Gemeinsam mehr erreichen

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Über den Tellerrand schauen und netzwerken – das waren für Holger Weisel, Geschäftsführer der Schotter- und Steinwerk Weißenburg GmbH die wichtigsten Motive, um beim Netzwerk Naturstein Altmühlfranken mitzumachen. Unter fachkundiger Anleitung diskutieren dort Handwerker über Themen wie Umwelt, Entstaubung, Ladungssicherung, Renaturierung oder das Handling im Steinbruch. „Wenn viele verschiedene Marktteilnehmer, darunter auch Wissenschaftler, ihre Sichtweisen und Ideen austauschen, kann Innovation entstehen“, so das Credo des Unternehmers aus dem mittelfränkischen Weißenburg.

Das Wort „Cluster“ kommt aus dem Englischen und heißt übersetzt soviel wie „Netzwerk“. Ein Cluster ist ein Netzwerk von Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die eng zusammenarbeiten (am gleichen Thema oder mit der gleichen Technologie). Nach dem Motto „Gemeinsam mehr erreichen“ kooperieren Betriebe also nicht nur untereinander, sie gehen auch gezielt in den Austausch mit Forschungs- und Bildungseinrichtungen oder Wirtschaftsorganisationen. Der gemeinsame Fokus dabei: Innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln, mit denen sich die Unternehmen im Markt etablieren, neue Märkte erschließen und so wettbewerbsfähig und langfristig erfolgreich bleiben können.

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Durch die Vernetzung von Unternehmen können innovative Ideen entstehen. Foto: istockphoto.com
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Im „Cluster Monitor Deutschland“ wurden Trends in forschungs- und innovationsorientierten Clustern systematisch erfasst (Erhebungszeitraum Mai / Juni 2013). Foto: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

An solchen Netzwerken hat auch der Staat ein Interesse. Seit den 90er Jahren initiieren Bund und Länder verschiedene Initiativen, die Cluster unterstützen. So intensiviert zum Beispiel die bayerische Staatsregierung mit ihrer Cluster-Offensive die landesweite Netzwerkbildung zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Insgesamt hat sie bereits 17 verschiedene Cluster gebildet. Jedes Cluster steht für einen Bereich der Wirtschaft und Forschung. Dabei richtet sie ihren Fokus auf alle wichtigen, traditionellen Branchen. Besonderen Wert legt die Cluster-Offensive auf die Vernetzung des Mittelstands. Aus gutem Grund: Im Gegensatz zu Großunternehmen fehlen kleineren Unternehmen die Möglichkeiten, passende Kooperationspartner und Forschungseinrichtungen ausfindig zu machen oder aus guten Ideen auch Innovationen hervorzubringen und diese auf eigene Faust im täglichen Geschäft umzusetzen.

Die Schotter- und Steinwerk Weißenburg GmbH ist über das erst im vergangenen Jahr gegründete Netzwerk „Naturstein Altmühlfranken“ Mitglied im Cluster „Neue Werkstoffe“. Auf Unternehmerseite mit von der Partie sind auch die Vereinigten Marmorwerke Kaldorf, Franken Schotter, die Solnhofener Stone Group und das Natursteinunternehmen Johann Stiegler sowie die Max Balz GmbH.

Mit dem „Netzwerk Naturstein Altmühlfranken“ entstand unter Leitung des Clusters Neue Werkstoffe eine technisch-organisatorische Netzwerkstruktur, die es in dieser Art in der regionalen Stein-Industrie noch nicht gibt. Auf dem Themenplan stehen die Digitalisierung in der Steinbranche, neue Einsatzmöglichkeiten von Jura Kalk und Solnhofener Naturstein mit anderen Werkstoffen, die Stimulation von technologischen Innovationen in Abbau und Verarbeitung sowie die Initiierung und Durchführung von FuE Projekten beispielsweise im Bereich Abbau, Verarbeitung oder Logistik.

Lesen Sie mehr zu den Vernetzungsmöglichkeiten von Handwerksbetrieben in STEIN im August 2016.

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Baustelle Alter

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Immer mehr Altbauten werden barrierefrei und sturzsicher umgebaut. Denn viele Rentner sind heute in der Lage, sich ein komfortables, modernes Ambiente zu leisten – und sie geben ihr Geld gern dafür aus. Für Steinmetze eröffnet dieser Trend neue Geschäftsfelder. Dabei kann ein Handwerkerverbund sinnvoll sein.

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Wer auch im Alter in seinem Zuhause bleiben will, muss in der Regel umbauen und braucht Handwerker. (Foto: iStock)
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Barrierearme Bäder sehen elegant aus. Hier wird das Duschwasser in einem schmalen, umlaufenden Schlitz abgeführt. (Foto: baqua)
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Frei von Stolperfallen: barrierefreie Bäder erleichtern älteren Menschen den Alltag. (Foto: baqua)

Fachplaner für altersgerechte Bäder

Nach Schätzungen von Fachleuten müssen zwischen 2,5 und drei Millionen Wohnungen generationengerecht nachgerüstet werden. Eines der häufigsten Projekte bei der Wohnraumanpassung oder Wohnumfeldgestaltung für Senioren ist die Umgestaltung des Bads. Der Trend zu schicken, barrierefreien Bädern birgt auch für Steinmetze Potenzial. Das Natursteinwerk Rechtglaub-Wolf GmbH in Lübeck hat dies erkannt. „Das große Thema sind barrierefreie Badezimmer und vor allem Duschen“, erklärt Geschäftsführer Stefan Wolf.

