Preise mit Vision

Stein Magazin

Der Österreichische Lehrlingspreis

Im Rahmen der 33. Bildungswoche der österreichischen Steinmetze wurden auf der Messe Monumento in Salzburg die Natursteinpreise 2018 vergeben. Gewonnen haben vor allem Arbeiten, die zeigen, wo und wie sich der Steinmetz der Zukunft platziert.

Die Preise sollen eine Vision zeigen. Eine Vision vom Steinmetz, der das traditionelle Handwerk weiterträgt, die Zukunft des Friedhofs mitgestaltet oder das Kulturerbe von morgen erhält: der Österreichische Lehrlingspreis, der Österreichische Grabmalpreis sowie der Steinmetzmeister in der Denkmalpflege 2018. Sie alle wurden – im Rahmen der 33. Bildungswoche der österreichischen Steinmetze – am ersten Tag der Messe Monumento in Salzburg durch das Steinzentrum Hallein zusammen mit der Bundesinnung vergeben.

Insgesamt gab es 60 Einreichungen. „Gewürdigt wurden – neben vielen Anerkennungen und zweiten Preisen – vor allem Steinmetze, die über den Tellerrand des schnellen Geldmachens hinausdenken“, so der Künstler und Steinmetz Dr. Arnold Reinthaler in seiner Laudatio. Materialschlachten seien „Schnee von gestern“ – kleine Strukturen im Stein sollten wieder an Bedeutung gewinnen. Und weiter: „Das Konzept zählt. Einreichungen, in denen auf den Fotos die Umgebung wegretuschiert worden ist, hatten keine Chance.“ Denn das Umfeld, vor allem im Grabmalbereich, spiele eine wichtige Rolle.

Den Lehrlingspreis gewann Melanie Kien. Sie gestaltete ein Waschbecken aus einem recycelten Grabstein. Weil das Material keine Ammoniten aufwies, gab sie dem Becken einen persönlichen Kopffüßer in Negativ-Form.

Der Österreichische Grabmalpreis

Mit dem 1. Grabmalpreis wurde die Firma Stein Baumgartner GmbH aus Oberösterreich geehrt. „Das Werk zeigt, wie mit dem Trend Friedwald umgegangen werden kann“, so Reinthaler. Ein Granit windet sich um einen Baum. Davor laden zwei Baumstämme zum Sitzen ein. Auf der Frontseite der Granit-Schlange ist ein Mühle-Spiel eingraviert. „Hier verweilt man gerne“, so die Jury.

Der Steinmetzmeister in der Denkmalpflege

Zum „Steinmetzmeister in der Denkmalpflege“ wurden gleich vier Handwerker. „Gerade in diesem Preis ist die interdisziplinäre Arbeit so wichtig“, weiß Mag. Astrid Huber-Reichl, Leiterin des Informations- und Weiterbildungszentrums Baudenkmalpflege Kartause Mauerbach. Wolfgang Ecker gewann mit den Rekonstruktionsarbeiten in Schloss Hof (über diese Arbeit wird STEIN im Detail in der Österreich-Ausgabe im April berichten), die Schreiber & Partner Naturstein GmbH mit einer Fassade aus dem 19. Jahrhundert, das Miromentwerk Ing. Helmut Stuhlberger mit einem restaurierten Terrazzoboden und die Marmor Industrie Kiefer GmbH mit einer Wiedereinrichtung eines Marmorsaals. „Sie alle zeigen die Sensibilisierung für Baudenkmalpflege im Steinmetzbereich“, so Huber-Reichl.

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Den Lehrlingspreis gewann Melanie Kien. Foto: Melanie Kien/Steinzentrum Hallein
Grabmalpreis
Mit dem 1. Grabmalpreis wurde die Firma Stein Baumgartner GmbH aus Oberösterreich geehrt. Foto: Arnold Reinthaler
Schloss-Hof
Der Steinmetzmeister in der Denkmalpflege 2018: Wolfgang Ecker mit den Rekonstruktionsarbeiten in Schloss Hof. Foto: Richard Watzke/Steinzentrum Hallein
Fassade
Der Steinmetzmeister in der Denkmalpflege 2018: Schreiber & Partner Naturstein GmbH mit einer Fassade aus dem 19. Jahrhundert. Foto: Richard Watzke/Steinzentrum Hallein
Marmorsaal
Der Steinmetzmeister in der Denkmalpflege 2018: Marmor Industrie Kiefer GmbH mit einer Wiedereinrichtung eines Marmorsaals. Foto: Marmor Industrie Kiefer GmbH/Steinzentrum Hallein
Terrazzoboden
Der Steinmetzmeister in der Denkmalpflege 2018: Miromentwerk Ing. Helmut Stuhlberger mit einem restaurierten Terrazzoboden. Foto: Miromentwerk Ing. Helmut Stuhlberger/Steinzentrum Hallein

Zum Wettbewerb

Die Österreichischen Natursteinpreise werden aller zwei Jahre auf der Monumento vergeben. Welche Arbeiten gewinnen, entscheidet eine Jury aus Bildhauern, Dombaumeistern, Landesinnungsmeistern, Garten- und Landschaftsbauer, Vertreter der Bestattungskultur sowie Steinmetzen. Der Wettbewerb ist anonymisiert.

Auf der 33. Bildungswoche der österreichischen Steinmetze wurden nicht nur die Natursteinpreise vergeben, sondern auch der traditionelle Putzmatz. Mehr dazu lesen Sie hier. 

 

 

 

 

 

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