Kylltaler Sandstein am Rhein

Stein Magazin
Das um 1910/11 erbaute denkmalgeschützte Wohn- und Geschäftshaus steht an der Düsseldorfer Rheinuferpromenade. Die auffällige Fassade aus Putz und Kylltaler Sandstein ist im Herbst 2018 aufwendig restauriert worden. Foto: Architekturbüro van Noppen

Das um 1910/11 erbaute denkmalgeschützte Wohn- und Geschäftshaus steht an der Düsseldorfer Rheinuferpromenade. Die auffällige Fassade aus Putz und Kylltaler Sandstein ist im Herbst 2018 aufwendig restauriert worden. Foto: Architekturbüro van Noppen

Am Düsseldorfer Rheinufer steht ein eindrucksvoller Altbau aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Fassade aus Putz und Naturstein des denkmalgeschützten Gebäudes wies, vor allem an dem Kylltaler Sandstein, erhebliche Schäden auf und musste aufwendig restauriert werden.

Das um 1910/11 erbaute denkmalgeschützte Wohn- und Geschäftshaus steht an der Düsseldorfer Rheinuferpromenade. Die auffällige Fassade aus Putz und Kylltaler Sandstein ist im Herbst 2018 aufwendig restauriert worden. Foto: Architekturbüro van Noppen

Problematik

In prominenter Lage, nur wenige Gehminuten von der Düsseldorfer Königsallee entfernt, liegt das mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshaus im bekannten Stadtteil Carlstadt. Der historische Altbau stammt aus dem Jahr 1910/11, seine denkmalgeschützte Fassade besteht aus weißen Putzflächen und massiven rotbraunen Kylltaler Sandsteinen. Das straßenseitige Tiefparterre setzt sich farblich durch einen dunklen Sockel aus Basaltlava ab.

Durch Umwelteinflüsse und die unmittelbare Nähe zum Rhein traten im Laufe der Jahrzehnte vermehrt Schäden an der straßenseitigen Außenhülle auf. Vor allem stellte man eine großflächige Schalenbildung an der Oberfläche der Sandsteine fest. Diese Problematik erklärt der für die Restaurierungsmaßnahmen beauftragte Düsseldorfer Architekt Philipp van Noppen: „In Teilbereichen hatte eine zu Beginn der 1990er Jahre aufgetragene, nicht fachgerecht ausgeführte Hydrophobierung zu den Schäden geführt.“ Dabei hatte Wasser die hydroprobierte Schicht über Risse im Fugenmaterial hinterwandert und zum Absanden und Abschalen der Steinoberfläche geführt.

Durch das sich lösende und herabfallende Steinmaterial bestand zudem Gefahr für vorbeilaufende Passanten. Trotzdem konnte man im Sommer 2018 nicht sofort mit den notwendigen Restaurierungsmanahmen beginnen. „An der Häuserzeile hier am Rheinufer brütet die größte Mehlschwalbenkolonie Nordrhein-Westfalens, und deren Schonzeit dauert bis Ende September“, erklärt van Noppen den ungewöhnlichen Umstand. Daher musste er die Maßnahmen in die bautechnisch ungünstige Phase von Oktober bis März verlegen. „Nach der Bestandsaufnahme im Juli haben wir den langen Vorlauf im Sommer aber gut genutzt, um die Natursteine vorfertigen zu lassen und sämtliche Gewerke terminlich zu koordinieren“, so van Noppen.

Bestandsaufnahme

Die zweitägige detaillierte Bestandsaufnahme erfolgte mittels Hubsteiger. Zusammen mit dem Fliesen-, Platten- und Mosaiklegermeister Johannes van Noppen und dem Steinmetz- und Steinbildhauermeister Peter Rüb untersuchte der Architekt die schadhafte Fassade. „Bei der Natursteinfassade handelt es sich um 35 bis 40 Zentimeter massives Mauerwerk. An etlichen Stellen mussten wir bis zu sechs Zentimeter schadhaftes Steinmaterial entfernen, bis wir gesundes Kernmaterial vorgefunden haben“, berichtet Johannes van Noppen und erklärt weiter: „Die Außenecken waren noch stärker von der Witterung betroffen. Hier mussten wir teilweise bis zu acht Zentimeter ausstemmen.“

