Lichtdesign aus Naturstein

Stein Magazin

Light & Sound Panels aus Schiefer

Das 2017 gegründete Unternehmen Noun products in Münster vereint zeitgenössisches Design, innovative Fertigungstechnik und Handwerkskunst: Es entwickelt hochwertige Designprodukte, die in Serie produziert werden, aber auch Elemente von traditionellen Handwerksunternehmen integrieren.

Auf der IMM Cologne (14.-20.1.2019) stellte das Unternehmen in diesem Jahr Light & Sound Panels aus der Designserie LumiRock vor. Die Panels sind mit Slate Lite beschichtet. Dabei handelt es sich um ein lichtdurchlässiges Natursteinfurnier aus Schiefer. Durch die 24 Dekore lassen sich dabei individuelle Designvorstellungen umsetzen.

 

Die 80 x 80 cm großen Elemente, die wie Deckenleuchten wirken, aber mehr zu bieten haben, sind einzeln oder als Fläche an Wänden und Decken zu montieren. Durch eine integrierte Exciter-Technologie wird die Lampe gleichzeitig zum Lautsprecher: Das Natursteinfurnier wird per Biegewellentechnik in Schwingungen gebracht. Die Abstrahlung erfolgt im 360°-Radius bei gleichbleibend hoher Klangqualität. „Die LumiRock Light & Sound Panels bieten Lichtplanern und Innenarchitekten neue Möglichkeiten für die individuelle visuelle und klangliche Inszenierung von Räumen und Flächen.

Japanische Lichtkunst mit der Kumiko-Kollektion

Individualität betonen ebenso die LED-Leuchten unserer zeitlosen Kumiko-Kollektion, die jede für sich ein Unikat ist“, erläutert noun products Geschäftsführer und Designer Detlev Belau. Die Leuchtenkollektion Kumiko, die bereits 2018 auf den Markt kam, bietet sowohl Hänge- und Wandleuchten, als auch als Stehleuchte. Sie lehnt sich in Form, Material und Licht-Design an japanische Lichtkunst an. Die Lampen mit filigranen Leisten schaffen auch durch Diffuserscheiben, die das Licht zur Seite blendfrei flächig und nach unten senkrecht gerichtet abgeben, eine zurückhaltende japanische Atmosphäre.

 

Die Variante Kumiko Wood in Holz wird in zehn Holzarten wie Kirschbaum gefertigt. Eine zweite Variante ist mit Corian-Leisten versehen: Dabei handelt es sich um einen acrylgebundenen Mineralwerkstoff, der haptisch und optisch Naturstein ähnelt. Eine hohe Lichtstärke erhellt sowohl Hotelzimmer und Büros als auch Gastronomieräume effizient.

Weitere Informationen unter www.nounproducts.de

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Die Ladenbau-Branche setzt auf Naturstein und Holz

Stein Magazin
Callwey Verlag
ist die Fassade des luxuriösen Edel-Stores

Das STORE BOOK 2020 zeigt internationale, neu eröffnete oder umgebaute Läden. Darunter sind Ideen, bei denen Naturstein historische Bezüge sichtbar macht, Marken-Details symbolisiert oder ganz klassisch beim Präsentieren der Produkte hilft. Eine Rezension

Das STORE BOOK, eine Art Branchen-Bibel der Ladenbauer, stellt mit großformatigen Fotos ausgewählte Ladenbau- Projekte vor, die 2019 eröffnet oder wiedereröffnet wurden. Der Leser erfährt, was an dem jeweiligen Laden innovativ ist oder einen Trend aufgreift, und sieht besondere Details, mitunter auch Grundrisse.

In der Einleitung beleuchten Experten der Branche Hintergründe und übergeordnete Zusammenhänge in Handel und Ladenbau. Denn beide sind dem schnellen Wandel unterworfen, den die Digitalisierung mit sich bringt. Der häufig totgesagte stationäre Handel schlägt sich dabei aber nach Sicht des Deutschen Ladenbau Verbands erstaunlich gut, zumindest in den Städten.

