Flächenheizung und Naturstein

Sie ergänzen sich optimal: Zeitgemäße Flächenheizungen funktionieren mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen. Und Naturstein gibt dank seiner hohen Wärmeleitfähigkeit die Wärme schnell an den Raum ab. Ein im Baubereich tätiger Steinmetz muss zwar nicht wissen, wie eine Flächenheizung verlegt wird. Aber er sollte wissen, warum Naturstein der ideale Belag für eine Flächenheizung ist und aufgeschlossen sein für die Zusammenarbeit mit anderen beteiligten Gewerken.

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Wer Haustiere hat, weiß, dass sie auch in punkto Reinigen zusätzlichen Aufwand verursachen. Naturstein lässt sich leicht pflegen und bleibt jahrelang schön. Foto: www.jonastone.de

Niedrige Vorlauftemperatur spart Energiekosten

Während eine klassische Heizungsanlage mit Heizkörpern in der Regel eine Vorlauftemperatur von etwa 70 Grad Celsius benötigt, schafft eine Fußbodenheizung bereits mit Vorlauftemperaturen von rund 35 Grad Celsius behagliche Wärme. Daraus folgt, dass sich eine Flächenheizung sehr effizient mit erneuerbaren Energiequellen, wie thermischen Solaranlagen oder Boden- und Luftwärmepumpen, betreiben lässt. Hybrid konzipierte Heizungsanlagen bringen Gas- oder Ölkessel ins Spiel, die – anders als Heizkessel einfacher Bauart (die ohnehin ab September 2015 nicht mehr zugelassen sind) – zusätzlich auch die Wärme in den „Abgasen“ nutzen.

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Es ist also nicht länger nötig, das Heizmedium mit teuren Energieträgern auf 70 Grad Celsius Vorlauftemperatur zu bringen – man erreicht bereits mit 35 Grad Celsius spürbaren Komfort. Zusätzlicher Vorteil: Die großflächig abgegebene, konstante Strahlungswärme einer Fußbodenheizung gestattet es, im Vergleich zur klassischen Heizkörperheizung, die Raumlufttemperatur um zirka zwei Grad Celsius zu senken. Die vom Nutzer „gefühlte“ Temperatur ändert sich dadurch nicht.

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Esstisch gedeckt? Wohnzimmertisch anderweitig belegt? Mit einer Flächenheizung lässt sich der Boden leicht als erweitertes Spielfeld nutzen. Foto: www.jonastone.de

Die Wärmeleitfähigkeit entscheidet  

Bodenbeläge unterscheiden sich nicht nur bezüglich ihrer Optik, sondern auch hinsichtlich ihrer bauphysikalischen Eigenschaften. Je höher die Wärmeleitfähigkeit eines Bodenbelags ist, desto schneller gibt er die Wärme an den Raum ab. Die bauphysikalische Bezeichnung dieser Materialkonstante ist der Lambda-Wert. Er wird in der Einheit W/(mk) angegeben. Die einzelnen Bestandteile dieser Formel lauten: W = Watt, m = Meter, k = Kelvin. Die Formel gibt den Wärmeabfluss an, der durch einen ein Meter dicken Werkstoff bei einer Temperaturdifferenz von einem Grad Kelvin erfolgt. Natursteine erreichen hier Spitzenwerte, die sich sogar über den Werten von keramischen Fliesen und Platten bewegen. So liegt die durchschnittliche Wärmeleitfähigkeit von keramischen Belägen bei circa 1,3 W/(mK), Marmor und Granit werden mit mittleren Werten von 3,5 W/(mK) angegeben.

Von wenigen Einschränkungen abgesehen ist praktisch jeder Naturstein zur Verlegung auf einer Flächenheizung geeignet. Die gleichmäßige Wärmeabgabe wird besonders beim Barfußgehen als angenehm empfunden. Dem Argument, dass Naturstein „kalt“ sei, kann mit einer Flächenheizung überzeugend begegnet werden. Als de facto „unsichtbares“ Heizsystem bieten Flächenheizungen noch einen weiteren Vorteil: nämlich vielfältige architektonische Gestaltungsmöglichkeiten und eine optimale Raumnutzung, da störende Heizkörper entfallen.

Lesen Sie mehr darüber, wie man erneuerbaren Energien den Boden bereitet mit Naturstein als Belag in STEIN im September 2015.