Neue Innenausstattung für Amerikas tiefsten U-Bahnhof

Stein Magazin
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Der tiefste U-Bahnhof Amerikas ist mit einem neuen Design aus Neolith ausgestattet worden.

Den U-Bahnhof Washington Park im amerikanischen Portland, Oregon ziert seit wenigen Wochen eine neue Wandverkleidung: eine Neolith gesinterte Kompaktoberfläche in drei verschiedenen Weißstufen, angeordnet zu einem Mosaikmuster unter blendenden LED-Röhren.

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Neue Wandverkleidung für Amerikas tiefsten Verkehrsknotenpunkt: Der Bahnhof Washington Park in Portland liegt 80 Meter unter der Oberfläche. Foto: Dámaso Pérez, Fototec
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Modernisierung im tiefen Untergrund: Mit hellen Neolith-Platten bekam der Bahnhof am Washington Park eine freundlichere Ausstrahlung. Foto: Dámaso Pérez, Fototec
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Die Architekten setzen Neolith in drei verschiedenen Weiß-Abstufungen ein. Foto: Dámaso Pérez, Fototec
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Hellere Zukunft: Zu ihrem 20. Geburtstag wurde das Innenraumkonzept der Washington Park Station im laufenden Betrieb neu gestaltet. Foto: Dámaso Pérez, Fototec

Arctic White, Frost und Nieve Satin 

Seit 1998 existiert dieser Bahnhof, der 260 Fuß unter der Erdoberfläche liegt. Umgerechnet sind das knapp 80 Meter. Damit gilt die Washington Park Train Station als tiefster Verkehrsknotenpunkt Amerikas. Hunderte Touristen und Einheimische steigen hier täglich um. Der Bahnhof ist die einzig komplett untergründige Metro-Station des hiesigen Verkehrssystems Metropolitan Area Express (MAX).

Schon damals zur Eröffnung waren es die amerikanischen Architekten ZGF Architects, die das Gestaltungskonzept übernahmen. Doch nach 20 Jahren war es Zeit für eine Modernisierung. In den Tiefen dieses Bahnhofs kam der Reisende nicht umhin, daran zu denken, sich unangenehm weit unter der Oberfläche zu befinden. Ein beklemmendes Gefühl, das verringert werden sollte. Eine hellere, freundliche Gestaltung war erwünscht, eine, die verhinderte, sich wie in einer Höhle gefangen zu fühlen.

Zu Beginn tendierten die Architekten dazu, ein hochbeständiges Panelsystem aus Faberzement zu verwenden, so Caleb Dare, Vertreter von Facades Northwest, Hersteller von Lösungen und Systemen. Schnell hätten sich die Architekten dann für Neolith als Material für das Projekt entschieden. Zuvor führten sie allerdings aufwendige Tests durch. Sie nahmen Proben in ihr Büro, bekritzelten die Oberfläche mit wasserfesten Eddings, sprühten Farbe darauf, setzten sie zwei Monate der Sonne aus und säuberten schließlich alles mit chemischen Reinigungsmitteln und Schleifpads. Die nicht-poröse, leicht zu reinigende Oberfläche bestand den Test problemlos.

Zum Einsatz kamen Neolith Arctic White, Iron Frost und Nieve Satin in einer Stärke von sechs Millimetern. Während der Bauarbeiten musste der Bahnhof geöffnet bleiben, weswegen die Verlegung und Installation vorsichtig vonstatten ging, meist über Nacht. Jede der 696 Platten wurde vor Ort zurechtgeschnitten und im Eingang des Zugtunnels und im Bahnsteigbereich angebracht. 2,1 Millionen US-Dollar kostete die Renovierung.

„Gepaart mit einem neuen Beleuchtungssystem ist der Bahnhof mit dem jetzigen Design aus Neolith in drei verschiedenen Weiß-Abstufungen komplett verwandelt“, sagt Michael Speck, beteiligter Architekt von ZGF Architects. „Durch dieses Projekt hab ich gelernt, dass sich Neolith sehr vielseitig einsetzen lässt.“

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Gestaltungswettbewerb Grabzeichen

Stein Magazin

Der Landesinnungsverband Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk Baden-Württemberg führt seit 1965 jährlich den Gestaltungswettbewerb „Grabzeichen“ durch. Seit knapp 20 Jahren wird der Wettbewerb auch bundesweit ausgeschrieben. Die nächste Einreichungsrunde endet im Februar 2017.

Steinmetze aus ganz Deutschland können sich mit ihren Arbeiten bewerben. Die Jury legt dabei besonderen Wert auf die gestalterische Qualität der Grabzeichen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass die eingereichten Arbeiten bereits auf einem Friedhof stehen müssen. Am Ende des Wettbewerbs darf sich der Gewinner über ein Preisgeld bis in Höhe von 1.000 Euro freuen. Ziel des Wettbewerbs ist es, innovative Arbeiten zu fördern und die zeitgenössische Bestattungskultur zu stärken.

Erfahren Sie mehr über den Gestaltungswettbewerb und reichen Sie Ihre Arbeiten noch bis zum 28. Februar 2017 ein.

