Online bestellen – digitale Revolution und Handwerk

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aber verändert hat sich doch einiges. Gegenwärtig verändert die digitale Revolution unterschiedlichste Arbeitsbereiche. Werden auch Natursteine online bestellt oder welche Auswirkungen zeigen sich in den Steinmetzbetrieben? Ein Gespräch über modernes Einkaufsverhalten. Foto: Steinmetzbetrieb Halbich

 

Der Computer oder das Smartphone ist heute aus unserem Lebensalltag nicht mehr wegzudenken. Der digitale Fortschritt durchzieht den privaten und geschäftlichen Bereich. Moderne Unternehmen sind auf das Internet als Informations-, Kommunikations- und Einkaufsplattform angewiesen. Wie äußert sich das im Steinmetzhandwerk? Ingrid Halbich, Geschäftsführerin von Natursteine Halbich, erklärt, wie sich die Arbeitsprozesse und das Einkaufsverhalten in ihrem Betrieb verändert haben.

Kaufen Sie Naturstein oder Natursteinprodukte im Internet?

Im Onlinebereich hat sich viel getan. Die Kunstgießerei Strassacker beispielsweise hat in ihrem Onlineshop ein breites Angebot an Inschriften. Diese bestelle ich online. Das ist sehr hilfreich, weil man Bilder der Inschriften zum Vorzeigen ausdrucken kann. So wird die Kundenberatung enorm erleichtert. Werkzeuge kaufe ich meistens im Geschäft oder greife auf die Außendienstmitarbeiter der Unternehmen zurück. Auch bei der Natursteinauswahl bin ich oft vor Ort bei meinen Großhändlern. Neue Materialien muss man sich sowieso ansehen. Außerdem gibt es beim Material Naturstein viele Maserungs- und Farbabweichungen. Deshalb ist es so wichtig, die Steine zu begutachten. Aber mir bekannte Natursteine, mit denen ich viel arbeite, bestelle ich schon im Internet.

Hat sich der Einkauf von Natursteinen über die Jahre verändert?

Die Vielfalt der Steine ist heute sehr viel größer. Vor 20 Jahren gab es bei weitem nicht so viele Materialien zur Auswahl. Über das World Wide Web können wir global auf verschiedenste Produkte zugreifen. Wir sind aber kein Steinmetzbetrieb, der nur fertige Steine einkauft. Wir ordern auch Tranchen. Mein Mann schneidet sie in der Werkstatt zu und gestaltet sie individuell nach Kundenwunsch. Deshalb sind wir vielleicht auch ein „schlechtes“ Beispiel für den Onlinekauf. Wir suchen unsere Tranchen zwar teilweise nach einem Telefongespräch oder nach Ansicht von Fotos auf den Websites unserer Lieferanten aus. In der Steinmetzbranche bleibt es aber grundsätzlich wichtig, das Material direkt ansehen zu können.

Können Sie sich vorstellen, in Zukunft mehr Arbeitsprozesse oder Käufe online zu erledigen?

Natürlich bestellen wir Produkte wie Mörtel oder Kleber im Internet. Und obwohl meine Kunden eher einer älteren Zielgruppe angehören, kommen oft auch E-Mail-Anfragen. Ein großer Bestandteil der täglichen Arbeit ist das Checken und Beantworten der E-Mails.

Wie kann man sich der Qualität der Produkte, die man online bestellt, sicher sein?

Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, dass nicht zu viele Zwischenhändler beim Kauf vertreten sind. Außerdem sollte man den Bruch, wo der Stein abgebaut wird, kennen. Wir kaufen sehr viele Natursteine in einem Bruch in der Nähe von Lissabon. Dort kennen wir alle Ansprechpartner persönlich. Wenn ich meine Steine aus Portugal online bestelle, weiß ich, dass ich etwas Vernünftiges bekomme. Wir kaufen direkt – ohne Zwischenhändler. So kann man auch den Preis für die Kunden halten. Ein weiterer Vorteil.

Wie ist Ihr Einkaufsverhalten im Onlinebereich?

Das Internet nutze ich auch am Wochenende. Es ist toll, dass man beim Einkauf so flexibel ist und nicht abhängig von irgendwelchen Geschäftszeiten

 

Erfahren Sie hier mehr zum Steinmetzbetrieb Halbich in München. In STEIN im September 2015 können Sie mehr zum Einkauf und Handel im Internet lesen.

 

 

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Das fliegende Auge

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Sanierens und Erhaltens von Baubestand haben sich Drohnen schon vielfach bewährt. Foto: Geospector
Sanierens und Erhaltens von Baubestand haben sich Drohnen schon vielfach bewährt. Foto: Geospector

In unsere neuen STEIN-Serie „Chancen nutzen“ teilen wir unser Wissen über Vorgehensweisen, die Unternehmen nutzen können, um langfristig erfolgreich zu sein. In der ersten Folge dreht sich alles um den Blick von oben. Drohnen ermöglichen Inspektionen, Aufmaße und Dokumentationen von Steinbrüchen oder Fassaden.

