermutet, die die Landschaft einnimmt. „Die Formen der Buchstaben wurden eng gebohrt, der Abstand zwischen den Bohrlöchern weggefräst. Die Naturkruste blieb zum großen Teil bestehen“, erklärt Berger.

Die Installation ist ein Zusammenspiel von Stein und Landschaft sowie von Form und Kontur, die sich abwechseln und zugleich ineinander übergehen. Die größte Herausforderung bestand darin, „die Grenzen des Granits auszuloten, die Tiefe an manchen Stellen und das Voneinander-Lösen von positivem und negativem Teil“ sowie die Frage: „Löst die entstandene Skulptur Empfindungen, Gedanken aus und schafft sie Atmosphäre?“, fragt die Künstlerin.

 

Hier sehen Sie die Skulpturen der letzten Monate:

Skulptur des Monats Mai - Zylon von Ursula Rutishauser
Mai 2017: Die Skulptur „Zylon“ aus Marmor von Ursula Rutishauser. (Foto: Scuola di Scultura)
Skulptur des Monats April - Tim Bennett
April 2017: Die Triologie von Tim Bennett „Rose“, „Bouquet“ und „Marble“(Foto: Constanza Meléndez, 2016 / Galerie Jo van de Loo, München)
Skulptur-des-monats-märz-Das-Haus-vom-Nikolaus-Schmidt
März 2017: Die Skulptur fertigte Robert Schmidt-Matt aus rotem Schweinstäler Sandstein. (Foto: Thomas Brenner)
Skulptur-des-monats-februar-dancing-column-tony-cragg
Februar 2017: Die „Dancing Column“ aus Seeberger Sandstein von Tony Cragg. (Foto: Charles Duprat)
skulptur-des-monats-januar-oloid-sabine-rassow
Januar 2017: Das Oloid aus kretischem Marmor von Sabine Rassow. (Foto: Piet Freitag)
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Dezember 2016: „Der Mops“ von Steve Seguin aus Udelfanger Sandstein. (Foto: Bernd Decker)
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November 2016: „Homme“ aus weißem Marmor von Alberto Giacometti. (Foto: Foto: Kunstmuseum Basel / Martin P. Bühler)
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Oktober 2016: Der liegende Eisbär aus Carrara Marmor von Peter Hecht. (Foto: Peter Hecht)
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September 2016: Die Skulptur „Traumsaat“ aus grünlichem Diabas von Emanuel Wagner. (Foto: Steinmetz Hans Wagner KG)
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August 2016: Die Schwingungen der Skulptur „Steinskúfa“ von Karin Reichmuth versetzen sie in Bewegung. (Foto: Þröstur Eggertsson)
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Juli 2016: „Nautilus“ aus Marmor von Ulrike Glaubitz. (Foto: Künstlerin)
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Juni 2016: „Hände“ aus Carrara Marmor von Sabine Harborth . (Foto: Künstlerin)
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Mai 2016: „Die Träumende“ von Florian Widmann aus Untersberger. (Foto: Birgit Rilk)
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April 2016: „Der goldene Schlüssel“ von Ralf Ehmann in Hanau. (Foto: Künstler)
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März 2016: Die Skulptur „Letzter Herzschlag“ aus Portokalk von Julia Dietrich auf dem Friedhof in Lauterhofen. (Foto: Künstlerin)
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Februar 2016: „Wa(a)gnis Geometrie“, Figurenensemble aus Anröchter Grünkalkstein, von Ina Michalski. (Foto: Künstlerin)
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Januar 2016: „Sternenhimmel“, eine hängende Skulptur aus Carrara Marmor und Blattgold, von Riccardo Atta. (Foto: Künstler)