Neben dem Hauptproblem der Schalenbildung und zahlreicher Risse im Putz fanden die Bauspezialisten vor allem im oberen Drittel der Fassade stark verwitterte und absandende Konsolsteine, die komplett ausgetauscht werden mussten. Zudem war durch die schadhafte Steinoberfläche Feuchtigkeit in etliche Natursteine eingedrungen. Dies hatte zur Folge, dass die alten Eisenanker stark korrodierten und somit weitere Schäden an den Steinen verursachten. „Denn aus einem Kubikmeter Eisen werden drei Kubikmeter Rost“, erklärt Johannes van Noppen die enorme Sprengkraft, die sich durch den Korrosionsvorgang entwickelt.

Auch an drei der insgesamt fünf vorhandenen Balustraden mussten Restaurierungsmaßnahmen vorgenommen werden. So fand man an einigen Stellen alten, sich lösenden Restauriermörtel, der von einer „nicht fachmännisch durchgeführten Instandsetzung“ stammte, so der Architekt. Ansonsten waren die oberen Profile der historischen Natursteingeländer aufgrund der Blechabdeckungen relativ gut erhalten.

Doch an den Fußpunkten zeigten sich erhebliche Schäden. Hier hatte Wasser in Form von Schlagregen zu hohem Materialverlust geführt. „Teilweise war hier der Substanzverlust so weit fortgeschritten, dass es uns nicht mehr möglich war, den Querschnitt abzugreifen“, berichtet Johannes van Noppen. Um die historischen Elemente detailgetreu rekonstruieren zu können, fertigte der Architekt Schablonen sowie Plan- und Werkzeichnungen an.

Kylltaler Sandstein

Bei dem historischen Fassadenstein handelt es sich um Kylltaler Sandstein aus der Nähe von Bitburg in der Eifel. „Eine der wichtigsten Aufgaben für die Restaurierung war den farblich und gefügemäßig passenden Sandstein zu finden“, betont Philipp van Noppen. Fündig wurde er bei der Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH.

Das familiengeführte Unternehmen besitzt 21 Steinbrüche in Deutschland, in denen Granit und Sandstein abgebaut und im eigenen Werk weiter verarbeitet werden. Aber der mittelständische Betrieb arbeitet auch mit „Fremdmaterial“, wie zum Beispiel den großen Rohblöcken aus Kylltaler Sandstein. „In Bamberg haben wir gemeinsam viel Zeit aufgewendet, den passenden Farbton herauszufinden. So fällt es selbst einem Fachmann schwer, die ausgewechselten Steine an der restaurierten Fassade wahrzunehmen“, verrät Johannes van Noppen nicht ohne Stolz.

Nachdem die Beteiligten zusammen das passende Steinmaterial ausgesucht hatten, stellten die Steinmetze des Bamberger Natursteinwerkes sämtliche erforderlichen Werksteine wie Gesimse, Fensterlaibungen und Konsolsteine inklusive der gewünschten geschliffenen oder scharrierten Oberfläche her. Mithilfe der vom Architekten angefertigten Schablonen konnte man im Werk auch die von der Witterung stark angegriffenen Balustradenelemente rekonstruieren. Im ersten Arbeitsgang fräste ein Industrieroboter die gewünschten Werkstücke samt Profilierung. Im zweiten Schritt, um ein optimales Ergebnis zu erzielen, bearbeiteten die Steinmetze händisch die einzelnen Steinelemente nach.

Montage der Werksteine

Nachdem Ende Oktober die Schwalben ihre Nester verlassen hatten, konnten Johannes van Noppen und Peter Rüb endlich mit der Montage der Werksteine beginnen. Insgesamt haben die beiden Fachleute 3,6 Tonnen Kylltaler Sandstein an der Fassade ausgetauscht. Besonders an den Eck- und Profilbereichen baute das Zweierteam neue Vierungen ein. Die vom Bamberger Natursteinwerk vorgefertigten, scharrierten Sägestücke mussten sie vor Ort nur noch auf das entsprechende Größenmaß zuschneiden, bevor sie die Vierungen mittels Trasszementmörtel (Weber mix 614) passgenau einsetzten.

