Herkules’ Tuff braucht Pflege

Das Herkulesbauwerk im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel besteht aus Tuffstein. Restauratoren sanierten die Schäden am Denkmal, das seit Juni 2013 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Das Herkulesbauwerk im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel entstand zwischen 1701 und 1717 nach einem Entwurf des Architekten Guerniero. Bauherr war Landgraf Karl von Hessen-Kassel. Die Planer wollten die Form eines Felsblocks als natürliche Kulisse nachahmen. Das Bauwerk besteht aus einem oktogonalen, zweigeschossigen, künstlichen Felsmauerwerk aus Lapillituff. Darüber erhebt sich in Quaderbauweise das filigrane Belvedere-Geschoss aus Aschetuff und Tuffbrekzie mit einer Gesamthöhe von 33 Metern. Die großen Bögen mauerte man zur statischen Stabilisierung bereits im Zusammenhang mit dem Pyramidenbau 1714/15 aus. Die Pyramide mit dem kupfernen Herkules erbaute man in Abänderung der ursprünglichen Entwürfe mit einer Gesamthöhe von über 40 Metern vorwiegend aus Aschetuff.

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Unterschiedliche Restaurierungsphasen der vergangenen Jahrhunderte sind sichtbar: Anfang der 50er-, in den 60er- und 70er-Jahren wurden Ergänzungsmate­rialien auf Zementmörtel- und Betonbasis eingesetzt, die bis heute eine gute optische Qualität in der Oberflächennachstellung des Tuffs besitzen. Sie übergreifen aber teilweise die originalen Oberflächen. Sie stehen im Kontrast zu stärker rückgewitterten Tuffbereichen.

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Bei der Restaurierung wurden Strumpfanker verwendet. Strumpfanker bestehen aus einem Zugstab aus Edelstahl (Durchmesser zehn bis 16 Millimeter), einem Verfüllrohr, einem Entlüftungsrohr aus Kunststoff sowie einem Gewebestrumpf aus wasserdurchlässigem, reißfestem Polyestergewebe mit einem Dehnungsvolumen von rund 90 Prozent in Längsrichtung und etwa 140 Prozent in Querrichtung.

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Lesen Sie mehr über die Restaurierung des Herkulesbauwerkes in Kassel in STEIN im Dezember 2013.

Bilder: Boris Frohberg, Dr. Ulrich Huster/HAZ-Ingenieure