Stockend nachdenken

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Es gibt in unserem Beruf ja Jobs, die einen geistig jetzt nicht so ganz fordern, wie zum Beispiel das Überstocken von Bestandstreppenstufen. Die Tätigkeit an sich, von der einige behaupten, sie sei schlicht stupide, kann trotz ihrer Einfachheit dahingehend befriedigend sein, dass sich ein schnell sichtbares Ergebnis einstellt. Vorausgesetzt man ist dazu in der Lage, sich auch den kleinsten Erfolg einer noch so stumpfsinnigen Arbeit schönzureden.

Man kniet also irgendwie rum, hält den Presslufthammer auf eine Fläche, die vorher komplett bescheuert aussah, erfreut sich daran, dass sie kurze Zeit später etwas weniger bescheuert aussieht, und hat viel Zeit zum Nachdenken. Zum Beispiel darüber, dass sich unter einigen Kollegen derselben Profession ein Spruch etabliert hat, der aus Jux immer dann losgelassen wird, wenn sich beruflich momentan jetzt nicht so unbedingt die Wahnsinnsperspektive ergibt: Na ja, wenn alle Stricke reißen, kannst du ja immer noch betonstocken. Und während des Stockens muss man sich eingestehen, dass man das auch schon das eine oder andere Mal sagte, verbunden mit der Hoffnung, dass es nie dazu kommen wird.

Der beginnende Schmerz im Handgelenk erinnert jedoch daran, dass es wohl doch dazu kam.
Warum nur? Weil nun mal jeder die Jobs bekommt, die er verdient? Eindeutig zu hart.
Weil auch ein noch so schöner Beruf bisweilen auch wahnsinnig unanspruchsvolle Tätigkeiten beinhaltet? Klingt schon besser.
Weil das liebe Geld verdient werden muss, wenn es verdient werden kann? Sehr gut, wirtschaftliche Notwendigkeiten kommen immer gut.
Weil der Besitzer der Bestandsstufen nun mal eine Treppe überarbeitet haben will und momentan leider keine anspruchsvolle Gartengestaltung nach barockem Vorbild möchte mit Wegen, Mauern, Brunnen und am Schluss noch Skulpturen aus Naturstein? Ausgezeichnet, man erfüllt folglich nur gnaden- und selbstlos serviceorientiert, wie wir Metzen nun mal sind, den heiligen Kundenwunsch. Prima.

 

Seitenblicke aus STEIN im Juli 2014.

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Das „steinerne Meer“ zwischen Öland und Gotland

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Skandinavien ist bekannt für seine Hartgesteine. Darum führt die Stein-Reise des Geokompetenzzentrum Freiberg in diesem Jahr nach Süd-Schweden – und auch in der STEIN wird es im Sommer eine Strecke zum Thema Skandinavien geben.

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Bei der Exkursion werden unter anderem Steinbrüche besucht. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
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Abbau von Braennhult-Granit. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.
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Arbeit im Steinbruch Sjöström. Foto: Geokompetenzzentrum Freiberg e. V.

Schwedisch Schwarz

Die sechstägige Exkursion hat sich als feste Größe im jährlichen Exkursionskalender für die Steinmetzbranche etabliert. Wie in jedem Jahr bekommen Fachinteressierte einen Überblick über Natursteinvorkommen, -abbau und -referenzen des Landes. Besucht werden Firmen, Steinbrüche, Orte und Objekte in Kristianstad, Vanga, Borgholm (Öland), Gotland und Malmö.

Hilke Domsch vom Geokompetenzzentrum Freiberg erklärt: „In Südschweden gibt es Granite wie Bjärlöv, Bohus oder Flivik, Gneise wie Halmstad oder Vanga und natürlich die als ‚schwedisch Schwarz‘ bekannten Basalte. Etwas unbekannter und dabei traditionell sehr verankert sind die Kalksteine von den Ostseeinseln Öland und Gotland und auch Marmor wie der grüne Brännlykan.“

Auf Öland wird die Firma Naturstenkompaniet besucht – sie gewinnt und verarbeitet den Ölandkalkstein. Unter den Orten sticht die Ostseeinsel Gotland hervor, so Hilke Domsch: „Der Gotland-Kalkstein ist ein wunderschöner heller und harter Kalkstein mit einer einzigartigen Textur. In Verbindung mit der Geschichte der Hanse wird dies ein Highlight der Reise.“

Reiseinformationen

Die Exkursion findet vom 30. April bis 6. Mai 2018 statt – auf Wunsch kann der Reisezeitraum verkürzt werden. Anmeldeschluss ist der 28. März 2018.

Hier finden Sie den interaktiven Informations- und Anmeldeflyer zum Ausfüllen und Versenden.

Europäische Steinestapler starten eine Ausstellung

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Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram

Im schottischen Dunbar stapelten Künstler im April Steine bei einem Festival zu kunstvollen Skulpturen. Im Mai geben sie ihr Können an Interessierte weiter.

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Steinestapler Jonathon Kitching nutzt auch angespültes Treibgut für seine Skulptur. Foto: Laurence Winram
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James Craig Page (Mitte links), Veranstalter des Festivals, mit der Jury. Foto: Laurence Winram
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Ein Teil der Gewinner-Skulptur von Pedro Duran. Foto: Laurence Winram
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Die Steinestapler überlegen gemeinsam, wie sie ihre Kunstform bekannter machen können. Foto: Laurence Winram
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Teil der Ausstellung in Summer Hall. Foto: Laurence Winram

Steinestapler stellen gemeinsam mit Land-Art-Künstlern aus

Steine sind ein tolles Baumaterial – nicht nur für Treppen, Säulen und Co., sondern auch für gestapelte Kunstwerke am Strand. Das zeigen die Ergebnisse des 2. Europäischen Wettbewerbs der Steinestapler, der Ende April für zwei Tage in Dunbar in Schottland stattgefunden hat. 30 Künstler haben angespülte Kiesel und größere Steine aus der Natur mit ruhiger Hand kunstvoll auf Felsen und Sand gestapelt und sich in den Kategorien “Die meisten Steine ausbalanciert”, “Juniormeisterschaft”, “künstlerischer Gewinner” und “Stapeln gegen die Zeit” gemessen. Der Gesamtgewinner ist – wie bereits im letzten Jahr – Pedro Duran aus Spanien. Er bekommt einen finanziellen Zuschuss für seinen Flug nach Texas, wo 2019 der weltweite Wettbewerb in Llano stattfindet.

Die Kunst besteht beim Steinestapeln darin, die Schwerkraft für sich zu nutzen, denn sie ist das einzige, was die Skulpturen zusammenhält. Versierte Künstler bauen zum Beispiel komplette Torbögen ohne eine einzige Kelle Mörtel. Seriöse Stapler verändern die natürliche Umgebung oder gar historisch bedeutende Stätten dabei nicht – beides sind Kritikpunkte von Naturschützern. Sie stapeln besonders gern an Stränden, Flüssen und Seen, weil sie dort häufig besonders schöne Steine finden. 
Noch ist die Steinestapler-Szene eher klein und familiär – und sie könnte ein bisschen mehr öffentliche Aufmerksamkeit gebrauchen. Um die mediative Kunst in Europa noch bekannter machen, stellen deshalb bis 28. Mai bekannte Steine-Stapler, Land-Art-Künstler und Maler gemeinsam in der Summerhall Gallery in Edinburgh aus und geben an allen Mai-Wochenenden Workshops.