Museum der 1000 Orte

Stein Magazin
Altes Abgeordnetenhochaus Bonn

Die Bundesrepublik Deutschland beauftragt seit 1950 für ihre Bauten im In- und Ausland Kunst am Bau. Über die Jahrzehnte sind an die 10.000 Werke entstanden. Auch Natursteinarbeiten sind dabei. Nun macht das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) die Kunstwerke digital zugänglich – über die Online-Plattform „Museum der 1000 Orte“. Im Gespräch mit Dr. Ute Chibidziura, Referentin für Kunst am Bau beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, über das ambitionierte Projekt.

Aufsteigender-Phoenix-Hannes-Schulz-Tattenpach
UN-Campus, Altes Abgeordnetenhochaus Bonn, Fassade, Eingangsbereich; Aufsteigender Phönix, 1953, Hannes Schulz-Tattenpach. Foto: BBR / Cordia Schlegelmilch
Kunst-am-Bau
UN-Campus, Altes Abgeordnetenhochaus Bonn, Fassade, Außenthermometer, 2011, Andreas Sailstorfer. Foto: BBR / Cordia Schlegelmilch
Kunst-am-Bau-Balkenhol
Auswärtiges Amt Berlin, Dachterrasse, o. T. (Wetterfahnen) 2001 Stefan Balkenhol. Foto: BBR / Cordia Schlegelmilch
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Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Bonn, Stirnwand und rechte Seitenwand des Speisesaals bmas, 2011, Leni Hoffmann. Foto: BBR / Bernd Hiepe
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Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, Mexiko-Stadt / Mexiko Große Reise, 2006 Renate Wolff. Foto: BBR / Christian Richters

STEIN: Was ist das „Museum der 1000 Orte“?

Ute Chibidziura: Es handelt sich um eine Onlinepräsentation für die Kunst am Bau des Bundes. Also für jene Kunst, die im Zusammenhang mit Baumaßnahmen geschaffen wird. Seit 1950 wird bei Bundesbauten Kunst am Bau realisiert, sodass über die Jahre ein international einzigartiger Bestand an Nachkriegskunst entstanden ist, der die Arbeiten vieler bekannter Künstlerinnen und Künstler in sämtlichen Gattungen und Techniken umfasst. Diesen Kunstbestand, der auf hunderte Liegenschaften in Deutschland und im Ausland verteilt ist, wollten wir in gebündelter Form vorstellen.

Viele Kunstwerke sind nicht öffentlich zugänglich …

Eine Eigenheit der Kunst am Bau ist, dass sie an den Bau gebunden ist und an Orten realisiert wird, die aus Sicherheitsgründen nur wenigen Personen zugänglich sind oder wie Botschaften an geografisch abgelegenen Orten liegen. Daher gibt es zahlreiche Kunstwerke, die nur wenig bekannt sind oder über die Jahre aus dem Blick geraten sind. Mit dem „Museum der 1000 Orte“ können wir diese wieder ins Bewusstsein bringen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Wieso gerade in Form einer virtuellen Sammlung?

Insgesamt umfasst der Bestand etwa 10.000 Kunstwerke. Die könnten wir weder in einem Bildband noch in einer Ausstellung präsentieren – das würde jeden organisatorischen und personellen Rahmen sprengen. Das „Museum der 1000 Orte“ hingegen ist so aufgebaut, dass Kunstwerke peu à peu eingestellt werden können und das Museum kontinuierlich wächst. Zudem können jederzeit inhaltliche Änderungen vorgenommen werden. Kunst am Bau ließe sich ohnedies nur schwer in einer klassischen Ausstellung zeigen, denn um seine Verortung im räumlichen Kontext zu veranschaulichen, müsste man von jedem Raum oder Gebäude ein Modell bauen und dazu Bildstrecken und Texte aufbereiten, was schon für einige wenige Beispiele einen enormen Aufwand bedeutete. Ein weiterer Vorteil einer virtuellen Ausstellung ist, dass sie nicht örtlich gebunden ist, sondern via Internet von zuhause aus besichtigt werden kann.

Wie bewegt sich der digitale Museumsbesucher durch die Seite?

Es gibt mehrere Zugänge zur Kunst: einen intuitiven über die Abbildungen der Kunstwerke auf der Startseite, einen systematischen über die Reiter Kunstwerke, Künstler oder Orte und einen über die Freitextsuche. Innerhalb der Kunstwerke kann man wiederum nach Techniken oder Nutzungszusammenhängen sortieren.

Welche Informationen findet man, wenn man ein Kunstwerk aufruft?

Man findet ausführliche Informationen über das Kunstwerk in seinem baulichen Kontext, über das Gebäude und die Liegenschaft, und natürlich über die Künstlerin oder den Künstler. Hier wird erläutert, welchen Werdegang die Künstler haben, wo ihre Arbeitsschwerpunkte liegen und wo sie noch Kunst am Bau realisiert haben. Sämtliche Informationen und Fotos zu einem Kunstwerk sind in Form einer PDF hinterlegt, die heruntergeladen werden kann.

Wie schlägt das virtuelle Museum eine Brücke zur physischen Welt?

Im Museum wird angegeben, ob ein Kunstwerk frei zugänglich oder zumindest öffentlich einsehbar ist, sodass man im Rahmen eines Sonntagsspaziergangs auch Kunst am Bau anschauen kann. Außerdem werden nach und nach alle Kunstwerke mit einem QR-Code ausgestattet, über den man sich mit dem „Museum der 1000 Orte“ verlinken kann, um ausführliche Informationen zum Kunstwerk zu erhalten.

Welche Kunstwerke gibt es aus Naturstein?

