Mit Apps mehr Zeit für das Wesentliche

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nutzt er smarte Lieferservices und hat seine Abläufe digitalisiert. Foto: Peter Hegenberger
sind keramische Großplatten. Damit er

Durchgängige digitale Lösungen werden im Handwerk immer wichtiger. Doch auch einzelne Apps können das Leben auf der Baustelle erleichtern. Die Devise: Neues ausprobieren und mit Teilprozessen starten. Das Ziel: mehr Zeit für Kunden und Projekte.

Das Spezialgebiet von Peter Hegenberger sind keramische Großplatten. Damit er mehr Zeit für seine anspruchsvollen Baustellen hat, nutzt er smarte Lieferservices und hat seine Abläufe digitalisiert. Foto: Peter Hegenberger

Smarte Dienste für die Baustelle

Stunden schreiben, Mängel und Änderungen dokumentieren, Termine koordinieren, Aufträge und Rechnungen schreiben: Das alles erfolgt in vielen Betrieben noch weitgehend manuell (indem Daten von einem Programm ins andere oder vom Zettel ins Programm übertragen werden) und kostet Inhaber*innen und Fachkräfte viel Zeit. Ein Zeitfresser ist auch die Materialbeschaffung. Abhilfe versprechen Apps. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe digitaler Tools und Services, die die betrieblichen Prozesse vereinfachen, Randprozesse helfen auszulagern und so Zeit für das Kerngeschäft freischaufeln.

Wie besorgen Sie Ihr Material? Rufen Sie beim Händler an? Bestellen Sie online? Holen Sie alles selbst ab? Ist alles immer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort? Oft kostet es einiges an Fahrt- und Wartezeit, wenn Kleber, Grundierung, Silikon, Ersatzteile, Werkzeuge fehlen, kaputt sind oder ausgehen. Würth liefert deshalb schon seit Jahren seine C-Teile auf Baustellen und übernimmt die Kommissionierung der Vor-Ort-Lagerflächen.

Diesem Vorbild folgend, liefert seit 2019 das Start-up Bex per App jegliches Material innerhalb von zwei Stunden auf die Baustellen. Selbst Kleinstmengen werden geliefert. Gekauft wird beim Wunschlieferanten, bezahlt wird nach Gewicht und Dringlichkeit. Gründer und Geschäftsführer Lennart Paul beschreibt Bex als Fullfilment-Dienstleister, der die Lücke „von der Bestellung bis zur Wand“ schließt. Systemlogistik für jedermann.

Seit Sommer 2020 arbeitet Fliesenleger Peter Hegenberger aus Leonberg mit diesem Lieferando für das Handwerk. Zunächst gedacht als Back-up für Vergessenes, nutzt der Spezialist für keramische Großformate die Lieferplattform mittlerweile strategisch und hat seinen Arbeitsablauf umgekrempelt. „Ich spare mir bei der Übernahme von Badbaustellen heute den Vorabbesuch“, berichtet er.

Statt wie früher am Tag zuvor die Baustelle in Augenschein zu nehmen, das Material beim Händler abzuholen und einen Tag später mitzubringen, erledigt Peter Hegenberger das jetzt am Verlegetag, bestellt sein Material bis 8.30 Uhr und lässt es liefern. „In der Zwischenzeit erledige ich die Vorarbeiten, das Standardequipment bringe ich selbst mit.“

Auch Material für Nachträge bestellt er über die App und kann die Zusatzarbeiten am gleichen Tag ausführen. So kommt er mittlerweile auf 20 bis 30 Lieferungen pro Monat. Selbst den Baustellenmüll lässt er über die Bexfahrer abholen und fachgerecht entsorgen. „Das spart unglaublich viel Zeit und Aufwand“, freut er sich.

Was können Sie auslagern?

Für kleine Betriebe ist der Service ideal. Statt Fachkräfte für Hol- und Bringdienste einzusetzen, sourct Peter Hegenberger Einkauf und Transport der Materialien aus. Auch wenn er für eine (einzeln bestellte) Tube Silikon auf diese Art schon mal 19 Euro Transportgebühr bezahlt. „Das hört sich viel an“, sagt der Schwabe Hegenberger, der das natürlich durchkalkuliert hat. Sein Fazit: Das Geschäft rechnet sich.

Hegenberger, der mit Warenwirtschaftssystem, CAD, digitalem Aufmaß und mobiler Zeiterfassung insgesamt digitalisiert arbeitet, verfolgt auch für die digitale Materialbeschaffung eine Vision: „Ich würde am liebsten ganz auf eigene Fahrzeuge verzichten und mein Material komplett auf die Baustellen liefern und abholen lassen.“ Er selbst könnte dann mit dem E-Auto statt mit dem Transporter anreisen.

