Keine Last mit der Last

Steinmetze müssen ständig schwere Lasten heben und tragen? Das war einmal: In den meisten Betrieben stehen heute zahlreiche arbeitserleichternde Hilfsmittel zur Verfügung, sowohl für das Bewegen von Lasten im Betrieb als auch auf die Baustelle oder den Friedhof. Wir haben uns bei den Anbietern umgehört, was sie sich speziell für unsere Branche einfallen lassen haben.

Um eine Gefährdung oder dauerhafte Schädigung der Gesundheit von Arbeitnehmern zu verhindern, die in ihrem Beruf schwere Lasten heben und tragen müssen, hat der Gesetzgeber 1996 die „Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der manuellen Handhabung von Lasten bei der Arbeit“ (kurz Lastenhandhabungsverordnung bzw. LasthandhabV) erlassen.

Bereits seit 1981 gibt es zusätzlich die „Hettinger Tabelle“, die – abhängig von Alter, Geschlecht und der Häufigkeit des Lastenhebens – angibt, welche Gewichte am Arbeitsplatz maximal gehoben werden dürfen. In der Altersgruppe von 19 bis 45 Jahren etwa dürfen Frauen bis zu zehn Kilogramm häufig heben, Männer bis zu dreißig Kilogramm.

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„Heben und Tragen ohne Schaden“

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat hierzu eine Broschüre mit dem Titel „Heben und Tragen ohne Schaden“ veröffentlicht, die unter folgendem Link gedownloadet werden kann: www.baua.de. Eine Möglichkeit, die Mitarbeiter zu entlasten, hatten wir in STEIN 10/2020 vorgestellt: Exoskelette, tragbare pneumatisch oder motorisch betriebene Hebe- und Tragehilfen. Diese smarten Muskelkraftverstärker werden allerdings meist an nicht-stationären Arbeitsplätzen, bei Überkopfarbeiten und dort eingesetzt, wo andere Hilfsmittel nicht verfügbar sind.

In den Steinmetzwerkstätten sowie an der Baustelle und auf dem Friedhof indes gibt es eine Vielzahl von Kranen, Hebezeugen und Transportmitteln, die den Mitarbeitern physische Erleichterung verschaffen. Fahrzeug-, Portal- und Hallenkrane in verschiedenen Ausführungen sowie diverse Hebe- und Transportmittel sind heute aus keinem Steinmetzbetrieb mehr wegzudenken.

Aber auch wenn die Betriebsausstattung hinsichtlich dieser Werkzeuge bei großen wie kleinen Unternehmen bereits meist umfassend ist, gibt es doch immer wieder Neuheiten, die aufhorchen lassen. An den Innovationen innerhalb einer Maschinen- oder Werkzeuggattung kann man meist auch Branchenentwicklungen ausmachen. So signalisieren derzeit Weiterentwicklungen bei leichten und besonders variablen Vakuumhebern die Verbreitung dünner sowie empfindlicher Keramikplatten. Und ebenso tragen neue Steinhebegeräte der fortschreitenden Entwicklung im Garten- und Landschaftsbau Rechnung.

Vakuumheber

Die aus dem Glastransport stammenden Vakuumheber werden heute in den Produktionen etlicher Branchen eingesetzt und heben ebenso federleichte wie tonnenschwere Lasten. Ursprünglich für ein Einbau von Fenstern und Fassaden gedachte Geräte haben sich als ebenso geeignet für Keramikplatten erwiesen und daher Einzug in die Werkstatthallen vieler Stein verarbeitender Betriebe gehalten. Zudem leisten sie wertvolle Dienste an Baustellen, bei denen große Platten an Wänden und Fassaden verlegt oder auf Küchenblöcke gelegt werden müssen.

Der neue netzunabhängige und intuitiv bedienbare Aero-Cube etwa hebt bei einem Eigengewicht von nur 20 Kilogramm bis zu 250 Kilogramm schwere Lasten, wobei das Vakuum auch bei Oberflächen mit Rillen, Aussparungen und rauen Oberflächen funktioniert. Neben Batterie und Pumpe, die ihn netzunabhängig machen, sowie den austauschbaren Saugplatten unterscheidet sich der kleinste Heber von Aero-Lift Vakuumtechnik vom Wettbewerb auch durch zwei integrierte Kranösen, mithilfe derer er horizontale und vertikale Lasten bewegen kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass er an die vorhandenen Anbindungsmöglichkeiten wie Stapler und Kräne „angedockt“ werden kann.

Lesen Sie mehr in der STEIN 6/2021.