Gotland-Kalkstein ist Schwedischer Stein des Jahres

Der fossilienreiche Kalkstein, polierbar, aber säureempfindlich, ist in Deutschland zum Beispiel an der schwedischen Botschaft in Berlin und dem Dom zu Lübeck verbaut.

Gotland-Kalkstein ist Teil des kulturellen Erbes im gesamten Ostseeraum. Der schwedische Steinindustrieverband hat ihn deshalb zum Stein des Jahres 2020 gekürt. „Die Idee bei der Ernennung ist, sowohl auf ein fantastisches Baumaterial zu achten, als auch den Stein in einen historischen Kontext zu stellen“, sagt Kai Marklin, Vorsitzender des schwedischen Verbands der Steinindustrie.

Schweden lag vor 400 Millionen Jahren in der Nähe des Äquators: Die heutige Insel Gotland war ein Korallenriff mit Muscheln, Fauna und Schwämmen. Sie finden sich als fossile Abdrücke im Kalkstein. Im frühen Mittelalter wurde Gotland durch seine strategische Lage und den einzigartigen Kalkstein zum Zentrum des Steinhandels im Ostseeraum.

Fossilienreich, cremefarben bis grau, polierbar

In Deutschland ist Naturstein Wolf General-Importeur des Sedimentgesteins (und verschickt bei Bedarf die genauen Daten-Blätter). Gotland-Kalkstein ist polierbar, säureempfindlich und kommt in den drei Varietäten „Norrvange“, „Södervange“ und „Kappelshamn“ vor. Farblich reicht er von cremefarben bis grau, Fossilien wie Muscheln und Korralen sind gut sichtbar. Im Ostseeraum findet er sich zum Beispiel an der Sankt-Petri-Kirche, der SEB-Bank, der Sankt-Marien-Kirche, dem Dom und dem Rathaushof in Lübeck, außerdem am Zeughaus und Schnabbelhaus Wismar und am rathaus sowie der Nicolai-Kirche in Rostock.