Am 8. Februar 2019 findet in Neuhausen auf den Fildern im Raum Stuttgart die Fachtagung „Historische Eisenbahnbrücken“ statt. Sie hat das Ziel, eine Verzahnung zwischen Verwaltungsfachleuten als Bauherrenvertreter und Gutachtern, Planern und ausführenden Firmen zu erreichen.

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Exemplarisch für die Sanierung einer Naturstein-Eisenbahnbrücke: Das Traunsteiner Viadukt stammt aus den 1850er-Jahren. Foto: Erhalten historischer Bauwerke e. V.
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Die Instandsetzung der Nagelfluh-Eisenbahnbogenbrücke in Traunstein (Trasse München–Salzburg) wird als ein Praxisbeispiel dienen. Foto: Erhalten historischer Bauwerke e. V.
Falkenbachviadukt
Das Falkenbachviadukt bei Aachen besteht aus lokalem Kalkstein. Eröffnet im Dezember 1889, dient es im Februar 2019 als Beispiel für die Gebäudediagnose mit Bauradar. Foto: Wikipedia/Fabian2~commonswiki

Bogenbrücken aus Mauerwerk und aus Stampfbeton, insbesondere als Eisenbahnbrücken, sind weit verbreitete orts- und landschaftsprägende historische Bauwerke.

Da sie der Witterung fast vollkommen ungeschützt ausgesetzt sind, kommt es zu Stein- und Mörtelerosion. Aufgrund der sehr robusten Bauweise wird eine Instandsetzung meist erst nach Jahrzehnten erforderlich. Der Handlungsbedarf ist dann oft so akut, dass sich die Frage nach einem Abriss und Neubau stellt. Die Erfahrungen bei der erfolgreichen Untersuchung und Sanierung von historischen Brücken hat gezeigt, dass die Bauwerke nach sorgfältiger Prüfung jedoch sehr oft erhalten werden können, auch wenn man wirtschaftliche Gesichtspunkte betrachtet.

Veranstalter der Tagung „Erhaltung, Instandsetzung und Ertüchtigung historischer Eisenbahnbrücken“ ist der Verein „Erhalten historischer Bauwerke e. V.“. Die Konferenz findet am 8. Februar 2019 von 9 Uhr bis ca. 17 Uhr im Jugendstilsaal des Gasthaus Ochsen in Neuhausen a.d.F. statt. Dieser ist gut zu erreichen: Er liegt an der A8 und ist an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Es gibt Grußworte von Michael Donth MdB, Mitglied des Bundestages und im Verkehrsausschuss und Ingo Hacker, Bürgermeister Neuhausen sowie neun Fachvorträge. Beleuchtet werden dabei z. B. zeitgemäße Vorgehensweisen wie 3-D-Photogrammetrie zur Dokumentation und Vermessung von Natursteinbrücken oder auch die Zustandserfassung und Qualitätskontrolle mit Bauradar.

Die Veranstaltung wird als Weiterbildung mit vier Unterrichtsstunden von der Architektenkammer Baden-Württemberg anerkannt. Der Preis für die Teilnahme beträgt 170 € inkl. Pausenverpflegung sowie die Tagungsunterlagen.

Detaillierte Informationen, Tagungsprogramm und Anmeldeunterlagen auf der Homepage des Veranstalters:
http://www.erhalten-historischer-bauwerke.de/103-0-08022019-Tagung-Historische-Eisenbahnbruecken.html

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Zur Lage der Handwerksnation

Stein Magazin
Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks und selbst Malermeister

Nächstes Wochenende, am 24. September 2017, steht die 19. Bundestagswahl an. Ein guter Anlass für STEIN-Autorin Bärbel Daiber, bei Handwerks-Präsident Hans Peter Wollseifer einmal nachzufragen, wie es um das Verhältnis zwischen Handwerk und Bundespolitik steht und welche Forderungen und Erwartungen der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) an die künftige Regierung hat.

STEIN: Herr Wollseifer, Handwerk und Mittelstand erfahren von der Politik endlich mehr Wertschätzung. Wie wirkt sich das aus, und wo hapert es noch?

Hans Peter Wollseifer: Der deutsche Mittelstand und als dessen wichtiger Bestandteil die mehr als eine Million Handwerksbetriebe haben sich in Krisenzeiten als sehr robust erwiesen. Sie haben sich zugleich als der Wirtschaftsbereich hervorgetan, auf den die Politik gerade auch mit Blick auf herausragende gesellschaftspolitische Herausforderungen wie etwa die Flüchtlingsintegration zählen kann. Das Handwerk wirkt gesellschaftspolitisch wie wirtschaftlich stabilisierend. Das hat entscheidend auch mit dem dualen Ausbildungssystem zu tun, das für Ausbildungsqualität und für den Nachschub an qualifizierten Fachkräften sorgt. Auch wenn das inzwischen in der Politik überwiegend so gesehen wird, ist bei der finanziellen Unterstützung der beruflichen Bildung und der Ausbildungsförderung, etwa bei der Höheren Berufsbildung, noch viel Luft nach oben. Damit unsere Betriebe weiter erfolgreich sein können, braucht es zudem entsprechende Rahmenbedingungen. Überflüssige Bürokratie muss weiter abgebaut werden. Und was die Belastungen durch Steuern und Sozialabgaben angeht, sind unsere Betriebe an der Schmerzgrenze. Damit sie wettbewerbsfähig bleiben, dürfen auch künftig die Sozialabgaben 40 Prozent keinesfalls überschreiten.

