In der Ruhe liegt die Kraft

Besonders kleine Betriebe stecken schnell in der eigenen Organisation fest und werden weder ihrem eigenen noch dem Kundenanspruch gerecht. Proaktiv handeln, effektiv delegieren und eine ehrliche Bestandsaufnahme im Umgang mit der eigenen Zeit helfen, die Herausforderungen zu meistern.

Für Kunden und Betrieb gefühlt rund um die Uhr im Einsatz, das gehört für viele zum Unternehmerdasein dazu. Zumal Kunden heute einen ganz anderen Servicelevel erwarten. Katja Hobler, Natursteine Glöckner, bringt es auf den Punkt: „Die Erwartungshaltung heute ist Amazon.“ Die Liste der betrieblichen Erfordernisse lang. Besonders kleine Betriebe stecken oftmals in der eigenen Organisation fest, wenn es darum geht, den aktuellen Kundenbedürfnissen gerecht zu werden. Fehlende Einbindung von Mitarbeitern, unklare oder in die Jahre gekommene Abläufe und Strukturen sind der Hauptgrund für die Überlastung von Inhabern, für Unzufriedenheit im Team oder die mangelnde Orientierung am Kunden. „Eigentlich müsste ich dringend etwas ändern, habe dafür aber keine Ressourcen.“

Wenn Sie dieser Gedanke öfter plagt, sollten Sie die Reißleine ziehen. Das jedenfalls empfiehlt Organisationsexpertin Cordula Nussbaum, um nicht zum Sklaven im eigenen Betrieb zu werden. Wer macht was, wofür und warum, das müssen Unternehmen neu aushandeln, wenn sie selbst oder der Markt sich verändern. Oft passen die Spielregeln und Abläufe der Zusammenarbeit nicht mehr zu Menge, Umfang oder Art der Aufträge. Auch die Kundenwünsche verändern sich.

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Neue Geschäftsfelder kommen hinzu, Mitarbeiter gehen in Urlaub oder sind krank, vom eigenen Anspruch an Erholung ganz zu schweigen. Hinzu kommt der Generationswechsel, der noch lange nicht überall zufriedenstellend gelöst ist. Die Potenziale für Wachstum, Kundenorientierung und persönlichen Freiraum kommen aus dem Innen und lassen sich nicht zukaufen. Wenn Chefs und Chefinnen unersetzlich sind und auch im Urlaub kaum eine ruhige Minute haben, hat das häufig viel mit ihnen selbst zu tun.

Erfahrene Führungskräfte wissen um den Wert von Freiräumen, die es ihnen erlauben, sich Gedanken über die Zukunft zu machen und Innovationen reifen zu lassen. Glöckner Natursteine ist ein Musterbeispiel dafür, wie zukunftsorientierte Unternehmensführung im Handwerk aussehen und die Führungscrew entspannt bleiben kann. Über ihren mehrfach ausgezeichneten Ansatz eines nachhaltiges Ressourcen- und Zeitmanagements haben wir mit Katja Hobler gesprochen, die das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Ehemann Markus Glöckner leitet.

Eine Kunst, die längst nicht alle beherrschen, ist die Kunst der Delegation. Vielen Menschen fällt es schwer, bestimmte Aufgaben an andere zu übertragen. Wenn zu viele Entscheidungen jedoch von einer einzigen Person getroffen und vorangetrieben werden, ist das Hamsterrad vorprogrammiert. Die Managementlegende Stephen R. Covey („Die 7 Wege zur Effektivität“) schreibt dazu: „Effektiv an andere zu delegieren, ist wahrscheinlich die Tätigkeit, die den meisten Einfluss auf Ihren persönlichen und beruflichen Erfolg hat. Es lohnt sich, wenn Sie anderen, gut ausgebildeten und fähigen Menschen Verantwortung übertragen. Delegieren heißt wachsen. Das gilt nicht nur für jeden Menschen, sondern auch für alle Organisationen.“

Wer gut delegieren kann, macht den Erfolg der Arbeit immer zu einem Gemeinschaftswerk. Delegieren unterscheidet Manager von Machern. Wenn Kunden nur mit dem Chef sprechen wollen und umgekehrt, sprechen sie mit einem erfolgreichen Macher. Gibt es im Unternehmen zahlreiche kompetente Ansprechpartner für Kundenprojekte, wird das Unternehmen erfolgreich gemanagt. Oft beschränkt sich die Delegation darauf, Teilschritte zu delegieren. Je schneller Unternehmen reagieren müssen, je komplexer und unsicherer die Informationslage ist, desto wichtiger wird es aber, nicht nur die Arbeit, sondern auch die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Auch Natursteine Glöckner bindet das gesamte Team eng in die unternehmerischen Entscheidungsprozesse ein. Ein Vorgehen, das die Geschäftsführung erheblich entlastet, wie Katja Hobler im Gespräch mit STEIN bestätigt.

Lesen Sie weiter in der STEIN 2/2020.