Diese Vision hat Bex-CEO Lennart Paul schon länger. „Wir können uns für die Zukunft die komplette Bestückung von Baustellen vorstellen“, erklärt der Gründer gegenüber STEIN. Zumal eine solche Arbeitsaufteilung in anderen Branchen und Tätigkeitsfeldern schon lange selbstverständlich ist. „Auch Ärzte kommen schließlich nur zum Operieren in den OP, und das Material wird für sie im Vorfeld komplett hergerichtet“, sagt Paul. Konzentration auf das Kerngeschäft nennt man diesen Effekt, der Berufe aufwertet, die Arbeit effektiver macht und für kleinere Betriebe durch die Digitalisierung möglich wird.

Lesen Sie weiter in der STEIN 2/2021.

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Steinmetzmeister Heinz Blaschke aus Stuttgart hat die RadSteine entworfen – Fahrradständer aus heimischem Material, die Naturstein ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken.

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Steinmetz Heinz Blaschke hatte die Idee zu Fahrradständern aus heimischem Naturstein. Foto: Heinz Blaschke
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Modell 1 des RadSteins aus Schwarzwaldgranit (rot, beige oder grau). Foto: Heinz Blaschke
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Modell 2 des RadSteins aus Schwarzwaldgranit oder Tittlinger Feinkorn. Foto: Heinz Blaschke

Die Fahrradständer – individuell oder als Gruppe aufgestellt – veredelt Blaschke auf Kundenwunsch mit einem individuellen Text oder Logo. Für den Diebstahlschutz sorgen Bohrungen fürs Fahrradschloss. Blaschke schreibt auf der Micro-Website RadStein.de, sie seien wartungsfrei, wertbeständig und müssten nur mechanisch mit Wasser gereinigt werden.

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Markus Ramrath
Markus Ramrath

Sein erstes Online-Expertenseminar hat der Fachverband Fliesen und Naturstein (FFN) im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes am 18. März 2021 durchgeführt – unter dem Thema „Megaformate“.

Marco Sass, Markus Ramrath, Titus Wolkober, Dunja Salmen, Bernd Stahl und Moderatorin Mirja Mahir (v.l.) informierten mehr als 70.000 im Verband vertretende Fliesenleger. Foto: FFN

In der Expertenschulung ging es den Mitgliedern des technischen Ausschusses darum, die mehr als 70.000 im Verband vertretenen Fliesenleger über die Chancen und Risiken im Umgang mit den großen dünnen Keramikplatten zu informieren. In einem Hamburger Theater traten hierzu die Fliesenlegermeister Marco Sass, Titus Wolkober und Markus Ramrath (der auch Steinmetzmeister ist) zusammen mit der auf Baurecht spezialisierten Rechtsanwältin Dunja Salmen auf und klärten ebenso über die hervorragenden Zukunftsaussichten als auch über die noch vorhandenen Tücken des faszinierenden Materials auf.

Kein Baustoff habe ich sich in den vergangenen Jahren derart stark verändert wie die Fliese, sagt Marco Sass. „Dies ist wegen der Marktvorteile ein Segen für unsere Branche“, urteilt Titus Wolkober. Und dennoch würden sich die Megaformate wie die „Diva“ unter den Fliesen verhalten, nämlich manchmal ziemlich zickig, warnt Markus Ramrath. Und Dunja Salmen ergänzt: „Nur eine optimale Vertragsgestaltung bei Megaformat-Aufträgen kann den Fliesenleger absichern“. Einen für Mitglieder kostenfreien „Musterhinweis“ hat der FFN daher zunächst erstellt. Und jetzt wird der Fachverband sich mit einigen willigen und fähigen Fliesenherstellern an einen Tisch setzen um für alle Beteiligten sichere Bedingungen zu erarbeiten.

Denn zwar können Schäden auch trotz bestmöglicher Vorsichtsmaßnahmen immer geschehen; darüber waren sich alle Referenten einig. Sollten dafür aber nicht Fehler des Verarbeiters ursächlich sein, sondern eine zu hohe Spannung im Material: Dann müsste der Fliesenleger eine Chance haben, die entsprechende Fliesenlieferung zu reklamieren. Und nach einer vom Verband in Auftrag gegebenen MPA-Studie würden die zu unkontrolliertem Verhalten des Materials führenden Spannungen etwa 0,5 Prozent aller Großplatten betreffen. Dann sei Bearbeitung kaum mehr möglich. Bei den übrigen 99,5 Prozent zählten aber die Argumente großflächig, fugenarm, pflegeleicht, strapazierfähig und vieles mehr. Um den Verarbeitern hier dauerhaft zu helfen, warben die Veranstalter für den neuen Beruf des Fliesenkonfektionierers, der die großen Platten maschinell mit Wasserstrahl-Technik vorfertigt und damit den Großteil des Bearbeitungsrisikos von der Baustelle auf seine Maschinenhalle überträgt.