Naturstein reinigen, schützen und pflegen

Flächen aus Naturstein im und am Haus reinigen, schützen und pflegen: Drei Schritte zur langfristig werterhaltenden Pflege

Im Gegensatz zu Fliesen, die mit einer verschmutzungsresistenten Glasur- oder Sinterschicht ausgestattet sind, sind Natursteinoberflächen wesentlich empfindlicher gegenüber Verschmutzungen. Selbst ein Naturstein wie Granit, der wegen seiner Härte äußerst unempfindlich gegenüber mechanischen Einflüssen ist, weist mikroskopisch kleine Poren auf, die in feinsten Kapillaren enden, die sich durch das gesamte Material ziehen. Das macht ihn, trotz seiner Massivität, anfällig gegenüber eindringender Feuchtigkeit und Schmutz.

Natursteinoberflächen gelten als farbbeständig, lange haltbar, pflegeleicht und widerstandsfähig. Damit ihr Wert erhalten bleibt und die Oberflächen lange schön bleiben, ist eine Pflege notwendig, die den verwendeten Naturstein und dessen Einsatzgebiet berücksichtigt. Mit dem richtigen Wissen und den richtigen Reinigungsprodukten ist die Pflege von Natursteinoberflächen kein Hexenwerk. Dabei sollte die Steinpflege als System begriffen werden, das aus drei aufeinander aufbauenden Schritten besteht: Reinigen, Schützen und Pflegen.

Schritt 1:  Reinigen

Nach dem Bauen kommt das Reinigen: In der Bauschlussreinigung sollen sämtliche Verschmutzungen entfernt werden, die beim Errichten des Objekts entstanden sind. Das gilt selbstverständlich auch für Flächen, die mit Naturstein ausgestattet sind. Wurden diese Flächen durch Einschlämmen oder das Einbringen von Fugenmörtel verfugt, ist es kaum zu vermeiden, dass Reste des Fugmaterials auf den Natursteinen verbleiben. Diese Reste sorgen dafür, dass die Oberfläche der Natursteine rauer wird und Verschmutzungen damit noch besser anhaften können. Kalk- und Zementauswaschungen sind darüber hinaus in der Lage, auch in die Kapillaren eines Natursteins einzudringen, sorgen so für unansehnliche und hartnäckige Schleierbildung.

Je nach Art der Verschmutzung und des zugrunde liegenden Naturwerksteins kommen unterschiedliche Reinigertypen zum Einsatz. Man unterscheidet dabei grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Arten: saure, alkalische und lösemittelhaltige Reiniger.

Säurehaltige Reiniger

Mörtelresten, Zement- und Kalkschleiern, verschiedenen Ausblühungen sowie Verfärbungen durch Rost kann mit säurehaltigen Reinigern zu Leibe gerückt werden. Sie sind in der Lage die genannten Verunreinigungen zu lösen, wonach sie ohne großen Aufwand abzuspülen sind. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Gehalt an Salzsäure im Reiniger nicht zu hoch ist. Dringt die Salzsäure in den Naturstein ein, kann es bei eisenhaltigen Natursteinen – etwa bei manchen Granitsorten, die Erzmineralien enthalten – zu einer tiefsitzenden Rostbildung kommen, die sich teilweise erst Monate später zeigt.

Ein wichtiger Vorbereitungsschritt bei der Reinigung von Natursteinoberflächen mit säurehaltigen Produkten, ist deshalb das großzügige Vornässen mit Wasser. Das hilft dabei, ein zu tiefes Eindringen der Säure in die Oberfläche zu vermeiden. Nach dem Vornässen wird das Reinigungsprodukt gemäß Gebrauchsanweisung verdünnt, mit einer Bürste aufgetragen und darf dann mehrere Minuten einwirken. Anschließend wird die Natursteinoberfläche gründlich mit klarem Wasser abgespült, um Reste des Reinigers mitsamt dem gelösten Schmutz zu entfernen.