Die alten, korrodierten Eisenanker und -klammern ersetzten sie durch entsprechend sechs, acht oder zehn Millimeter dicke Edelstahlbewehrungen. Da alle Maßnahmen mit der Denkmalbehörde im Vorfeld abgestimmt werden mussten und der Austausch der alten Sandsteine, sofern möglich, weitestgehend reduziert werden sollte, reparierten die Steinmetze weniger schadhafte Sandsteine mittels Restauriermörtel (Firma Remmers). Hierbei verwendeten sie eine Mischung aus den beiden Farbtönen Rotbraun und Buntsandstein.

„Damit haben wir handwerklich das Farbenspiel der ,neuen‘ Fassade beeinflussen können, um es optimal der vorhandenen Steinfassade anzupassen“, erklärt Johannes van Noppen. Kleinere Risse verharzten die Steinmetze kraftschlüssig mit Epoxidharzkleber (Akemi Akepox), während sie größere Risse mit Dübelankern aus Edelstahl (VA 3 x 250 mm) und Injektionsmörtel (Hilti Injektionsmörtel, HIT-MM Plus 330/2) vernadelten und die verbliebenen Löcher an der Oberfläche anschließend mit angepasstem Restauriermörtel schlossen. Eine weitere Maßnahme war es, schadhaftes Fugenmaterial herauszutrennen und die freigelegten Zwischenräume mit Trass-Kalkmörtel für historisches Mauerwerk (Firma Weber) neu zu verfugen.

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Aufmerksamkeit für Nachhaltigkeit und Biodiversität

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Zeichen setzen für bewusstes Wirtschaften

Der Bundesverband Mineralische Rohstoffe e. V. (MIRO) hat zum sechsten Mal den Nachhaltigkeitswettbewerb für Unternehmen der Gesteinsindustrie ausgerufen. Bewerbungen können bis 15. Oktober 2018 eingereicht werden. 

 

Plastikmüll, der die Meere flutet, Abgase, die Städte in Smog hüllen: aktuelle Diskussionen, die ein alarmierendes Bild von den menschlichen Einflüssen auf Umwelt und Natur geben, schon seit Jahrzehnten dominieren und kaum abzuschwächen scheinen. So ist das Thema Nachhaltigkeit nicht erst angesichts dieser bedrängender Bilder auf die Agenda vieler Unternehmen gerückt. Auch die Rohstoff- und Gesteinsindustrie hat sich der Nachhaltigkeit und Biodiversität verschrieben. Grundsätzlich steht hier der schonungsvolle Umgang mit mineralischen Ressourcen im Fokus, der in Balance mit unternehmerischem und wirtschaftlichem Handeln zu bringen ist. Umweltgerechte Praxis und Technik also einerseits, die einen ökologischen Mehrwert bringen; andererseits gilt das Credo der Nachhaltigkeit auch in sozialer Hinsicht: wenn es um Arbeitsschutzrichtlinien und den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter geht.

Umso wichtiger sind Zeichen, die den Einsatz für mehr Nachhaltigkeit in der Industrie bestärken und fördern. Wettbewerbe sind dabei eine Möglichkeit, Aufmerksamkeit für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen zu erheben und jene zu würdigen, die gelungene Konzepte etablieren konnten. Der Bundesverband Mineralische Rohstoffe e. V. (MIRO) ist eine solche Institution, die derartige Förderungen initiiert. Schon zum sechsten Mal hat der Verband nun einen Wettbewerb um den nationalen Nachhaltigkeitspreis für Unternehmen der Gesteinsindustrie gestartet. Der von MIRO ausgerufene Wettbewerb bildet eine nationale Vorstufe der „Sustainability Awards 2019“, ebenfalls ein Nachhaltigkeitswettbewerb, bei dem europaweit Unternehmenskonzepte und -techniken ausgezeichnet werden. Die nationalen Preisträger landen automatisch in dessen Auswahl. Gleiches gilt für die Sonderpreisträger der Zusatzkategorien Biodiversität und Kommunikation. Organisiert werden die Awards von dem europäischen Gesteinsverband UEPG.