Unbemannte Fluggeräte, englisch Unmanned Aircraft Systems oder Unmanned Area Vehicles (UAS, UAV), populär meist „Drohnen“ oder „Multicopterd“ genannt, werden inzwischen in zahlreichen Bereichen des Bauens, Sanierens und Erhaltens von Baubestand eingesetzt. Mit einer visuellen Digital- oder Wärmebildkamera oder einem 3-D-Laserscanner ausgestattet, können ferngesteuerte Drohnen Steinbrüche, Fassaden oder Dachflächen inspizieren oder geometrisch erfassen, Schäden lokalisieren und dokumentieren, Energieverluste aufdecken und vieles mehr.

Sollen Bau-, Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen erfolgreich sein, müssen sie sorgfältig vorbereitet und geplant werden. Aktuelle und verlässliche Bestandsdaten sind die wichtigste Grundlage einer umsichtigen Planung. Terrestrische Aufmaßverfahren wie die Tachymetrie, das Laserscanning oder die Fotogrammetrie erfassen nur jene Bereiche, die vom Boden oder von der umgebenden Bebauung aus zugänglich und sichtbar sind. Dachflächen und andere unzugängliche Bereiche der Gebäudefassade lassen sich geometrisch und fotografisch nicht oder nur unzureichend erfassen.

Drohnen können über die luftbildgestützte Fotogrammetrie oder 3-D-Laserscanner Bauwerke und andere Objekte lückenlos geometrisch vermessen und werden deshalb manchmal auch parallel eingesetzt: Aus perspektivisch entzerrten Luftbildern lassen sich zentimetergenaue und maßstabsgerechte Dachaufsichten oder Fassadenansichten erstellen. Werden die Luftbilder fotogrammetrisch ausgewertet, lassen sich daraus 2-D-Pläne oder dreidimensionale Modelle der Gebäudehülle erstellen. Diese können als Grundlage für Planungen, Kostenberechnungen, Ausschreibungen oder Visualisierungen verwendet werden.

Mit speziellen 3-D-Laserscannern ausgestattete Drohnen, können das Umfeld rasterförmig in Sekundenschnelle abtasten und dabei Millionen von 3-D-Messpunkten, sogenannte „Punktwolken“ erzeugen. Dabei speichern sie die Geometriedaten aller umgebenden Objekte als räumliche Koordinatenwerte ab. Eine integrierte Digitalkamera erzeugt zusätzlich 360-Grad-Fotopanoramen und erfasst Gebäudehüllen nahezu lückenlos. Messdrohnen sind auch in der Lage, von Halden, Kies- und Schottergruben, Deponien oder Steinbrüchen zunächst Orthogonalfotos oder 3-D-Laserscans und daraus 2-D-Lagepläne, 3-D-Geländemodelle, Massen und Volumen zu generieren, ohne dabei den laufenden Betrieb zu stören oder Personen zu gefährden.

Lesen Sie mehr in der STEIN 8/2020.

Im Gespräch statt im Gerede

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Gestorben wird immer. Aber nicht mehr genug, schreibt Henning Sußebach am 3. November in der Wochenzeitung »Die Zeit«. Er kommt dann zu dem Schluss, dass viele Bürger ihre Asche lieber verstreuen, als ein Grab zu kaufen. Sußebach formuliert ein Problem, mit dem sich auch das Steinmetzhandwerk auseinandersetzen muss: Sogar Friedhöfe können sterben. Zum Leben brauchen sie Tote. Die werden aber auf den herkömmlichen Friedhöfen immer weniger. Sie haben Konkurrenz bekommen. Die Menschen in einer »Multioptionsgesellschaft« möchten sich nicht mehr dem schematischen Schachbrettmuster der Friedhöfe fügen. Friedhöfe sind heute nur eine Option unter ganz verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten.

Die Folgen sind klar: kein Friedhof, kein Grab, kein Stein. Das Steinmetzhandwerk ist gefordert. Grabzeichen können mit dazu beitragen, Friedhöfe am Leben zu halten. Allerdings: Diese Zeichen müssen einen Sinn, eine Botschaft, einen Wert für die Hinterbliebenen haben. »Blut indischer Kinder haftet an deutschen Grabsteinen« oder »Grabsteine aus Kinderarbeit stehen auf deutschen Friedhöfen«. Meldungen wie diese bringen die Zeichen am Grab ins Gerede. »Kinderarbeit bei Grabsteinen wieder erlaubt« stand am 16. Oktober in der Tageszeitung »Nürnberger Nachrichten«: In einem Urteil hatte das Bundesverwaltungsgericht die Nürnberger Friedhofsordnung gekippt. Die Stadt wollte sicherstellen, dass auf den städtischen Friedhöfen keine Grabsteine aufgestellt werden dürfen, die von Kinderhänden geformt wurden. Ein Steinmetz klagte. Er gewann! Nur was? Wer soll überprüfen, unter welchen Bedingungen die Steine entstehen, fragten die Richter. Eine Zertifizierung mit verbindlichen Maßstäben muss her. Juristisch ist es nicht zu beanstanden.

Allerdings: Viele der Zertifikate zu sozialen oder ökologischen Standards sind in Bereichen kaum den Kleber wert, mit dem sie auf ein Produkt gepappt werden. Es liegt jetzt an jedem Handwerker selbst, welche Grabzeichen er anbietet und mit welchen Steinen er arbeitet. Das Produkt Grabstein ist wieder einmal im Gerede, statt im Gespräch zu sein. Das ist ärgerlich.

Willy Hafner’s Betreff aus STEIN im Dezember 2013.

Bild: Aeternitas e.V.