Ende des Baubooms?

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Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung prognostiziert ein Ende des Baubooms. Foto: Etienne Girardet, Unsplash

 

Mit dem Bauboom ist es bald vorbei, so die Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Es gibt zwar weiterhin eine hohe Nachfrage an Wohnungen – allerdings werden Bauflächen knapp und gleichzeitig steigen die Preise für Neubauten.

In Zahlen: 2016 stiegen die Baugenehmigungen für Wohnungen von 60.000 auf über 375.000. Aber bereits in den ersten vier Monaten 2017 sank die Zahl laut Statistischem Bundesamt um neun Prozent, gemessen am Vorjahreszeitraum. Für 2018 erwartet das DIW einen Wachstum von nur einem Prozent.

Knappe Bauflächen, Handwerkermangel, hohe Kosten

Und das, obwohl die Nachfrage an Wohnungen weiter steigt. Frank Bethmann von der ZDF-Börsenredaktion erklärt: „Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass in den kommenden Jahren der Bedarf weiter hoch sein wird: Jährlich fehlen 350.000 bis 400.000 Wohnungen – vor allem bezahlbare.“ Welche Gründe führen also zu einem Rückgang des Baubooms?

Dafür sind im Wesentlichen drei Faktoren verantwortlich: knappe Bauflächen (vor allem in Großstädten), fehlende Handwerker und steigende Preise. Handwerker fehlen vor allem in der Stadt – dass keine neuen eingestellt werden, liegt am Mangel guter Fachkräfte. Aber auch daran, dass Betriebe unsicher sind, wie lange die gute Konjunktur anhält.

Die Nachfrage ist also höher, als das Angebot – was die Preise steigen lässt. Dazu kommen höhere Kosten beim Stahlpreis und der Grunderwerbssteuer, sowie strengere Klimaschutz-Vorschriften. Bereits 2017 gingen die Kosten um drei Prozent nach oben, für 2018 werden nochmal mehr als drei Prozent vorausgesagt.

Damit wird es vor allem im Geldbeutel des kleinen Häuslebauers knapp. Laut dem Präsidenten des Zentralen Immobilien-Ausschusses Andreas Mattner sind aber auch öffentliche Bauherren betroffen: Schon jetzt werden vereinzelt Projekte abgesagt, weil sie sich auch für Investoren nicht mehr lohnen.