Soziale Verantwortung, Ökonomie und Ökologie im Einklang

Kriterien des nationalen „MIRO-Nachhaltigkeitswettbewerbs 2019“ orientieren sich an dem Dreiklang von Sozialverantwortung, Ökonomie und Ökologie. Die Bewerber sind dazu aufgerufen, ihre Projekte und Konzepte verständlich darzustellen und alle wesentliche Fakten zu nennen. Dazu gehört die Beschreibung der Ausgangssituation, eventuelle „Meilensteine“ in der Entwicklung, besondere Herausforderungen, innovative Lösungen, Zusammenarbeit mit Behörden, Privaten oder Vereinen. Dabei sollte die Bewerbung nicht mehr als zehn Seiten umfassen. Fünf bis sechs digitale Fotos, das Firmenlogo und eine einseitige Zusammenfassung ergänzen die Bewerbung. Dokumente von Behörden, Kommunen, Verbänden können, sofern sie mit dem Projekt in Verbindung stehen, können ebenfalls eingereicht werden.

Die Jury des deutschen Wettbewerbs setzt sich zusammen aus Partnern des MIRO Bundesverbandes seitens Umwelt- und Naturschutz, Fachmedien, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sowie der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar und Umwelt (IG Bau). Ab diesem Jahr soll der Wettbewerb mit einem neu entwickelten Logo besser erkennbar sein, das Preisträger und Teilnehmer nach Abschluss der Aktion in ihrer Unternehmenskommunikation als Qualitätssiegel verwenden dürfen.

Die Bewerbungsfrist endet am 15. Oktober 2018. Die Preisverleihung findet Anfang 2019 in feierlichem Rahmen statt. Weitere Informationen zur Bewerbung sowie notwendige Formulare finden Sie hier.

Skulptur des Monats: Die Träumende

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Mai 2016: “Die Träumende” von Florian Widmann aus Untersberger. (Foto: Birgit Rilk)

Auf einem 32 Meter langen und zehn Meter breiten Floß aus Baumstämmen gleitet eine überdimensionale, starr liegende Figur auf dem Rhein von Ludwigshafen über Rotterdam in die Nordsee. Die 20 Meter lange Mumie ist mit Stricken in Leintücher eingehüllt und trägt eine Bleimaske. Zehn Tage dauert ihre Reise ins Meer. Der Projektkünstler Hannsjörg Voth initiiert diese Reise im Mai und Juni 1978, sie endet schließlich im Verbrennen des Kolosses, bei dem nur seine Maske übrig bleibt. Unsere Skulptur des Monats Mai 2016 gestaltete der Steinmetz- und Bildhauermeister Florian Widmann aus München in Anlehnung an dieses künstlerische Statement.

Seine träumende Frau aus Untersberger Forellenkalk befindet sich ebenfalls in liegender Position und ist in Tücher gehüllt. Anders als bei Voths Figur wirkt die Skulptur aber nicht leblos – wie aufgebahrt auf dem Weg zu ihrer Seebestattung. Ihre Körpersprache deutet auf Gelassenheit und Entspannung hin. Der Künstler hatte keine Reise ins Meer und den symbolischen Tod im Sinn, sondern eine Reise zu „seinem kleinen Bruder“, dem Schlaf. Vor den inneren Augen der Frau eröffnet sich das Land der Träume. Zwar sollte die Skulptur ursprünglich in oder an einem See liegen, sodass sich der leichte Faltenwurf an das Wasser anpasst. Diese Reise vom festen Boden ins durchlässige Nass steht bis jetzt noch bevor.