Ein bedeutendes Beispiel ist der „Aufsteigende Phönix“ von Hannes Schulz-Tattenpach am Alten Abgeordnetenhaus von Bonn. Dieses Kunstwerk aus Kalkstein war das erste Werk, das nach dem Zweiten Weltkrieg im Rahmen eines offenen Kunst-am-Bau-Wettbewerbs ausgewählt und in Auftrag gegeben wurde. Der Phönix, der aus der Asche aufsteigt, sollte auf die damalige Situation der Bundesrepublik Deutschland verweisen, welche sich nach dem Krieg als demokratischer Staat neu ordnen musste. Das Motiv wurde noch 1974 als so treffend angesehen, dass es als Briefmarke eine Sonderpostkarte zierte, die die Deutsche Post anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Bundesrepublik herausgegeben hat.

 

Hier können Sie einen Blick in die Datenbank werfen: www.museum-der-1000-orte.de.

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Naturstein in München zum Anfassen

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Aus einem gedruckten Natursteinführer wird Praxis zum Anfassen. Noch bis 13. Juli 2018 ist im Servicezentrum der Lokalbaukommission eine Ausstellung zu sehen, die zeigt, wo und wie Naturstein an Gebäuden in München verarbeitet wurde.

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Blick auf die Foto-Wall der zusammengetragenen Münchner Gebäude. Foto: Johann Weber
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Die gezeigten Fotografien sind auch im „Natursteinführer München“ abgedruckt, der 2015 publiziert wurde. Foto: Johann Weber
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Materialproben der Steine zum Anfassen ergänzen die Ausstellung. Foto: Johann Weber
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Beethovenstraße 6, München. Foto: Johann Weber
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Der Justizpalast in München. Foto: Johann Weber
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Ein Teil der Fassade des Rathauses am Marienplatz in München. Foto: Johann Weber
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Polizeipräsidium in der Ettstraße 2, München. Foto: Johann Weber

Die Ausstellung basiert auf dem im Jahr 2015 von Prof. Florian Musso herausgegebenen „Natursteinführer München“. Johann Weber, Leiter der Baustoffsammlung der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität (TU) München, erfasste hierfür etwa 4.000 Gebäude des Stadtinneren und die darin verbauten Natursteine. Gebäude wie der Justizpalast, das Polizeipräsidium, das Rathaus am Marienplatz oder der Monopteros im Englischen Garten zählen zu den imposanten Beispielen, die mit Natursteinen gebaut wurden. Detailliert werden die einzelnen Gebäudeteile aufgeschlüsselt und die Art der Natursteine aufgelistet. So besteht der Sockel des Justizpalastes in der Elisenstraße aus Waldstein Granit, das Verblendemauerwerk aus Kelheimer Auerkalk und Donau Kalkstein, die Säulen, Basen und Kapitelle aus Carrara Marmor.

Aus rund 400 im Buch abgebildeten Fotos wurden für die Ausstellung 120 gewählt. „Nicht jedes Gebäude, Bauteil, Kunstobjekt kann gleich gut abgelichtet werden, sodass die Auswahl der Bilder ein wenig nach der ‚Schönheit des Fotos‘ und Verschiedenartigkeit der Verwendung geschehen ist“, erklärt Johann Weber.

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag, 9–17 Uhr
Referat für Stadtbauplanung und Bauordnung
Servicezentrum
Blumenstraße 19
80331 München

Europäisches Stein-Festival 2015

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Das europäische Stein-Festival fand 2015 in Straßburg statt. Vom 26. bis 28. Juni machten etwa 120 Steinmetze und -bildhauer aus 15 Ländern den Vorplatz der berühmten Kathedrale zu ihrem Arbeitsplatz. Zum Thema “Die Botschaft der romanischen Baumeister und der rheinischen Mystik” hauten sie Skulpturen aus Sandstein, die später ersteigert werden konnten.

Straßburg bot die perfekte Kulisse für die Arbeit am Naturstein, aber auch für die Nachwuchsarbeit. Denn im belebten Touristenort Straßburg fanden auch viele junge Leute ihren Weg zu den traditionellen Handwerkern. Martina Hartwich-Wolf von der Kunstgießerei Strassacker, Partner des Festivals, glaubt: “Gerade bedingt durch die Aufgabenstellung und deren Realisation haben einige junge Menschen Interesse an diesem Beruf gefunden.” Von Totenköpfen über Reliefs und Konsolen bis hin zu Fabelwesen reichten die Umsetzungen des Themas aus einem jeweils 20 x 30 x 30 cm großen Sandstein.

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Die Gewinner mit ihren Arbeiten. Foto: Konrad Lenz
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Weitere Impressionen vom Stein-Festival in Straßburg. Foto: Konrad Lenz
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Foto: Kunstgießerei Straßacker
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Foto: Konrad Lenz
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Foto: Kunstgießerei Straßacker
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Kunstgießerei Straßacker präsentierte die Vielfalt der Möglichkeiten der Verbindung von Bronze und Naturstein. Foto: Kunstgießerei Straßacker
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Foto: Kunstgießerei Straßacker
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Foto: Konrad Lenz

Die besten Arbeiten unter den Skulpturen von Lehrlingen, Gesellen oder Meistern auf dem Stein-Festival in Straßburg wurden ausgezeichnet. Die Gewinner sind:

Milleniumspreis der Stadt Straßburg:
Ongky Wijana, Bali.

Meister:
1. Philippe Smith, Kanada
2. Danny Barber, Kanada
3. Nicolas Helmer, Frankreich

Steinmetzlehrlinge:
1.  Martin Kuster, Straßburger Münsterbauhütte / Frankreich
2. Dimitri Marquet, Frankreich
3. Lucas Finance, Frankreich

Steinbildhauerlehrlinge:
1. Gwendoline Barré, Frankreich
2. Tomas Petukauskas, Litauen
3. Richard Bossons, England