„Wer als Kunde heute in die Stadt geht, will nicht nur irgendwas besorgen, sondern etwas erleben und Dinge entdecken, von denen er gar nicht wusste, dass er sie sucht“, schreibt Matthias Kreft, Vorstandsmitglied des DLV, im Buch. Um Kunden in stationäre Läden zu locken, setzen deshalb inzwischen auch Kaufhäuser mit Hunderten Filialen auf individuelle Ladenbaukonzepte für ihre verschiedenen Standorte. Kreft beobachtet im Ladenbau die allmähliche Abkehr von Sichtbeton und Industrialoptik, hin zu „hochwertigen Holz- und Natursteinoberflächen“.

Dafür liefert das STORE BOOK teilweise den Beweis (zementiger Industrie- Look scheint dennoch nicht ganz out). Unter den 44 vorgestellten Projekten, die unter anderem aus Brasilien, China, Deutschland, England, Italien, Spanien und den USA stammen, sind echte Hingucker, bei denen die Verantwortlichen für eine eindrucksvolle Raumwirkung auf Naturstein und Keramik setzen. Wem genau die Lorbeeren zustehen, können die Leser in den Fact-Boxen nachlesen, die alle Planungsverantwortlichen und Laden-Details mit Kontaktdaten auflisten.

Das ist zum Beispiel der Flagshipstore der Schweizer Brillenmanufaktur Viu in London, mit 60 Quadratmetern nicht gerade riesig. Die Gestalter bedienen sich deshalb eines Kniffs, um die Raumwirkung optisch zu vergrößern: großflächige Spiegelflächen an den Seitenwänden und unter der Decke. Die skulpturenartigen Präsentationswände mit Vorsprüngen und Einlassungen sind das raumprägende Element, sie wirken wertig, ohne sich aufzudrängen, und sind komplett mit einem dunkel melierten Graphit verkleidet.

Ausgesprochen originell und prägnant ist die Fassade des luxuriösen Edel-Stores des italienischen Sportlabels Moncler in Singapur: Die Planer formten für die drei Stockwerke hohe Ladenfront aus 132 dunklen, gebänderten Marmor-Elementen die Textur einer Daunenjacke. Drinnen erinnert weiß-gebänderter Marmor als Treppe, gletscherartig gesägter Verkaufstresen, Bodenbelag und Wandverkleidung in Kombination mit reflektierenden Spiegeldecken die zahlkräftige Kundschaft an Schnee, Eis und frostige Temperaturen – im asiatischen Inselstaat nicht auf natürliche Weise zu erleben.

Auf den historischen Bestand konzentrieren sich die Planer einer 180 Quadratmeter großen Apotheke im Norden der spanischen Stadt Valencia: Der Laden befindet sich in einem Gebäude aus den 1940er-Jahren, die regionale Bautradition dient dort als prägendes Gestaltungselement. An den vom Putz befreiten Pfeilern und Wandflächen kommen heller Ziegel und Naturstein sowie Deckenbalken zum Vorschein und versprühen rustikalen Charme.

Ganz der Historie verpflichtet ist auch der kleine, wunderschöne Laden The Pink Closet an der italienischen Amalfiküste: Er befindet sich unter den mittelalterlichen Gewölbekappen eines Palazzos aus dem 12. Jahrhundert. Die Besitzerin des Concept Stores zeigt mit pastelligen Keramik-Muscheln an der Wand die Verbindung zum Meer in der Nachbarschaft. Als historisch passender Bodenbelag dient italienischer Marmor in Hellgrau und Meergrün.

Der Leser findet bei den überwiegend opulenten Projekten des Buchs Inspiration für eigene Showroom- Pläne, auch wenn das eigene Budget für einen Verkaufsraum geringer ausfallen mag: Ein Trend, der im Buch an mehreren Projekten ersichtlich wird, ist die Inszenierung eines Wohnumfelds. Denn Kunden können sich so die Produkte und Angebote besser vorstellen. Dafür bietet es sich zum Beispiel an, Bodenmusterflächen nicht für sich stehen zu lassen, sondern als komplettes Bad oder Terrasse samt Möblierung und, wenn nötig, Licht zu inszenieren.