Die Skulptur ist 1,83 Meter lang sowie jeweils 0,53 Meter breit und hoch. Die schlummernde Frau würde in ausgestreckter Haltung in etwa 2,00 Meter groß sein. „Der Kontrast zwischen dem Material Stein (schwer, hart) und dem gespannten Tuch (leicht, weich) wurde bewusst evoziert. Der Naturstein selbst stellt symbolisch das oftmals harte und schwere Leben dar“, erläutert Widmann. Das Tuch hingegen lege einen Schleier über diese harte Realität. Die Konturen verblassen und werden unscharf. Damit stehe das Tuch symbolisch für das Einschlafen und Versinken in eine Traumwelt, in der alles möglich scheint.

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In Anlehnung an die Aktionskunst „Reise ins Meer“ von Hannsjörg Voth im Jahr 1978 gestaltete Florian Widmann sein Meisterstück. (Foto: Birgit Rilk)

Für den nicht mehr nur schlafenden Riesen Voths ist jede Möglichkeit und Entwicklung passé. Die Reise des „toten Flussgottes“ kann man im Hinblick auf seinen Weg entlang einer Industrielandschaft, die den Fluss und das Leben darin langsam verseucht, interpretieren. Menschliche Zerstörungswut, aber auch Vergänglichkeit im Allgemeinen sind die zentralen Themen. „Am Ende blieb nichts als die Bleimaske. Das “Kunstwerk”, das da den Rhein hinuntertrieb (…) hatte nur zeitlich begrenzten Bestand. Nicht anders als das menschliche Leben auch, das sich in der Dialektik von Materie und Geist, Geburt und Tod bewegt“, beschreibt Amelie Pohlen das Kunst-Spektakel im Katalog zu den Ausstellungen „Reise ins Meer“ (“Werk aus Erinnerung gebaut”). Kunst, die vergeht.

Florian Widmanns Kunst besteht. Seine Wahl fiel bewusst auf den Untersberger Kalkstein (Limestone). Durch die Frostsicherheit und die geringe Wasseraufnahme ist er optimal geeignet für einen Standpunkt im Freien. Widmann arbeitet oft mit Kalksteinen. Seine Erfahrungen mit dem Material ermöglichten ihm eine vielseitige Oberflächenbearbeitung. Dazu nutzte er eine Pressluftpistole – den Naturstein bearbeitete er traditionell mit dem Beil. „Ich finde, dass keine Maschine an einen manuellen “Beilhieb” herankommt“, sagt er. Und diese unmittelbare Arbeit am Stein zeigt ihre Wirkung. Die Farbnuancen des Steines harmonieren perfekt mit der präzise durchgeführten Formgestaltung und Oberflächenbearbeitung.

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2013 gründete der Steinmetz- und Bildhauermeister Florian Widmann sein Unternehmen Pure Stone in München. Seine Schwerpunkte liegen im exklusiven Innenausbau, Außen- und Gartenbereich sowie in der Gestaltung von Grabmälern und Skulpturen. (Foto: Birgit Rilk)

Sieht man die Frau so liegen, dämmern in einer Zwischenwelt, ist man beruhigt und beunruhigt zugleich. Die sanften, geschwungenen Formen lassen Stille einkehren, wie wenn man die gedämpfte Welt einer Schneelandschaft durchquert. Man fühlt eine gewisse Leichtigkeit. Gleichzeitig fragt man sich, was darunter liegt. Die verschwommenen Konturen erlauben keinen sicheren Blick. Wohin führt der Schlaf die Träumende und wird sie den Schleier wieder abwerfen? Im Gegensatz zur kantigen und unerbittlichen Demonstration Voths, die in einem Flammenmeer auf Wasser mündete, beleuchtet Widmanns „Träumende“ unser Leben aus einer anderen Perspektive. Im Schnittpunkt von Realität und Traumwelt, von Wirklichkeit und Möglichkeit, von Bewusstsein und Unterbewusstsein. Die harte Realität zu verschleiern, bedeutet hier nicht unbedingt, sie zu verdrängen, sondern sie aus einem anderen Blickwinkel für neue Entwicklungschancen fruchtbar zu machen. Das Zitat der Vohlschen Kunstdemonstration bietet dabei viel Interpretationsspielraum.

Erfahren Sie hier mehr zum Künstler. Fotos zur “Reise ins Meer” finden Sie hier.