Grabpflege muss man sich leisten können. Das Problem betrifft nicht nur viele zeitgenössische Normalsterbliche, auch für die anstehende Ertüchtigung des Florentiner Grabmals von Michelangelo fehlen derzeit die Mittel. Daher lief ursprünglich bis zum 30. Oktober 2017 eine Spendenaktion der zuständigen gemeinnützigen Organisation Opera di Santa Croce. Weil der notwendige Betrag leider noch nicht zusammengekommen ist, wurde die Kampagne aktuell verlängert, die Arbeiten am Grabmonument und dem dazugehörigen Altar sollen baldmöglichst beginnen.

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Er hat schon bessere Zeiten gesehen: Die Grablege Michelangelos und seiner Familie muss dringend gesäubert und restauriert werden. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Doppelter Andachtsort: Links der Familienaltar der Buonarroti, rechts das Grabmal. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Vor dem Sarkophag aus Breccia di Seravezza (auch Breccia Medicea genannt) trauern die personifizierten Künste Bildhauerei, Architektur und Malerei um Michelangelo. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Die Nahaufnahme zeigt: Die Skulpturen aus Bianco di Carrara müssen dringend gesäubert werden. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Erst 2016 entdeckt: Am linken Bildrand etwa auf halber Höhe hat Vasari den verstorbenen Michelangelo als Pharisäer Nikodemus im Altargemälde versteckt. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Seit der Überschwemmung von Florenz 1966 weist das Gemälde des Familienaltars der Buonarroti gravierende Schäden auf, dazu kommen die Ablagerungen der Jahrhunderte. (Foto: Opera di Santa Croce)
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Vormals Weiß trifft Purpur – Carrara-Marmor und Breccia di Seravezza am Grab Michelangelos und der Seinen. Noch bis 30. Oktober kann für die Restaurierung gespendet werden. (Foto: Opera di Santa Croce)

Es steht nicht gut um das Familiengrab der Buonarroti. Zusammen mit 66 Verwandten ruht Michelangelo in der Basilika Santa Croce zu Florenz, das Andenken an den berühmtesten Sohn des Geschlechts steht im Fokus des Grablege-Ensembles bestehend aus steinernem Monument und angrenzendem Altar. Für die dringenden erhaltenden Maßnahmen werden insgesamt 100.000 Euro benötigt, 15.000 stehen bis dato noch aus.

„Die Skulpturen aus Carrara-Marmor wurden zum letzten Mal vor 22 Jahren gesäubert und haben seither wieder viele Ablagerungen angesetzt“, erklärt Paola Vojnovic, zuständig für die Spendenaktion #InTheNameOfMichelangelo bei Opera di Santa Croce. „Aufgrund der porösen Struktur des Steins können diese eindringen und ihn zerbröseln lassen.“ Eine Säuberung des Ensembles, das im Zentrum eine Büste des Meisters aus Bianco di Carrara auf einem Sarkophag aus purpurner Breccia di Seravezza zeigt, vor dem weiße Carrara-Marmor-Allegorien seiner drei Künste Bildhauerei, Architektur und Malerei trauern, ist unbedingt sinnvoll.

Direkt links neben dem Grabmal, 1570 von Michelangelos Freund Giorgio Vasari entworfen, findet sich der Familienaltar der Buonarroti mit einem Altargemälde, geschaffen vom selben Künstler. Hier reichen die Schäden weiter – und das seit vielen Jahren. Das Bild (Öl auf Pappelholz, 1572) wurde durch die große Überschwemmung in Florenz 1966 stark beschädigt. Weil der gesamte Reparaturbedarf in der Stadt immens war, wurde das Gemälde damals nur notdürftig gesichert. Zudem ist es durch Staub und Schmutzablagerungen der Jahrhunderte stark eingedunkelt. So entdeckte man erst kürzlich eine Darstellung Michelangelos in der Figurenkomposition, der zu seiner eigenen letzten Ruhestätte hinüberblickt. Säuberungs- und Sicherungsarbeiten sind dringend durchzuführen.

Für das Projekt werden noch 15.000 Euro benötigt, spenden kann man online über den Donate-Button auf http://santacroceopera.it/michelangelo/. Auch Kleinbeträge helfen, wie Paola Vojnovic unterstreicht: „Wir freuen uns über jeden, der vielleicht auch nur 25 oder 50 Euro beisteuert.“ Alle Spender werden übrigens ebenfalls in Santa Croce verewigt: In einem Buch der Spender im Archiv dieser Basilica minor. Für größere Zuwendungen von Privatpersonen oder Firmen (5.000, 10.000 oder gar 15.000 Euro) sind noch speziellere Ehrungen vorgesehen, wie z. B. eine Plakette am Eingang des Gotteshauses.

 

Zu Carrara-Marmor, aus dem Michelangelo zu Lebzeiten herausragende Kunstwerke schuf und welchen auch Vasari für das Grabmal des Meisters heranzog, lesen Sie übrigens mehr in STEIN 11/17 in Teil 3 unserer Serie „Italiens Klassiker“.