Laugenhaltige Reiniger

Oberflächen, die säureempfindlich sind, sollten nicht mit einem säurehaltigen Reiniger behandelt werden. Natursteine wie Marmor oder auch polierter Kalkstein werden durch säurehaltige Reiniger angegriffen. Die Oberflächen werden in der Folge stumpf und unansehnlich. Auf derart empfindlichen Natursteinen empfiehlt sich die mechanische Entfernung der Verschmutzungen mittels eines weißen Nylonpads unter Zuhilfenahme eines mildalkalischen Reinigers. Hier ist auf den Gehalt der Lauge im Produkt zu achten. Sie darf nicht zu hoch konzentriert sein. Stark alkalische Produkte können, ebenso wie säurehaltige Reiniger, die Oberfläche von Naturstein verätzen. Auf die Eignung des Reinigers für Naturstein sollte deshalb geachtet werden.

Lösungsmittelhaltige Reiniger

Bei besonders hartnäckigen Verschmutzungen auf Naturstein reichen wasserbasierte Reiniger unter Umständen nicht mehr aus. Sind die Oberflächen mit Klebern, Harzen, Wachs oder ähnlichen wasserunlöslichen Stoffen verunreinigt, können Reiniger helfen, die auf Lösungsmitteln basieren. Sie werden unverdünnt auf die trockene Oberfläche appliziert ­– ein Vornässen ist nicht nötig und wäre wegen der Verdünnung des Reinigers sogar kontraproduktiv. Wasser kommt hier erst im letzten Schritt zum Einsatz: Sind die Verunreinigungen gelöst, werden sie mitsamt dem Reinigungsprodukt mit klarem Wasser abgespült. Das Gemisch aus Lösungsmittel und Verschmutzungen bildet eine Emulsion mit dem Wasser und kann so anschließend entfernt werden.

Sind Öl- und Fettverschmutzungen tief in die Kapillaren des Natursteins eingedrungen, versagen flüssige Reinigerrezepturen womöglich. In diesem Fall kommen pastöse Ölfleckenentferner zum Einsatz. Sie können über längere Zeiträume einwirken und sind in der Lage, ölige und fettige Verschmutzungen aus tieferen Schichten wieder an die Oberfläche zu befördern. Öl- und fettbindende Zusätze sorgen bei diesen Produkten dafür, dass die Verschmutzungen anschließend leicht zu entfernen sind.

Schritt 2: Schützen

Ist die Natursteinoberfläche gereinigt, empfiehlt sich als nächster Schritt eine Schutzbehandlung, um ein allzu schnelles Wiederverschmutzen zu verhindern. Auch hier lassen sich drei Verfahren unterscheiden, die je nach Untergrund und den spezifischen Anforderungen am Einsatzort zur Anwendung kommen. Dabei vermindern Imprägnierungen die kapillare Saugfähigkeit des Natursteins, ohne dabei die Rutschsicherheit zu beeinträchtigen. Imprägnierungen sind nicht schichtbildend und lassen im Gegensatz zu Versiegelungen die Poren des Natursteins offen – die Diffusionsfähigkeit des Materials wird so weitgehend erhalten. Zu beachten ist, dass Imprägnierungen keinen Schutz gegen mechanische Abrasion und chemische Einflüsse bieten. Kalkhaltige Materialien wie Marmor bleiben auch nach einer Imprägnierung empfindlich gegenüber Säuren, ihre Oberflächen können durch sie ermatten.

Es wird zwischen unsichtbaren und farbvertiefenden Imprägnierungen unterschieden. Während die unsichtbaren Imprägnierungen keinen Einfluss auf die Optik des behandelten Natursteins haben, feuern die farbvertiefenden die Oberfläche an, geben ihr einen Nasseffekt oder Wet Look. Wie beim Ölen von Holz kann mit farbvertiefenden Imprägnierungen die Farbe von Natursteinoberflächen gekräftigt und deren Struktur hervorgehoben werden.

Das dritte Verfahren ist die Versiegelung. Sie bildet, anders als die Imprägnierung, eine schützende Schicht auf dem Naturstein, die dessen Poren verschließt und die Saugfähigkeit der Oberfläche stark einschränkt. So wird die Anfälligkeit für Verschmutzungen vermindert und die Pflege der Natursteinoberfläche erleichtert. Zu beachten ist dabei aber, dass dadurch auch die Rutschsicherheit beeinflusst werden kann.