Der Steinmetzbetrieb Illenberger Steinmetz GmbH aus Nattheim-Steinweiler besitzt das Zertifikat „Leichter Leben“. Das Unternehmen hat sich auf das barrierefreie oder barrierearme Wohnen spezialisiert. Die teilnehmenden Betriebe erhalten in einem eintägigen Zertifizierungsseminar wichtige Informationen über Gesetze und Normen, zu Beratungsstellen und Finanzierungshilfen, zu Krankheitsbildern und körperlichen und geistigen Handicaps. Die Schulungsinhalte zielen auf den Neu- und Umbau von Privatbädern.

Barrierefreie Verkaufsräume und guter Service

Es genügen kleine Umstrukturierungen, um die Potenziale des Seniorenmarkts zu nutzen: Ein barrierefreier Eingang im Beratungsstudio, rutschfeste Böden, Toiletten im Erdgeschoss, Aufzüge und Rolltreppen sind Beispiele für Barrierefreiheit in den Geschäftsräumen. Die Diplom-Kauffrau Stefanie Schmückerl verweist in der Studie „Marktpotenziale aus dem demografischen Wandel“ explizit auf den Service. Auch wer in der Beratung eine leicht verständliche Sprache ohne unnötige Fachausdrücke verwendet, kommt nicht nur bei älteren Menschen gut an.

Lesen Sie mehr zum Thema barrierefreies Bauen in STEIN 03/2017.

Showroom trotz Homepage?!

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findet Anette Mühlberger

Der Handel steht vor einem Umbruch. Ging es bislang nur um »online zu Hause oder offline im Laden«, informieren sich Kunden heute überall per Smartphone oder Tablet und checken, ob das Angebot auch wirklich so günstig und passend ist, wie es erscheint. Immer weniger Kunden scheuen sich nicht, ihre Geräte hierfür sogar direkt im Gespräch zu ziehen. Was also ist zu tun? Und: Wie wirkt sich dieses Kundenverhalten auf den Steinmetzen aus, der Kunden in seiner Ausstellung ebenfalls offline überzeugen will?

 

Der Kunde ist immer einen Klick weiter

Wie begeistert man also Kunden in der realen Welt, die im Kopf immer schon einen Klick weiter sind? Und wie gestaltet man eine Ausstellung so, dass sie medien- und shoppingverwöhnte Menschen nicht gleich wieder flüchten lässt. Wo das Smartphone zum ständig verfügbaren Einkaufsbegleiter wird, müssen Ladenbetreiber und Handwerksbetriebe überlegen, was Kunden im Hier und Jetzt von einem Raum und Gelände erwarten und was sie bis zum entscheidenden Kauf- bzw. Beratungsgespräch dort halten kann.

Der Mensch bleibt ein Haptiker

Läden wird es auch in Zukunft geben, das jedenfalls prognostiziert das aktuelle STORE BOOK 2014 (siehe Buch-Tipp). »Der Mensch wird immer ein Haptiker bleiben, auch ein dem Geruchs- und Gehörsinn verhafteter Konsument und ein Herdentier«, schreibt dort Autor und STEIN-Interviewpartner Reinhard Peneder. Wo andere Menschen sind, dort will also auch der heutige und künftige Kunde immer noch hin. Smartphone hin oder her. Und er will Produkte und Konzepte erleben, riechen, schmecken und fühlen.
Von den Nöten des Einzelhandels können und sollten aber alle lernen, die eine neue Ausstellung planen. Von verwaisten Shopping-Centern auf der grünen Wiese, von Läden, die Kunden nur noch zum Schauen, aber nicht mehr zum Kaufen betreten – und im Café nebenan genau das online bestellen, was sie offline nicht überzeugen konnte.
Das beratungsintensive Natursteingeschäft ist per se natürlich »smartphoneresistenter« als normale Handelsgüter. Doch trifft schon heute die Gefahr des »Vor-Ort-Schauens und Per-Smartphone-Kaufens« all jene, deren Ausstellung und Angebot weitgehend auf allenfalls leicht applizierter Standard-, Import- und Handelsware basiert.

 

Abwechslung und Heimat bieten

Innovativ müssen Ladenkonzepte heute sein, überraschend und zum Markenauftritt eines Anbieters passen. Authentisch, wie Store-Spezialist Reinard Peneder es im Stein-Interview umschreibt. Dabei gehe es den Leuten immer weni
er nur ums Einkaufen. Sondern um Orte, die Abwechslung bieten, die sie inspirieren und die ihnen gleichzeitig das Gefühl geben, zu Hause zu sein.
Gerade Natursteinbetriebe können mit ihrer Ausstellung ein inspirierendes Zuhause für Kunden schaffen. Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Shopping verschmelzen, ist Richard Peneder überzeugt. Ein Skulpturenpark, der zum Rundgang und Ausruhen verführt, ein Kubus, der Showroom und Mitmachwerkstatt vereint, ein Erinnerungspark, der zeigt, was modernes Gedenken bedeuten kann. Ein Natursteinloft, das als Designlounge auch zum Treffpunkt für Kunstliebhaber avanciert. All das sind Konzepte, die Menschen dazu einladen, hinzugehen, innezuhalten, aufzumerken und sich damit auseinanderzusetzen.

Was einen guten Showroom ausmacht und wie Sie Ihren eigenen gestalten können, lesen Sie im neuen STEIN!

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