Kooperationen mit thematisch passenden, anderen Marken sind eine Überlegung wert, nicht nur, um die Kosten für einen Showroom auf mehrere Schultern zu verteilen, sondern weil so auch leicht eine komplette „Wohnwelt“ gestaltet werden kann. Außerdem ist Kreativität bei der Ladengestaltung Trumpf: Die einen greifen das Farbkonzept ihrer Marke auf oder setzen, wenn sie ein figürliches Logo haben, auf ein Key Visual im Laden. Weitere Möglichkeiten sind, das Aussehen der Umgebung oder den historischen Kontext eines Raumes aufzugreifen, oder auch, den kompletten Showroom unter ein zentrales Thema zu stellen.

Tipp zum Weiterlesen:

Store Book 2020
Cornelia Dörries
Herausgegeben vom dlv –Netzwerk Ladenbau e.V. –Deutscher Ladenbau Verband 2020.
240 Seiten, mit über 250 Farbfotos und Illustrationen 25 x 28cm, gebunden
89,00 Euro
ISBN: 978-3-7667-2462-5
www.callwey.de/buecher/storebook- 2020/

Versteinerter Ausdruck

Stein Magazin
die sie gemeinsam mit Kollegen mietet. Für ihre Objekte setzt sie am liebsten auf das Material
Stein mit Handwerkzeugen in ihrer kleinen Werkstatt

In Zeiten von Social Distancing kann es schon mal vorkommen, dass man beginnt, in Gegenständen menschliche Gesichter zu sehen. So wie man einst in Wolken Tiere hineinlas, liest man nun die Schrauben eines Kleiderhakens als Augen und den Haken als Nase, oder die Einkerbungen eines Dosendeckels scheinen plötzlich wie ein Clownsgesicht zu grinsen. Das geht natürlich auch mit Steinen, sei es bei Marmorwölkungen oder Einschlüssen in Sandstein. Das scheint kein Merkmal von Wahnsinn zu sein, sondern eine recht menschliche Eigenschaft. Denn ganz ohne Isolation erging es dem Japaner Shozo Hayama schon vor über 50 Jahren ganz ähnlich.

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Einer der bekanntesten Steine der Chinsekikan: Elvis Presley © Phlizz
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The Hall of Curious stones © Phlizz
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Eine Auswahl der kuriosen Steine © Phlizz
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Die Gesicht-Pareidolie mit der alles begann © Phlizz

Damals bekam er einen etwa tellergroßen Stein mit drei weißen Muscheleinschließungen geschenkt, die ein maskenhaftes Gesicht zu formen schienen. Er behielt die Skurrilität, begann, aktiv nach weiteren Steinen mit Gesicht zu suchen und wurde am nahegelegenen Arakawa Fluss fündig. 1990 hatte er so viele davon gesammelt, dass er ein eigenes Museum in seiner Heimatstadt Chichibu, etwa zwei Stunden nordwestlich von Tokyo, eröffnete: das „Chinsekikan“, was so viel wie „Saal der kuriosen Steine“ bedeutet.

Alle Exponate müssen zwei Kriterien erfüllen. Die Steine müssen ein Gesicht haben und dürfen nicht bearbeitet sein, müssen also von der Natur so geformt worden sein. Mittlerweile fasst das Museum über 1.700 Exponate und beherbergt einen ganzen Chor aus fromm geformten Sängergesichtern, grimmig dreinblickende Grummelvisagen und Steine mit erstaunten oder erschrockenen Mienen. Ganz und gar nicht versteinert scheinen diese Gesichter, in Zeiten von Emojis ist es ein Leichtes, alle Emotionen direkt zu entschlüsseln. Selbst ein mit Ablagerung versehener Stein, der zu weinen scheint, ist dabei. Ebenso blicken Seeräuber mit Augenklappen aus eingeschlossenen Muscheln aus den Vitrinen, Totenköpfe und ein Kugelfisch. Aber auch Figuren aus der Popkultur sind versammelt, etwa Elvis mit Schmalzlocke und ET der Außerirdische mit großen Glupschaugen.

Hayama ist mittlerweile verstorben, doch das Museum hat sich als solcher Touristenmagnet erwiesen, dass seine Tochter Yoshiko es weiterführt. Neue Steine werden teilweise ohne Beschriftung ausgestellt und die Besucher aufgefordert, passende Namen zu finden. Denn die Sammlung nimmt kein Ende – Yoshiko Hayama erzählt in Interviews immer wieder, dass sie mittlerweile auch Steine zugeschickt bekommt und gar nicht alle gleichzeitig ausstellen kann.