STEIN: Was wurde in der vergangenen Legislaturperiode an dringenden Maßnahmen für das Handwerk versäumt, was jetzt dringend angegangen werden müsste?

Hans Peter Wollseifer: Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist es dringlich, die berufliche Bildung wieder attraktiver für junge Menschen zu machen. Dazu braucht es eine bessere Ausstattung unserer Berufsbildungsstätten, ein Update für die Berufsschulen und eine insgesamt stärkere Förderung der beruflichen Bildung. Nach dem erfolgreichen Hochschulpakt muss es nun einen Berufsbildungspakt geben, auch als Ausdruck der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Wir haben immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass viel mehr energetische Sanierungen von Gebäuden nötig sind, wenn wir die Klimaziele erreichen wollen – steuerliche Anreize können entscheidend dazu beitragen, dass investiert wird. Hier könnte man bereits viel weiter sein. Es ist in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die Strompreise für mittelständische Betriebe und Privathaushalte im Griff zu behalten, die EEG-Umlage steigt und steigt. Aus Sicht des Handwerks kann nicht hingenommen werden, dass kleinere und mittlere Betriebe für die Privilegierung der Großunternehmen, die von der Umlage befreit sind, zur Kasse gebeten werden.

STEIN: Welches sind die drei wichtigsten Themen des Handwerks, um die sich die Politik jetzt dringend kümmern muss? Und welche zentralen Forderungen des Handwerks an die künftige Bundesregierung leiten Sie daraus ab?

Hans Peter Wollseifer: Dass dringend etwas bei der Finanzierung der Energiewende geschehen muss, habe ich schon angesprochen. Die Kosten müssen fair verteilt und Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden, und es muss eine sichere und bezahlbare Energie- und Stromversorgung gewährleistet sein. Gerade für die Handwerksbetriebe in ländlichen Regionen ist es sehr wichtig, dass sie Zugang zu schnellem Internet haben. Hier müssen wir bei der Anbindung deutlich schneller werden. Notwendig ist für die Betriebe außerdem ein zeitgemäßes Datenrecht. Bei Steuern und Sozialabgaben darf es keine weiteren Belastungen für unsere Betriebe geben. Beispielhaft verweise ich auf den Bereich der Rente: Hier rächen sich Fehler der Vergangenheit wie die Mütterrente oder die Rente mit 63. Dadurch wird die Rentenkasse jedes Jahr mit mehreren Milliarden Euro belastet. Wir müssen dringend die Kosten bei der Rente im Griff behalten. Es sollte daher auf keinen Fall weitere Leistungsausweitungen geben, die dann aus Beitragsmitteln zu finanzieren sind. Vielmehr muss es darum gehen, die Rente demografiefest zu gestalten, indem beispielsweise das Renteneintrittsalter – wie künftig in Dänemark – an die Lebenserwartung geknüpft wird.

STEIN: Vielen Dank für das Gespräch.

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Rautenmuster am Historischen Museum in Frankfurt

In der Dezemberausgabe berichtet die STEIN über das Historische Museum in Frankfurt am Main. Das 1878 gegründete Museum besteht aus einem Konglomerat von Gebäuden verschiedener Epochen. Seit diesem Jahr ergänzen zwei weitere Gebäuderiegel mit dazwischen aufgespanntem Platz das „Museumsviertel“ in der Nähe des Römers. Der städtebaulich gelungene Entwurf stammt aus der Feder der Stuttgarter Architekten LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei. Die außergewöhnlichen Außenhüllen der beiden Neubauten bestehen aus rotem Neckartäler Hartsandstein mit geschliffener Oberfläche, deren Arbeiten das Bamberger Natursteinwerk Herman Graser GmbH ausgeführt hat. Mit dem Ziel, ein „lebendiges“ Fassadenbild zu erhalten, haben die Architekten die roten Außenhüllen aus einzelnen kleinformatigen Steinen entworfen. Auf diese Weise kommt die unverwechselbare Farbintensität des Natursteines mit seiner weißlich bis gelblichen Bändern besonders zur Geltung.

Für die Hauptfassade des Eingangsgebäudes haben sich die Planer etwas ganz Besonderes einfallen lassen: ein großes Rautenmuster mit gespitzter Oberfläche. Aber eine Raute besteht nicht ausschließlich aus einzelnen Steinen, sondern auch aus insgesamt sechs größeren Formteilen. Betrachtet man das Detailfoto, erkennt man oberhalb des Kreises eine schmale vertikale Fuge in Steinfarbe. Der gespitzte Stein rechts von der roten Fuge und der darunterliegende gespitzte Stein, mit der abgerundeten schmal zulaufenden Seitenkante, sind ein großes Steinelement. Der Steinmetz hat die horizontale Fuge nachträglich bis auf etwa zwei Zentimeter in den Stein eingefräst.

Das zweite Detailfoto zeigt die weiteren drei Steinelemente um den geschliffenen Kreis herum. Und auch die Rautenspitzen bestehen jeweils aus einem größeren Stein. Auf der Baustelle hat man die zuvor eingefrästen Fugen ebenfalls als Schattenfuge ausgeführt. Der Grund für diese Vorgehensweise: ein Abbrechen der abgerundeten, spitz zulaufenden Seitenkante zu verhindern.