Schritt 3: Pflegen

Bei der täglichen Nutzung von Natursteinbelägen fallen Verschmutzungen an, die im Rahmen der Unterhaltsreinigung zeitnah entfernt werden sollten. Durch regelmäßiges feuchtes Wischen kann Schmutz entfernt werden, bevor er in tiefere Schichten des Natursteins eindringen kann und mit der Zeit Flecken bildet, die nur schwer wieder zu entfernen sind. Für den langfristigen Erhalt von Natursteinoberflächen ist die regelmäßige Unterhaltspflege eine unverzichtbare Maßnahme.

Bei der Wahl des Pflegeprodukts sind sowohl die Gesteinsart als auch das Einsatzgebiet zu berücksichtigen. Das falsche Produkt kann langfristig zu einer Belagbildung auf der Oberfläche des Natursteins führen. Im äußersten Fall kann es sogar zu irreparablen Schäden kommen.

Bei der täglichen oder wöchentlichen Unterhaltsreinigung sollten aggressive oder schichtbildende Reiniger vermieden werden. Stattdessen bietet sich hier ein milder Wischwasserzusatz an, der in der Lage ist, die Allgemeinverschmutzungen zu lösen und dabei Pflegekomponenten in der Oberfläche hinterlässt, ohne dabei schichtbildend zu wirken. Produkte dieser Kategorie eignen sich für alle Oberflächenarten, ob auf Hochglanz poliert oder rau und rutschsicher.

Zusatzpflege für polierte Flächen

Dass Bodenbeläge aus polierten Weichgesteinen, wie Marmor oder Kalkstein, im Laufe der Zeit durch den Gebrauch matt werden und sich auf deren Oberfläche in besonders stark genutzten Bereichen deutlich sichtbare Laufstraßen bilden, lässt sich auch durch den besten Schutz nicht vermeiden. Verschleißerscheinungen wie diese können nicht chemisch beseitigt werden. In diesem Fall können Produkte auf Wachs- oder Acrylbasis zum Einsatz kommen. Sie bilden eine Schicht auf der Natursteinoberfläche, die die Abnutzungserscheinungen kaschiert. Allerdings wird durch diese Schicht auch die Rutschsicherheit des Natursteinbodens beeinträchtigt, weswegen diese Pflegeoption nur im Privatbereich genutzt werden sollte.

Rutschsichere Oberflächen

Ihre Rauigkeit bedingt, dass rutschsichere Oberflächen gegenüber Verschmutzungen wesentlich empfindlicher sind, als etwa polierte Flächen. Für die Unterhaltsreinigung empfiehlt sich daher der Einsatz eines mildalkalischen Reinigers. Damit Schmutz auf rauen Oberflächen nicht mit der Zeit zu tiefsitzenden Flecken wird, sollte die Reinigung nahezu täglich erfolgen.

Besonders empfindlich sind rutschsichere Natursteinoberflächen auch für Kalkschleier, die im Rahmen der regelmäßigen Unterhaltsreinigung entstehen. Die Ursache: Im Reinigungswasser gelöster Kalk setzt sich auf der Oberfläche ab, lässt den Naturstein mit der Zeit ermatten, farblos und grau erscheinen. Handelt es sich um eine säurebeständige Oberfläche, ist die Beseitigung eines solchen Schleiers unkompliziert zu bewerkstelligen. Es genügt ein stark, etwa auf 1:20, verdünnter säurehaltiger Reiniger, um den Kalkschleier zu entfernen. Im Innenbereich ist dabei darauf zu achten, dass keine flüchtigen Säurebestandteile im Reinigungsprodukt vorhanden sind. Bei säureempfindlichen Natursteinen kommt diese Form der Reinigung nicht in Frage. Hier hilft nur, die Oberfläche nach der Reinigung sorgfältig nachzuwischen.

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Alle Bilder: Lithofin